Józef Stawinoga – Der Eremit von Wolverhampton

Hier auf dem Mittelstreifen der Ring Road St John’s in Wolverhampton wohnte Fred der Eremit.
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Es gibt wirklich sehr traurige Schicksale – so auch das von Józef Stawinoga,  der 40 Jahre lang als Eremit in einem kleinen Zelt an der inneren Ring Road von Wolverhampton (West Midlands) lebte. Am 28. Oktober 2007 starb er im Alter von fast 87 Jahren.

Stawinoga war Pole und emigrierte in den 40er Jahren nach England. Er heiratete 1952 in Wolverhampton, doch seine Frau verließ ihn nach einem Jahr. Ob es diese Trennung war oder ihn Kriegsereignisse mental so stark mitgenommen hatten, weiß man nicht genau. Eines Tages blieb er von seiner Arbeitsstelle weg, kehrte dort nie wieder zurück und führte das Leben eines Obdachlosen. Die Stadtverwaltung duldete es, dass er in einem Zelt lebte; er fiel nie negativ auf, im Gegenteil, man sah ihn häufig wie er die Straße und den Grünstreifen der Ring Road St John’s fegte.
Stawinoga, oder Fred wie er von vielen genannt wurde, wurde von der lokalen Gemeinde der Hindus und Sikhs als heiliger Mann angesehen. Manche aus der Bevölkerung brachten ihm kleine Geschenke oder versorgten ihn mit heißem Tee.

Ein Jahr nach seinem Tod stellte sich heraus, dass Fred auf seinem Konto hunderttausende von Pfund besass, die er nie angerührt hatte. Eine Erbenermittlerfirma fand heraus, wer in den Genuss der „Ersparnisse“ kam, drei Wiener, die sich das Geld teilen konnten.

Hier ist ein Film über Józef Stawinoga und hier ein Song über ihn.

Über Wolverhampton habe ich in meinem Blog bisher nur einmal geschrieben, in Zusammenhang mit dem Pub The Billy Wright.

Published in: on 2. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Vielen Dank für diese anrührende Geschichte.
    https://14tage.wordpress.com

  2. Hi Ingo,
    das ist ein sehr interessanter Beitrag. Ich habe mir auch den Film angeschaut. Der Mann war schon ein bisschen merkwürdig, was ich hier nicht negativ meine. Doch so lange jahraus jahrein in einem Zelt zu leben ist wohl doch nicht jedermanns Sache.
    .
    Viele Grüße

    • Nein, das wäre meine auch nicht, aber der Mann muss viel durchgemacht haben, dass ihn sein vieles Geld überhaupt nicht interessierte, und er mit seinem Zelt auf dem von Autos umtosten Grünstreifen genügte. Ein trauriges Leben.
      Viele Grüße zurück!
      Ingo


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