Swanage in Dorset – „London by the Sea“

Die Fassade der Town Hall von Swanage.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Swanage in Dorset ist eine kleine, bei Touristen sehr beliebte Küstenstadt in Dorset. Im 19. Jahrhundert wurde aus dem Ort, der überwiegend vom Fischfang lebte, ein Verschiffungshafen für den Purbeck-Stone, der ganz in der Nähe auf der Isle of Purbeck abgebaut wurde. London war der Hauptabnehmer dieses beliebten Baumaterials, und die beiden Einheimischen John Mowlem und sein Neffe George Burt waren sowohl Bauunternehmer als auch Spediteure, die die Steine in die Hauptstadt transportierten. Mowlem arbeitete u.a. im Somerset House, in der St Paul’s Cathedral und an den Royal Mews. Damit die Schiffe nicht mit leeren Bäuchen nach Swanage zurückfuhren mussten. um Nachschub zu holen, verstauten die beiden Unternehmer alle möglichen Dinge in ihnen, die sie in London ab- und in ihrem Heimatort wieder aufbauten. Hier sind einige Beispiele davon, die noch heute in Swanage zu finden sind, von vielen Touristen aber nicht als „Made in London“ erkannt werden.

Gußeiserne Straßenpoller gehören mit dazu, die früher einmal an Londons Straßenrändern standen. Der Schriftzug „City of London“ weist auf den Ursprungsort hin.
In der High Street von Swanage finden wir die Town Hall, deren Fassade einmal die Mercers‘ Hall in London verzierte. Der Gebäudeteil stammt aus dem Jahr 1670 und wurde 1883 nach Swanage gebracht.

1854 errichtete man an einem Ende der London Bridge einen Uhrenturm, der dem Duke of Wellington gewidmet war. Das war keine gute Idee, denn der Turm stand dem immer stärker werdenden Verkehr so sehr im Wege, dass er abgebaut und nach Swanage transportiert wurde. Seinen neuen Standort fand der Wellington Clock Tower am Peveril Point, einer ins Meer herausragenden Halbinsel. Allerdings beherbergt der Turm weder ein Standbild des Dukes noch eine Uhr. Von dem Standbild hatte man damals in London aus Kostengründen Abstand genommen, und die Uhr soll sich nicht gerade durch ihre Präzision ausgezeichnet haben. Man wollte den Turm in London also  nicht mehr und so war er ein gefundenes Fressen für George Burt, der damit seine Heimatstadt noch mehr aufhübschen konnte.

Der Bauunternehmer, von Thomas Hardy „The King of Swanage“ genannt, hatte in der High Street für sich ein Haus erbaut, Purbeck House, in dem er ebenfalls Material aus London verwendete wie Bodenfliesen aus dem Palace of Westminster, einen Torbogen vom Hyde Park, Steinreste vom Albert Memorial und eine Balustrade und Säulen vom Billingsgate Markt. Burts Haus ist heute das 3*-Sterne Purbeck House Hotel.

Meine Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig; wer das nächste Mal durch Swanage spazierengeht, sieht die Stadt vielleicht mit anderen Augen.

Ein ehemaliger Londoner Straßenpoller.
Photo © Phil Champion (cc-by-sa/2.0)

Der Wellington Clock Tower.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Das Purbeck House Hotel.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 30. November 2017 at 02:00  Comments (1)  
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„Nuclear Dawn“ – Ein Wandgemälde in Londons Stadtteil Brixton

Brixton, im Süden Londons gelegen, galt früher als ein Stadtteil, den man lieber meiden sollte. Die Brixton Riots aus dem Jahr 1981 sind in dem überwiegend von Menschen aus der Karibik bewohnten Bezirk lange in Erinnerung geblieben. Heute entwickelt sich Brixton, wie so viele andere Regionen von London auch, in einen Stadtteil mit steigenden Mieten; „London’s trendiest places to live“ sagt The Guardian.

Eine Besonderheit hier sind die sogenannten Brixton Murals, also Wandgemälde, die nach den Aufständen in den 1980er Jahren entstanden. Die London Mural Protection Society (LMPS) kümmert sich um den Erhalt der Londoner „murals“, auch um die in Brixton. Eines davon nennt sich „Nuclear Dawn„, das man (noch) im Coldharbour Lane sehen kann und das an die Hauswand des Carlton Mansions (Hausnummer 372) gemalt wurde; das leerstehende Haus ist schon seit einiger Zeit vom Abriss bedroht. Eine Plakette der LMPS neben dem eindrucksvollen Bild informiert darüber, wer die Künstler waren, die das Wandgemälde geschaffen haben: Brian Barnes und Dale McCrea. Das Entstehungsjahr war 1981.

Das 25 qm große Bild zeigt ein erschreckendes Szenario: Ein riesiges Skelett steht über London, im Hintergrund explodiert eine Atombombe, in einem bombensicheren Bunker unter dem Parlamentsgebäude sieht man Margaret Thatcher, Ronald Reagan und Prince Charles. Der obere Teil des Skeletts ist in Fahnen der Länder gehüllt, die damals über Atomwaffen verfügten. In der oberen von der Atombombe verursachten Wolke sieht man die Umrisse der Kontinente, in der unteren sind schreiende Köpfe zu erkennen. Auf der rechten Seite des Wandgemäldes steigen Friedenstauben in den Himmel.

Leider ist dieses „mural“ im Laufe der Zeit von Vandalen verunstaltet worden, die ihre Graffitis darauf gesprüht haben. Unsinnige Wörter wie „The Mongolz“ und „Koze“ überdecken jetzt den unteren Teil des Bildes. Wie lange noch wird uns „Nuclear Dawn“ erhalten bleiben?

Die erst 2013 gegründete kleine Brixton Brewery in der Brixton Station Road hat vor wenigen Wochen ein Bier auf den Markt gebracht, das sich „Nuclear Dawn Botanical Sour“ nennt und dessen Etikett einen Ausschnitt aus dem Wandgemälde zeigt.

Hier ist ein Film über „Nuclear Dawn“ und weitere Brixton Murals.

 

Published in: on 29. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Hedgerley in Oxfordshire

The Dean Cottages.
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

Das Dorf Midsomer Parva steht im Mittelpunkt der Episode 69 „Secrets & Spies“ (dt. „Sportler und Spione“) der Krimiserie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“. Am 29. Juli 2009 wurde die Folge erstmals im englischen Fernsehen ausgestrahlt. Als Drehort wählte die Produktionsfirma Bentley Productions u.a. das kleine Dorf Hedgerley in der Grafschaft Buckinghamshire, das zwischen der Autobahn M40 und der A355 liegt, westlich von Gerrads Cross, ein Ort, der ebenfalls schon in drei Barnaby-Episoden zu sehen war.

Gleich zu Beginn von „Secrets & Spies“, nach dem Vorspann, wird der Zuschauer mit Hedgerley bekanntgemacht: Man begleitet den arroganten Geheimdienstmann Glen Jarvis auf der Fahrt mit seinem roten Sportwagen durch das Dorf und sieht ein langgestrecktes Cottage, das von einem weißgestrichenen Zaun umgeben ist, der Dorfteich gegenüber taucht auf, ebenso der örtliche Pub „The White Horse„, der im Film „The Allenby Arms“ heißt. Das Herrenhaus Allenby House, in dem Sir Malcolm Frazer mit Sohn Nicky und Schwiegertochter Jenny residiert, liegt allerdings nicht in Hedgerley; es ist das großartige Dorney Court in der Nähe von Windsor, über das ich in meinem Blog schon einmal berichtete.

