Goodbye TICs oder Der Niedergang der britischen Tourist Information Centres

Southwold Tourist Information, jetzt nicht mehr existent.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Bis vor einigen Jahren war es üblich, beim Besuch einer Stadt, die man noch nicht kannte, erst einmal das Tourist Information Centre (TIC) anzusteuern, um sich dort mit Prospektmaterial einzudecken und gegebenfalls eine Unterkunft zu buchen. Freundliche Damen und Herren gaben gern Auskunft bei Fragen und stellten ihr Wissen über die nähere Umgebung zur Verfügung. Sie tun das auch heute noch, aber ihre Kenntnisse werden immer weniger gefragt, die Tourist Information Centre befinden sich im Niedergang.
Nahezu jeder Reisende hat heute sein Smartphone oder Tablet dabei und kann sich welche Informationen auch immer online abrufen. Hotels oder B&Bs, sollten sie nicht schon von zuhause aus gebucht worden sein, kann man mühelos auch unterwegs reservieren. Wozu also noch ein TIC aufsuchen? Gerade die Touristenbüros in kleineren oder abgelegeneren Orten erweisen sich zunehmend als zu kostenintensiv bei abnehmender Nutzung, also werden sie geschlossen.

Aber selbst an Gebieten mit viel Tourismus geht diese Entwicklung nicht vorbei wie beispielsweise im New Forest, wo kürzlich mit der Schließung des Besucherzentrums in Lyndhurst überhaupt keine Informationszentrale der herkömmlichen Art zur Verfügung steht. Die Buchungen für Übernachtungen dort sind in den letzten vier Jahren dramatisch eingebrochen. Der New Forest District Council: „Visitors increasingly used social media and online services to plan stays.“

Die beiden Tourist Information Centre in Southwold und Lowestoft an der Küste von Suffolk wurden geschlossen, weil deren Nutzung in den letzten fünf Jahren um 41% abgenommen hat und zu teuer im Unterhalt geworden sind.

Fast alle bisherigen TICs in Herefordshire sind geschlossen worden, dafür haben einige Kommunen die Betreuung der Touristen selbst in die Hand genommen und kleine Informationszentren aufgebaut.

Das Bedford Travel and Tourism Centre hat am 31. März diesen Jahres seine Pforten geschlossen. Das Touristenbüro in Exmouth (Devon) ist mit einem Taxiunternehmen zusammengelegt worden und wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. In Teignmouth (Devon) gibt es nur noch einen Information Point, der unter die Fittiche der Angestellten des Kulturzentrums Pavilion Teignmouth gekommen ist. Einen ähnlichen Information Point gibt es in Totnes (Devon), der im Totnes Bookshop untergebracht ist. Selbst Großstädte wie Newcastle upon Tyne haben keine TICs mehr, dort wurde das letzte 2015 geschlossen, und Touristenhochburgen wie Haworth und Saltaire in West Yorkshire fürchten um die Existenz ihrer Besucherzentren, die der Bradford Council aus Kostengründen schließen möchte.

Die hier genannten Schließungen stellen nur eine kleine Auswahl dar, in anderen Landesteilen wie in Schottland sieht es auch nicht besser aus. Visit Scotland verkündete vor wenigen Tagen, dass 39 ihrer 65 TICs geschlossen werden sollen.

Übrigens: Das kleinste Visitor Centre der Welt steht in Branxton in Northumberland, kostengünstig in einer Telefonzelle untergebracht.

Das von der Schließung bedrohte Haworth Tourist Information Centre.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Das kleinste Visitor Centre der Welt in Branxton (Northumberland).
Photo © Barbara Carr (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 31. Oktober 2017 at 02:00  Comments (1)  

Songs about London – Warren Zevon: „The Werewolves of London“

Die Gerrard Street und der Eingang zu Londons Chinatown.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Sicher hat sich schon jeder einmal gefragt, was denn eigentlich die Lieblingsspeise von Werwölfen ist. Der US-amerikanische Singer-Songwriter Warren Zevon (1947-2003) hat diese Frage schon vor längerer Zeit beantwortet und zwar in seinem 1978 veröffentlichten Song „The Werewolves of London„. Dort heißt es zu Beginn des Liedes:

I saw a werewolf with a Chinese menu in his hand
Walking through the streets of SoHo in the rain
He was looking for the place called Lee Ho Fooks
For to get a big dish of beef chow mein

Beef Chow Mein ist es also, was, zumindest die Londoner, Werwölfe gern essen. Wer dieses Wokgericht einmal nachkochen möchte, hier ist eine Anleitung dazu.
Warren Zevon verrät uns in seinem Song auch gleichzeitig, wo diese unheimlichen Wesen ihr Beef Chow Mein am liebsten zu sich nehmen, nämlich bei Lee Ho Fooks, einem Restaurant in der Gerrard Street Nummer 15/16. Die Gerrard Street ist die Haupttrasse in der Londoner Chinatown in der City of Westminster. Wer heute Lee Ho Fooks dort aufsuchen möchte, um das Wokgericht selbst einmal zu probieren, wird enttäuscht sein, denn das Restaurant gibt es nicht mehr, dafür hat ein anderes Chinarestaurant an gleicher Stelle aufgemacht, das Dumplings‘ Legend. Auf deren Speisekarte findet man mehrere Chow Mein-Gerichte, auch mit Rindfleisch.

Am Schluss von Warren Zevons Song heißt es:

I saw a werewolf drinkin‘ a piña colada at Trader Vic’s
His hair was perfect.

Ein polynesisches Trader Vic’s-Restaurant gibt es in London im Hilton on Park Lane (22, Park Lane), wo man allerdings als Spezialität nicht die Piña Colada, sondern den Mai Tai-Cocktail anbietet. Werwölfe, die sich in London nicht so gut auskennen, haben es also heute nicht ganz leicht, wenn sie sich auf die Spuren ihrer Vorfahren Ende der 1970er Jahren begeben wollen und dazu Warren Zevons Songtext als Reiseführer benutzen.

Hier ist „The Werwolves of London“ zu hören, dessen Melodie Kid Rock im Jahr 2008 für sein „All Summer Long“ verwendete.

 

Published in: on 30. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Brydges Place im West End – Londons schmalste Straße

Besucher der English National Opera kennen vielleicht die Straße mit dem Namen Brydges Place, die die St Martin’s Lane mit Bedfordbury verbindet und seitlich am Opernhaus vorbeiführt…oder auch nicht, denn die Mini-Straße mit dem Namen, unter dem man sich eher einen großzügig gestalteten Platz vorstellt, ist Londons schmalste Straße und der Eingang sehr leicht zu übersehen. Menschen, die zu Platzangst neigen, sollten die Passage der Passage besser meiden, denn sie ist an ihrer engsten Stelle lediglich 38cm breit, Gegenverkehr dort ist nicht möglich. Ich stelle mir vor wie das wohl nachts dort zugehen mag. Brydges Place ist zwar von Laternen beleuchtet, aber trotzdem kann das ganz schön gruselig werden, die 180 Meter lange Straße entlangzugehen. Ende Dezember 2016 nahm ein Streit zwischen mehreren Männern, der in einer tödlichen Messerstecherei in der Nähe des Trafalgar Squares mündete, seinen Anfang in dieser Gasse, und am 9. August diesen Jahres wurde ein junger Mann hier niedergestochen. Vielleicht sollte man doch lieber die belebteren Wege rund um die English National Opera nehmen…

In dieser Straße liegt der Eingang zu einem Privatclub namens 2 Brydges Place, zu dem man nur als eingetragenes Mitglied Zugang hat. Geschäftsleute, Anwälte und Leute aus dem Theatermilieu sind die hauptsächlichen Gäste dieses Clubs, der rund 1000 Mitglieder hat. Die diskrete Eingangstür ist für Nicht-Eingeweihte leicht zu übersehen.

Der Name Brydges Place lässt vermuten, dass er irgendetwas mit einer Brücke zu tun hat, vielleicht in einer alten Schreibweise, was aber nicht stimmt. Namensgeberin der Gasse ist Catherine Brydges, die von 1580 bis etwa 1657 gelebt haben soll. Sie war die Frau des 4. Earls of Bedford und die Tochter des 3. Baron Chandos, nach denen wiederum andere Straßen in der Umgebung benannt worden sind wie Chandos Place, Bedfordbury, Bedford Street oder Bedford Court.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck wie es in Londons schmalster Straße aussieht.

 

Published in: on 29. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Ungewöhnliche Unterkünfte in London Teil 2 – „A Room for London“ auf dem Dach der Queen Elizabeth Hall

Die 1967 eröffnete Queen Elizabeth Hall im Londoner Southbank Centre ist architektonisch gesehen kein wahrer Genuss. Das Konzertsaalgebäude wurde im damals so weit verbreiteteten Stil des Brutalismus erbaut und gehört zu den hässlichsten Gebäuden an der Themse. Zurzeit ist die Queen Elizabeth Hall wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und soll im Laufe des Jahres 2018 wieder eröffnet werden.

Auf dem Dach des Gebäudes ist ein Schiff zu sehen, das ein Stück über die Kante hinausragt, und das dem Dampfschiff „Roi des Belges“ nachempfunden ist, das Ende des 19. Jahrhunderts den Kongo befuhr. Es inspirierte den Schriftsteller Joseph Conrad zu seiner Erzählung  „Heart of Darkness“ (dt. „Herz der Finsternis“), die 1899 erschien. 2012, das Jahr, in dem in London die Olympischen Spiele stattfanden und in dem die Queen ihr diamantenes Thronjubiläum feierte, kreierten der Architekt David Kohn und die Künstlerin Fiona Banner dieses luftige „Hotelschiff“, das sie komplett neu erbauen ließen wie dieser Film im Zeitraffer zeigt und das sie „A Room for London“ nannten. Künstler und Musiker sollten dort oben in Muße schreiben oder komponieren und sich von der einzigartigen Kulisse inspirieren lassen. So wohnten hier schon so bekannte Musiker wie David Byrne, der die Talking Heads gründete, und Jarvis Cocker von der Rockband Pulp. An Schriftstellern zogen Jeanette Winterson, Michael Ondaatje und Colm Tóibín in „A Room for London“ ein.

