Café Diana – Ein Londoner Etablissement, das die Erinnerung an Prinzessin Diana hochhält

Das Café Diana, durch die Eingangstore der Kensington Palace Gardens gesehen.
Photo © Oxfordian Kissuth (cc-by-sa/2.0)

Direkt gegenüber vom Eingang zu der noblen Adresse Kensington Palace Gardens liegt ein kleines unscheinbares Café an der Bayswater Road namens Café Diana. Die russische Botschaft liegt auf der anderen Straßenseite und der Kensington Palace ist in wenigen Gehminuten zu erreichen. Der Palast war der ehemalige Wohnsitz von Prinzessin Diana und das Café hat sich ganz der Erinnerung an die in Paris tödlich verunglückte Frau gewidmet. Lady Di war früher einmal Stammgast hier und besuchte das kleine Lokal mit ihren Kindern, um zu frühstücken oder einfach nur eine Tasse Kaffee zu trinken. Kein Wunder, dass die Besitzer und die Bedienung stolz darauf waren und so ließen sie sich gemeinsam mit Diana auf einem Foto ablichten. Ein Foto von ihr mit Autogramm ist auch in dem Café vorhanden.

Man kann sich vorstellen, dass der Tod der freundlichen Prinzessin (heute vor 20 Jahren) die Cafébetreiber sehr traf. Sie schlossen ihr Etablissement für einige Tage, und als sie es wieder öffneten, sollte daraus eine Art Schrein für Lady Diana werden. Die Wände des schmalen Cafés sind über und über mit Fotos von ihr bedeckt; wohin man aucht schaut, man blickt immer in die Augen der attraktiven Prinzessin.

Das Café Diana wird natürlich gern von Fans aus aller Welt aufgesucht, das Publikum ist gemischt, Bauarbeiter und Büroangestellte sitzen an den schmalen Tischen und verzehren englische und orientalische Gerichte (die Inhaber sind irakischen Ursprungs). Geöffnet ist das Lokal täglich von 8 Uhr bis 23 Uhr.

Hier ist ein Interview mit dem sympathischen Besitzer des Cafés.

Café Diana
5 Wellington Terrace
London W2 4LW

Published in: on 31. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Tim Moore: You Are Awful (But I Like You) – Travels Through Unloved Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Vor fünf Jahren erschien ein Buch in Großbritannien, an dem ich viel Vergnügen hatte: „You Are Awful (But I Like You) – Travels Through Unloved Britain“ von Tim Moore. Moore ist Reiseschriftsteller, und er schreibt für große britische Tageszeitungen.
In diesem Buch begibt er sich auf eine Reise in den „underbelly“ Großbritanniens, zu den Städten, die nicht auf der Sonnenseite des Landes stehen. Um das auch entsprechend „standesgemäß“ zu tun, unternimmt er die Reise in einem alten klapprigen Austin Maestro namens Craig, wohnt nur in den schäbigsten Hotels und sucht die Lokale mit der ungesundesten Ernährung auf. Mutig!

Seine Reise führt ihn u.a. in Küstenorte wie Leysdown-on-Sea auf der Isle of Sheppey, nach Skegness und Great Yarmouth, die schon einmal bessere Tage gesehen haben. Weitere Stationen sind Sheffield, Middlesborough, Hartlepool und Hull, sowie Cumbernauld in Schottland und Merthyr Tydfil in Wales („Britain’s capital of blank-faced, empty-headed, chip-fed loitering“).
Viele der von Moore aufgesuchten Orte im Norden des Landes leiden noch immer unter dem Zusammenbruch der Schwerindustrie bzw. unter der Aufgabe des Bergbaus, der oft die einzige Einnahmequelle der Bewohner war. Entsprechend desolat sieht es in diesen Regionen auch aus.

Damit der ein wenig masochistisch veranlagte Autor des Buches auch noch zusätzlich leiden muss, hat er sich für unterwegs die (nach seiner Meinung) schlimmste Musik zusammengestellt. Ozzy Osbourne erschallt häufig in Moores Austin Maestro („Ozzy’s relentless nasal profanity was already causing my jaw to clench“) und wenn er sich mal so richtig quälen möchte, spielt er „Orville’s Song“ mit Keith Harris.

Ich sagte schon , dass Moore sich für seine Übernachtungen die schäbigsten Hotels ausgesucht hat; er tut das anhand von TripAdvisor-Wertungen; je schlechter die Bewertung, desto eher kommt das Etablissement für ihn in Frage. Als Höhepunkt hat er für seine letzte Übernachtung das Gresham Hotel im Londoner Stadtteil Ealing ausgesucht, das sich im TripAdvisor u.a. über folgende Eintragungen freuen kann: „Checked in, ten minutes later checked out“ oder „I wouldn’t let my dog stay there“. Aber auch diese letzte Hürde seiner Reise nimmt Tim Moore bravourös.
Das Buch ist einerseits witzig zu lesen, macht aber auch andererseits nachdenklich; ich kann es sehr empfehlen!

Tim Moore: You Are Awful (But I Like You) – Travels Around Unloved Britain: Travels Through Unloved Britain. Jonathan Cape 2012. 276 Seiten. ISBN 978-0224090117.

Leysdown-on-Sea auf der Isle of Sheppey, wo Tim Moores Reise beginnt.
Photo © Penny Mayes (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 30. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Village Signs – Mattishall in Norfolk

Das Dorfschild von Mattishall in Norfolk fällt durch seine Form aus dem Rahmen der sonst üblichen Schilder und zwar ist es tonnenförmig. Zuerst einmal möchte ich zeigen, wo Mattishall eigentlich liegt. Man nehme, von Norwich kommend, die A47 in westliche Richtung nach Swaffham. Kurz vor Honingham geht an einem Kreisverkehr die Norwich Road ab, die bald zur Mattishall Road wird, die direkt in den Ort führt. In der Dorfmitte steht die All Saints Church und auf der der Hauptstraße abgewandten Seite findet man in einer Maueraussparung das Village Sign, das 1984 von dem Architekten David Summers entworfen und von dem Künstler David Holgate angefertigt wurde.

Das Schild oder das tonnenförmige Gebilde besteht aus vier Panelen, über denen jeweils eine unterschiedliche Schreibweise des Dorfnamens steht.

Da ist einmal Mateshala, wie es im Domesday Book von 1086 genannt wird, und das Bild zeigt einen Münzfund aus dem Jahr 1986, als man bei Bauarbeiten etwa 1100 römische Münzen zu Tage förderte, die jetzt alle im Castle Museum in Norwich zu besichtigen sind.

Das zweite Panel unter dem Namen Mateshal zeigt das Wappen des Caius College in Cambridge, zu dem der Ort durch einen  einflussreichen Mann namens Edmund Gonville eine enge Beziehung pflegte. Das Wappen des Colleges und das der Familie Gonville wurde miteinander vereinigt. Weiterhin erinnert das Bild an den Wollhandel, der hier einmal eine große Bedeutung hatte.

Unter dem Namen Matsall sehen wir auf dem dritten Panel Matthew Parker, den ersten Erzbischof von Canterbury, den Königin Elizabeth I. ernannte. Der in Norwich geborene Geistliche war oft in Mattishall zu Besuch, denn seine Frau stammte aus dem Ort, und das Haus im Hintergrund soll ihrer Familie gehört haben.

Das vierte und letzte Bild schließlich, das unter dem jetzigen Dorfnamen Mattishall fungiert, erinnert an eine Handwerkerfamilie aus dem Ort, die Familie Dobbs, die dadurch in East Anglia bekannt wurde, dass sie landwirtschaftliche Geräte herstellte. Das Village Sign zeigt einen Karren aus der Produktion dieser Familie.

Dieser von einer Drohne aufgenommene Film zeigt Mattishall aus der Luft.

Published in: on 29. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Samuel Pepys, der berühmte Tagebuchschreiber, und wo man ihm noch heute in London begegnet

Eine Plakette im Salisbury Court.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Samuel Pepys, der von 1633 bis 1703 lebte, wurde in London geboren und starb auch in der Stadt. Mit seinen berühmten Tagebüchern war er ein Chronist der Hauptstadt zu einer Zeit, in der dort vieles passierte wie der Große Brand von London und die Pestepidemie. Noch heute sind die „Diaries“ im Buchhandel erhältlich; im Jahr 2011 erschien bei Zweitausendeins eine bibliophile Komplettausgabe in deutscher Übersetzung mit über 4500 Seiten (die allerdings nur mehr antiquarisch zu haben ist).

Noch heute begegnet man in London dem Namen Samuel Pepys, wenn man offenen Auges durch die Straßen der Stadt wandert. Hier sind einige Beispiele:

In der City of London, im Salisbury Court, der von der Fleet Street abzweigt, trifft man auf eine Plakette an einer Hauswand, die darauf aufmerksam macht, dass Samuel Pepys hier geboren wurde.

Eine weitere Plakette in der Buckingham Street bei der Charing Cross Station weist darauf hin, dass Pepys in einem Haus, das einmal an dieser Stelle stand, gewohnt hat.

In den Cutty Sark Gardens im Stadtteil Greenwich steht eine wie ich finde künstlerisch sehr gelungene Bank, die Michele Petitjean entworfen hat, und die auf der Rückseite den Tagebuchschreiber und auf der Vorderseite den Großen Brand von London im Jahr 1666 zeigt. Hier in Greenwich gibt es auch den Pepys Walk am Old Royal Naval College.