Bei dem oben erwähnten Cottage handelt es sich um The Dean Cottages, einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude am Village Lane, in dem früher einmal das Postamt untergebracht war. Vor dem Haus spielt sich die Szene ab, in der der betrunkene Nicky Frazer seine Frau zur Rede stellt, die er zusammen mit ihrem Lover, dem Fahrer des Leichenwagens, trifft, mit dem der exzentrische Sir Malcolm seine letzte Fahrt ins Krematorium immer wieder übt.

Am Village Lane findet man auch den Dorfpub The White Horse, ein Haus aus dem Jahr 1740, in dem man unter anderen Bieren das speziell gebraute Hedgerley Pride der Rebellion Brewery in Marlow probieren kann. Der Pub ist in „Secrets & Spies“ mehrfach zu sehen.

Hedgerley ist stolz darauf, mehrere Male zu Buckinghamshires Best Kept Village gewählt worden zu sein.

1972 wurde im Dorf schon einmal ein Film gedreht: „The Amazing Mr. Blunden“ von Lionel Jeffries, nach dem Roman „The Ghosts“ von Antonia Barber. In diesem Filmausschnitt hält der Bus vor dem Pub The White Horse (ab Minute 13:16)

Der kleine Dorfteich gegenüber von den Dean Cottages.
Photo © David Howard (cc-by-sa/2.0)

The White Horse am Village Lane.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Cardboard Citizens – Eine Londoner Theatertruppe der besonderen Art

Zwei Obdachlose am Londoner Trafalgar Square.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

Die Schauspielerin Kate Winslet ist seit einigen Jahren Ambassador for Cardboard Citizens, einer Londoner Theatergruppe, die mit Obdachlosen für Obdachlose Theater spielt. 1991 entstand die Idee zu Cardboard Citizens in der Cardboard City, das war eine aus  Pappkartons bestehende Wohnecke in der Nähe des Waterloo Bahnhofs, wo „homeless people“ eine notdürftige Bleibe gefunden hatten. Heute steht an der Stelle das IMAX Kino. The Levellers schrieben einen Song darüber „Cardboard Box City„, ebenso die Formation Madness mit „Victoria Gardens„.

Die Theatergruppe bestand in der Anfangszeit aus Bewohnern dieses Camps, aus Trinkern, Strichern, Transvestiten und anderen Männern und Frauen, die auf der Schattenseite Londons lebten. Die Idee hinter den Cardboard Citizens ist die, den obdachlosen Menschen  mit Hilfe der künstlerischen Betätigung eine Aufgabe zu geben und ihnen zu helfen, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Außerdem sollen die Theaterstücke auf die Lage der Obdachlosen aufmerksam machen. Gespielt wird an allen möglichen Schauplätzen, das kann ein reguläres Theater sein, aber auch in Asylen, in Privatwohnungen oder auf der Straße.

Mittlerweile tourt die Theatergruppe auch außerhalb Londons und hat schon mit namhaften Bühnen kooperiert wie der Royal Shakespeare Company und der English National Opera. Hier ist ein Film über die Cardboard Citizens.

Über das Thema Obdachlosigkeit in England schrieb ich in meinem Blog zweimal, einmal über die Zeitschrift „The Big Issue“ und einmal über das Buch „No Fixed Abode“ von Charlie Carroll, das sich mit „homelessness“ beschäftigt.

Published in: on 27. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das MusEYEum – Ein Londoner Museum, in dem sich alles um Brillen dreht

Hier in der Londoner Craven Street liegt das MusEYEum. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Cornfoot

Das College of Optometrists, also die Fachhochschule der britischen Augenoptiker, betreibt in London das British Optical Association Museum (das MusEYEum) und ist überzeugt davon, dass die Besucher die ausgestellten Gegenstände “eye-catching” finden. In der Craven Street, ein paar Schritte vom Charing Cross Bahnhof entfernt, findet sich u.a. eine Sammlung von 3000 Brillen, von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu Designerbrillen des 21. Jahrhunderts; darunter Prominentenbrillen wie die von Dr. Samuel Johnson, Ronnie Corbett (ein englischer Komiker) oder Charles Percy Snow (ein Wissenschaftler und Schriftsteller).

Wer sich speziell für Kontaktlinsen interessieren sollte (sehen die nicht alle ziemlich gleich aus?), wird in dem Museum ebenfalls fündig. Auch eine Vielzahl historischer optometrischer Instrumente wird hier zur Schau gestellt.

Weiterhin besitzt das MusEYEum eine Sammlung wertvoller historischer Bücher zum Thema Augenoptik, darunter Georg Bartischs „Ophthalmodouleia“, ein Werk aus dem Jahr 1583.

Der Eintritt in das Museum ist frei, allerdings nur nach vorheriger Anmeldung.
Hier ist ein kleiner Film über das MusEYEum.

British Optical Association Museum
41-42 Craven Street
 London  WC2N 5NG
 

Published in: on 26. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Blue Vinney – Ein Blauschimmelkäse aus Dorset

This work has been released into the public domain

Ich finde es immer wieder interessant, in englischen Restaurants Käseplatten auszuprobieren, mit denen man Produkte aus dem Lande verkosten kann. In Deutschland kennt man vor allem Chester-, Cheddar- und Stiltonkäse, andere englische Sorten sind eher selten anzutreffen. Kürzlich fand ich bei meinem Käsehändler auf dem Markt Shropshire Blue, einen Blauschimmelkäse aus dem Norden Englands, der mir sehr gut schmeckte.

Der Dorset Blue Vinney ist ein weiterer Blauschimmelkäse, der eigentlich schon so gut wie ganz vom Markt verschwunden war, bis die Produktion 1980 wieder aufgenommen wurde und zwar von der Woodbridge Farm bei Bishop’s Caundle in Dorset, wo der echte Blue Vinney alleinig hergestellt wird. Auf der Farm an der A3030 bemühen sich 270  Holstein-Friesian Rinder Tag und Nacht, genügend Milch abzugeben, damit diese besondere Käseart produziert werden kann. Der Dorset Blue Vinney ist europaweit geschützt durch das PGI-Label, was Protected Geographical Indication bedeutet (wie auch der Exmoor Blue Cheeese und der Yorkshire Wensleydale Cheese). Nur Käse, der aus Dorset stammt, darf auch so genannt werden.

In früheren Zeiten  wurde der Schimmel in sehr sonderbaren Methoden in den Käse gebracht; so steht auf den Webseiten von www.kaesewelten.info zu lesen, dass dazu zum Beispiel verschmutzte Pferdehalfter durch die Milch gezogen wurden oder dass man den Käse neben feuchten und schimmeligen Stiefeln lagerte. Kein schöner Gedanke, solch einen Käse zu essen. Heute werden Blauschimmelkulturen verwendet.

Auf der Woodbridge Farm wird auch die Dorset Blue Soup hergestellt, die auf der Basis des Blauschimmelkäses beruht. Man arbeitet mit dem renommierten Fernsehkoch und Buchautor Hugh Fearnley-Whittingstall zusammen, dessen River Cottage auch in Dorset zu finden ist.