Geplant war ursprünglich, das Schiff Ende des Jahres 2012 wieder vom Dach der Queen Elizabeth Hall herunterzuholen, aber „Roi des Belges“ war mittlerweile so populär geworden, dass man es erst einmal dort oben beließ. Jedermann konnte sich dafür bewerben, eine Nacht in dem Schiffszimmer mit der großartigen Aussicht zu verbringen, was £300 für zwei Personen kostete. Wenn man wollte, konnte man sich in der Küche sein Essen selbst zubereiten, es war alles vorhanden, was die Übernachtungsgäste benötigten.
Ich habe die letzten Sätze in der Vergangenheitsform geschrieben, denn momentan steht „A Room for London“ nicht zur Verfügung. Wie es mit ihm weitergeht, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich wird das Schiff irgendwo in London einen neuen Ankerplatz finden, von dem aus man einen ähnlich schönen Blick auf die Stadt haben wird.

Published in: on 28. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Ungewöhnliche Unterkünfte in London Teil 1 – The Room by Antony Gormley im The Beaumont Hotel

Antony Gormleys The Room, links vom Haupteingang des The Beaumont Hotels.
Author: Matt Brown.
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Im September 2014 eröffnete in London ein weiteres 5*-Sterne-Hotel seine Pforten: The Beaumont Hotel. Zu finden ist es an den Brown Hart Gardens im Stadtteil Mayfair. Schon nach kurzer Zeit wurde das Beaumont mit Auszeichnungen überhäuft; so wurde es u.a. zum AA Hotel of the Year 2016/17 ausgerufen und zum UK Independent Hotel of the Year 2017 der Catey Awards. Von den 73 Zimmern aus sind es nur wenige Schritte zu den edlen Einkaufsboutiquen, von denen es in Mayfair und Umgebung jede Menge gibt. Die Zimmerpreise beginnen etwa bei €550. Hier sind einige Bilder vom Hotel.

Wer bereit ist, mehr als das Doppelte für eine Nacht auszugeben, der hat die Möglichkeit in einem ganz extravaganten Raum zu übernachten, der ganz einfach nur „The Room“ heißt und von dem berühmten Bildhauer Antony Gormley gestaltet wurde. Regelrecht an die Hotelmauern angeklebt, wirkt diese Struktur, die Gormley, in Quadern nach seinem eigenen Körper geformt, angefertigt hat. Im Inneren findet sich ein Teil einer 69m² großen Suite und zwar das Schlafzimmer, das über neun Marmorstufen vom Badezimmer aus zu erreichen ist. Die Decke des Schlafzimmers ist zehn Meter hoch, die Grundfläche beträgt lediglich 4m². Gormley möchte mit diesem eigenartigen Raum erreichen, dass der Gast in einen anderen Bewusstseinszustand gleitet, das hektische Treiben draußen vergisst und in eine meditative Phase eintritt.

Ab £1,250, inklusive eines kontinentalen Frühstücks, kostet diese Erfahrung, die in London einzigartig sein dürfte. Hier ist ein kurzer Schwenk über Gormleys The Room.

The Beaumont Hotel
Brown Hart Gardens
Mayfair
London W1K 6TF

The Beaumont Hotel.
Photo © James Wood (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. Oktober 2017 at 02:00  Comments (4)  
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The Beech Avenue bei Kingston Lacy (Dorset) – Eine der schönsten Baumalleen Englands

Was schenkt man seiner Mutter, die vielleicht schon alles hat und das besonders originell sein soll? Diese Frage stellte sich im Jahr 1853 William John Bankes (1786-1855), einem Parlamentsmitglied und Forschungsreisenden, der sich speziell für Ägypten interessierte. Erst erbte Bankes Soughton Hall im walisischen Flintshire (wo ich einmal übernachten konnte), dann 1835 Kingston Lacy House in Dorset, den Familienbesitz der Bankes‘. Um auf die anfangs gestellte Frage zurückzukommen: William John Bankes schenkte seiner Mutter eine Baumallee, nicht irgendeine, sondern eine extra neu angelegte, die aus 731 Buchen bestand. Die Zahl kam so zustande, dass auf der einen Seite der Allee 365 Buchen angepflanzt wurden, auf der anderen Seite 366, also für jeden Tag eines  „normalen“ Jahres und für jeden Tag eines Schaltjahres. Doch der Ägyptologe war ein umtriebiger Mann, und so versuchte er die Kosten für die Beech Avenue wieder hereinzubekommen, indem er die Strecke als Mautstraße auswies, so dass jeder, der sie benutzen wollte, dafür auch bezahlen musste. So hatte Mr Bankes das Geld für das kostspielige Geschenk für seine Mutter bald wieder zurück.

Die Beech Avenue gibt es noch heute, es ist die Blandford Road bzw. die B3082, die sich vom Kingston Lacy Estate in Richtung Blandford Forum erstreckt. Einige der über 180 Jahre alten Bäume mussten mittlerweile gefällt werden, weil sie zu alt und von Krankheiten befallen waren. Außerdem hatten ihnen die Abgase des Autoverkehrs zugesetzt. Sie wurden vom National Trust durch neue Bäume ersetzt, durch Hainbuchen, die robuster als ihre Vorgänger sind und ziemlich ähnlich aussehen.

Zurzeit ist im Kingston Lacy House eine Ausstellung zu besichtigen, die sich mit dem Leben von William John Bankes beschäftigt und „EXILE“ heißt. Der Forschungsreisende war homosexuell, damals eine Straftat, die mit dem Tode bezahlt werden konnte, und so musste Bankes sein geliebtes Kingston Lacy verlassen und erst in Frankreich, später in Italien, ins Exil gehen. Er starb am 15. April 1855 in Venedig und wurde in der Familiengruft im Wimborne Minster in Dorset beigesetzt.

Dieser Film zeigt eine Fahrt entlang der Beech Avenue.

Kingston Lacy House.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 26. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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De Vere Tortworth Court – Ein Hotel in South Gloucestershire

In Hörweite der Autobahn M5 in South Gloucestershire liegt ein eindrucksvolles Gebäude mit einer schillernden Vergangenheit, das seit 2001 als Hotel umfunktioniert worden ist: Tortworth Court. Erbaut wurde das Haus Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Architekten Samuel Sanders Teulon (1812-1873), der sich vor allem durch den Neubau bzw. der Restaurierung von Kirchen einen Namen gemacht hat. Tortworth Court war eine Auftragsarbeit für Henry George Francis Reynolds-Moreton, 2nd Earl of Ducie, einem Politiker und Agronom, der nicht viel von seinem schönen Haus hatte, da er schon 1853 hier verstarb. Ihm folgte sein ältester Sohn Henry, der Pflanzen und Bäume  aus der ganzen Welt nach Tortworth Court brachte und das berühmte Arboretum anlegte. Auch der 4. Earl of Dulcie lebte eine Zeit lang hier in South Gloucestershire, starb 1924 und wurde auf dem St Leonard’s Churchyard in Tortworth begraben.

Wie so viele andere Herrenhäuser auch wurde Tortworth Court im Zweiten Weltkrieg für militärische Zwecke verwendet, in diesem Falle ergriff die Marine Besitz von dem Anwesen. Nach dem Krieg diente es für einige Zeit als Teil des Leyhill-Gefängnisses bzw. als Ausbildungszentrum für Gefängniswärter. HM Prison Leyhill existiert noch heute, nur wenige hundert Meter entfernt; in ihm sind „low risk“ Gefangene untergebracht.

Danach ging es leider mit Tortworth Court bergab; es stand leer, verfiel und Teile wurden Anfang der 1990er Jahre Opfer von Flammen. Glücklicherweise wurde das Haus wieder komplett restauriert und in seinen Ursprungszustand zurückversetzt. 2001 eröffnete Tortworth Court als Hotel und gehört heute zu der Principal Hotel Company und deren De Vere Hotels. In diesem Jahr entstanden nach einer £5 Millionen Investition neue Suiten und Gästezimmer und auch der Wellnessbereich wurde auf den neuesten Stand gebracht.

Die Zimmerkategorien erstrecken sich von den Standardzimmern bis zur Executive Suite und kosten etwa von £160 bis zu £400 pro Nacht, wobei es immer wieder günstigere Angebote gibt.

Dieser Film zeigt einige Luftaufnahmen vom Hotel.

De Vere Tortworth Court
Tortworth
Wotton Under Edge GL12 8HH

 

Published in: on 25. Oktober 2017 at 02:00  Comments (5)  
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The Highwayman Inn in Sourton (Devon) – Englands skurrilster Pub?

Direkt an der A386 in Sourton am Nordwestrand des Dartmoor National Parks in Devon liegt einer der ungewöhnlichsten exzentrischsten Pubs, die England zu bieten hat: The Highwayman Inn. Schon der Innenhof ist sehenswert; das Pubschild zeigt einen Überfall eines Banditen auf eine Kutsche, an der anderen Seite des Gebäudes ist ein weiterer maskierter Highwayman zu sehen, der einen Raubzug plant, und der Zugang zum Pub erfolgt durch die rosagestrichene Tür einer ehemaligen Kutsche, die früher die Strecke Okehampton – Launceston bediente. Nachdem man den Pub (Besitzer sind Sally und Bruce) betreten hat, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Ein Farbenmeer erwartet den Gast, hervorgerufen durch Lichtspiele, Laternen und Art Déco-Lampen, bunte Fenster und Kissen. Venezianische Masken, Nippes, Nischen, Grotten, jedes Fleckchen im Pub ist vollgestellt. Der Besucher des Pubs ist regelrecht geblendet von den vielen Dingen, mit denen er konfrontiert wird (hier ein Beispiel).