In der Nähe der Millennium Bridge am Ufer der Themse hat man in einem ehemaligen Lagerhaus The Pepys untergebracht, eine Bar und ein Restaurant.

In der St Olave’s Church am Seething Lane, ein Stück nördlich des Tower of London, sind Samuel Pepys und seine Frau beerdigt worden. Ein Memorial an einer Innenwand der Kirche macht darauf aufmerksam.

Eine Nebenstraße des Seething Lane, wo eine Büste von ihm aufgestellt ist, ist die Pepys Street, die in den 1920er Jahren nach dem Tagebuchschreiber benannt wurde, der hier während des Großen Feuers wohnte.

An der Grover Street im Ortsteil Bermondsey wurde ein Park nach ihm benannt.

Dann gibt es noch weitere Straßen im Stadtgebiet, die nach Samuel Pepys benannt wurden wie Pepys Crescent, eine Mini-Straße in den Docklands (E 16), Pepys Close, weit draußen im Westen in Ickenham, und die Pepys Road, die gleich zweimal existiert, in Wimbledon und in New Cross.

Diese kleine Aufzählung ist nicht vollständig und könnte noch weitergeführt werden.

…und noch eine Plakette in der Buckingham Street.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Die Bank in den Cutty Sark Gardens von Greenwich.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Pepys Bar and Restaurant am Themseufer.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Samuel Pepys‘ Büste am Seething Lane.
Photo © John Salmon (cc-by-sa/2.0)

Pepys Park in Bermondsey.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Mug House in Claines (Worcestershire) – Der Friedhofs-Pub

The Mug House in Claines. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Whippet

Zwischen Worcester und Kidderminster in der Grafschaft Worcestershire liegt das kleine Dorf Claines, über das es nicht viel zu sagen gibt, außer, dass es einen ungewöhnlichen Pub besitzt: The Mug House. Dieser Pub, der im 15. Jahrhundert erbaut wurde und heute der großen, in Wolverhampton stationierten Brauerei Marston’s plc gehört (ihr gehören über 2000 Pubs im ganzen Land), liegt mitten auf dem Gelände der örtlichen Kirche St John the Baptist und man muss über den Friedhof laufen, um zu ihm zu gelangen.

Wenn man im Mug House sein Pint trinkt, dann tut man das auf den Überresten von ca 15 000 Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte hier begraben wurden. Die Nähe zur Kirche bietet sich natürlich an, um hier Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zu feiern (na ja, letzteres kann man wohl nicht feiern nennen). Das Verhältnis zwischen den Vikaren und Pubbesitzern war offensichtlich immer gut. In den 1950er Jahren soll der damalige Vikar zum Betreiber des Mug House einmal gesagt haben: „You fill my church and I’ll fill your pub“ (so im Daily Telegraph vom 8. September 2007 nachzulesen).

Dass es in einem Pub, der auf einem Friedhofsgelände liegt, spukt, liegt ja auf der Hand. Im Keller bewegen sich Gegenstände von selbst; in einem Raum des Gebäudes stellen sich die Nackenhaare der Hunde auf und sie starren auf den Kamin; Türen öffnen und schließen sich von allein. Auch ein Fernsehteam war schon im Haus, um die unerklärlichen Phänomene zu untersuchen.

Wer sich einmal die Glocken von St John the Baptist anhören und den Bell-Ringern bei der Arbeit zusehen möchte, kann dies hier tun.

Es gibt noch weitere Pubs, die auf geheiligtem Boden liegen wie zum Beispiel The Ring O‘ Bells in Kendal in Cumbria.

The Mug House
Claines Lane
Claines
Worcester, Worcestershire, WR3 7RN

St John the Baptist in Claines. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling

Das Museum of British Surfing in Braunton (Devon)

Wenn man das Wort „Surfen“ hört, denkt man unwillkürlich an die Strände und Wellen von Hawaii oder Kalifornien, aber auch England verfügt über Surfgebiete, die hauptsächlich in Devon und Cornwall zu finden sind. Newquay in Cornwall gilt als „Surfing Capital of Britain“ und Braunton in Nord-Devon ist ein weiterer Treffpunkt von Surfern aus dem ganzen Land, das sich mit dem „Museum of British Surfing“ brüsten kann.

Am 6. April 2012 hier in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude Großbritanniens erstes Museum eröffnet, das sich ausschließlich dem Surfsport widmet. Was gibt es hier alles zu sehen?

Natürlich jede Menge Surfbretter (zurzeit mehr als 200) von denen das älteste wohl das sogenannte „Coffin Lid“, der Sargdeckel, aus dem Jahr 1920 sein dürfte. Dann gibt es hier eine Sammlung von Wetsuits zu sehen, die bei den niedrigen Wassertemperaturen unvermeidliche Surferkleidung.
Weiterhin kann man im Museum eine Galerie von alten Fotos betrachten, darunter eines von Agatha Christie, die Anfang der 1920er Jahre zu den ersten britischen Surfern gehörte.

Dier erste Ausstellung, die das Museum zeigte, hieß „The Art of Surf: 200 Years of Art in Surfing“.  Seitdem werden immer wieder neue Ausstellungen zu bestimmten Themen zusammengestellt.

Das Museum of British Surfing ist dienstags bis samstags von 11 Uhr bis 15 Uhr geöffnet und kostet £2 Eintritt.

Hier ist ein Film über die Eröffnungsparty am 5. April.

Museum of British Surfing
The Yard
Caen Street
Braunton
North Devon EX33 1AA

Das Buch zum Artikel:
Roger Mansfield: The Surfing Tribe – A History of Surfing in Britain. Orca Publications 2011. 240 Seiten. ISBN 978-0952364603.

Published in: on 26. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Baddeley Cake im Londoner Drury Lane Theatre

Robert Baddeley, der Spender des nach ihm benannten Kuchens, in seiner letzten Rolle als Moses in Sheridans „School for Scandal“. This image is in the public domain.

Vor einigen Jahren habe ich einmal das Londoner Theatre Royal in der Drury Lane besichtigt (übrigens eines der „most haunted theatres“ in England, ich berichtete darüber in meinem Blog). Leider habe ich bisher noch keine Vorstellung dort besucht.

In diesem Theater spielt sich jedes Jahr am 6. Januar (Twelfth Night) eine besondere Zeremonie ab: Nach dem Ende der Vorstellung wird dann der sogenannte Baddeley Cake angeschnitten. Robert Baddeley (1733–1794) war ein Schauspieler, der ab 1762 bis zu seinem Tod im Theatre Royal arbeitete. Seine letzte Rolle war die des Moses in Richard Brinsley Sheridans Stück „The School for Scandal“ (dt. „Die Lästerschule“). Bevor Baddeley starb, legte er testamentarisch fest, dass jedes Jahr am 6. Januar im Green Room des Theaters Wein und Kuchen für die Theatertruppe gereicht werden soll. Die dafür notwendigen £3  sollten aus seinem Vermächtnis entnommen werden.

Dieser Brauch, der erstmals am 6. Januar 1796 vollzogen wurde,  hat sich bis heute gehalten. Seit ab 1975 Alan Barrett aus Bath den Baddeley Cake gestaltete, nahm er die Form einer Modetorte an, d.h. jedes Jahr war die Vorstellung vom 6. Januar maßgebend für das Aussehen des Cakes. So gab es schon Torten mit Motiven aus  Hello Dolly, Pirates of Penzance, 42nd Street, Miss Saigon und My Fair Lady.

Seit 2009 hat die Firma Squires Kitchen aus Farnham in Surrey die Gestaltung des Baddeley Cakes übernommen.

Das Theatre Royal, Drury Lane. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Gillett

Published in: on 25. August 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Martin Wainwright: The English Village – History and Traditions

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Kürzlich kaufte ich mir das Buch „The English Village: History and Traditions“ von Martin Wainwright. Der „Guardian“-Journalist beschäftigt sich darin mit der Geschichte und dem heutigen Zustand englischer Dörfer, ihren Traditionen und Problemen.
Nicht zuletzt durch die TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ ist man auch in Deutschland mit dem Wesen des englischen Dorfes vertraut, wenn es auch in der Realität wesentlich friedlicher zugeht und die Mordquote Gottseidank mit Abstand nicht so hoch ist. Aber Dorffeste spielen eine große Rolle, es gibt die Village Greens, und natürlich sind die Pubs (hoffentlich noch lange) Mittelpunkte vieler Dörfer.

Martin Wainwright beschäftigt sich mit den Veränderungen, die das englische Dorfleben erfahren hat und mit den Problemen, denen es sich stellen muss: Die familienbetriebenen Läden werden immer seltener, weil die Supermärkte vor den Toren ihre Waren billiger anbieten können; die Pubs schließen zurzeit mit einer Quote von etwa 50 pro Woche. Das sind alles keine schönen Aussichten. Dazu kommt, dass immer mehr Häuser von wohlhabenden Städtern aufgekauft werden, die sie als Zweitwohnungen nutzen und die den größten Teil des Jahres leer stehen.

Ein interessantes Buch des Autors, der auch das Buch „True North: In Praise of England’s Better Half“ geschrieben hat.

Dieser Film zeigt einige Szenen aus dem englischen Dorfleben.