In diesem kurzen Film wird der Dorset Blue Vinney noch einmal vorgestellt.

Die Woodbridge Farm bei Bishop’s Caundle in Dorset.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. November 2017 at 02:00  Comments (4)  
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Pickering Place – Großbritanniens kleinster öffentlicher Platz in der City of Westminster in London

Über Londons berühmte Weinhandlung Berry Bros. & Rudd habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Direkt neben dem Laden in der St James’s Street führt eine kleine Passage zum Pickering Place, der nicht nur Londons kleinster öffentlicher Platz ist, sondern sogar der von ganz Großbritannien. Der des Nachts von Gaslampen erhellte Platz beherbergte im 19. Jahrhundert einmal die Botschaft der Republik Texas,  bis der Lone Star State 1845 in die Vereinigten Staaten integriert wurde. An dem Haus, das Berry Bros. gehörte, findet man eine Plakette mit der Aufschrift „Texas Legation: In this building was the legation for the ministers from the Republic of Texas to the Court of St. James 1842-1845.“ Angebracht wurde die Plakette von der Anglo-Texan Society, die 1953 von dem Romanschriftsteller Graham Greene (der am Pickering Place wohnte) gegründet wurde. Übrigens verließ die texanische Delegation (Botschafter war Dr. Ashbel Smith) 1845 London, ohne die ausstehende Miete von $160 gezahlt zu haben. Das holten aber 1986 26 Mitglieder Anglo-Texan Society nach, als sie in die Weinhandlung gingen und die Miete beglichen.

Benannt wurde der Mini-Platz nach William Pickering, der in den 1730er Jahren die Häuser errichten ließ; dessen Schwiegermutter führte einen kleinen Lebensmittelladen, aus dem später die große Weinhandlung werden sollte.

Der Pickering Place war eine Zeitlang beliebt als Austragungsort für Duelle, so soll der Londoner Dandy Beau Brummell sich hier einmal duelliert haben (wobei es auf Grund der Größe des Platzes sicher für die Sekundanten nicht ganz ungefährlich war). Auch Londons letztes Duell soll hier ausgetragen worden sein.

Ein weiterer berühmter Anwohner war der Premierminister Lord Palmerston (1784-1865), an den ein Steinrelief an einem Gitter am Pickering Place erinnert.

Der Platz mit dem Steinrelief von Lord Palmerston.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Dixe Wills: The Z -Z of Great Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines etwas angestoßenen Exemplares.

Bisher kannte ich nur Nachschlagewerke, die alles von „A-Z“ ordneten. Jetzt habe ich ein Buch gefunden, das die Buchstaben „A-Y“ einfach weglässt und nur den Buchstaben „Z“ verwendet: Dixe Wills und „The Z-Z of Great Britain“.

Auf außerordentlich humorvolle Weise verzeichnet Dixe Wills, Reisejournalist beim „Guardian“, sämtliche britischen Orte, die mit dem Buchstaben „Z“ beginnen; das sind immerhin so viele, dass sie 269 Seiten füllen (obwohl kaum jemand diese Orte je gesehen oder von ihnen gehört hat).

Das Buch beginnt mit „Zabulon„, einer Farm in Wales: „Population: 2 + sundry animals including two dogs, one called Tim, the other one not“ und endet mit der „Zulu Farm“ in Oxfordshire: „Zulu Farm is probably best known as a handy jumping-off point for Harwell’s atomic research station„.

Jede Eintragung hat u.a die Rubriken „Things to do“, „Nearest pub“, „Claim to fame“ und „Killer fact“ und endet mit einer witzigen Zeichnung des Autors. Schwarz-Weiß-Fotos (die leider von schlechter Qualität sind, was aber irgendwie nicht stört) garnieren das Ganze.
Das Buch ist ein einziges Lesevergnügen, randvoll mit britischem Humor, von dem Stephen Fry meint: „Exquisitely dotty, yet irresistibly charming. A project so pointless as to be vital to our national well-being„.

Sehr empfehlenswert!!!

Ich habe noch weitere Bücher von Dixe Wells wie „Tiny Islands„, über das ich in meinem Blog schon geschrieben habe. „Tiny Churches“ (2006) und „Tiny Histories“ (2017) werde ich im nächsten Jahr an dieser Stelle vorstellen.

Dixe Wills: The Z – Z of Great Britain. Icon Books 2005, ISBN 1-84046-689-8.

Die Zabulon Farm in Wales.   © Copyright Roger W Haworth and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Zabulon Farm in Wales.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger W Haworth and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Zulu Far, bei Harwell in Oxfordshier.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Zulu Farm bei Harwell in Oxfordshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 23. November 2017 at 02:00  Comments (1)  

The Montagu Arms Hotel in Beaulieu (Hampshire)

Im New Forest in Hampshire gibt es eine Vielzahl von angenehmen Hotels, das Montagu Arms in Beaulieu ist eines davon. In den einschlägigen Hotelführern wird es positiv erwähnt, der AA-Führer hat dem zu den „Pride of Britain“ gehörenden Haus vier Sterne verliehen.

Das 200 Jahre alte Montagu Arms wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert bzw. vergrößert, und wir finden im Hotel überall schöne Kamine und holzvertäfelte Wände.

Das Terrace-Restaurant gehört zu den besten weit und breit und rühmt sich dreier AA-Sterne, die sich Matthew Tomkinson erkocht hat. Tomkinson arbeitete vorher in „The Goose“ in Britwell Salome in Oxfordshire, wo er sich einen Michelin-Stern erkocht hatte („The Goose“ wurde 2010 geschlossen und zwei Jahre später neu eröffnet unter dem Namen „Olivier at The Red Lion„).

Das Hotel ist nicht sehr groß und verfügt nur über 22 Zimmer und Suiten, von denen einige über ein Himmelbett verfügen. Die Übernachtungspreise in der Woche für ein Standard-Doppelzimmer beginnen bei £229 (incl. Frühstück) und enden bei £349 für die Deluxe Suite. Am Wochenende liegen die Preise deutlich höher (um £50.00 bis £90.00),

Über ein eigenes Spa verfügt The Montagu Arms nicht, die Gäste können aber das SenSpa von Careys Manor Hotel in Brockenhurst, dem Schwesterhotel, mitbenutzen, das etwa 10 km entfernt liegt und das ich in meinem Blog auch schon vorgestellt habe. Beide Häuser kann ich für einen Aufenthalt im New Forest sehr empfehlen!

Dieser kleine Film gibt einen ersten Eindruck vom Hotel.

The Montagu Arms Hotel
Beaulieu
New Forest, Hampshire.
SO42 7ZL

Published in: on 22. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Association of Lighthouse Keepers

Das Hurst Point Lighthouse an der Küste von Hampshire.
Photo © Ian McLean (cc-by-sa/2.0)

Die Zeiten sind lange vorbei, als Leuchttürme noch von Menschenhand bedient wurden. Auf manchen abgelegenen Türmen wie dem Eddystone Lighthouse verbrachten die Leuchtturmwärter mehrere Tage am Stück, oft umgeben von der tobenden See, bis sie wieder abgelöst wurden. Heute senden die Leuchttürme ihre Warnsignale an die vorbeiziehenden Schiffe vollautomatisch. Doch dem „Lighthousekeeping“ haftet nach wie vor ein Hauch Romantik an und so gibt es die Association of Lighthouse Keepers (ALK), in der sich die verbliebenen und ehemaligen Wärter zusammengeschlossen haben, unter dem Motto „Keeping Lighthouse Heritage Alive“. Die Gesellschaft steht aber jedem offen, der sich für die Thematik interessiert und das scheinen nicht wenige zu sein.

