George Villiers, der 2. Duke of Buckingham, und fünf nach ihm benannte Straßen in London

York Watergate, übriggeblieben vom York House.
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Zwischen der Straße The Strand und der Themse in London stand einmal ein großer Palast, York House, der im 13. Jahrhundert gebaut wurde, um den Bischöfen von Norwich eine standesgemäße Unterkunft in der Hauptstadt zu bieten. Dreihundert Jahre später zog der Erzbischof von York, daher der Name des Hauses, hier ein und in den 1620er Jahren erwarb George Villiers, 1st Duke of Buckingham das Anwesen an der Themse. Sein Sohn, der 2. Duke of Buckingham, wohnte ebenfalls im York House, das er schließlich 1672 für £30,000 verkaufte, unter der Bedingung, dass die geplanten, neu anzulegenden Straßen (York House wurde abgerissen) nach ihm benannt werden sollten, was dann auch geschah. Übriggeblieben von dem Palast ist lediglich das York Watergate, ein Torbogen, der von den Gärten des Dukes zur Themse hinunterführte.

Der Name „George Villiers, Duke of Buckingham“ besteht ja aus fünf Wörtern, und fünf Straßen wurden nach dem Mann benannt. Sehen wir sie uns einmal an:

Da ist die heute noch existierende Buckingham Street, die etwa 1675 auf dem ehemaligen York House-Gelände angelegt wurde. Hier zog der berühmte Tagebuchschreiber Samuel Pepys 1679 in die Nummer 12 ein, neun Jahre später wechselte er in die Nummer 14. Die beiden Philosophen David Hume und Jean-Jacques Rousseau wohnten einmal in der Nummer 10 und der Schriftsteller Samuel Taylor Coleridge in der Nummer 21. In Hausnummer 15 zogen Henry Fielding („Tom Jones“) und hundert Jahre später Charles Dickens ein.

Auch die parallel verlaufende Villiers Street, die direkt neben dem Bahnhof Charing Cross verläuft, gibt es heute noch. Hier sind beispielsweise das deutsche Lokal Herman ze German und Gordon’s Wine Bar (ich berichtete in meinem Blog darüber) angesiedelt. Von 1889 bis 1891 lebte der Schriftsteller Rudyard Kipling in der Villiers Street.

Die Duke Street gibt es nicht mehr, sie ist in der John Adam Street aufgegangen. In der Nummer 8 finden wir das Gebäude der Royal Society of Arts.

Das gleiche gilt für die George Street, aus der die kleine Gasse York Buildings geworden ist, die von der John Adam Street abgeht. Direkt gegenüber existiert aber eine noch kleinere Gasse, die den Namen George Court trägt.

Jetzt bleibt von dem Namen des Dukes nur noch das „Of“ übrig und auch da gab es einmal eine Straße, die Of Alley hieß und die später in York Place umbenannt wurde. Sie verläuft parallel zur John Adam Street. Auf dem Straßenschild von York Place findet man noch den Vermerk „Formerly Of Alley“.

Die Buckingham Street.
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Die Villiers Street.
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Die John Adam Street. Links das Gebäude der Royal Society of Arts.
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Villiers Street – da kommen mir Erinnerungen an meinen ersten England-Aufenthalt. 1974 weilte ich als 18jähriger zwei Wochen in London (damals dachte ich, England bestehe nur aus London…!). In jenen Tagen erlebte ich nicht nur den Hype um „Waterloo“, den Siegertitel der schwedischen Gruppe ABBA in Brighton, sondern auch die kulinarischen Höhepunkte von „The Olive Grove“, eines italienischen Restaurants in jener Villiers Street, ein Lokal, das noch heute existiert!

    • Vielen Dank für den netten Kommentar!! Manchmal bleiben eben auch kleine, vermeintlich nebensächliche Dinge in Erinnerung.


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