Martin Wainwright: The English Village: History and Traditions. Michael O’Mara Books 2011. 192 Seiten. ISBN 978-1-84317-712-8.

Wie man sich ein englisches Bilderbuchdorf vorstellt: Westlington in Buckinghamshire und sein Village Green.
Eigenes Foto.

Dorffest in Ampney Crucis in Gloucestershire.
Photo © Vieve Forward (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. August 2017 at 02:00  Comments (2)  

The Flying Man Festival in Pocklington (East Yorkshire)

All Saints‘ Church in Pocklington.
Photo © Gordon Hatton (cc-by-sa/2.0)

Im Osten von Yorkshire liegt die kleine Marktstadt Pocklington, für deren Bürger das jährlich stattfindende Flying Man Festival einen Höhepunkt darstellt.

Am 10. April 1733 versuchte ein gewisser Thomas Pelling auf einem zwischen dem Kirchturm der All Saints’ Church, „The Cathedral of the Wolds“, und dem Star Inn Pub gespannten Seil zu laufen. Mit einer Art Flügel versehen, die ihn wie eine Fledermaus aussehen ließen, begab sich der aus Lincolnshire stammende Pelling auf das Seil, geriet ins Straucheln und stürzte zu Boden; ein Sturz, den er nicht überlebte. Er wurde auf dem Kirchhof auf den er fiel auch gleich begraben. Eine Plakette an der Kirchmauer erinnert an den wagemutigen Mann.

In Gedenken an Thomas Pelling feiert man seit einigen Jahren das Flying Man Festival in der Stadt, zu dem auch das sogenannte „abseiling“ gehört, das Herabklettern vom Kirchturm mit Hilfe von Seilen. Teddybären vollziehen Pellings tödlichen Seilakt nach und historische Flugzeuge kreisen über dem Himmel von Pocklington.

Das diesjährige Festival fand vom 5. bis zum 7. Mai statt, und der Erlös aus den Einnahmen kam auch in diesem Jahr der All Saints‘ Church zugute. Auf dem Programm standen u.a. wieder Flüge mit Heißluftballons, ein Konzert in der All Saints‘ Church, mehrere Ausstellungen zum Thema Modellflugzeuge und Turmbesteigungen.
Dieser Film zeigt eine „Seilfahrt“ vom Turm der Cathedral of the Wolds.

Das Buch zum Artikel:
Paul Chrystal: In & Around Pocklington Through Time. Amberley Publishing 2012. 96 Seiten. ISBN 978-1445607450.

Pocklington Market Place.
Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Snooty Fox Hotel in Tetbury (Gloucestershire)

The Snooty Fox Hotel in Tetbury. – Eigenes Foto.

Ich komme immer wieder gern nach Tetbury in Gloucestershire, eine kleine überschaubare Stadt mit ansehnlichen Gebäuden, einer schönen Kirche und einem beeindruckenden Market House. Gleich hinter der Tourist Information ist ein Parkplatz, von dem aus man in 2-3 Minuten mitten im Zentrum ist.

Gegenüber vom Market House liegt das hübsche Snooty Fox Hotel, eine ideale Ausgangsbasis, um diesen Teil von Gloucestershire und die Cotswolds zu besuchen. Das Haus gehört zu der Gruppe der Hatton Hotels und das schon seit über 30 Jahren.
Das Snooty Fox Hotel verfügt über 12 Zimmer, von denen einige auch mit einem Himmelbett ausgestattet sind. Die einfachen Classic Rooms kosten etwa £140 pro Nacht für ein Standard-Doppelzimmer, die komfortableren Four Poster Rooms sind ab £170 zu haben, jeweils inklusive Frühstück.

In der Hotelbar kann man mittags oder abends eine Kleinigkeit essen, aber auch ein Restaurant steht zur Verfügung.
Dieser Film zeigt einige Bilder aus dem Hotel, dem Restaurant und der Bar.

Eine Besonderheit des Snooty Fox ist George, eine große Dogge, die fest zum Inventar des Hotels gehört und die man in der Bar oder auch manchmal vor dem Hotel antrifft.

Ein weiterer „Bewohner“ war Foxy, ein ausgestopfter Fuchs, der vor einigen Jahren verschwand und von dem regelmäßig Ansichtskarten aus der ganzen Welt eintreffen, die man sich im Hotel ansehen kann.

Wenn man durch Tetbury schlendert, bekommt man vielleicht auch einmal Prince Charles zu sehen, der im nahen Highgrove residiert und in der Stadt Dinge zu erledigen hat.

Das Snooty Fox Hotel sponsert übrigens die jährlich stattfindenden Tetbury Woolpack Races, über die ich in meinem Blog bereits berichtete.

Auch die Hobbs House Bakery ist nur einige Schritte vom Hotel entfernt; hier dazu mein Blogeintrag.

Zu Tetbury siehe auch meinen Blogeintrag über Prince Charles‘ Highgrove Shop in der Long Street.

The Snooty Fox
Market Place
Tetbury, Gloucestershire GL8 8DD

Das Buch zum Artikel:
Lynne Cleaver: Tetbury & District Through Time . Amberley Publishing 2011. 96 Seiten. ISBN 978-1848689329.

Das Market House in Tetbury. – Eigenes Foto.

Published in: on 22. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Shaw’s Corner in Ayot St Lawrence (Hertfordshire) – Hier entstanden die meisten Werke von George Bernard Shaw

Shaw's Corner in Ayot St Lawrence.   © Copyright David Lally and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Shaw’s Corner in Ayot St Lawrence.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Lally and
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Man muss nicht unbedingt ein glühender Verehrer von George Bernard Shaw und seiner Werke sein, um an Shaw’s Corner in dem kleinen abgelegenen Dorf Ayot St Lawrence im Herzen von Hertfordshire Gefallen zu finden, denn das Haus, in dem der berühmte Dramatiker von 1906 bis zu seinem Tod im Jahr 1950 lebte, ist idyllisch gelegen und hat einen hübschen Garten.

Das Haus wurde ursprünglich im Jahr 1902 als Pfarrhaus gebaut, war aber eigentlich viel zu groß für diesen Zweck, und so wurde es 1906 an Shaw vermietet, der es dann später kaufte.
Heute gehört Shaw’s Corner dem National Trust und man kann das Anwesen besichtigen. Wenn man das Haus betritt, hat es den Anschein, als wäre es noch bewohnt – Shaw’s Arbeitszimmer sieht aus, als ob es gerade eben noch benutzt worden wäre, im Kleiderschrank hängen noch seine Anzüge.

Am Ende des Gartens befindet sich Shaw’s rotierende Schreibhütte. Hierhin zog er sich zurück, wenn er in Ruhe arbeiten wollte und hier entstanden viele seiner Werke, die ihn berühmt gemacht haben, z.B. „Pygmalion“ für das er einen Oscar (Best Screenplay) erhielt, der im Haupthaus zu sehen ist. Mr. Shaw ließ hier auch ein Telefon installieren, das ihn mit seinem Personal verband. Wenn er keine Besucher empfangen wollte, wurde denen mitgeteilt, Mr. Shaw sei nicht im Hause, was ja auch der Wahrheit entsprach. Die Hütte im Garten war drehbar, so dass George Bernard Shaw sie jeweils nach den besten Lichtverhältnissen ausrichten konnte.

Shaw starb 1950 und auf seinen Wunsch hin wurde seine Asche, gemeinsam mit der seiner Frau Charlotte Payne-Townshend, die bereits 1943 gestorben war, in seinem Garten verstreut. In diesem historischen Film ist der Literat in Shaw’s Corner zu sehen.

Zu Ayot St Lawrence siehe auch meinen anderen Blogeintrag.

Das Buch zum Thema:
Michael Holroyd: Bernard Shaw – The One-Volume Definite Edition. Vintage 1998. 848 Seiten. ISBN 978-0099749011.

haws rotierende Schreibhütte im Garten von Shaw's Corner.   © Copyright Graham Hale and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Shaws rotierende Schreibhütte im Garten von Shaw’s Corner.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Hale and
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The Boot Inn an der A40 in Barnard Gate (Oxfordshire) – Der „Schuh-Pub“

Wenn man von Oxford auf der A40 in Richtung Witney fährt, findet man kurz hinter Eynsham in dem winzigen Dorf Barnard GateThe Boot Inn„, einen Pub, der etwas Besonderes aufweisen kann, das es in keinem anderen britischen Gasthaus gibt: Schuhe von Prominenten. Wenn man einmal anfängt, etwas zu sammeln, lässt es einen so schnell nicht mehr los und so kann Craig Foster, der Besitzer des Pubs, mittlerweile eine umfangreiche Sammlung an den Wänden seines Hauses zeigen, alle Schuhe sorgfältig positioniert und mit Fotos der Spender versehen.

Wir finden hier Schuhe der drei Bee Gees, einen Stiefel von Jeremy Clarkson, Sportschuhe der Rennfahrer Fernando Alonso, Rubens Barrichello, Eddie Irvine und Eddie Jordan, Fußballstiefel von Gary Lineker, George Best und Stanley Matthews und einen Halbschuh des Fernsehjournalisten Jeremy Paxman (und das ist nur eine kleine Auswahl).