ALK unterhält ein eigenes Museum im Hurst Castle bei Milford-on-Sea in der Grafschaft Hampshire, neben dem auch ein Leuchtturm steht, das Hurst Point Lighthouse. Die Gesellschaft gibt seit 1989 eine eigene, vierteljährlich erscheinende Zeitschrift heraus namens LAMP, in der man alles zum Thema finden kann und in der neue Bücher vorgestellt werden. Es ist erstaunlich wie viele Bücher Jahr für Jahr in Großbritannien über Leuchttürme veröffentlicht werden.

Mat Dickson hat einige CDs veröffentlicht, die auch bei der ALK zu beziehen sind, deren Musik von Leuchttürmen inspiriert worden sind wie „The Lighthouse Keeper„. Auf dieser CD findet man u.a. „From These Shores„, hier zu hören.

Wer einmal seine Ferien in einem Leuchtturm verbringen möchte, dem stehen eine ganze Reihe in England zur Verfügung wie zum Beispiel das Belle Tout Lighthouse am Beachy Head in East Sussex oder das Gurnard Cottage am St Catherine’s Lighthouse auf der Isle of Wight.

Dieser Film stellt die Association of Lighthouse Keepers noch einmal detailliert vor.

Das mietbare Belle Tout Lighthouse am Beachy Head in East Sussex.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Ebenfalls zu mieten: Das Gurnard Cottage am St Catherine’s Lighthouse auf der Isle of Wight.
Photo © Shazz (cc-by-sa/2.0)

The Forbidden Corner bei Middleham (North Yorkshire) – The strangest place in the world

Mitten in den Yorkshire Dales, in der Nähe von Leyburn, liegt ein großes Gelände mit allerhand Merkwürdigkeiten, das sich The Forbidden Corner nennt, mit dem Zusatz „The Strangest Place in the World„.

Ein gewisser Colin Armstrong, der Besitzer von Tupgill Park, auf dessen Gelände The Forbidden Corner liegt, hatte sich in den 80er Jahren zu seinem eigenen Vergnügen diese Ansammlung von Follies zugelegt und sie dann 1997 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Menschen strömten herbei, um sich den „Pleasure Garden“ anzusehen, was in der direkten Nachbarschaft nicht auf durchgängige Begeisterung stieß, wurde doch das Verkehrsaufkommen in der Umgebung von Leyburn stark erhöht. Die Geschäftsleute in der Region aber freut es bestimmt.

Was gibt es denn nun hier eigentlich zu sehen? Tunnel, einen Irrgarten, einen „Temple of the Underworld“, eine gläserne Pyramide, Wege, die nirgendwohin führen, merkwürdige Statuen usw. usw. Kinder, aber auch Erwachsene, lieben The Forbidden Corner, das von der Tageszeitung The Guardian als „Best Family Trip“ empfohlen wurde.

The Corner Café bietet Erfrischungen und kleine Gerichte für zwischendurch an und im Gift Shop kann man sich zuguterletzt mit Souvernirs eindecken.

Geöffnet ist The Forbidden Corner in der Regel vom 1. April bis zum 31. Oktober und dann nur noch bis Weihnachten an Sonntagen. Der Eintritt kostet für Erwachsene £12, für Kinder £10. Eine Vorabbuchung ist erforderlich.

Eine echte Kuriosität wie dieser Film zeigt.

The Forbidden Corner
Tupgill Park Estate,
Coverham,
Middleham
Leyburn
North Yorkshire DL8 4TJ

The secret Roman Temple.
Photo © Bev Dickinson (cc-by-sa/2.0)

Ein Blick in die Herrentoilette.
Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

Der Parkland Walk im Norden Londons

Bis in die 1970er Jahre verlief im Norden Londons zwischen Finsbury Park und dem Alexandra Palace eine etwa vier Kilometer lange Eisenbahnlinie, die Haltepunkte u.a in Stroud Green, Crouch End und Cranley Gardens hatte. Nachdem die Verbindung eingestellt worden war, entfernte man die Gleise und die ehemalige Bahnstrecke entwickelte sich als beliebter Spazierweg und wird gern von Joggern frequentiert. Entlang des bewaldeten sogenannten Parkland Walks liegen nach wie vor die verlassenen Bahnsteige der ehemaligen Stationen, die mittlerweile von der Natur in Besitz genommen worden sind. Die Tunnel, die an der Strecke liegen, sind nicht zugänglich, sie erfreuen sich aber bei Fledermäusen großer Beliebtheit. Die durch Gitter blockierten Eingänge werden immer mehr von Pflanzen zugewuchert. Graffiti-Sprayer haben sich an vielen Mauern ausgetobt.
In der Nähe der Bahnstation Crouch End findet man die etwas unheimlich wirkende Skulptur eines Green Man, die den Namen The Spriggan trägt und von der Künstlerin Marilyn Collins geschaffen wurde.

Stephen King hat einmal eine Horror-Kurzgeschichte geschrieben, die „Crouch End“ heißt und 1980 in der Sammlung „New Tales of the Ctulhu Mythos“ veröffentlicht wurde; später überarbeitete der Autor die Story noch einmal und sie erschien in der Kurzgeschichtensammlung „Nightmares und Dreamscapes“; in der deutschen Übersetzung „Alpträume“. Diese Geschichte soll auf einem Spaziergang Stephen Kings auf dem Parkland Walk beruhen, als er einmal seinen Schriftstellerkollegen Peter Straub besuchte, der hier ganz in der Nähe wohnte.

Dieser Film zeigt den Parkland Walk.

Verbarrikadierte Tunnel, in denen sich Fledermäuse wohlfühlen.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

The Green Man.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Die verlassenen Bahnsteige von Crouch End Hill.
Photo © Peter Neal (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. November 2017 at 02:00  Comments (4)  
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The Blakeney Hotel in Blakeney (Norfolk)

An der Nordküste Norfolks liegt in dem Ort Blakeney ein hübsches Hotel, das Blakeney Hotel. Das Besondere an diesem Haus: Es liegt direkt am Kai mit kleinen Schiffen vor der Haustür. Der Blick geht auf den Blakeney National Nature Reserve, der dem National Trust gehört. Ich habe hier einmal übernachtet und war von dem 4*-Haus sehr angetan (bitte nicht verwechseln mit dem Blakeney Manor Hotel, das nur rund 200 Meter weiter liegt).

Das Hotel verfügt, neben der ausgezeichneten Lage, über alles, was man so braucht: Ein Hallenbad mit Sauna und kleinem Fitnessraum und ein Restaurant mit guter Küche (es hat schon seit zehn Jahren eine AA-Rosette!) und schönem Blick aufs Meer.