Die Galleon Bar ist wie das Innere eines Schiffs gestaltet und beinhaltet eine Tür, die einmal auf einem Schiff namens „Diana“ war, das 1817 unterging und sechzehn Menschen mit in den Tod riss. Diese Tür steht im Mittelpunkt vieler unheimlicher Geschichten, denn The Highwayman ist nicht nur Englands skurrilster Pub, sondern, so sagt man, auch der „most haunted„. Häufig wurde ein merkwürdig gekleideter Mann mit einem Hut, an der eine Feder steckte, gesehen, den man Sam nennt und der durch Wände gehen kann. Viele Gäste wollen unheimliche Dinge gesehen und gefühlt haben, sowohl im Pub selbst (der übrigens schon 1282 als Gasthaus erbaut wurde), als auch gegenüber auf der anderen Straßenseite in der Cobweb Hall, die man mieten kann und die zum Pub gehört.

Es gibt auch einen „resident dog“ im The Highwayman, der auf den Namen Monty hört. Er ist eine Mischung aus einem Jack Russell und einem Chihuahua und hat einen speziellen Platz in der Lounge Bar. Montys Lieblingsspeise ist Rumpsteak und zu seinen Fähigkeiten zählen das Tanzen auf den Hinterbeinen (so steht es in dem Buch „Great British Pub Dogs“ von Abbie Lucas und Paul Fleckney, das gerade am 19. Oktober im Robinson-Verlag erschienen ist).

Dieser Film zeigt einen Besuch im The Highwayman.

The Highwayman
Sourton
Okehampton EX20 4HN

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 24. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Gentle Author – Ein Londoner Blogger, der sich speziell mit dem East End beschäftigt

Brick Lane in Spitalfields, eine Straße. über die Monica Ali einen Roman geschrieben hat.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Heute möchte ich einen Londoner Blogger vorstellen, der, genau wie ich, jeden Tag einen Blogpost verfasst. Allerdings hat er sich auf eine ganz bestimmte Region spezialisiert, auf das Londoner East End. Er selbst nennt sich The Gentle Author (GA) und sein Blog Spitalfields Life. Spitalfields ist Teil des Londoner Stadtbezirks Tower Hamlets, den manche vielleicht  mit den Jack the Ripper-Morden verbinden; alle fünf Opfer lebten in diesem Teil Londons, zwei wurden in Spitalfields ermordet.

The Gentle Author begann seinen Blog am 26. August 2009 und in seinen ersten Beiträgen beschäftigte er sich beispielsweise mehrfach mit dem Columbia Road Market, mit der Queen of Spitalfields, Sandra Esqulant, mit Graffiti in der Sclater Street und mit Straßenpfosten in Spitalfields. Mittlerweile hat The Gentle Author schon mehrere Tausend Blogposts verfasst, und er hat sich ein hohes Ziel gesteckt: Er möchte mindestens 10 000 Artikel in seinem Blog schreiben, was etwa 27 Jahre und vier Monate dauern würde. Das Ziel wäre damit im Jahre 2037 erreicht, also in „nur“ 20 Jahren.

Der schreibfreudige GA hat auch schon mehrere Bücher veröffentlicht, die sich alle mit London bzw. dem East End befassen wie „Spitalfields Life: In the midst of life I woke to find myself  living in an old house beside Brick Lane in the East of London“ (Saltyard Books 2013), „The Gentle Author’s London Album“ (Spitalfields Life 2013) und, gerade im Oktober erschienen,  „East End Vernacular: Artists who painted London’s East End streets in the 20th century“ (Spitalfields Life 2017).

Ich wünsche meinem Bloggerkollegen Durchhaltevermögen und vor allem auch viel Spaß mit seinen Recherchen!

Christ Church in Spitalfields.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Barter Books in Alnwick (Northumberland – Eine der interessantesten Buchhandlungen Englands

Als 1968 die „Beeching Axe“ auch die Bahnlinie von Alnwick in Northumberland traf, stand das Bahnhofsgebäude lange leer, bis es im Jahr 1991 von Stuart und Mary Manley übernommen wurde, die darin eine Buchhandlung mit gebrauchten Büchern eröffneten, die sie Barter Books nannten (von „barter“ = Tauschgeschäft). Damals hätten sie sich nicht träumen lassen, dass ihre Buchhandlung weit oben im Nordosten Englands derart erfolgreich sein würde, dass das New Statesman Magazine sie als „The British Library of secondhand bookshops“ titulierte. 2013 erhielt Barter Books die Auszeichnung „Vintage Shop of the Year“ im Rahmen der Homes & Antique Awards.

Was zeichnet diese Buchhandlung nun gegenüber anderen aus? Da ist zunächst einmal die Atmosphäre, die, wie man so schön sagt, zum Verweilen einlädt. Im Station Buffet kann man vormittags sein Frühstück zu sich nehmen und später aus einem Angebot von kleinen kalten und warmen Speisen wählen (Northumbrian Rarebit, Bangers and Mash usw.). Acht Kaffeesorten stehen zur Verfügung, mehrere Weine und zwei Biere, die nach Lokomotiven benannt sind (Golden Arrow und Evening Star). Ein Andenkenladen bietet zahlreiche Souvenirs an, die im Zusammenhang mit der Buchhandlung und dem Thema Eisenbahn stehen. Die Inhaber veranstalten regelmäßig Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen, wobei auch schon namhafte Autoren gewonnen werden konnten.

Ein großes Wandgemälde von dem einheimischen Künstler Peter Dodd zeigt Berühmtheiten der Literaturgeschichte wie William Faulkner, Jane Austen, Samuel Beckett, Ernest Hemingway und viele andere mehr (es sind insgesamt 33). Dann gibt es noch eine Modelleisenbahn, die durch die Räume der Buchhandlung fährt.

Neben den vielen Büchern aus zweiter Hand werden aber auch richtige Schätze angeboten. Da stehen zurzeit „The Works of Geoffrey Chaucer“ in der Kelmscott Press Ausgabe von 1896 zum Verkauf, die für £39 000 angeboten wird oder die zweibändigen „Annals of the House of Percy“ für £1100 (die Percys wohnen seit Jahrhunderten im Alnwick Castle).

Wer also einmal nach Alnwick kommt, dem kann neben dem obligatorischen Besuch im Alnwick Castle (in dem zwei Harry Potter-Filme gedreht wurden) ein Besuch im alten Bahnhofsgebäude empfohlen werden.

Hier ist ein Film über die Buchhandlung Barter Books, die täglich, auch sonntags, geöffnet ist.

Barter Books
Alnwick Station
Northumberland NE66 2NP

Published in: on 22. Oktober 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Der Schriftsteller Arthur Machen und Old Amersham (Buckinghamshire)

Die High Street von Old Amersham mit dem Crown Hotel.
Eigenes Foto.

Ich besaß früher einmal fast alle Bände der Reihe „Die Bibliothek des Hauses Usher“ des Insel-Verlages, auf grünem Papier gedruckt und von Kalju Kirde herausgegeben, den ich noch persönlich kennenlernen konnte. In der 26bändigen Reihe erschienen Werke der unheimlichen Literatur wie von Howard Phillips Lovecraft (über den ich meine Examensarbeit geschrieben habe), Algernon Blackwood und Clark Ashton Smith. Ein Band der Reihe hieß „Die leuchtende Pyramide und andere Geschichten des Schreckens“ und enthielt Erzählungen des 1863 in Wales geborenen Schriftstellers Arthur Machen. Mit ihm kreuzten sich meine Wege vor einigen Tagen als ich in Old Amersham in Buckinghamshire weilte.

Arthur Machen lebte die meiste Zeit seines Lebens in London, wo er als Journalist arbeitete. In den 1920er Jahren erlebten seine Werke einen Boom in den USA, der wieder nach Großbritannien überschwappte. Doch da der Autor die Rechte an seinen Werken schon lange verkauft hatte, profitierte er nicht besonders von der erhöhten Nachfrage nach seine Büchern. Ab 1925 war es dann mit den Erfolgsjahren vorbei, und Machen zog 1929 mit seiner Frau nach Old Amersham, wo sie sich in der High Street Nummer 48 in einem Haus namens Lynwood niederließen. Dieses Haus, dessen Name noch heute über der Eingangstür steht, ist nur wenige Schritte von meinem Hotel The Kings Arms entfernt und liegt auf der selben Straßenseite. Im Crown Hotel (über das ich demnächst noch berichten werde), das wenige Meter vom Kings Arms auch an der High Street zu finden ist, soll Machen regelmäßig „Hof gehalten haben“. Besucht wurde er in seinem Haus u.a. von dem Komponisten John Ireland und von Sir John Betjeman.

Der Schriftsteller starb im Alter von 84 Jahren am 15. Dezember 1947 im St. Joseph’s Nursing Home (das nicht mehr existiert) im nahegelegenen Beaconsfield und wurde auf dem Kirchhof von St Mary’s in Old Amersham beerdigt. Seinen verwitterten Grabstein findet man auf dem Teil des Friedhofs, der hinter der Kirche jenseits des River Misbourne an einem grasbewachsenen Hang liegt (dort, wo auch Ruth Ellis beigesetzt ist, die letzte Frau, die in Großbritannien hingerichtet wurde).

Hier ist ein Interview mit Arthur Machen aus dem Jahr 1937 zu hören.

Der Friedhof von St Mary’s in Old Amersham jenseits des River Misbourne.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

St Mary’s in Old Amersham.
Eigenes Foto.