Außer prominentem Schuhwerk verfügt „The Boot Inn“ über eine sehr gemütliche Einrichtung mit zwei großen Kaminen, einen Biergarten und ein separates Restaurant. Die Weinkarte ist sehr umfangreich und „would satisfy the most cosmopolitan of oenophiles“ wie der AA Pub Guide meint.
Also: Im „The Boot Inn“ stimmt so ziemlich alles und er ist einen Besuch wert.

The Boot Inn
Barnard Gate
Nr Eynsham, Oxfordshire OX29 6XE

Published in: on 20. August 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Algie, das riesige, aufblasbare rosa Schwein, das einmal den Flugbetrieb des Londoner Heathrow Airports lahmlegte

Die Battersea Power Station, Schauplatz von Algies Flucht.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Der Besitzer der East Stour Farm bei Chilham in Kent staunte an jenem Dezembertag des Jahres 1976 nicht schlecht, als ein riesiges, aufblasbares, rosa Schwein aus dem Himmel herabkam und sich einen Landeplatz mitten zwischen seinen Kühen suchte, die voller Angst in alle Himmelsrichtungen flüchteten. Kurz zuvor hatte der Bauer eine Radiodurchsage gehört, in der die Bevölkerung gebeten wurde, nach eben jenem Schwein Ausschau zu halten und bei einer bestimmten Telefonnummer anzurufen, die natürlich erst einmal mit Scherzanrufen bombardiert wurde. Der Farmer war „not amused“ und rief bei besagter Telefonnummer an. Die Polizei und der Schweinebesitzer machten sich auf den Weg zur East Stour Farm und holten das auf wundersame Weise unbeschädigte Tier wieder ab.,

Was war da im Vorfeld geschehen? Die britische Super-Rockband Pink Floyd bzw. eine von ihr beauftragte Firma namens Hipgnosis wollten mitten in London ein Fotoshooting für das aktuelle Pink Floyd-Album „Animals“ machen, und da die Band eine Vorliebe für aufblasbare Schweine hatte, sollte das Album mit einem solchen verziert werden, das an einem der Schornsteine der Battersea Power Station befestigt wurde. Am ersten Tag des Shootings ließ sich das Tier beim besten Willen nicht aufblasen, schlapp lag es auf dem Boden neben der Power Station. Also musste am nächsten Tag, dem 3. Dezember, ein neuer Versuch gestartet werden und dieses Mal klappte es hervorragend. Aber: Eine heftige Windböe riss Algie, wie das 14 Meter lange Schweinchen liebevoll genannt wurde, aus seiner Verankerung und es machte sich selbständig. Pech nur, dass der extra angeheuerte Scharfschütze, der für solche Fälle das Tier abschießen sollte, nicht erschienen war. Algie stieg auf und geriet prompt in eine Flughöhe, die den landenden Verkehrsflugzeugen, die nach London-Heathrow wollten, zugewiesen worden war. Die Piloten machten die Luftaufsicht des Flughafens darauf aufmerksam, die sofort den Flugbetrieb einstellen ließ. Heathrow kam zum Stillstand. Polizeihubschrauber und selbst die Royal Air Force machten sich auf die Suche nach dem abgängigen Schwein und fanden es trotz seiner Größe und auffälligen Farbe nicht. Erst als der Anruf des Bauern aus Kent kam, konnte die Suche eingestellt werden. Mittlerweile durften die Jumbo Jets und ihre kleineren Geschwister von Heathrow aus wieder ihre Flüge in alle Teile der Welt aufnehmen.

Erstaunlicherweise erlaubte man Pink Floyd, das Fotoshooting an der Battersea Power Station zu wiederholen, denn die Aufnahmen waren noch nicht im Kasten; allerdings mit der Auflage, jetzt wirklich einen Scharfschützen bereitzuhalten, der Algie im Falle eines erneuten Ausbruchversuches den Garaus machen sollte. Bei diesem neuen Versuch benahm sich das rosa Schweinchen aber vorbildlich.

Ein späterer Nachfahre Algies trat am 26. September 2011 noch einmal zu Promotionzwecken an der Battersea Power Station in Erscheinung, um damit auf die Wiederveröffentlichung einiger Pink Floyd-Alben aufmerksam zu machen.

Algies Nachfolger am 26. September 2011 an der Battersea Power Station.
Author: Bex Walton
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Hier, auf dem Gelände der East Stour Farm, landete das rosa Schweinchen.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. August 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Mein Buchtipp – Nicholas Hobbes: England: 1000 things you need to know

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

1000 Dinge, die man über England wissen sollte (oder auch nicht) hat der Londoner Nicholas Hobbes in seinem Buch „England: 1000 things you need to know“ zusammengetragen, das auf dem Umschlag den Zusatz trägt „The facts and fables, people and places, events and emblems that have shaped our heritage„.

Was findet man denn nun in diesem Buch? Hier einige Beispiele. Im Kapitel „Stage and screens“ gibt es Informationen über die großen englischen Regisseure, über die James Bond- und die Carry On-Filme. Unter „Legends and folklore“ findet man u.a. die 14 Orte, die die meisten Geistererscheinungen für sich beanspruchen können oder die Namen der guten und der bösen Feen.

Im Kapitel „Sports and pastimes“ fand ich die Informationen darüber, was aus den englischen Spielern des Fußball-WM-Endspiels von 1966 (England:Deutschland) geworden ist, recht interessant, und Hobbes geht auch auf die heiß diskutierte Frage ein, ob denn nun Geoff Hursts umstrittener Treffer zum 3:2 regulär war oder nicht.

Nicholas Hobbes‘ Buch kann man von vorn nach hinten lesen, man kann wahllos darin blättern: Man findet man ständig interessante Fakten und Informationen über England, die man vielleicht noch nicht kannte.

Nicholas Hobbes: England: 1000 things you need to know. Atlantic Books 2008. 454 Seiten. ISBN 978-1-84354-797-6.

Published in: on 18. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Brown Dog Affair Anfang des 20. Jahrhunderts in London und zwei bronzene Hunde

Die Neuauflage der Brown Dog Statue im Battersea Park.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Das Thema Tierexperimente für medizinische Forschungsarbeiten führte in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern und gipfelte in der sogenannten Brown Dog Affair. Was war passiert?
Im Department of Physiology des University Colleges London unternahm der Wissenschaftler William Bayliss vor Studenten Vivisektionen an einem namenlosen braunen Terrier, der nach Bayliss‘ Aussagen vorher betäubt worden war, nach Aussagen einiger schwedischer Aktivistinnen, die die Vorlesung infiltriert hatten, aber nicht. Die 1875 gegründete National Anti-Vivisection Society schaltete sich ein und verurteilte das Vorgehen des Physiologen als grausam und barbarisch. Bayliss ließ das nicht auf sich sitzen und reichte eine Klage wegen Verleumdung ein. Es kam zu einem Gerichtsverfahren, das der Mediziner gewann.

1906 ließen die Vivisektionsgegner in Erinnerung an den kleinen Terrier eine Bronzeskulptur errichten, die im Latchmere Recreation Ground an der Burns Road in Battersea aufgestellt wurde (und den es noch heute gibt). Angefertigt wurde sie von dem Bildhauer Joseph Whitehead. Das rief jedoch wiederum die Medizinstudenten auf den Plan, die die Skulptur als Provokation empfanden und sie mehrfach beschädigten, so dass die Polizei rund um die Uhr eine Wache dort aufstellte. Vier Jahre später hatte der Battersea Council genug und ließ das Denkmal in einer Nacht und Nebel-Aktion verschwinden. Angeblich wurde die Skulptur eingeschmolzen. Am 10. Dezember 1907 und noch an mehreren anderen Tagen kam es in London zu den blutigen Brown Dog Riots als über Tausend Studenten auf Tierversuchsgegner und Polizisten trafen und es zu Straßenschlachten kam.

75 Jahre nachdem das Terrierdenkmal entfernt worden war, errichteten Vivisektionsgegner am 10. Dezember 1985 im Battersea Park ein neues Memorial, das von der Bildhauerin Nicola Hicks entworfen wurde. Modell dafür stand Brock, der Hund der Künstlerin. Die Inschrift auf dem Denkmal lautet:
„‘In memory of the brown terrier dog done to death in the laboratories of University College in February 1903, after having endured vivisection extending over more than two months and having been handed over from one vivisector to another till death came to his release. Also in memory of the 232 dogs vivisected at the same place during the year 1902. Men and women of England, how long shall these things be?“

In diesem Film wird diese Geschichte noch einmal in Wort und Bild zusammengefasst.

Die ursprüngliche Statue im Latchmere Recreation Ground.
This work is in the public domain.

Published in: on 17. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Straßenpoller, einmal anders gestaltet

„Im Straßenverkehr bezeichnet man als Poller oder Pfosten kleine Pfeiler oder ähnlich gestaltete Elemente aus Metall, Holz oder Beton. Sie werden eingebaut, um das Befahren oder Beparken von Bereichen wie Gehwegen, Radwegen oder Fußgängerzonen mit breiten Fahrzeugen zu verhindern“, so definiert die Wikipedia den Begriff des Straßenpollers. In den allermeisten Fällen geht man an diesen Pfosten einfach vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen, denn sie fallen einfach nicht weiter ins Auge. Doch es gibt auch Poller (englisch: bollard), die künstlerisch gestaltet sind, von denen ich hier einige Beispiele nennen möchte:

Sehr originell finde ich die Poller vor der Cambridge University Library, die in Form von gestapelten Büchern gestaltet sind. Die vier mittleren „bollards“ kann man drehen und die Bücher neu arrangieren. Geschaffen hat das Kunstwerk der lokale Bildhauer Harry Gray.