Von Blakeney aus kann man Spaziergänge am Meer und durch die Salzmarschen machen, und auch einige Stately Homes liegen nicht weit entfernt: Holkham Hall, Houghton Hall oder Sandringham sind leicht mit dem Auto zu erreichen.

Die Zimmerpreise im Blakeney Hotel, das ganzjährig geöffnet ist, beginnen bei etwa £ 190 für ein Standard-Doppelzimmer und gehen bis zu über £ 360 für ein Zimmer der höheren Kategorie, je nach Saison.

Ein sehr zu empfehlendes Hotel für einen Besuch der Nordküste Norfolks. Dieser Film zeigt Bilder vom Hotel und der näheren Umgebung.

Published in: on 18. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History in London – Schräger geht es wirklich nicht

The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural HistoryThe Last Tuesday Society„, so steht es über der Tür des schmalen zweistöckigen Hauses in der Mare Street im Londoner Stadtteil Hackney, im Nordosten der Stadt, und was sich hinter dieser Tür verbirgt, mag man kaum glauben. Doch zuerst, wer ist Viktor Wynd und was ist die Last Tuesday Society?

Viktor Wynd ist ein exzentrischer Künstler und Buchautor, zu dessen Werken zum Beispiel „Structures of The Sublime; Towards a Greater Understanding of Chaos“ gehört, das er 2005 veröffentlichte. Er ist Mitglied des Londoner Institute of Pataphysics, ein Begriff, den ich auch noch nicht kannte und ziehe zur Erklärung die Wikipedia zur Hilfe: „Pataphysik (frz. ’Pataphysique, ein Wortspiel mit den homophonen Formulierungen patte à physique, pas ta physique und pâte à physique) ist ein absurdistisches Philosophie- und Wissenschaftskonzept des französischen Schriftstellers Alfred Jarry (1873–1907), das sich oftmals als nonsensische Parodie der Theoriebildungen und Methoden moderner Wissenschaft gibt“. Jetzt dürften alle Unklarheiten beseitigt sein.

The Last Tuesday Society ist eine Gesellschaft in London, die von Viktor Wynd geleitet wird, und die künstlerische und literarische Events durchführt, meist der schrägen Art.

Kommen wir zum Museum zurück und was man dort alles bestaunen kann. Wer schon immer einmal „the darkness that Moses brought upon the Egyptians“ sehen wollte, wird hier fündig; diese Dunkelheit, die über die Ägypter kam, ist in einer Box enthalten. Es gibt banale Dinge zu sehen wie eine Sammlung von Happy Meal Toys von McDonalds, aber überwiegend sind es extrem ausgefallene Dinge, die im Museum ausgestellt werden wie:

Ein Kothäufchen der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse in einem Glas (wie mag das wohl von der Produzentin hierher nach Hackney gekommen sein?), benutzte Kondome der Rolling Stones, masturbierende afrikanische Figuren, tote Babies in Flaschen, Vaginas von Prostituierten aus der viktorianischen Zeit, ein Lamm mit acht Beinen, das Skelett einer Meerjungfrau, ein Schrumpfkopf aus Südamerika, der mumifizierte Finger des mexikanischen Rebellen Pancho Villa und und und.

Die Bibliothek des Museums enthält Bücher mit Titeln wie Shopping Centre Sex, The Aesthetics of the Japanese Lunch Box, Who Cares About Elderly People, A Sex Guide For Irish Farmers, Let’s Play Nurse & Doctor und, mein Favorit, das unfreiwillig komisch formulierte How To Help Your Husband Get Ahead.

Dieses Kuriosenkabinett ist faszinierend für alle diejenigen, die einen Nerv für alles Schräge, Skurrile und Exzentrische haben. Diese beiden Filme geben einen tieferen Einblick in Viktor Wynds Reich (Film 1, Film 2).

Das Museum ist mittwochs bis sonntags von 12 Uhr bis 23 Uhr geöffnet.

The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History
11 Mare Street
London
E8 4RP

 

Mein Buchtipp – Justin Brown: UK on a g-string – adventures of the world’s first and worst door-to-door busker

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Wieder eine nette Lektüre aus dem Verlag Summersdale Publishers aus Chichester. Justin Brown ist ein „Kiwi“, also ein Neuseeländer, der gegen einen Aussie, also einen Australier, eine Wette verliert. Der Verlierer muss als „door-to-door busker„, als Straßenmusikant, nach England fahren und sich dort das Geld für den Rückflug nach Neuseeland musikalisch zusammenbetteln, aber ausschließlich, indem er von Tür zu Tür zieht und den Leuten (gegen eine entsprechende Geldspende) ein Lied vorsingt.
Also fliegt Justin nach London und beginnt dort mit den ersten Versuchen. Leider ist es Dezember, eiskalt und seine Gitarre muss permanent neu gestimmt werden. Justins Repertoire ist äußerst  überschaubar; es besteht aus einem selbstgeschriebenen Harry Potter-Song und einem Lied mit dem Titel „Kentucky Fried Kitten„. Sonst hat er nur noch einige Lieder auf Lager, die nicht so ganz jugendfrei sind.
Es ist ein mühsames Geschäft; viele Hausbewohner schlagen ihm die Tür vor der Nase zu oder machen gar nicht erst auf. Auch außerhalb Londons läuft das Geschäft nicht viel besser. Aber es gibt einige Ausnahmen: Der Ort Devizes in Somerset und Sheffield in South Yorkshire sind spendabel, während Reading in Berkshire und Harlington in Bedfordshire Door-to-Door Buskern gegenüber, milde ausgedrückt, sehr zurückhaltend sind.

Justin Brown: UK on a g-string – adventures of the world’s first and worst door-to-door busker“. Summersdale Publ. 2006. 317 Seiten. ISBN 978-1-84024-379-6.

Published in: on 16. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  

Wer war eigentlich… John Lewis, nach dem die Kaufhauskette benannt wurde?

Das Flaggschiff in der Londoner Oxford Street-
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

50 John Lewis-Kaufhäuser gibt es Großbritannien; das ist im Vergleich zum Konkurrenten Marks&Spencer nicht allzuviel, der über 375 Läden im ganzen Land verfügt. Dafür gehört John Lewis zu den hochwertigeren Kaufhäusern auf dem britischen Markt mit einem Umsatz von geschätzten £3,7 Milliarden für dieses Jahr.

Die Kunden, die in der Warenhauskette ein und ausgehen, werden sich wohl kaum Gedanken darüber machen, wer John Lewis, der Gründer der Department Stores, eigentlich war.

John Lewis wurde 1836 im ländlichen Shepton Mallet in Somerset in der Town Street geboren. Er machte eine Lehre in einem örtlichen Textilwarengeschäft und ging schon im zarten Alter von 14 Jahren nach London, wo er eine Stelle im Textilkaufhaus von Peter Robinson in der Oxford Street  fand, sich dort langsam hocharbeitete und Spezialist für den Einkauf von Seide wurde. 1864 eröffnete John Lewis ein eigenes Geschäft, ebenfalls in der Oxford Street, das er so erfolgreich führte, dass er daraus später in den 1880er Jahren ein Kaufhaus machte, in dem er ein viel größeres Warenspektrum anbot. 1905 übernahm er das Kaufhaus von Peter Jones am Sloane Square in Chelsea, das noch heute zu der Firmengruppe von John Lewis gehört. Bis ins hohe Alter von 95 Jahren hielt der Firmenchef die Zügel in der Hand, unterstützt von seinen Söhnen Oswald und John Spedan, wobei sich aber letzterer stärker einbrachte, während sich Oswald in der Politik engagierte.
Am 8. Juni 1928 starb John Lewis in seinem Haus Spedan Tower in Hampstead, das er schon 1888 gekauft hatte. Dort am Grange Garden findet man an einer kleinen Mauer eine Plakette mit der Inschrift:

„John Lewis Silk Mercer Of Oxford Street Resided At Spedan Tower Hampstead From 1888 To 1928 As Did His Elder Son John Spedan Lewis Later Founder Of The John Lewis Partnership This Plaque Is Placed Near The Site Of Spedan Tower“.