Published in: on 21. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Ceremony of Quit Rents – Eine uralte, skurrile Tradition, die alljährlich in London zum Tragen kommt

Die Londoner Royal Courts of Justice, wo alljährlich The Ceremony of Quit Rents stattfindet.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Jeden Herbst zwischen dem 11. Oktober und dem 11. November wird in London in den Royal Courts of Justice eine Tradition ausgeübt, The Ceremony of Quit Rents, die bis in das Jahr 1211 zurückreicht und die so skurril ist, dass sie wohl auch nur in England möglich ist. Die City of London bezahlt an diesem Herbsttag der Krone eine Pacht für zwei Grundstücke, von denen keiner genau weiß, wo die überhaupt genau liegen. Eines davon nennt sich „The Moors“ und soll sich irgendwo südlich von Bridgnorth in der Grafschaft Shropshire befinden. Ein gewisser Nicholas de Morrs hatte damals im 13. Jahrhundert das Land gepachtet, und er bezahlte die Pacht nicht mit Geld,  sondern mit zwei Messern, von denen das eine sehr scharf und das andere stumpf war. Im Laufe der Jahrhunderte ging die Pacht an die City of London über, die bis zum heutigen Tag mit gleicher Münze, sprich mit zwei Messern, bezahlt. In den Royal Courts of Justice nimmt der Queen’s Remembrancer ( „das älteste juristische Amt mit fortgesetzter Existenz“, so die Wikipedia) die beiden Gegenstände entgegen. Im Oktober 2014 ernannte die Queen Barbara Janet Fontaine zum Remembrancer, die erste Frau, die diesen Posten innehat. Ihre Aufgabe bei der Ceremony of Quit Rents ist es, die beiden Messer zu testen, indem sie an einem Haselzweig mit dem scharfen Messer einen Einschnitt vornimmt und mit dem stumpfen eine Markierung hineindrückt. Wenn das alles zur Zufriedenheit des Queen’s Remembrancer ausgefallen ist, sagt er bzw. jetzt sie „Good Service„.

Und dann gibt es ja noch ein zweites Grundstück, für das die City of London Pacht bezahlt. Dabei soll es sich um eine Londoner Schmiede gehandelt haben, die in der Tweezer’s Alley lag, einer kleinen Gasse in der Nähe der Straße Strand. Der Schmied, Walter Le Brun, zahlte damals im 13. Jahrhundert seine Pacht mit sechs Hufeisen und 61 Hufnägeln. Bei der Ceremony of Quit Rents nimmt der Queen’s Remembrancer heute die gleiche Zahl der Eisen und Nägel entgegen und überprüft die Vollzähligkeit. Wenn auch das alles in Ordnung ist, sagt er/sie „Good Number„, womit die Zermenonie beendet ist (Hufeisen und Hufnägel werden dann wieder an die City of London zurückgegeben, damit sie im nächsten Jahr wieder verwendet werden können).
Wenn das keine skurrile Tradition ist…

Die Tweezer’s Alley in London, zwischen Strand und Victoria Embankment, wo einmal die Schmiede gestanden haben soll.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 20. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das beste Restaurant der Welt liegt, laut TripAdvisor, in…Oldstead in North Yorkshire

The Black Swan in Oldstead.
Photo © Chris Heaton (cc-by-sa/2.0)

Am 11. Oktober veröffentlichte das touristische Bewertungsportal TripAdvisor seine Liste der weltbesten Restaurants, und man war gespannt, wer es denn in diesem Jahr auf Platz 1 geschafft hat. Eines der Spitzenrestaurants in London, Paris oder Kopenhagen? Oder hat wieder einmal einer der spanischen Superköche das Siegertreppchen erklommen? Nein, alles falsch! Das beste Restaurant der Welt, zumindest nach den TripAdvisor-Kriterien, liegt in einem Dörfchen in North Yorkshire, etwa auf halber Strecke zwischen Thirsk und Helmsley, namens Oldstead, und heißt The Black Swan. Sorry Heston Blumenthal, Gordon Ramsay, Marco Pierre White und wie die Heavyweights der britischen Spitzengastronomie noch alle heißen: Tommy Banks vom Schwarzen Schwan hat Euch alle abgehängt.

Bereits am 30. Mai 2011 hatte ich in meinem Blog über den Gastropub geschrieben, als er The AA Pub of the Year 2010 geworden war. „Tom und Anne Banks haben den Pub 2006 übernommen und ihn in relativ kurzer Zeit zu dem vielleicht besten in Yorkshire gemacht. Nicht nur die Küche ist etwas ganz Besonderes hier, auch der kleine Hotelbereich mit nur vier Zimmern hat vom AA die höchst mögliche Sternezahl, nämlich 5, erhalten“, so schrieb ich vor mehr als sechs Jahren. Mittlerweile hat Tommy Banks einen Michelinstern erkocht, und er war mit 24 Jahren der jüngste britische Koch, der jemals diese Auszeichnung erhalten hat. Fast alles, was im Black Swan auf den Tisch kommt, stammt aus eigenem Anbau wie das Gemüse und die Früchte. Das Tasting Menu ist für £95 zu haben, die begleitenden Weine, wenn gewünscht, kosten noch einmal £60. Eine Reise in das kleine entlegene Dorf Oldstead dürfte sich für Feinschmecker also bestimmt lohnen.

Auf Platz 2 der TripAdvisor-Bestenliste liegt übrigens Raymond Blancs Belmond Le Manoir aux Quat’Saisons in Great Milton (Oxfordshire), was nicht überrascht. Platz 3 nimmt das 3*-Haus Maison Lameloise in Chagny im Burgund ein, Platz 4 die weltberühmte L’Auberge de l’Ill in Illhaeusern im Elsass und Platz 5 das Restaurante Martin Berasategui im spanischen Lasarte-Oria (das die letzten beiden Jahre auf Platz 1 stand). Heston Blumenthals The Fat Duck in Bray (Berkshire) nimmt in diesem Jahr Rang 12 ein.

The Black Swan
Oldstead

York, North Yorkshire
YO61 4BL

 

 

 

 

Published in: on 19. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Stompie – Der russische Panzer am Londoner Mandela Way

Die Old Kent Road (A2) führt in südöstlicher Richtung aus London heraus. Ich bin sie früher häufig gefahren, um zur inzwischen eingestellten Fähre von Sheerness auf der Isle of Sheppey nach Vlissingen zu fahren. Besonders schön ist diese lange Straße nicht, gesichtslose Wohnhäuser, Supermärkte, Schnellimbisse und Tankstellen reihen sich hier aneinander. Schräg gegenüber von einem Lidl-Markt zweigt der Mandela Way ab und gleich auf der linken Seite finden wir ein unbebautes, verwahrlostes und unkrautüberwuchertes Grundstück, auf dem ein Panzer steht, ein russischer T-34, um genau zu sein. Wie kommt diese militärische Kampfmaschine in die Straße, die nach dem südafrikanischen Freiheitskämpfer benannt ist?

Der T-34, der von den Bewohnern der Umgebung liebevoll Stompie genannt wird, war einer der am meisten gebauten Panzer der sowjetischen Armee, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Stompie vom Mandela Way diente 1968 beim sogenannten Prager Frühling dazu, den Aufstand dort niederzuwalzen. Nachdem Stompie in den Ruhestand versetzt worden war, transportierte man ihn viele Jahre später nach England, wo er 1995 bei den Dreharbeiten zu Richard Loncraines Film „Richard III“ verwendet wurde. Der Regisseur versetzte die Handlung des Shakespeare-Dramas in ein faschistisches England in den 1930er Jahren.
Nachdem der Panzer auch diese Arbeit bewältigt hatte, stand er eigentlich nur noch nutzlos herum, bis ihn ein englischer Bauunternehmer entdeckte und für £7000 kaufte. Der Mann wollte am Mandela Way ein Apartmenthaus bauen, was aber die Stadtverwaltung von Southwark ablehnte. Daraufhin stellte er bei der Verwaltung den Antrag, auf seinem Grundstück einen „tank“ zu installieren. Die Behörde ging davon aus, dass der Unternehmer damit einen „septic tank„, also eine Klärgrube, meinte und genehmigte den Antrag. Aber „tank“ bedeutet im Englischen auch „Panzer“, und so stellte der Bauunternehmer seinen „tank“ Stompie dort auf und freute sich diebisch über die gelungene Rache. Der Southwark Council gab klein bei und ließ das militärische Gerät stehen, dessen Rohr exakt in Richtung Stadtverwaltung ausgerichtet ist. Stompie wird immer wieder grellbunt angemalt und häufig mit Graffiti versehen. Die Bewohner vom Mandela Way haben sich längst an den Anblick des Panzers gewöhnt und würden ihn wahrscheinlich vermissen, sollte er einmal von dort wegtransportiert werden.

Über öffentlich aufgestellte Panzer in England berichtete ich in meinem Blog schon mehrfach, wie über den in Lincoln, in Ashford (Kent) und in Torcross (Devon).

Author: Wesako
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Das Rohr des Panzers steht in Richtung Southwark Council.
Author: Simon
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Published in: on 18. Oktober 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Rumsey’s Chocolaterie in Thame (Oxfordshire)

With friendly permission of Kate Rumsey.

So weit ich feststellen konnte, wurden mindestens zehn Episoden der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ in Thame in Oxfordshire gedreht. Die rund 12 000 Einwohner umfassende lebhafte Marktstadt, zwanzig Kilometer östlich von Oxford, in der bis zu seinem Todesjahr 2012 Robin Gibb von den Bee Gees lebte, habe ich in meinem Blog schon mehrfach erwähnt, auch in Zusammenhang mit den Dreharbeiten zu „Midsomer Murders“.