In Whitchurch in der Grafschaft Hampshire hat man sich von den ziemlich drögen schwarzen Einheitspollern verabschiedet und sie im Ortszentrum bunt angemalt. Steve Miller, ein Künstler aus Whitchurch, wurde damit beauftragt und schon sieht es hier viel fröhlicher aus.

Im Londoner Stadtteil Hornsey kam man anlässlich des Crouch End Festivals 2013 auf die Idee, den Straßenpollern am Uhrenturm ein gehäkeltes Mützchen zu verpassen. Leider war der Spaß schnell vorbei, denn die Mützen wurden entwendet und jetzt stehen die Poller wieder barhäuptig an der Straße.

An der Marina von Hythe in Hampshire sind zwar auch schwarze Poller aufgestellt, der Clou ist aber eine Vertiefung in ihnen, die praktischerweise als Blumenvase dient…und schon sieht das alles viel freundlicher aus.

Vor der Avenue Primary School in Leicester hat man die Standardpoller gegen „Kinderpoller“ ausgetauscht, die ein widerrechtliches Parken von Autos vor dem Schulgebäude verhindern.

Published in: on 16. August 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Autoproblem in Aylesbury (Buckinghamshire)

Rechts hinter der Tankstelle ist die Sackgasse Townsend Piece, wo wir mit unserem Auto strandeten; sie geht von der Bicester Road ab.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Ich glaube, bei meinem nächsten Besuch in England werde ich einen großen Bogen um die Stadt Aylesbury in Buckinghamshire machen, denn bereits zweimal bin ich hier mit meinem Auto liegengeblieben. Beim ersten Mal hatte ich ein Problem mit der Pumpe meiner Servolenkung, das nach drei Tagen von der kleinen Firma Dell Motor Service behoben werden konnte. Beim zweiten Mal war es weitaus schlimmer. Von unserem Hotel, The Kings Arms in Old Amersham, wollten wir zum wiederholten mal einen Ausflug durch Inspector Barnabys Midsomer County starten, sahen uns ausführlich das hübsche Dorf Little Missenden an und waren auf der A413 in Richtung Great Missenden unterwegs, als der Bordcomputer meines Autos eine Warnung ausgab, dass nicht genügend Wasser im Kühler vorhanden ist. Ich fuhr gleich auf den nächsten Parkplatz und sah wie Wasser aus dem Kühler heraustropfte. Ich füllte ihn auf und nach wenigen Kilometern gab es wieder die Warnmeldung. Ich suchte mir in der nächstgrößeren Stadt, Aylesbury, eine Vauxhall Werkstatt, Perrys, an der Bicester Road, ein riesiges Gelände, auf dem spezielle Einweiser die ankommenden Autofahrer  auf einen freien Parkplatz lotsten. Dort wurde mir gleich signalisiert, dass sie keine Reparaturen vornehmen können, da sie wochenlang ausgebucht seien. Trotzdem kam jemand aus der Werkstatt und sah sich mein tropfendes Auto an. Er schüttelte nur mit dem Kopf und sagte, an dieses exotische Auto (ein Cadillac Seville STS) würde sich niemand herantrauen und nannte mir eine kleine nicht weit entfernte Werkstatt, die die Reparatur eventuell vornehmen könnte. Im Aylesbury Service Centre, einer winzigen Werkstatt („The small garage with a big passion for service“) in einer kleinen Sackgasse, winkte man gleich ab, als ich mit meinem Anliegen dort erschien. Ich könnte gern am kommenden Montag vorbeikommen, da würde man sich mit meinem Problem befassen. Da es aber erst Dienstag war, konnte ich diese Werkstatt auch vergessen.

Was nun? Mein Caddy tropfte unentwegt weiter, also parkte ich ihn erst einmal in dieser kleinen Sackgasse, die den Namen Townsend Piece trug und rief meinen Automobilclub in Deutschland an. Der reagierte sofort und schickte seinen Partnerclub, den Royal Automobil Club, los, der in einer knappen Stunde eintraf. Der Fahrer des Pannenfahrzeugs sah sich den Schaden an und stellte fest, dass der „radiator“ nicht repariert werden konnte. Also sollte ein neuer Kühler her, den es aber in ganz Großbritannien für mein Auto nicht gab. Der außerordentlich hilfsbereite RAC-Mann telefonierte stundenlang überall herum, um mein Problem lösen zu können, aber leider vergeblich. Mein deutscher Automobilclub entschied schließlich, dass das Fahrzeug nach Deutschland zurücktransportiert werden muss. Da ich mein Auto aber nicht tagelang im Townsend Piece stehenlassen wollte, ließ ich es von einem Abschleppservice zurück nach Old Amersham in unser Hotel bringen. Dort war man äußerst hilfsbereit und wir durften den Wagen so lange auf dem Hotelparkplatz stehenlassen, bis er nach acht Tagen von einem holländischen Spezialunternehmen zu meiner Stammwerkstatt nach Braunschweig zurücktransportiert wurde.

Abgesehen von den beiden nicht sehr entgegenkommenden Werkstätten traf ich bei meiner Autopanne wieder auf sehr hilfsbereite Menschen: Der RAC-Pannenhelfer, der fünf Stunden bei uns ausharrte (nach seiner Aussage, der längste Einsatz seines Berufslebens), mein Automobilclub, der ACE, der sich großartig um uns kümmerte und unseren Rückflug organisierte und bezahlte, und das Personal des Kings Arms in Old Amersham (Thank you, Tasha!!!) und des benachbarten The Crown Hotel, wo unser Auto zwischenzeitlich Asyl fand.

Vielen Dank an alle!!!

The Kings Arms in Old Amersham.
Eigenes Foto.

The Crown Hotel in Old Amersham.
Eigenes Foto.

Published in: on 15. August 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Die Top 10 der populärsten Besucherattraktionen Großbritanniens des Jahres 2016

Die unbestrittene Nummer 1 unter den Besucherattraktionen: Das British Museum.
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Die Association of Leading Visitor Attractions, oder kurz ALVA, ist ein Zusammenschluss von 42 britischen Museen, Gallerien, Kathedralen und Freizeitparks, die die hauptsächlichen Touristenmagnete des Landes bilden.

Gegründet wurde die Organisation 1990 mit dem Ziel, durch Austausch von Informationen das Management ihrer angeschlossenen Mitglieder zu verbessern.

Alljährlich gibt ALVA eine Statistik über die am häufigsten besuchten Attraktionen des Landes heraus. Die Besucherzahlen schwanken und sind manchmal abhängig von bestimmten Faktoren. Werden z.B. in einem Schloss Filme gedreht (ich denke da an das Highclere Castle und „Downton Abbey“), so wird man dort deutlich mehr Besucher zählen; werden Häuser zum Beispiel zwecks Renovierungsarbeiten geschlossen, so fallen sie in der Rankingliste natürlich nach unten.

Hier sind die Top 10 der populärsten Besucherattraktionen Großbritanniens  für das Jahr 2016:

Platz 1: The British Museum mit 6,420,395 Besuchern. Spitzenreiter seit 2008.

Platz 2: The National Gallery mit 6,262,839 Besuchern. Seit 2013 auf Platz 2.

Platz 3: Tate Modern mit 5,839,197 Besuchern. Von Platz 5 im Vorjahr aufgestiegen.

Platz 4: Natural History Museum (South Kensington) mit 4,624,113 Besuchern. Von Platz 3 zurückgefallen.

Platz 5: Southbank Centre mit 3,909,376 Besuchern. Vorjahr Platz 4.

Platz 6: Somerset House mit 3,443,220 Besuchern. Aufgestiegen von Platz 8.

Platz 7: Science Museum mit 3,245,750 Besuchern. Vorjahr ebenfalls Platz 7.

Platz 8: Victoria and Albert Museum (South Kensington) mit 3,022,086 Besuchern. Zurückgefallen von Platz 6.

Platz 9: Tower of London mit 2,741,126 Besuchern. So wie im Vorjahr.

Platz 10: Royal Museums Greenwich mit 2,451,023 Besuchern. Wurde bis 2015 separat als National Maritime Museum, Royal Observatory Greenwich, Cutty Sark and Queen’s House geführt.

Erst auf Platz 12 steht eine Touristenattraktion außerhalb Londons, nämlich der Chester Zoo, mit 1,898,059 Besuchern. Auf dem letzten Platz der Rankingliste (Platz 241) findet man das Weoley Castle (Burgruinen in Birmingham), das gerade einmal von 6 878 Menschen besucht wurde.

