Bob, der Neufundländer, der in einem Gemälde von Sir Edwin Landseer verewigt wurde

This is a faithful photographic reproduction of a two-dimensional, public domain work of art.

Bob war ein Neufundländer und ein ganz erstaunlicher Hund. In den 1830er Jahren geriet das Schiff, in dem Bob an Bord war, vor der englischen Küste in Seenot und kenterte. Der Hund überlebte das Unglück und rettete auch noch zwei Passagiere. Von da ab kann man sagen, dass für Bob das Retten von Menschen zu seinem Lebensinhalt geworden ist, denn in einer Zeitspanne von dreizehn Jahren rettete der Neufundländer sage und schreibe 23 Menschen vor dem Ertrinken. Er hielt sich in dieser Zeit immer im Londoner Raum auf und war geradezu ein Strandwächer auf vier Pfoten. Als Dank für diese Leistung wurde Bob in die Royal Humane Society aufgenommen, das ist eine 1774 gegündete Lebensrettungsgesellschaft. Er erhielt eine Medaille und, was ihn sicher noch mehr gefreut hat, eine tägliche Mahlzeit bis ans Ende seines Lebens.

Der englische Tiermaler und Bildhauer Sir Edwin Landseer (1802-1873), dem wir die Löwen auf dem Londoner Trafalgar Square zu verdanken haben, hörte von dieser anrührenden Geschichte und wollte unbedingt ein Gemälde von Bob anfertigen, doch der Hund war wie vom Erdboden verschwunden; niemand wusste, wo er sich aufhielt und ob er überhaupt noch lebte. So leiht sich Sir Edwin einen anderen Neufundländer namens Paul und bringt ihn in sein Atelier. Dort setzt er ihn auf einen Tisch und beginnt zu malen. Aus dem Tisch wird eine Ufermauer, im Hintergrund ist ein wolkenverhangener Himmel über dem Meer zu sehen, Seemöwen ziehen ihre Kreise. Großartig gelungen ist das Porträt des Hundes, der aussieht, als könnte er jeden Moment aufstehen und aus dem Bilderrahmen steigen. „A Distinguished Member of the Humane Society“ nannte Sir Edwin Landseer sein Bild, das 1838 ausgestellt wurde, und das die Beliebtheit von Neufundländern in England gewaltig steigerte. Das Gemälde ist 111.8 × 143.5 cm groß und hängt heute in dem Londoner Kunstmuseum Tate Britain.

Published in: on 7. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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