Heute möchte ich näher auf den Schauplatz eingehen, der in Folge 57, „Picture of Innocence“ (dt. „Kameraschüsse“), die Hauptrolle spielt, die Upper High Street in Thame, genauer gesagt die Hausnummer 8. Dieses Haus diente als Madrigal’s Camera Shop, in dem einige ältere Herren einen Fotoclub betrieben und dabei Wert darauf legten, ausschließlich mit Analogkameras zu arbeiten; Digitalkameras waren absolut verpönt. Mehre Male kommt es zu einem Clash zwischen den Analogen unter der Führung von Headley Madrigal und den Digitalen unter Führung des aggressiven Steve Bright.

Die Location Manager von „Midsomer Murders“ fanden das Haus in der Upper High Street von Thame (im Film Luxton Deeping), in dem Rumsey’s Chocolaterie untergebracht ist und verwandelten es für kurze Zeit in den Kameraladen. Die Ursprünge des Schokoladengeschäfts führen bis in das New College von Oxford, wo der jetzige Inhaber Nigel Rumsey in der Küche arbeitete. Dort entdeckte er sein Talent für das Herstellen von feiner Schokolade, und so eröffnete er 2004 sein erstes Geschäft in der High Street von Wendover (Buckinghamshire), das auch heute noch existiert. Dann folgte die Chocolaterie in Thame, wobei man sich in der Gestaltung der Fassade des Ladens inspirieren ließ von Viannes Schokoladengeschäft in dem Film „Chocolat“ (dt. „Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“), der nach dem gleichnamigen Roman von Joanne Harris gedreht wurde. So steht es auf den Webseiten von Rumsey’s zu lesen.

Nach Abschluss der Dreharbeiten zu „Picture of Innocence“, als aus Madrigal’s wieder Rumsey’s geworden war, kreierte der Küchenchef in Erinnerung an den populären Detective Chief Inspector Tom Barnaby ein Barnaby Bun.

Übrigens wurde im Jahr 2012 auch eine Episode der Krimiserie „Lewis“ in dem Schokoladengeschäft gedreht. In „Intelligent Design“ (dt. „Forschungsopfer“) wurde daraus Porters Tea Rooms.

In diesem Jahr fanden von Mai bis Oktober geführte Midsomer Tours in Thame statt, die an allen Drehorten, so auch an Rumsey’s Chocolaterie, vorbeiführten. Das Geschäft in der Upper High Street ist täglich (auch sonntags) geöffnet.

Die Upper High Street in Thame.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

Einige Veränderungen im britischen Währungssystem im Jahr 2017

The Royal Mint in Llantrisant (Wales), wo die britischen Münzen geprägt werden.
Photo © M J Roscoe (cc-by-sa/2.0)

Seit Mitternacht ist sie nicht mehr gültig, die gute alte runde 1-Pfundmünze, und wird jetzt komplett durch die neue zwölfeckige ersetzt. Seit über dreißig Jahren war die alte Münze im Umlauf, seit dem 28. März 2017 kam die neue hinzu, die ab heute die allein gültige ist. Der Grund für den Wechsel: Die bisherige Münze war relativ leicht nachzumachen und man schätzt, dass über 3% gefälscht waren. Wer jetzt noch viele alte Pfundmünzen hat, kann die unproblematisch bei jeder Bank oder Postfiliale umtauschen.
The Royal Mint ist der Meinung, dass die zwölfeckige Münze die sicherste der Welt ist und nicht gefälscht werden kann. Auf der Vorderseite ist das Konterfei der Queen zu sehen, auf der Rückseite die schottische Distel, der walisische Lauch, das nordirische Kleeblatt und die englische Rose. Dieser Film stellt die neue Münze im Detail vor.

Als ich vorletzte Woche in England mit einer Fünf-Pfund-Banknote bezahlen wollte, wurde mir gesagt, dass diese nicht mehr gültig sei. Leider habe ich nicht bekommen, dass die alten Banknoten seit Mai 2017 ihre Gültigkeit verloren haben. Von meiner Englandreise 2016 hatte ich noch einige mit nach Hause genommen, um beim nächsten Mal gleich wieder ein kleines Startkapital zu haben. Am 13. September 2016 wurde die neue Fünf-Pfund-Note in Umlauf gebracht, weil sie erstens fälschungssicherer ist und zweitens statt aus „cotton paper“ aus Polymer besteht, was eine längere Lebensdauer verspricht und umweltfreundlicher ist, da sie später einmal für andere Plastikprodukte recycelt werden kann. Es gibt viel zu sehen auf der neuen Banknote; auf der einen Seite natürlich wieder die Queen mit dem Londoner Elizabeth Tower, auf der anderen Seite Sir Winston Churchill mit seinen berühmten Worten „I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat“, und dem Parlament im Hintergrund. Dieser Film zeigt die neue Fünf-Pfund-Banknote. Natürlich konnte ich meine alten Fiver noch in einer Bank umtauschen.

Auch die neue Zehn-Pfund-Banknote besteht aus Polymer (die alte verliert ihre Gültigkeit im Frühjahr 2018). Anstelle von Charles Darwin ist Jane Austen auf dem neuen Schein zu sehen, deren Todestag sich in diesem Jahr zum zweihundersten Mal jährt. Ihr Porträt wird durch ein Zitat aus ihrem Roman „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Voruteil“) ergänzt: „I declare after all there is no enjoyment like reading“. Die neue Banknote ist seit dem 14. September 2017 im Umlauf.

Geplant ist, dass auch die Zwanzig-Pfund-Note ersetzt werden soll, allerdings erst im Jahr 2020.

Die De La Rue Factory in Loughton (Essex), die im Auftrag der Bank of England die Banknoten druckt.
Photo © Glyn Baker (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 16. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Faraday Memorial am Londoner Elephant & Castle

Das Faraday Memorial am Elephant and Castle.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

Ich bin nicht sicher, ob sich der englische Wissenschaftler Michael Faraday (1791-1867), der sich vor allem durch seine Untersuchungen zur Elektrizität einen Namen gemacht hat, über die Gedenkstätte, die ihm zu Ehren am Londoner Elephant & Castle errichtet wurde, wirklich gefreut hätte.  Inmitten des großen Kreisverkehrs hat man 1961 ein von dem Architekten Rodney Gordon im brutalistischen Stil konzipiertes Denkmal gesetzt, das auf den ersten Blick nicht darauf hindeutet, dass es Michael Faraday gewidmet ist. Der Standort Elephant & Castle im Londoner Stadtteil Southwark wurde gewählt, weil der Naturforscher ganz in der Nähe, in Newington Butts, das Licht der Welt erblickte.
Der Denkmalkoloss beinhaltet ein Umspannwerk, das den U-Bahnlinien Northern Line und Bakerloo zur Stromversorgung dient, hier zumindest ist eine Beziehung zu Michael Faraday gegeben.
1996 erhielt das Memorial ein neues Beleuchtungssystem, das sich ein junges Mädchen anlässlich eines Wettbewerbs der BBC ausgedacht hatte. Nachdem dieses System seit längerer Zeit ausgefallen war, bekam Faradays Gedenkstätte 2012 eine im Discostil gehaltene Beleuchtung, die jeden Abend bei Dunkelheit eingeschaltet wird.

Wem dieses Bauwerk nicht gefällt, der ist sicher mit dem konservativen Denkmal Michael Faradays vor dem Institution of Engineering and Technology am Savoy Place, nahe des Themse Embankments, eher einverstanden. Der irische Bildhauer John Henry Foley, Mitglied der Royal Academy, zeichnete dafür verantwortlich.

Einige Plaketten in London erinnern an den Forscher, so zum Beispiel an der Hauswand der Blandford Street Nummer 48 in Marylebone mit der Inschrift „Michael Faraday Man of Science Apprentice Here„, und am Eingang zur Walworth Road Sexual Health Clinic an der Larcom Street. Die Inschrift lautet: „Michael Faraday 1791 – 1867 Scientific genius and discoverer of electromagnetism„.

Michael Faraday am Savoy Place.
Photo © Chris Talbot (cc-by-sa/2.0)

Die Plakette an der Walworth Clinic.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Oktober 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Berkhamsted in Hertfordshire und der Romanautor Graham Greene

Berkhamsted High Street.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Kürzlich war ich wieder einmal in Berkhamsted, einem recht lebhaften Städtchen in Hertfordshire, gleich hinter der „Grenze“ zu Buckinghamshire. Auf der High Street, die sich quer durch den Ort zieht, herrschte starker Verkehr mit den üblichen Parkplatzproblemen.

Berkhamsted berühmtester Sohn war Graham Greene (1904-1991). Er gehört zu den großen britischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts, dessen Werke auch in Deutschland bekannt waren bzw. sind. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Romane „The Third Man“ (dt. „Der dritte Mann“), „Brighton Rock“ (dt. „Am Abgrund des Lebens“) oder „The Human Factor“ (dt. „Der menschliche Faktor“). Viele seiner Romane wurden auch verfilmt, zuletzt „Brighton Rock„.

Geboren wurde Graham Greene am 2. Oktober 1904 in Berkhamsted im Westen der Grafschaft Hertfordshire, wo sein Vater Schulleiter war und wo Graham auch zur Schule ging. Einer seiner Vorfahren, Benjamin Greene, gründete übrigens die Greene King Brewery, die noch heute in Bury St Edmunds (Suffolk) Bier braut.

Die Stadt Berkhamsted hält die Erinnerung an Graham Greene auch heute noch wach, indem hier jährlich das Graham Greene International Festival veranstaltet wird. Organisiert wird das Festival, das gerade erst vom 21. bis zum 24. September stattfand, vom Graham Greene Birthplace Trust, der sich die Aufgabe gestellt hat, das Studium der Werke Greenes zu fördern. Gesponsert wurde das Festival natürlich von der…. Greene King Brauerei.