Platz 2: The National Gallery.
Photo © John Winfield (cc-by-sa/2.0)

Platz 3: Tate Modern.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 14. August 2017 at 02:00  Comments (2)  

Rose-ringed parakeets – Die Invasion der Halsbandsittiche

Kann man im Südosten Englands schon von einer Invasion oder einer Plage sprechen, wenn es um die bunten Halsbandsittiche geht, die in den letzten Jahren immer häufiger anzutreffen sind und deren eigentliche Heimat Afrika, Asien und Australien ist? Psittacula krameri ist ihr lateinischer Name und rose-ringed parakeets nennt man sie im englischsprachigen Raum.  Diese hübsch anzusehenden kleinen Exoten haben sich enorm vermehrt und man schätzt ihre Population in England auf bis zu 50 000. Besonders viele dieser Sittiche findet man im Süden und Südwesten Londons, so dass man von Kingston parakeets spricht, die sich im Raum Kingston upon Thames zusammengerottet haben. Zwei besonders beliebte Brutplätze sind der Esher Rugby Ground in Surrey an der Peripherie Londons und der Hither Green Cemetery am Verdant Lane im Süden der Stadt. Wo kommen diese Vögel denn nun eigentlich her, die man eher in Käfigen von Kinderzimmern vermutet?

Da gibt es mehrere recht kuriose Theorien:

Theorie 1: Der legendäre Rocksänger und -gitarrist Jimi Hendrix ist dafür verantwortlich. Der hatte nämlich in den 1960er Jahren in der Carnaby Street ein Pärchen Halsbandsittiche freigesetzt. Der US-Amerikaner wohnte damals in der Brook Street, dort wo auch der Komponist Georg Friedrich Händel früher einmal seine Wohnung hatte.

Theorie 2: Ein Flugzeug verlor beim Landeanflug auf London einen Teil seines Fahrgestells, das auf eine Voliere fiel, in der Halsbandsittiche untergebracht waren und die plötzlich die Chance bekamen, das Weite zu suchen.

Theorie 3: Bei den Dreharbeiten zu dem Film „The African Queen“ im Jahr 1951 in den Londoner Isleworths Studios flüchteten einige der dort als „Statisten“ eingesetzten Vögel.

Theorie 4: Bei dem Orkan, der in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 1987 Großbritannien heimsuchte, wurden Volieren zerstört, so dass die dort untergebrachten Sittiche in Freiheit gesetzt wurden.

In  der Beliebtheitsskala rangieren die rose-ringed parakeets nicht ganz so weit oben, denn die einheimische Vogelwelt scheint unter ihnen zu leiden, und die Besitzer von Obstgärten, Weinbauern und Farmer müssen sich ihrer erwehren, weil die gefiederten Exoten einen grenzenlosen Appetit auf deren Früchte haben.

Hier ist ein Film über die Sittiche.

Halsbandsittiche in London.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Hither Green Cemetery, ein beliebter Brutplatz für die Sittiche.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 13. August 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Gray-Nicolls – Englands führender Hersteller von Cricketschlägern

Das Firmengebäude an der Station Road in Robertsbridge.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

16 km nördlich von Hastings in East Sussex an der A21 liegt das Dorf Robertsbridge, das sich brüsten kann, in seinen Mauern die renommierteste Firma, die Cricketschläger herstellt, zu beherbergen. Die Firma an der Station Road heißt Gray-Nicolls und entstand in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch den Zusammenschluss der beiden Firmen H.J. Gray and Sons und L.J. Nicolls.

Für Cricketlaien sieht sicher ein Schläger wie der andere aus, aber es gibt da sehr wohl große Unterschiede. Die Schläger werden aus Weidenholz hergestellt, das nicht älter als 15 Jahre sein sollte, da es sonst nicht mehr über die nötige Flexibilität besitzt. 90% der von Gray-Nicolls benötigten Weiden werden von ihr selbst angepflanzt. In der Produktion der „bats“ steckt sehr viel Handarbeit, die hier in Robertsbridge von erfahrenen Handwerkern verrichtet wird. Dieses Video zeigt den Herstellungsprozess von Cricketschlägern durch die Firma Gray-Nicolls in Robertsbridge.

Die „bats“ haben ihren Preis; so kostet beispielsweise der Profi-Schläger „Legend Bat Senior“ £749.99. Der billigste, der den beeindruckenden Namen Supernova Thunder hat, ist schon für £29.99 zu haben.
Gruppenführungen durch die Werkshallen sind nach vorheriger Anmeldung ab fünf Personen von Montag bis Freitag möglich.

Viele der weltbesten Cricketspieler benutzten/benutzen Schläger der Marke Gray-Nicolls, und die Nachfrage aus dem australischen Raum, in dem diese Sportart sehr populär ist, war so groß, dass man 1972 in Melbourne eine Filiale errichtete, um den Bedarf dort zu befriedigen.

Besonders berühmte Schlägerarten der Fa. Gray-Nicolls waren Dynadrive, Sabre, Millennium und Scoop 2000.

The Sarastro – Ein Londoner Restaurant, in dem nicht nur der Geschmackssinn angesprochen wird

Sarastro ist eine der Hauptfiguren in Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ und so liegt es nahe, dass das Londoner Restaurant in der Drury Lane, das seinen Namen trägt, in irgendeiner Weise mit Musik zu tun hat. Direkt neben dem Royal Opera House gelegen, bietet sich das von Pflanzen eingerahmte Sarastro für ein spätes Abendessen nach einer Aufführung dort an. In diesem außergewöhnlichen Restaurant werden nicht nur der Geschmackssinn angesprochen, sondern auch andere Sinne kommen hier auf ihre Kosten. Während des Abendessens gibt es an vielen Tagen der Woche musikalische Unterhaltung wie zum Beispiel mit Grace Rodson und ihrer Show (hier ist eine Kostprobe) oder mit Colin Roys Popklassikern (hier zu sehen), wozu gern getanzt werden darf.

Die Inneneinrichtung des Sarastros ist umwerfend. Hier sind unzählige „knick knacks“ aus Shows aus dem umliegenden Theaterland gesammelt worden, die eine ganz besondere Stimmung schaffen. Die Augen der Gäste sehen ein Farbenmeer und Dutzende von Jugendstillampen. Eine weitere Besonderheit sind die zehn eingebauten Opernlogen, jede in ihrem eigenen Stil, in denen man sein Essen in privater Atmosphäre zu sich nehmen kann, wobei die Royal Box eine besondere Position einnimmt. Das Geländer der Balkone im ersten Stock stammt aus dem Royal Opera House. Auch die Toiletten sind eine Sehenswürdigkeit, mit erotischen Kunstwerken verziert.

Eröffnet wurde das Sarastro im August 1996 von Richard Niazi, dem King of Covent Graden, der dreißig Monate darauf verwendete, die Einrichtung zusammenzustellen. Niazi starb 2009, und das Restaurant wurde von seiner Tochter und ihrem Onkel übernommen.

Die Küche des Sarastro ist türkisch-mediterran orientiert. Ein Drei-Gänge-Menü kostet £36.95, was für Londoner Verhältnisse recht moderat ist. Das Restaurant ist täglich ab Mittag bis in den späten Abend geöffnet.

Hier ist ein kurzer Film über das Restaurant.

Sarastro Restaurant
126 Drury Lane
TheatreLand
London
WC2B 5SU

Published in: on 11. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – David Long: Lost Britain – An A-Z of Forgotten Landmarks and Lost Traditions

Foto meines Exemplares.

Von David Long habe ich in meinem Blog schon mehrere Bücher vorgestellt, zuletzt „English Eccentrics & Their Bizarre Behaviour„“. „His work reflects an unquenchable appetite for the quirkier, less well-known aspects of the country’s long history, its changing landscape and its many eccentric buildings and inhabitants“, so steht es als Verlagsinformation auf dem Umschlag seines Buches „Lost Britain – An A-Z of Forgotten Landmarks and Lost Traditions„, das im Jahr 2015 erschienen ist. Darin beschäftigt sich der Autor mit all jenen Dingen, die im Laufe der Zeit in Großbritannien von der Bildfläche verschwunden sind. Hier sind einige Beispiele dafür:

In Shortstown in Bedfordshire stehen zwei riesige Hallen, die Cardington Airship Sheds (ich berichtete in meinem Blog darüber), in denen im und nach dem Ersten Weltkrieg Luftschiffe gebaut wurden. Damals waren diese Fluggeräte State of the Art, dann verschwanden sie bald wieder und wurden durch modernere Flugzeuge ersetzt. Zurzeit wird hier mit einem Hybridluftschiff, dem Airlander 10, experimentiert.

Die Silver City Air Ferry transportierte ab 1948 Autos über den Ärmelkanal und zwar vom Lympne Airport im Süden Kents bis nach Le Touquet in Frankreich. In den 1960er Jahren wurden bis zu 90 000 Fahrzeuge per Luftfracht befördert. Doch die Fähren boten deutlich niedrigere Tarife an und so geriet die Betreiberfirma in finanzielle Turbulenzen und stellte den Verkehr am Neujahrstag 1977 ein.

Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es einmal Hunderte von sogenannten temperance bars, das waren Pubs, in denen kein Alkohol ausgeschenkt wurde und die vor allem im industriellen Norden verbreitet waren. Das Interesse an alkoholfreien Pubs nahm nach dem Zweiten Weltkrieg rapide ab und so existiert heute nur noch einer : Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall in Lancashire (siehe dazu meinen Blogeintrag).

Es gab einmal eine Zeit, da hatte jeder größere Ort in Großbritannien eine Filiale des Handelskonzerns Woolworth in der High Street. Über 1100 Woolworthläden existierten in Spitzenzeiten mit über 27 000 Beschäftigten. Doch dann kamen die großen Supermarktketten und Discounter und machten das Leben für „Woolies“ schwer, so dass die Firma im Januar 2009 alle Filialen im Lande schloss.