Das Flaggschiff der Kaufhauskette John Lewis liegt nach wie vor in der Oxford Street (Nummer 300).

Hier ist einer der diesjährigen Weihnachtswerbespots von John Lewis und hier ein Rundgang durch das weihnachtlich geschmückte Kaufhaus in der Oxford Street.

Die Town Street in Shepton Mallet (Somerset), in der John Lewis 1836 geboren wurde.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Eine Filiale in Newbury (Berkshire).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. November 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Die Amy Winehouse Statue im Londoner Stables Market und die Lieblings-Pubs der Sängerin in Camden

Mitten im Londoner Stables Market im Stadtteil Camden, einem bunten Markt, der Einzelhändlern vorbehalten und für die allgegenwärtigen Kettenläden tabu ist, steht die lebensgroße Statue einer Sängerin, die im Alter von 27 Jahren am 23. Juli 2011 an einer Alkoholvergiftung starb: Amy Winehouse. Ich erinnere mich noch so genau an das Datum, weil ich damals nur wenige Kilometer entfernt war und von ihrem tragischen Tod aus dem Fernsehen erfuhr. Amy Winehouse lebte ganz in der Nähe, am Camden Square Nummer 30. Ein Baum gegenüber von ihrem Haus ist zu einer Kultstätte für ihre Fans geworden.

Der renommierte Londoner Künstler Scott Eaton wurde damit beauftragt, die Skulptur der Sängerin anzufertigen, die am 14. September 2014 eingeweiht wurde, dem Tag, an dem Amy 31 Jahre alt geworden wäre. Eaton, der auch durch seine Venus of Cupertino iPod Docking Station bekannt wurde, hat eine sehr lebensnahe Bronzestatue geschaffen, die ursprünglich am Roundhouse in Camden aufgestellt werden sollte, dort, wo sie kurz vor ihrem Tod zuletzt auftrat. Doch man entschied sich dann doch für den Stables Market. Die Schauspielerin und Winehouse-Freundin Barbara Windsor nahm die Enthüllungszeremonie vor, die dieser Film zeigt.

Amy Winehouse liebte ihren Stadtteil Camden und hier waren auch ihre Lieblings-Pubs wie zum Beispiel The Dublin Castle in 94 Parkway. In diesem Musik-Pub trat die Sängerin häufig auf. Diese Dokumentation zeigt den Pub, in dem zum Beispiel die britische Band Madness ihre ersten Auftritte hatte. Ein anderer von Amy Winehouse favorisierter Pub war The Hawley Arms in der Castlehaven Road, ein weiterer Musik-Pub, in dem sie durchaus auch mal hinter die Theke ging und Biere zapfte.

Hier ist noch einmal zur Erinnerung ihr großartiges „Back to Black“ zu hören.

 

 

Published in: on 14. November 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Die St Swithun’s Church in Wickham (Berkshire) – Die Kirche mit den Elefanten

St Swithun von Winchester ist ein Heiliger, nach dem viele Kirchen, vor allem im Süden Englands, benannt worden sind, so auch die des kleines Dorfes Wickham im Westen der Grafschaft Berkshire. Die Schreibweise des Heiligen variiert, er wird auch St Swithin geschrieben; ich habe mich für da „u“ entschieden.

Die Geschichte der ländlichen Kirche reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück, doch ich möchte mich an dieser Stelle nur mit der Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigen, als William Nicholson Pfarrer an dieser anglikanischen Kirche war. Rector Nicholson machte sich ab 1845 an die vollständige Restaurierung von St Swithun’s, was so einige Jahre in Anspruch nahm. Im Zuge der Baumaßnahmen wollte der Pfarrer auch das Hammerbalkengewölbe im nördlichen Kirchenschiff neu verzieren und zwar mit…Engeln, was sonst? Doch so ganz stand William Nicholson wohl doch nicht hinter der Idee mit der Engelverzierung, denn bei einem Besuch der Pariser Weltausstellung 1855 stieß er zufällig auf vier Elefanten aus Pappmaché, die es ihm sofort angetan hatten. Warum nicht meine Kirche mit Elefanten schmücken, fragte er sich, Engel gibt es doch in jeder anderen zu sehen. Also kaufte er die Dickhäuter und nahm sie mit nach Wickham. Da ihm vier Elefanten für sein Hammerbalkengewölbe aber als zu wenig erschienen, gab er vier weitere in Auftrag, die auch alle Namen haben wie Fortitude und Docility. Die Kirche in Wickham ist auf Grund dieser acht Tiere unter dem Dach zu einem Anziehungspunkt für Besucher von nah und fern geworden.

Eine weitere Besonderheit ist in der Kirche zu finden und zwar die beeindruckende Abdeckung des Taufsteins, die in Neuseeland für die Crystal Palace Exhibition 1862 in London angefertigt wurde und später den Weg nach Wickham fand.

Published in: on 13. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das HandsFree Hectare-Projekt der Harper Adams University in Shropshire

Das Harper Adams-Universitätsgebäude.
Photo © A Holmes (cc-by-sa/2.0)

Ich mag die kleinen Rasenmäherroboter, die leise schnurrend an Grashalmen knabbern und, so lange der Akku hält, kreuz und quer ihre Bahnen über Rasenflächen ziehen. Es macht Spaß ihnen bei der Arbeit zuzusehen.

Etwas Ähnliches, aber in weit größerem Stil, hat sich in diesem Jahr auf einem Experimentierfeld der Harper Adams University bei Newport in der Grafschaft Shropshire abgespielt. Dort wurde ein ganzes Getreidefeld gesät, überwacht und schließlich geerntet, ohne dass Menschen bei den einzelnen Prozessen Hand anlegten. Alle Arbeiten haben fahrerlose Maschinen übernommen,von Drohnen überwacht. Sieht so die Landwirtschaft der Zukunft aus?

Das sogenannte HandsFree Hectare-Projekt, gestartet mit einem £200 000 Zuschuss des Staates, wurde von der Harper Adams University durchgeführt. Die Universität wurde nach Thomas Harper Adams benannt, einem wohlhabenden Farmer des 19. Jahrhunderts, der nach seinem Tod seine Ländereien für Forschung und Lehre zur Verfügung stellte. 1901 wurde das Harper Adams College gegründet, das 2012 Universitätsstatus erlangte, und das sich auf Agrarwissenschaft spezialisiert hat. Kanzlerin ist Anne, Princess Royal. 2016 wurde Harper Adams bei einer Studentenumfrage zur Universität des Jahres gekürt.

