Mein Buchtipp – James Moore: Murder at the Inn

Foto meines Exemplares.

James Moore hat schon einige sehr interessante Bücher geschrieben wie „Pigeon Guided Missiles„, das ich in meinem Blog schon vorgestellt habe, und „Ye Olde Good Inn Guide: A Tudor Traveller’s Guide to the Nation’s Finest Taverns„, über das ich demnächst an dieser Stelle mehr sagen möchte.

2015 erschien bei The History Press sein „Murder at the Inn: A History of Crime in Britain’s Pubs and Hotels„, in dem sich der Autor erstmals mit dem Thema „Morde in Gasthäusern und Hotels“ beschäftigt. In Teil 1, „A Drinker’s Guide to Pubs“, geht es um die unterschiedlichen Verbrechen, die in Pubs stattgefunden und welche Rolle die Gasthäuser dabei gespielt haben. So wurden Leichen häufig dorthin gebracht, wo sie von Ärzten näher untersucht wurden.

In Teil 2 des Buches, „The Cases“, werden 50 mehr oder weniger bekannte Mordfälle aus den letzten 400 Jahren näher untersucht und die involvierten Pubs und Hotels genannt, die größtenteils heute noch existieren.

Hier sind einige Beispiele:

The Bull Hotel in Long Melford (Suffolk), in dem ich einmal mehrere Tage verbrachte und über das ich in meinem Blog geschrieben habe, war Schauplatz eines Verbrechens im Jahr 1648. In der Eingangshalle des Hotels gerieten sich ein gewisser Roger Greene mit Richard Evered in die Haare, wobei es wohl um unterschiedliche politische Meinungen ging. Greene erstach Evered und wurde vor Gericht gestellt und hingerichtet.

Der Ostrich Inn in Colnbrook (Berkshire) war im 17. Jahrhundert dafür berüchtigt, dass darin immer wieder Menschen auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Thomas Jarman, der Landlord hatte im Blue Room unter dem Bett eine Falltür angebracht, die er des Nachts, wenn wohlhabende Gäste friedlich schlummerten, öffnete, und die armen Seelen in einen Bottich mit kochendem Wasser expediert wurden, was sie natürlich nicht überlebten. Näheres zum Ostrich Inn findet man in meinem entsprechenden Blogartikel.

In Kingsclere in Hampshire, ganz in der Nähe, wo die TV-Serie „Downton Abbey“ gedreht wurde, ereignete sich am 5.Oktober 1944 im The Crown ein regelrechtes „Shootout“ wie einst im Wilden Westen. Amerikanische GIs, die in der Nähe stationiert waren, lieferten sich ein Feuergefecht mit Militärpolizisten, bei dem zwei Soldaten und die Wirtin des Pubs getötet wurden. Siehe zu diesem Fall meinen Blogeintrag.

The Blind Beggar in der Londoner Whitechapel Road erlangte Berühmtheit, als hier am 9. März 1966 ein Ganove namens George Cornell von dem Superganoven Ronnie Kray, einem der Kray-Zwillinge, erschossen wurde, während aus der Jukebox passenderweise „The sun ain’t gonna shine any more“ von den Walker Brothers erklang. The Blind Beggar gehörte eine Zeit lang dem Fußballspieler Bobby Moore, der 1993 starb.

James Moore: Murder at the Inn: A History of Crime in Britain’s Pubs and Hotels. The History Press 2015. 264 Seiten. ISBN 978-0-7509-5683-3.

The Bull Hotel in Long Melford (Suffolk).
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

The Ostrich Inn in Colnbrook (Berkshire).
Author: Maxwell Hamilton.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license. 

The Crown in Kingsclere (Hampshire).
Photo © Scriniary (cc-by-sa/2.0)

The Blind Beggar in der Londoner Whitechapel Road.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0).

Published in: on 27. Juni 2017 at 02:00  Comments (2)  

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. ich denke: der, der diesen blog liest, weiss mehr über Britain als 98% aller Britain themselves 🙂

    • Vielen Dank für diesen netten Kommentar!!!
      Ingo


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