David Long: Lost Britain – An A-Z of Forgotten Landmarks and Lost Traditions. Michael O’Mara Books 2015. 192 Seiten. ISBN 978-1-78243-439-9

Die Cardington Sheds in Bedfordshire.
Photo © Michael Trolove (cc-by-sa/2.0)

Ein Autotransporter der Silver City Airferry auf dem Lympne Airfield.
Photo © Peter Jeffery (cc-by-sa/2.0)

Mr Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall (Lancashire).
Photo © Richard Hoare (cc-by-sa/2.0)

Eine ehemalige Woolworth-Filiale in der High Street von Tonbridge (Kent).
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. August 2017 at 02:00  Comments (1)  

The Dirty House in Londons Chance Street

Ein sehr merkwürdiges Haus steht in Londons Osten an der Ecke Chance Street/Whitby Street im Stadtteil Shoreditch. Es nennt sich The Dirty House und wurde von dem in Tansania geborenen Architekten David Adjaye für das Künstlerehepaar Tim Noble und Sue Webster gebaut. Früher stand hier einmal eine Möbelfabrik, die verfallen war. Noble und Webster kauften das Gelände im Jahr 2001 und beauftragten den Architekten, ein Atelier für sie zu schaffen, in das Teile der alten Fabrik integriert werden sollten. Da die beiden Künstler gern mit Hausmüll, Schrott und anderen Abfällen arbeiteten (ihre erste gemeinsame Ausstellung hieß denn auch „British Rubbish“), nannte David Adjaye das Haus The Dirty House.

Das schokoladenfarbene Gebäude ist zwei Stockwerke hoch, wobei der oberste Stock von einer Art weißem Deckel abgeschlossen wird. Im Erdgeschoss sind die Fenster verspiegelt und nach der Eingangstür muss man lange suchen, bis man sie gefunden hat. Die Fenster im ersten Stockwerk sind zurückversetzt ins Mauerwerk eingelassen. Für die Außenfassade hat der Architekt graffitiabweisende Farbe verwendet; sicher eine gute Idee, denn einige der umliegenden Häuser sind von Schmierereien nicht verschont geblieben.

Der international renommierte David Adjaye zog im Alter von neun Jahren nach London und studierte an der London Southbank University und dem Royal College of Art. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören das National Museum of African American History and Culture in Washington D.C. und das Nobel Peace Centre in Oslo. In den Jahren 2004 und 2005 entwarf er in Tower Hamlets zwei Idea Stores, das sind die Erweiterungen herkömmlicher Öffentlicher Bibliotheken durch zusätzliche Serviceleistungen. Zurzeit ist Adjaye mit mehreren Projekten befasst, u.a. mit One Berkeley Street, einem £600 Milllionen-Bauvorhaben in Piccadilly, wo, gegenüber vom Ritz Hotel, ein Hotel- und Apartmentkomplex entstehen wird.

In diesem Film sind Tim Noble und Sue Webster in ihrem Londoner Studio in der Chance Street zu sehen.

Tim Noble und Sue Webster, die Bewohner des Dirty House.
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Attribution: Lorna Newman & Danielle Geraghty, 2 Shooters Photography.

 

Londons Resonance Radio 104.4 FM

Hier, aus der Borough High Street in Southwark sendet Resonance Radio.
Photo © DS Pugh (cc-by-sa/2.0)

Am 1. Mai 2002 startete in der Londoner Denmark Street, einer Straße, die in die britische Musikgeschichte eingegangen ist (ich berichtete in meinem Blog darüber), eine neue Radiostation, die sich Resonance Radio nennt und auf der Frequenz 104.4 FM sendet. „The world’s first radio art station„, so bezeichnet sich der Sender selbst, der von der London Musicians’s Collective gegründet wurde und hauptsächlich durch freiwillige Mitarbeiter betrieben wird.

Resonance Radio sieht sich als Alternative zu den gängigen Mainstream-Sendern, die den ganzen Tag nur Popmusik abspielen. Das Community Radio bietet Londoner Künstlern eine Plattform, auf der sie ihre Projekte vorstellen können und wendet sich mit seinem Programm auch an Minderheiten, die von anderen Sendern nicht bedient werden.

Einige Beispiele für die Programme, die Resonance Radio sendet:

Calling All Pensioners – Informationen für Londons ältere Einwohner

Down the Rabbit Hole – Einmal im Monat werden Kinderbücher vorgestellt

Hot Club du Monde – „A Baedeker tour of international musical curiosities from the 78rpm era“

Radio Ecoshock – Neuigkeiten aus der ganzen Welt zum Thema Ökologie

Sleeping Dogs Lie – „Ambient music presented by Miguel Santos: no words, just slow tempo, minimal, experimental, abstract, cool chill-out dreamlike sounds“

Speakers‘ Corner – Aufnahmen von Reden aus der berühmten Ecke des Hyde Parks, wo jedermann über Gott und die Welt sprechen kann.

Seit 2007 sendet Resonance Radio aus der Borough High Street in Southwark und ist, dank des Internets, auch weltweit zu hören. Hier ist der Link.

Published in: on 8. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Sprowston Manor Marriott Hotel & Country Club bei Norwich (Norfolk)

Wer möglichst zentral wohnen möchte, um sich die Stadt Norwich in Norfolk anzusehen, dem kann ich das Sprowston Manor Hotel nicht empfehlen, denn man muss immer mit dem Auto ca 5 km ins Zentrum fahren und sich dann, mehr oder weniger mühsam, einen Parkplatz suchen.
Wem das nichts ausmacht, der ist mit diesem zur Marriott-Gruppe gehörenden Hotel gut bedient.

Sprowston Hall wurde 1560 erbaut und hatte eine Vielzahl von Besitzern. 1876 wurde das Haus vom damaligen Eigentümer, dem Bürgermeister von Norwich, John Gurney, umgebaut. Heute ist das seit langem als Hotel genutzte Haus auch Sitz des Sprowston Manor Golf Clubs. Wer also an diesem Sport Interesse hat, der ist hier gut aufgehoben.

Das La Fontana Spa kümmert sich um die Wellness-Wünsche der Gäste und der Cast Iron Grill steht für das Abendessen zur Verfügung (leider gibt es das The Restaurant 1559 nicht mehr, das ich noch kennengelernt habe). Das Mittagessen kann man im Zest Café Bar & Grill einnehmen.

Die Preise für eine Übernachtung im Doppelzimmer liegen bei ca £ 125 für ein Standardzimmer und enden bei etwa £ 195 für eine Suite.
Das Hotel habe ich selbst getestet (obwohl es schon einige Zeit her ist) und kann es empfehlen (wenn nicht gerade am Wochenende eine Hochzeit stattfindet).

Sprowston Manor Marriott Hotel & Country Club
Wroxham Road
Norwich
NR7 8RP

Englische Exzentriker – Snowy Farr aus Cambridge

Snowy Farr war viele Jahre lang eine Figur, die aus dem Straßenbild von Cambridge nicht wegzudenken war. Er trug meist recht abenteuerliche Kleidung, oft farbenprächtige Uniformen mit exzentrischen Hüten auf denen sich Mäuse tummelten; aber auch Katzen und Hunde gehörten zu seiner Entourage. Snowy Farr, der am 8. März 2007 im Alter von 88 Jahren starb, war ein Exzentriker par excellence, ein liebenswerter Mensch und wohl der einzige ehemalige Straßenfeger, der aus der Hand von Prince Charles den Orden Member of the British Empire erhalten hat.

Snowy Farr sammelte auf den Straßen von Cambridge Geld, nicht für sich, sondern für wohltätige Organisationen, und da kam über die Jahre eine ganze Menge zusammen. Die stolze Summe von £62,000 sammelte er mit seinen Auftritten allein für die Cambridgeshire Society for the Blind and Partially Sighted.  £33,700 kam für die Organisation Guide Dogs for the Blind zusammen und  £28,305 für Camsight, eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich um Menschen kümmerte, die ihr Augenlicht verloren hatten.

Im August 2012 wurde ihm zu Ehren ein Denkmal vor der Guildhall auf dem Market Square errichtet, auf dem u.a auch Snowys Mäuse und seine auf dem Hut sitzende Katze zu sehen sind. Gary Webb hat die Skulptur erschaffen und man hat sie dort platziert, wo Mr. Farr die Spenden zu sammeln pflegte.

 

Die Skulptur auf dem Market Place von Cambridge.
Author: Geofones.
This work is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License.

Published in: on 6. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Stoke Poges (Buckinghamshire)- Von James Bond und Thomas Gray

Stoke Park.   © Copyright Stuart Cann and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Stoke Park.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Stuart Cann and
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An der nördlichen Peripherie der Stadt Slough liegt ein Dörfchen namens Stoke Poges in Buckinghamshire, dessen Namen viele Menschen nie gehört, aber viele schon einmal im Film gesehen haben. Die berühmten Pinewood-Filmstudios liegen ganz in der Nähe und dort wurden die James Bond-Filme gedreht. Wenn man einmal ein typisch englisches Dorf als Hintergrund für die Dreharbeiten brauchte, bot sich Stoke Poges immer an. Wer sich noch an den Film „For your eyes only“ (deutscher Titel: „In tödlicher Mission“) erinnern kann, weiß sicher, dass James Bond, alias Roger Moore, zu Beginn das Grab seiner Frau besucht und die ist auf dem Kirchhof von Stoke Poges begraben. Hier ist die Szene zu sehen.