Das Programm des diesjährigen Festivals war vollgepackt mit Workshops, Vorträgen (z.B. „Guy Burgess, Soviet Spy, and Graham Greene“ oder “ ‘Vivat Bristowa‘: Graham Greene, Berkhamsted and the unfinished novel“) und Filmvorführungen. Das Festival endete wie immer mit einem Farewell Lunch am Sonntagmittag.
Wer sich für den Romanautor interessiert, für den gibt es einen Spaziergang durch den Ort auf seinen Spuren. Hier kann man den Graham Greene Trail herunterladen.

Berkhamsted ist übrigens auch der Geburtsort von Sarah Brightman, die hier am 14. August 1960 zur Welt kam und die u.a. durch das Duett mit Andrea Boccelli  „Time to Say Goodbye“ in der ganzen Welt berühmt wurde.

Hier ist eine Film über Berkhamsted zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Scott Hastie: Berkhamsted – An Illustrated Guide. Alpine Press 1999. 176 Seiten. ISBN 978-0952863113.

Graham Greenes Geburtshaus in Berkhamsted mit blauer Plakette.
Author: Wikidwitch.
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In dieser Kapelle wurde Graham Greene 1904 getauft.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

The Great British High Street Awards – Welche Stadt hat die beste Einkaufsstraße?

Blackburns Town Hall.
This work has been released into the public domain.

Bevor demnächst die Great British High Street Awards für das Jahr 2017 vergeben werden, möchte ich noch einmal eine kurze Übersicht über die Sieger des Jahres 2016 geben. Vergeben werden die Auszeichnungen an Städte, deren High Streets noch „gesund“ sind und nicht nur von Kettengeschäften und Charity Shops beherrscht sind. Über 500 000 Stimmen wurden abgegeben und 27 Jurymitglieder machten sich auf den Weg, um sich selbst ein Bild von den für die Preise vorgeschlagenen High Streets zu machen.

Der Gesamtsieger 2016 und Sieger in der Kategorie „Town Centre“ war die High Street von Blackburn in Lancashire. Die Stadt hat über 100 000 Einwohner, wovon der muslimische Bevölkerungsanteil 25% beträgt, ein Rekordwert in Großbritannien. Dieser Film stellt die Bemühungen Blackburns vor, das beste Stadtzentrum des Landes zu werden.

In der Kategorie „City Location“ ging der Preis an das Cathedral Quarter von Derby in Derbyshire, in dem sich mehr als 450 Geschäfte der unterschiedlichsten Art angesiedelt haben. Dieser Film gibt einen Überblick über das, was das Viertel rund um die Kathedrale zu bieten hat.

Pateley Bridge in North Yorkshire erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Village„. „With its great community spirit, social media campaign and a commitment to supporting local retailers, Pateley Bridge delighted our judges“, heißt es in der Urteilsbegründung der Jury. Hier ist ein Blick auf die High Street während der Nidderdale Show.

Hebden Bridge in West Yorkshire war erfolgreich in der Kategorie „Small Market Town“ und erhielt 40 000 Stimmen, soviel wie noch keine andere Stadt jemals bekommen hat. Damit erhielt die kleine Stadt zusärtlich noch den People’s Choice Award.

Derbys Cathedral Quarter.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Pateley Bridge High Street.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Die Market Street in Hebden Bridge.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

Roche Rock und The Hermit’s Chapel in Cornwall

Gleich außerhalb des kleinen Dorfes Roche in Cornwall an der B3274 ist eine ungewöhnliche Felsformation zu finden, die von einer verfallenen Kapelle gekrönt wird und von Legenden umwoben ist. Vor vielen Jahrhunderten wohnten oben auf dem Roche Rock  nacheinander einige Einsiedler, darunter auch Ogrin, der dort dem Liebespaar Tristan und Isolde Unterschlupf gewährt haben soll, da diese auf der Flucht vor dem Zorn von Tristans Onkel und Isoldes Ehemann König Marke waren.

Später, im 15. Jahrhundert, wurde auf den Resten der Einsiedelei die Kapelle erbaut, die noch heute zu sehen ist und die dem Heiligen Michael gewidmet wurde. Der berühmt-berüchtigte Jan Tregeagle soll im 17. Jahrhundert in der Kapelle Zuflucht gefunden haben, nachdem er seine Frau ermordet und mit dem Teufel einen Pakt abgeschlossen hatte.

Wer den Horrorfilm „Omen III: The Final Conflict“ (dt. „Barbaras Baby – Omen III“) gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an die Szenen, in denen Bruder Matteus zu Tode kommt; diese wurden hier am Roche Rock gedreht.

Der unheimliche Felsen Roche Rock ist natürlich auch „haunted“ und zwar will man in stürmischen Nächten die markerschütternden Schreie des Jan Tregeagle gehört haben.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck vom Felsen und den Ruinen der Kapelle, die nur über steile Leitern zu erreichen ist.

 

 

Published in: on 12. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Arbor Tree Festival von Aston on Clun in Shropshire

Inmitten des kleinen Dorfes Aston on Clun im südlichen Shropshire, das an der B4368 liegt, steht eine Schwarzpappel, an der man wohl ohne sie eines Blickes zu würdigen vorbeiführe, wenn sie nicht dadurch Aufmerksamkeit errgen würde, dass viele Fahnen aus ihr herausragen. Dieser sogenannte Arbor Tree (manchmal auch Bride’s Tree) steht einmal im Jahr im Mittelpunkt der dörflichen Festivitäten, wenn er am letzten Sonntag im Mai mit neuen Fahnen dekoriert und die alten vom Vorjahr abgenommen werden.

Die Schwarzpappel, die wir heute hier an dieser Stelle sehen, ist ein Ableger des Vorgängers, der dreihundert Jahre lang in Aston on Clun gewachsen ist und am 2. September 1995 bei einem Sturm in sich zusammenbrach. Die Bewohner des Ortes wollten ihren Brauch des „tree dressing“ auf keinen Fall aufgeben, daher pflanzte man eine neue Pappel an.

Alles begann am 29. Mai 1786, als der örtliche Gutsherr John Marston seine Braut Mary Carter heiratete. Es war gleichzeitig auch Arbor Day, an dem man Bäume pflanzte bzw sie dekorierte, und es heißt, dass die Braut von der mit Fahnen verzierten Schwarzpappel so begeistert war, dass die Familie Geld spendete, damit der Baum jedes Jahr erneut auf diese Weise geschmückt werden konnte.

Aston on Clun feiert also am letzten Maisonntag immer noch den Arbor Day, und dazu gehört neben dem Fahnenwechsel auch stets eine Hochzeitsgesellschaft, die vorwiegend von Kindern dargestellt wird und an die Marston/Carter-Hochzeit erinnert. Gesungen wird ein speziell für den Anlass geschriebenes Lied, der „Arbor Tree Song„, der in diesem Film über das Arbor Tree Festival auch zu hören ist.

Published in: on 11. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Missenden Abbey in Great Missenden (Buckinghamshire)

Eigenes Foto.

Great Missenden an der A413 Amersham-Aylesbury in Buckinghamshire ist ein lebhaftes Städtchen mit den üblichen Parkplatzproblemen, doch wenn man über die Link Road in den Ort fährt, findet man gleich auf der rechten Seite einen großen Pay & Display Parkplatz, von wo aus man in zwei Minuten in der High Street ist. Dort steht etwa in der Mitte das Roald Dahl Museum and Story Centre, über dessen Eingang in großen Lettern die Worte „It is Swizzfigglingly Flushbunking Gloryumptious“ zu lesen sind. Ein Paradies für Kinder, über das ich in meinem Blog schon einmal geschrieben habe.
An genau dieser Stelle fanden auch die Dreharbeiten zu Inspector Barnabys Episode 26 „Painted in Blood„(dt. „Der Tod malt mit“) statt, da spielte The Shires Bank eine wichtige Rolle, in deren Tresorraum eine riesige Geldmenge gelagert war.
Geht man die High Street weiter in Richtung London Road hinunter, die zum The Nag’s Head führt, liegt auf der linken Seite der Eingang zur Missenden Abbey, einem sehr ansehnlichen Gebäude, das etwas von der Straße zurückliegt.
Eine Abtei ist hier nicht mehr zu finden, denn die wurde schon 1538 aufgelöst. Ein neues Haus wurde damals an dieser Stelle errichtet und Teile der ehemaligen Abtei mit in das Gebäude integriert. Der Name, „Missenden Abbey“, wurde übernommen. Nach mehreren Umgestaltungen im Laufe der Jahrhunderte, zuletzt im sogenannten Regency Gothic-Stil, brannte die Abbey 1985 ab und wurde komplett neu errichtet, so wie wir sie heute sehen.

Missenden Abbey wird als Konferenzzentrum verwendet, mit Übernachtungsmöglichkeit, Hochzeitspaare können das ganze Haus für ihre Feier mieten und es werden Kurse der Buckinghamshire New University, der das Haus gehört, abgehalten. Wer möchte, kann auch gern in der Abbey einen Afternoon Tea zu sich nehmen. Begeistert war ich von der riesigen Libanonzeder im Garten der Missenden Abbey (im Foto oben rechts zu sehen).

Hier ist ein Film über das Konferenzzentrum.

Es heißt, Missenden Abbey wäre „haunted“, und zwar soll einer der Mönche, die hier früher einen sehr üppigen Lebensstil pflegten, der nicht immer im Einklang mit ihrem Gelübde stand, die Park- und Gartenanlagen heimsuchen. The Black Monk wurde sogar schon mehrfach, sowohl tagsüber als auch nachts, in der High Street gesichtet.

Photo © Peter (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Hughenden Manor bei High Wycombe in Buckinghamshire

Eigenes Foto.

In meiner Serie „Famous Graves“ schrieb ich in meinem Blog schon einmal über das Hughenden Manor in Zusammenhang mit Benjamin Disraelis Grab. Vor einigen Tagen besuchte ich das Manor House und hier sind meine Eindrücke davon.