Die Betreiber des Projekts sehen in der Automatisierung der Landwirtschaft die Zukunft. Sie setzen dabei auf kleinere smarte Erntemaschinen, da ihrer Meinung nach die riesigen Mähdrescher im Laufe der Zeit durch ihr Gewicht Schäden am Ackerboden anrichten. Kameras, Laser, GPS und ferngesteuerte Drohnen werden möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft zum selbstverständlichen Handwerkszeug eines Farmers gehören, der, während seine Maschinen für ihn arbeiten, sich anderen Tätigkeiten zuwenden kann.

Das HandsFree Hectare-Projekt ist bisher einmalig in der Welt, und dieser Film zeigt Bilder davon.

Der neue Agri-tech Innovation Hub auf dem Gelände der Universität.
Photo © Richard Law (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 12. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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New Lodge bei Windsor (Berkshire) – Ein im neugotischen Stil erbautes Haus aus der viktorianischen Zeit

Queen Victoria liebte New Lodge, und so zog es sie und ihre Kinder immer wieder hierhin; das in neugotischem Stil erbaute Haus war ja vom Windsor Castle aus fast zu Fuß zu erreichen. New Lodge liegt rund drei Kilometer südlich von einem meiner Lieblingshotels, dem Oakley Court in Water Oakley.
Erbaut wurde es im Jahre 1857 von dem Architekten Thomas Talbot Bury, im Auftrag des US-Amerikaners  John Bates, der New Lodge seiner Tochter Elizabeth und seinem Schwiergersohn Jan Sylvain Van der Weyer, dem belgischen Botschafter in Großbritannien, zu ihrer Hochzeit schenkte. Die Wellingtonia-Bäume, die die Zufahrt zum Haus säumen, sollen u.a. von Queen Victoria gespendet worden sein.

1920 wurde New Lodge von der Van der Weyer-Familie verkauft und es wurde dort ein Krankenhaus eingerichtet, dann diente das Haus ab 1939 als Unterkunft für Flüchtlinge, dann von 1950 bis 1955 als Waisenhaus. 1956 kaufte es die British Transport Commission und richtete darin die British Railways School of Transport ein. In den 1970er Jahren schließlich wurde New Lodge umgebaut und als Bürogebäude für diverse Firmen genutzt. Auch diese Zeiten sind jetzt vorbei, denn momentan arbeitet das Architektenbüro Lewandowski Architects aus Eton  daran, New Lodge wieder als Familienwohnsitz umzugestalten. Das wunderschöne Gebäude wurde von den Brüdern Daniel und Benjamin Wallace gekauft.

Bevor New Lodge damals in den 1970er Jahren als Bürogebäude fungierte, wurden dort zwei Horrorfime gedreht. Zuerst 1970 „Trog“ (dt. „Das Ungeheuer“) mit Joan Crawford in der Hauptrolle, die eine Anthropologin spielt und einen urzeitlichen Höhlenmenschen entdeckt, der ihr und der Umgebung das Leben nicht gerade leicht macht. Für weitere Aufnahmen standen die nahegelegenen Bray Studios zur Verfügung, die direkt neben dem Oakley Court Hotel lagen. Hier ist der Trailer zum Film.

1972 folgte der Film „Asylum“ (dt. „Asylum – Irrgarten des Schreckens“), dessen Drehbuch Robert Bloch schrieb. Darsteller waren u.a. Peter Cushing, Britt Ekland und Charlotte Rampling. New Lodge ist die psychiatrische Klinik in der ein großer Teil des Films spielt. In den Shepperton Studios wurde ebenfalls gedreht. Hier ist der Trailer.

 

 

Published in: on 11. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The UK Wife Carrying Championships in Dorking (Surrey)

The Nower in Dorking (Surrey).
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

The Nower ist eine Parklandschaft zwischen dem Coldharbour Lane und dem Hampstead Lane in Dorking in der Grafschaft Surrey. Hier werden alljährlich die UK Wife Carrying Championships ausgetragen, ein kurioser Wettbewerb, bei dem Männer Frauen über eine   Strecke von 380 Metern tragen müssen. Der Ursprung des „Frauenwegtragens“ soll im Jahr 793 liegen, als Wikinger die im Nordosten liegende Insel Lindisfarne überfielen und dabei alle Frauen, die sie dort vorfanden, gegen ihren Willen wegtrugen.

Im Jahre 2008 kam man auf die Idee, dieses „wife carrying“, das vor Urzeiten als eine Art Sport betrieben wurde, wieder aufzunehmen und einmal im Jahr das UK Wife Carrying Race zu veranstalten. Teilnehmen können Pärchen (sie müssen nicht verheiratet aber mindestens 18 Jahre alt sein), bei denen die Frau ein Mindestgewicht von 50 kg haben muss. Hat sie das nicht, ist sie verpflichtet, beim Rennen einen Rucksack zu tragen, in dem sich Büchsen mit gebackenen Bohnen befinden müssen, die dem fehlenden Körpergewicht entsprechen (es dürfen auch Büchsen mit anderen Lebensmitteln sein).
Es gibt unterschiedliche Tragestile wie Huckepack, der „fireman’s carry„, wobei die Frau über der Schulter getragen wird, der „Estonian style„, dabei hängt die Frau mit dem Kopf nach unten, schlingt ihre Beine um Kopf und Schultern ihres Partners und hält sich an seinen Hüften fest und der „Dorking hold“ (wie beim Estonian, nur anders herum)

Auf der Webseite der Veranstalter wird gewarnt wie gefährlich das Rennen ist und was dabei alles passieren könnte: Man kann sich die Arme oder Beine brechen, schwere Rücken- und Kopfverletzungen erleiden, ja sogar der Tod ist nicht ausgeschlossen (was wohl eher als „tongue-in-cheek“ gemeint ist). Man solle sich davon aber bitte nicht abschrecken lassen.

Die Gewinner der UK Championships erhalten ein Fass Bier mit Pilgrim Ale der nahegelegenen Pilgrim Brewery in Reigate (Surrey) und einen Reisezuschuss von £250 zu den World Wife Carrying Championships, die in den letzten Jahren überwiegend in Finnland und Estland ausgetragen wurden. Der arme Mann, der die schwerste Frau über die Runde getragen hat, bekommt eine Wurst und einen anerkennenden Klaps auf den Rücken von den anderen Teilnehmern.

Hier sind Bilder von dem diesjährigen Rennen. Das nächste findet am 8. April 2018 statt.

Published in: on 10. November 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Die Stonehenge Brewery in Netheravon (Wiltshire) und ihr grünes Bier „Sign of Spring“

Als ich mich kürzlich mit dem „Barmann“ im Shop der Chiltern Brewery bei Wendover in Buckinghamshire unterhielt, erwähnte er, dass er bei einem Bierfestival einmal selbst leuchtendes Bier gesehen hätte. Er bezweifelte, ob dieses Bier ein wirklicher Genuss wäre. Ich fand bei meinen Recherchen keine britischen, sondern nur US-amerikanische Brauereien, die dieses Kuriosum herstellen wie die Glöbier Brewery in San Diego in Kalifornien.