Nicht weit entfernt liegt Stoke Park, ein Hotel und Country Club mit exklusivem Golfclub.  Hier wurde die berühmte Szene gedreht, in der James Bond „Goldfinger“ beim Golfspielen überlistet und das Spiel gewinnt. Hier ein Filmausschnitt.

Stoke Park gehört zu den besten Hotels Englands mit einem exzellenten Restaurant, Humphry’s, für das Küchenchef Chris Wheeler verantwortlich ist, der sich hier bereits drei AA-Rosetten erkocht hat

Der Friedhof von Stoke Poges ist aber schon seit dem 18. Jahrhundert in der englischen Literatur verankert. Hier schrieb Thomas Gray 1751 sein berühmtes Gedicht „Elegy written in a country church-yard„, das zu den populärsten und am häufigsten zitierten Gedichten der englischen Sprache gehört. Thomas Gray ist auch auf dem Friedhof von St. Giles beerdigt und ein Monument erinnert an den Dichter, das allerdings nicht direkt auf dem Friedhofsgelände, sondern außerhalb über einen  kleinen Trampelpfad zu erreichen ist.

 

Thomas Grays Monument. Eigenes Foto.

Thomas Grays Monument.
Eigenes Foto.

St Giles in Stoke Poges. Eigenes Foto.

St Giles in Stoke Poges.
Eigenes Foto.

Der Torbogen (lych gate), durch den der Vikar zu Beginn des James Bond-Films „For Your Eyes Only“ tritt.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. August 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Peter Cushing (1913-1994), der Horrorfilmschauspieler, und Whitstable in Kent

Peter Cushings Wohnhaus, Seaway Cottage, in Whitstable.
Photo © David Anstiss (cc-by-sa/2.0)

Der 1913 in London geborene Schauspieler Peter Cushing ist vor allem durch seine Auftritte in zahlreichen Horrorfilmen in Erinnerung geblieben. 1939 war er erstmals in einer kleinen Rolle in dem Film „The Man in the Iron Mask“ zu sehen, letztmals 1984 in „Sword of the Valiant„. Dazwischen erlebte man Peter Cushing als Dr Van Helsing in Dracula (1958), als Victor Frankenstein in mehreren Frankenstein-Filmen, als Sherlock Holmes in „The Hound of the Baskervilles“ (1959) usw. usw.

Als Wohnort hatte sich Peter Cushing schon früh für den kleinen für seine Austern berühmten Küstenort Whistable im Norden Kents entschieden, in den er 1959 zog und in dem er bis zu seinem Tod im Jahr 1994 wohnte. Cushing und seine Frau Helen erwarben in unmittelbarer Nähe zum Meer das Haus 3 Seaway Cottage und sie fühlten sich hier zeitlebens wohl, geachtet und in Ruhe gelassen von den Bürgern Whitstables. Das Haus ist heute mit einer blauen Plakette verziert, die die Aufschrift „Peter Cushing O.B.E. 1913-1994  Actor lived here 1959-1994“ trägt.

Auch heute noch, 23 Jahre nach seinem Tod, sind Spuren Peter Cushings in Whitstable zu finden; so gibt es am Ende der High Street einen kleinen Aussichtspunkt, der sich Cushing’s View nennt und der zu seinen Lieblingsplätzen im Ort gehörte. An einer Sitzbank ist eine Plakette montiert, die darauf hinweist, dass die Bank von Helen und Peter Cushing gestiftet wurde. Gleich um die Ecke liegt eine kleine Straße namens Cushing’s Walk und in der Oxford Street  befindet sich ein Pub, der nach dem Schauspieler benannt wurde: The Peter Cushing.

In der Oxford Street liegt auch das Whitstable Museum & Gallery, in dem Erinnerungsstücke an Peter Cushing ausgestellt sind.

Die Band The Jellybottys nahmen einmal einen Tributsong auf mit dem Titel „Peter Cushing Lives in Whitstable“, hier zu hören.

Dieser Film zeigt Peter Cushings Spuren in der Küstenstadt in Kent.

Cushing’s Walk.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

The Peter Cushing Pub.
Photo © Chris Whippet (cc-by-sa/2.0)

Mein Buchtipp – Robin Halstead: Bollocks to Alton Towers – Uncommonly British Days Out

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Alton Towers ist der größte und wohl auch bekannteste Freizeitpark in Großbritannien in der Nähe des Dorfes Alton in Staffordshire. Wer die dortigen Menschenmengen nicht mag und sich lieber weniger bevölkerte und interessante Sehenswürdigkeiten zu Gemüte führen möchte, dem kann ich nur das Buch „Bollocks to Alton Towers: uncommonly British days out“ des Autorenquartetts Robin Halstead, Jason Hazeley, Alex Morris und Joel Morris empfehlen.

Die vier haben sich auf den Weg gemacht, um das Besondere und Ungewöhnliche zu suchen: „the modest, peculiar and unique delights of places that defy rationality, convention and corporate sponsorship – and in a small way define what it is to be British“.

Fündig geworden sind sie in allen Teilen Englands, Schottlands und Wales‘, so haben sie z. B. den Kelvedon Nuclear Bunker bei Brentwood in Essex aufgesucht, der einmal dazu gedacht war, bei einem Atomkrieg die britische Regierung zu schützen.  Freunde schottischer Dudelsackmusik werden sicher gern das Morpeth Bagpipe Museum in Northumberland aufsuchen (s. dazu meinen Blogeintrag).
Wie wäre es mit einem Ausflug in das Dörfchen Imber in Wiltshire, das allerdings meist nur im August zugänglich ist? Es liegt mitten im militärischen Sperrgebiet in der Salisbury Plain, ist natürlich nicht bewohnt und in den restlichen elf Monaten würden einem dort die Granaten um die Ohren fliegen. Auch die Eden Ostrich World bei Penrith in Cumbria werden dem Leser empfohlen, wenn er denn Interesse am Vogel Strauß hat.

Das Buch hat 388 Seiten und keine davon ist langweilig. Die Autoren haben einen sehr humorvollen Stil und man lernt eine Menge über Orte, an denen man sonst nur vorbeifährt. Meine volle Empfehlung!

Robin Halstead, Jason Hazeley, Alex Morris & Joel Morris: Bollocks to Alton Towers. Penguin Books 2006. ISBN 978-0-14-102120-1. 

Eingang zum Kelvedon Nuclear Bunker.
Photo © Claire Ward (cc-by-sa/2.0)

Hier ist das Morpeth Bagpipe Museum untergebracht.
Photo © Willie Duffin (cc-by-sa/2.0)

Was von Imber übrigblieb.
Photo © Helen C Casey (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Die West Pier in Brighton und die Filme, die hier gedreht wurden

Eigenes Foto.

Vor dem British Airways i360-Turm am Strand von Brighton (ich berichtete in meinem Blog darüber) stehen noch immer einige wenige der  verbrannten Reste der West Pier im Meer, auf der früher einmal das große Pavilion Theatre stand, das 1000 Besuchern Platz bot. 1866 wurde die Pier eröffnet und 1975 geschlossen. Danach verfiel sie allmählich und wurde 2003 ein Opfer zweier Brände. Stürme taten ein übriges und zerstörten auch noch die Ruinen. Es gab immer wieder Pläne, an der Stelle eine neue Pier zu bauen, die aber immer wieder zu den Akten gelegt wurden.

Die Pier war mehrere Male Schauplatz von Filmen, die hier gedreht wurden. Hier sind einige Beispiele:

Aus der „Carry On“-Reihe fanden in den 1970er Jahren die Dreharbeiten zu „Carry On, Girls“ (dt. “ Ist ja irre – Mißwahl auf Englisch“) und „Carry On at Your Convenience“ (dt. „Ist ja irre – Ein Streik kommt selten allein“) u.a. auf der Pier statt. Die Klamaukfilme waren damals die größten kommerziellen Erfolge in Großbritannien.

Richard Attenborough hatte mit „Oh What a Lovely War“ (1969) sein Debut als Regisseur. In dem Musikfilm traten Schauspieler auf, die damals schon einen großen Namen hatten bzw. sich später einen großen Ruf erwerben sollten wie Dirk Bogarde, Laurence Olivier, Vanessa Redgrave und Maggie Smith.

In dem Film „Villain“ (1971) mit Richard Burton in der Hauptrolle, der den deutschen Titel „Die alles zur Sau machen“ trug, ist die West Pier zu sehen, ebenso wie in den Eröffnungsszenen von „Loot“ (dt. „Die größten Gauner weit und breit“) aus dem Jahr 1970.

Joan Collins und Alan Price waren 1975 in dem Film „Alfie Darling“ zu sehen, der den vielversprechenden deutschen Titel „Alfie, der liebestolle Schürzenjäger“ hatte.

Der in Brighton geborene Regisseur Pete Walker drehte 1968 an der West Pier seinen Film „The Big Switch“ (dt. „Die Sexparty“) und Ross Boyask 1995 den Thriller „Night Warrior: Deadly Jade„.

In dem Musikvideo „Just Like Fred Astaire“ aus dem Jahr 1999 der aus Manchester stammenden Rockband James ist die kleine hässliche Schwester der Palace Pier in Brighton ebenfalls zu sehen.

 

Published in: on 2. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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