Ich wählte die Zufahrt über die West Wycombe Road/Hughenden Road von High Wycombe aus. Zuerst kommt man zur Kirche St Michael and All Angels, wo die Grabstätte Disraelis, seiner Frau und seiner Mäzenin Sarah Brydges Willyams zu finden ist, die alle friedlich nebeneinander liegen. Dann fährt man weiter den Hügel hinauf, kommt am National Trust-Häuschen vorbei und fährt weiter hinauf zu einem großen Parkplatz, von wo aus man den ganzen Weg zum NT-Häuschen wieder hinuntergehen muss. Das ist nichts für Leute mit Gehschwierigkeiten, aber für die steht ein kleiner Shuttlebus zur Verfügung. Nachdem man beim National Trust seine Eintrittsgebühren bezahlt hat (£10.90), kann sich der Besucher dann auf den Weg zum Manor machen, wo wir sehr freundlich empfangen und darauf hingewiesen wurden, dass am Nachmittag mehrere „Talks“ stattfinden würden, 15minütige Kurzvorträge über diverse Themen wie Disraelis Leben und die Rolle, die Hughenden Manor im Zweiten Weltkrieg spielte.

Benjamin Disraeli, der erste Earl of Beaconsfield, lebte von 1804 bis 1881 und war zweimal Ministerpräsident und dreimal Finanzminister, spielte also in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle im politischen Leben seines Landes.  1848 erwarb er Hughenden Manor, und er ließ das Ende des 18. Jahrhunderts gebaute Haus durch den Architekten Edward Buckton Lamb, der bereits mehrere Kirchen im Land entworfen hatte, nach seinen Vorstellungen umstrukturieren und wohnte hier bis zu seinem Tod am 19. April 1881.

Mich interessierte Benjamin Disraeli mehr als die geheimen Operationen, die unter dem Decknamen Operation Hillside im Zweiten Weltkrieg hier stattfanden und die im Kellergeschoss sehr ausführlich dokumentiert werden.

Auf dem Weg durch das Manor House (den man auf eigene Faust vornehmen kann) kommt man durch die Räumlichkeiten, in denen der Poiltiker viele Jahre seines Lebens zugebracht hat wie die Bibliothek und sein Arbeitszimmer mit überquellendem Papierkorb (irgendwo im Raum ertönte die Stimme Disraelis). Alles ist sehr gemütlich eingerichtet und erweckt, den Eindruck, als ob der Hausherr jeden Moment erscheinen könnte. Sein Leben ist ausreichend mit Schaubildern dokumentiert.

Ich liebe diese englischen Herrenhäuser, ihren speziellen Geruch, ihre Atmosphäre!

Es gibt auch einen Shop, den ich allerdings nicht aufsuchte. Nach dem Besuch muss man sich wieder auf den recht steilen Aufstieg zum Parkplatz machen, dabei kommt man im Wald an allerlei Holzschnitzereien vorbei, wobei mir ein Flugzeug besonders gut gefiel (siehe das Foto unten).

Hughenden Manor ist ganzjährig ab 11 Uhr geöffnet und schließt um 17 Uhr (im Winterhalbjahr früher). Hier ist ein Film über das Manor House.

Hughenden Manor
Valley Rd
High Wycombe HP14 4LA

St Michael and All Angels.
Eigenes Foto.

The Library.
Eigenes Foto.

Das Arbeitszimmer.
Eigenes Foto.

Ein Kaminzimmer.
Eigenes Foto.

Das Holzflugzeug im Wald auf dem Weg zum Parkplatz.
Eigenes Foto.

 

 

Published in: on 9. Oktober 2017 at 02:00  Comments (1)  
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The London Sewing Machine Museum

„Wimbledon Sewing Machine Co. Ltd New & Used Industrial Machines – Retail , Trade & Export Domestic & Industrial Spares & Repairs“, so steht es an dem unscheinbaren Firmengebäude an der Balham High Road im Londoner Stadtteil Tooting Bec. Dort im ersten Stock ist eines der größten Nähmaschinenmuseen weltweit untergebracht: The London Sewing Machine Museum. Rund 600 Exemplare hat Firmenchef Ray Rushton in einem Zeitraum von fünfzig Jahren zusammengetragen und da befinden sich einige außergewöhnliche Raritäten darunter wie:

Barthelemy Thimonnier (1793-1857) war der erste Fabrikant von Nähmaschinen, und eine der ersten je hergestellten Exemplare kann man in dem Museum bestaunen. Wert der Maschine: Rund £50 000.

Einen Wert von £25 000 hat die Nähmaschine, die die älteste Tochter Queen Victorias, Victoria Adelaide Mary Louisa, zur Hochzeit geschenkt bekam, als sie 1858 Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen heiratete. Ob die Dame die Maschine auch wirklich nutzte, ist mir nicht bekannt, aber eine ihrer ergebendsten Angestellten, eine Mrs Wakelin, tat das, und sie erhielt die Nähmaschine als Geschenk, als sie sich in den Ruhestand zurückzog. Jetzt ist dieses Exemplar an der Balham Road zu besichtigen.

Die erste Nähmaschine aus dem Hause Singer ist ebenfalls im Museum ausgestellt (siehe dazu meinen Blogeintrag über die Familie Singer in Zusammenhang mit dem Oldway Mansion in Devon).

The London Sewing Machine Museum ist nur einmal im Monat für drei Stunden geöffnet und zwar jeden ersten Samstag von 14 Uhr bis 17 Uhr.

The London Sewing Machine Museum
308 Balham High Road
London SW17 7AA

 

 

Published in: on 8. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Bob, der Neufundländer, der in einem Gemälde von Sir Edwin Landseer verewigt wurde

This is a faithful photographic reproduction of a two-dimensional, public domain work of art.

Bob war ein Neufundländer und ein ganz erstaunlicher Hund. In den 1830er Jahren geriet das Schiff, in dem Bob an Bord war, vor der englischen Küste in Seenot und kenterte. Der Hund überlebte das Unglück und rettete auch noch zwei Passagiere. Von da ab kann man sagen, dass für Bob das Retten von Menschen zu seinem Lebensinhalt geworden ist, denn in einer Zeitspanne von dreizehn Jahren rettete der Neufundländer sage und schreibe 23 Menschen vor dem Ertrinken. Er hielt sich in dieser Zeit immer im Londoner Raum auf und war geradezu ein Strandwächer auf vier Pfoten. Als Dank für diese Leistung wurde Bob in die Royal Humane Society aufgenommen, das ist eine 1774 gegündete Lebensrettungsgesellschaft. Er erhielt eine Medaille und, was ihn sicher noch mehr gefreut hat, eine tägliche Mahlzeit bis ans Ende seines Lebens.

Der englische Tiermaler und Bildhauer Sir Edwin Landseer (1802-1873), dem wir die Löwen auf dem Londoner Trafalgar Square zu verdanken haben, hörte von dieser anrührenden Geschichte und wollte unbedingt ein Gemälde von Bob anfertigen, doch der Hund war wie vom Erdboden verschwunden; niemand wusste, wo er sich aufhielt und ob er überhaupt noch lebte. So leiht sich Sir Edwin einen anderen Neufundländer namens Paul und bringt ihn in sein Atelier. Dort setzt er ihn auf einen Tisch und beginnt zu malen. Aus dem Tisch wird eine Ufermauer, im Hintergrund ist ein wolkenverhangener Himmel über dem Meer zu sehen, Seemöwen ziehen ihre Kreise. Großartig gelungen ist das Porträt des Hundes, der aussieht, als könnte er jeden Moment aufstehen und aus dem Bilderrahmen steigen. „A Distinguished Member of the Humane Society“ nannte Sir Edwin Landseer sein Bild, das 1838 ausgestellt wurde, und das die Beliebtheit von Neufundländern in England gewaltig steigerte. Das Gemälde ist 111.8 × 143.5 cm groß und hängt heute in dem Londoner Kunstmuseum Tate Britain.

Published in: on 7. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Allerton Castle in North Yorkshire

Es ist schon viele Jahre her, als ich mich häufig in North Yorkshire aufhielt, da fiel mir immer wieder ein seltsam düsteres burgartiges Gebäude an der A59 auf, die von York nach Harrogate führt. Dort, wo sich die A59 mit der A168 kreuzt, liegt der Ort Allerton Mauleverer mit dem Allerton Castle. Als ich mir viele Jahre später den Spielfilm „The Secret Garden“ (dt. „Der geheime Garten“) ansah, erkannte ich das Gebäude wieder, das für die Außenaufnahmen des Films ausgewählt wurde und eine ähnliche düstere Atmosphäre ausstrahlte (ich berichtete in meinem Blog über den Spielfilm).

Allerton Castle wurde in seiner jetzigen Form Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut. Die Stourton Familie lebte in der Burg bis 1983. Der neue Besitzer war ein reicher amerikanischer Geschäftsmann namens Dr Gerald Rolph, der das total heruntergekommene und vom Abriss bedrohte Gebäude übernahm und sehr viel Geld hineinsteckte, um es wieder in vollem Glanz erstrahlen zu lassen. Aus allen Teilen der Welt holte Dr Rolph die erlesensten Antiquitäten zusammen, um damit im Allerton Castle die Räume zu füllen. Im Jahr 2005 erlitten die Renovierungsarbeiten einen Rückschlag, als ein Feuer mehrere Räume zerstörte, doch der Amerikaner ließ sich davon nicht beirren und kaufte weitere Einrichtungsgegenstände, um die betroffenen Räume wiederherzustellen.

Dr Rolphs investiertes Geld war gut angelegt; heute heißt es auf der Homepage von Allerton Castle „Welcome to England’s most elegant and illustrious gothic revival stately home“. Vor exakt einem Jahr wurde das Haus der Gerald Arthur Rolph Foundation for Historic Preservation and Education übergeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es ist von Ostermontag bis Ende Oktober jeweils Mittwochnachmittag geöffnet, ebenfalls an den Bank Holiday Montagen. Allerton Castle steht für Hochzeiten und Veranstaltungen und Filmproduktionen zur Verfügung. Neben dem bereits erwähnten „The Secret Garden“ diente das Haus auch als Drehort für Fernsehserien wie „Room at the Bottom“, „Lost in Austen“ und „Victoria“.

Allerton Castle
Allerton Mauleverer
North Yorkshire, HG5 0SE

Photo © Chris (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Meine Lieblings-Pubs – The Ferry Inn bei Stone in Oxney (Kent)

Eigenes Foto.

Wenn man an einem schönen sonnigen Sonntagmittag in der englischen „countryside“ einen Pub ansteuert, kann man fast sicher sein, dass dessen Parkplatz sehr gut gefüllt ist. Am Sonntag, dem 24. September, einem wunderschönen warmen Spätsommer- bzw. Frühherbsttag, fand ich den Parkplatz des Ferry Inns bei Stone in Oxney gegen 13 Uhr ebenfalls rappelvoll und nur mit Mühe konnte ich mein Auto an den Rand quetschen, ohne die Ausfahrt einen anderen Fahrzeugs zu blockieren. Der Biergarten vor dem Gasthof war gut besetzt und jeder schien die Sonne zu genießen.

Erst einmal, wo liegt der Ferry Inn genau? Den Pub findet man einsam gelegen an der Appledore Road, nördlich des Dörfchens Stone in Oxney, etwa auf halbem Weg zwischen New Romney und Tenterden, also ganz im Süden der Grafschaft Kent. Das Gebäude wurde 1690 erbaut und liegt am River Rother, einem kleinen Bach, der früher einmal sehr viel größer war und von einer Fähre überquert wurde.

Ich probierte das Oxney Ale, das von der Westerham Brewing Company in Edenbridge (Kent) speziell für den Pub gebraut wird. Es gibt eine „Dining Area“ mit einer kleinen aber feinen Speisenkarte. The Ferry Inn hat im Good Pub Guide 2017 hat eine Haupteintragung („worth a visit“).

The Ferry Inn
Appledore Road
Stone-in-Oxney TN30 7JY,

Published in: on 5. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Self Service Checkouts in englischen Supermärkten

Ein Tesco Superstore (allerdings nicht der in Amersham, sondern einer in Hereford).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Letzte Woche musste ich wieder einmal feststellen, dass englische Supermärkte in vielen Dingen den deutschen überlegen sind. Das beginnt bei den Öffnungszeiten und den Serviceangeboten und setzt sich bei den technischen Einrichtungen fort. Ich weilte erneut für einige Tage in Amersham in Buckinghamshire. In der Old Town an der London Road West steht der Tesco Superstore, der ganz erstaunliche Öffnungszeiten hat, wenn man bedenkt, dass lediglich 15 000 Menschen hier wohnen. An den meisten Tagen der Woche hat der riesige Supermarkt rund um die Uhr geöffnet, nur samstags schließt er „schon“ um 24 Uhr. Auch sonntags ist er von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Zu den Serviceleistungen gehören eine Apotheke, die jeden Tag von 8 Uhr bis 20 Uhr mit Fachpersonal besetzt ist, ein Travel Money Bureau, in dem man Geld in andere Währungen umtauschen kann, Grocery Collection (man bestellt seine Waren online und kann sie fix und fertig eingepackt am Store abholen), und die angeschlossene Tankstelle mit Autowäsche ist auch rund um die Uhr geöffnet.

In England eine Selbstverständlichkeit sind die Self Service Checkouts. Wer die Kassen, an denen noch „richtige Menschen“ sitzen, nicht in Anspruch nehmen möchte, ist sein eigener Kassierer; dafür stehen viele Terminals zur Verfügung, an denen man seine gekauften Waren einscannt und schließlich entweder bar oder mit Karte bezahlt. Dass es dabei nicht immer rund läuft, zeigt dieser Film.

Bequemer ist das Angebot von Tesco namens Scan As You Shop. Am Eingang nimmt man sich ein Lesegerät, stellt die mitgebrachten eigenen Einkaufstaschen in den Einkaufswagen und scannt mit dem Lesegerät den Barcode der ausgesuchten Waren ein, auf dessen Display man jederzeit die bisherige Zwischensumme sehen kann. Dann wird die Ware in die Einkaufstasche gelegt. Wenn man alles zusammen hat, geht man zu einem der Checkouts, scannt dessen Barcode ein und bezahlt, was in der Regel per Karte vorgenommen wird. Man braucht am Ende des Einkaufs also nicht mehr alles auspacken, aufs Band legen und anschließend wieder einpacken. Eine, wie ich finde, gute Lösung, um beim Einkaufen Zeit zu sparen. Dieser Film zeigt den Ablauf noch einmal detailliert.

Natürlich gibt es im Tesco Amersham Superstore überall kostenloses WLAN.

Die englische Firma Imperial Cars bietet sogar den Self Service Checkout beim Autokauf an wie in diesem Film zu sehen.

 

Published in: on 4. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
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The Chiltern Brewery in South Buckinghamshire

Eigenes Foto

Letzte Woche schaute ich einmal bei der Chiltern Brewery vorbei, die südöstlich von Aylesbury an der B4009 (an der wie Perlen auf einer Kette aneinandergereiht viele „Inspector Barnaby“-Drehorte zu finden sind) in South Buckinghamshire liegt. Die Brauerei gehört zu dem kleinen Ort Terrick und sie hat in der letzten Zeit jede Menge Preise gewonnen. Im Brewery Shop traf ich auf einen sehr freundlichen und auskunftsfreudigen Herren, der mir alle Biere genau erklärte und sie mir auch zum Probieren gab. Da sind drei Draught Ales, die ganzjährig angeboten werden: Chiltern Pale Ale, Beechwood Bitter und Chiltern Black. Darüberhinaus werden jeden Monat zwei Saison-Biere gebraut, jetzt im September waren das Kop Hill Ale und Copper Beech. Man experimentiert in der Chiltern Brewery auch vorsichtig mit eher ausgefallenen Zusammensetzungen wie Earl Grey IPA, Coffee Porter und Oatmeal Stout (mit denen ich nicht so viel anfangen kann). Unter den ganzjährig erhältlichen Flaschenbieren gibt es einige glutenfreie Sorten wie Battle of Britain Pale Ale (vom Verkauf jeder Flasche geht ein Teil des Erlöses an den Wohltätigkeitsfond der nahegelegenen RAF Halton) und Monument Gold Pale Ale.

Die Chiltern Brewery gehört keinem Konzern an und wird von den Brüdern George und Tom Jenkinson geleitet. 1980 war das Gründungsjahr der Brauerei. Bei den Great Taste Awards („‘Oscars’ of the food world and the ‘epicurean equivalent of the Booker prize“) 2017 bekam Bodger’s Barley Wine (ein Bier!) drei Sterne verliehen, also die höchste Auszeichnung. Dutzende von Preisen konnten die Biere aus den Chiltern Hills schon einheimsen.

In dem hübschen Brewery Shop gibt es auch noch anderen Dinge als nur Bier zu kaufen wie Produkte aus der Region, Cider aus Somerset, englischen Whisky usw. usw. Ich kann einen Besuch hier sehr empfehlen.

Brauereibesichtigungen finden jeden Samstagnachmittag, manchmal auch Freitagnachmittag, jeweils um 14 Uhr statt. Hier ist schon einmal ein Film über die Brewery zu sehen.

Siehe auch einen früheren Blogeintrag über das Spezialbier, das anlässlich der Geburt des kleinen neuen Prinzen George Alexander Louis Windsor hier gebraut wurde.

The Chiltern Brewery
Nash Lee Road
Terrick
Aylesbury
Buckinghamshire
HP17 0TQ

Eigenes Foto.

Published in: on 3. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Józef Stawinoga – Der Eremit von Wolverhampton

Hier auf dem Mittelstreifen der Ring Road St John’s in Wolverhampton wohnte Fred der Eremit.
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Es gibt wirklich sehr traurige Schicksale – so auch das von Józef Stawinoga,  der 40 Jahre lang als Eremit in einem kleinen Zelt an der inneren Ring Road von Wolverhampton (West Midlands) lebte. Am 28. Oktober 2007 starb er im Alter von fast 87 Jahren.

Stawinoga war Pole und emigrierte in den 40er Jahren nach England. Er heiratete 1952 in Wolverhampton, doch seine Frau verließ ihn nach einem Jahr. Ob es diese Trennung war oder ihn Kriegsereignisse mental so stark mitgenommen hatten, weiß man nicht genau. Eines Tages blieb er von seiner Arbeitsstelle weg, kehrte dort nie wieder zurück und führte das Leben eines Obdachlosen. Die Stadtverwaltung duldete es, dass er in einem Zelt lebte; er fiel nie negativ auf, im Gegenteil, man sah ihn häufig wie er die Straße und den Grünstreifen der Ring Road St John’s fegte.
Stawinoga, oder Fred wie er von vielen genannt wurde, wurde von der lokalen Gemeinde der Hindus und Sikhs als heiliger Mann angesehen. Manche aus der Bevölkerung brachten ihm kleine Geschenke oder versorgten ihn mit heißem Tee.

Ein Jahr nach seinem Tod stellte sich heraus, dass Fred auf seinem Konto hunderttausende von Pfund besass, die er nie angerührt hatte. Eine Erbenermittlerfirma fand heraus, wer in den Genuss der „Ersparnisse“ kam, drei Wiener, die sich das Geld teilen konnten.

Hier ist ein Film über Józef Stawinoga und hier ein Song über ihn.

Über Wolverhampton habe ich in meinem Blog bisher nur einmal geschrieben, in Zusammenhang mit dem Pub The Billy Wright.

Published in: on 2. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
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