Ein grünes Bier stellt die Stonehenge Brewery („Beers of Monumental Taste“) in dem kleinen hübschen Dorf Netheravon in Wiltshire her, das nur in den Monaten März, April und Mai produziert wird und „Sign of Spring heißt. Das Premium Bitter hat 4,6% Alkohol, wird mit Stonehenge Spring Water gebraut und beinhaltet „a drop of green magic“ wie man auf den Webseiten der Brauerei lesen kann. Die Farbe soll das Bier während des Brauprozesses erhalten und nicht durch Zusatz von Lebensmittelfarbe.

Die Stonehenge Brewery liegt nur wenige Kilometer von der gleichnamigen überlaufenen Touristenhochburg entfernt und wurde 1984 gegründet. Der Masterbrewer ist ein Däne und darum heißen zwei der Biere aus der Palette der Brauerei „Danish Dynamite„, hier ist eine kleine Kostprobe, und „Great Dane„. Es ist nicht schwer zu erraten, wann es das saisonale Bier namens „Rudolph“ gibt, nur im Dezember („Santa’s Choice“). Hier ist ein Film über die Brauerei.

Nach vorheriger Anmeldung kann man die kleine Firma in der Mill Road in Netheravon besichtigen. Auch das Dorf selbst ist einen Besuch wert; wer reetgedeckte Häuser mag, kommt hier voll auf seine Kosten.

Die High Street von Netheravon in Wiltshire.
Photo © Shazz (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 9. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Oratory in der Londoner Brompton Road – Drei Hochzeiten und kein Todesfall

Das Victoria & Albert Museum in der Londoner Brompton Road ist ein direkter Nachbar des The Oratory oder, wie die Kirche auch heißt, The Church of the Immaculate Heart of Mary oder The Brompton Oratory. 1884 wurde der Bau der römisch-katholischen Kirche abgeschlossen, die zweitgrößte dieser Konfession in London, nach der Westminster Cathedral. Betritt man das Innere der Kirche fühlt man sich nach Italien versetzt: Marmorene Säulen, Lichtkuppeln, Deckengemälde, Standbilder, Putti wohin man auch blickt, ein wirklich beeindruckendes Gotteshaus.

So ist es nicht verwunderlich, dass im The Oratory gern geheiratet wurde und wird. Drei prominente Persönlichkeiten gaben hier ihr Ja-Wort.

Der französische Dichter und Literaturkritiker Stéphane Mallarmé heiratete am 10. August 1863 im Oratory House, einem Vorgänger der heutigen Kirche, die Deutsche Maria Christina Gerhard. Der Franzose weilte in England, um die Sprache des Landes zu erlernen, da er Lehrer werden wollte.

Wenige Jahre nach Fertigstellung der Kirche schritt der Komponist Edward Elgar zum Altar. Am 8. Mai 1889 heiratete er die acht Jahre ältere Alice Roberts. Zum Zeitpunkt der Eheschließung war Elgar noch nicht berühmt, seine Kompositionen, die ihn international bekannt machen sollten, folgten erst später. Elgars Frau stammte aus einer Familie, die der anglikanischen Kirche sehr zugetan war, und die dieser Verbindung sehr skeptisch gegenüberstand. Alice willigte einer katholischen Eheschließung zu, und sie suchten sich dafür The Oratory in London aus, weit weg von ihrem heimischen Worcestershire.

Über 27 Jahre später, am 2. Dezember 1926, heiratete der 27jährige Alfred Hitchcock, der damals noch ganz am Anfang seiner Karriere als Regisseur von Spannungsfilmen stand, im Oratory die einen Tag jüngere Alma Reville, die ihn sein ganzes Leben lang begleiten sollte, sowohl privat als auch beruflich (sie war Drehbuchautorin und Filmeditorin). Hitchcocks älterer Bruder William fungierte als Trauzeuge, Almas jüngere Schwester Eva war die Maid of Honour. Die Hitchcocks wohnten nicht weit entfernt, in der Cromwell Road Nummer 153, eine blaue Plakette weist heute darauf hin.

Dieser Film zeigt Bilder aus dem Oratory, untermalt vom Knabenchor der Kirche.

Author: Rabanus Flavus.
This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Published in: on 8. November 2017 at 02:00  Comments (2)  
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The Milestone Society – Eine Gesellschaft, die sich mit dem Erhalt von Meilensteinen beschäftigt

An der A338 in Wiltshire.
Photo © MilestoneSociety (cc-by-sa/2.0)

Ein Meilenstein ist laut Wikipedia „ein in regelmäßigen Abständen an Straßen errichteter Entfernungsanzeiger“, meist in Abstand von je einer Meile angebracht. So wichtig diese Steine früher für Reisende einmal waren, so unwichtig sind sie heute im Zeitalter der Navigationsgeräte eigentlich geworden, doch es gibt in vielen Ländern immer noch Menchen, die sich dafür interessieren und sich für ihren Erhalt einsetzen, so auch in Großbritannien. The Milestone Society wurde im Mai des Jahres 2001 ins Leben gerufen; ihre Aufgabe: „to identify, record, research, conserve and interpret for public benefit the milestones and other waymarkers of the British Isles”. Die mehr als 400 Mitglieder umfassende Gesellschaft hält jedes Jahr ihre Hauptversammlung am ersten Oktobersamstag ab, in diesem Jahr in Long Compton in Warwickshire, im nächsten Jahr in Marlow in Buckinghamshire.

Einmal im Jahr erscheint das Journal der Milestone Society, das den Namen „Milestones & Waymarkers“ trägt und das vorwiegend über Konservierungs- und Restorationsarbeiten an Meilensteinen im ganzen Land informiert. Eine großartige Sache für alle Interessierte ist die Datenbank der Gesellschaft, Repository genannt, in der über 25 000 Meilensteine, Grenzsteine, Wegweiser und verwandte Gegenstände aufgelistet sind, größtenteils mit Foto. Man kann in der Datenbank nach jedem beliebigen Ort recherchieren und bekommt die in der Nähe zu findenden milestones angezeigt mit exakter Lagebeschreibung.

Viele Meilensteine wurden übrigens im Zweiten Weltkrieg entfernt oder die Inschriften unleserlich gemacht, um es potentiellen deutschen Invasoren schwerer zu machen, sich im Lande zu orientieren.

Thomas Hardy schrieb einmal ein Gedicht über einen Meilenstein „The Milestone by the Rabbit-Burrow„, in diesem Youtube-Video zu hören.

In einem früheren Blogeintrag schrieb ich über ein ähnliches Thema, über „fingerposts“.

An der A5183 in Hertfordshire.
Photo © MilestoneSociety (cc-by-sa/2.0)

An der A38 bei Stratford in Worcestershire.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Ashridge Estate in Hertfordshire – Ein Waldgebiet mit bemerkenswerten Bäumen

Der Harry Potter Tree.
Author: ukgardenphotos.
Creative Commons 2.0

Root and Branch: Tales of Trees at Ashridge“ heißt eine Ausstellung, die noch bis zum Frühjahr 2018 auf dem Ashridge Estate in Hertfordshire gezeigt wird. Der dem National Trust gehörende Landsitz bei Berkhamsted mit seinen weitläufigen Ländereien ist vor allem durch seine Vielzahl an bemerkenswerten Bäumen bekannt. Zwei von ihnen möchte ich heute in meinem Blog vorstellen.

Harry Potter-Filmfans können sich sicher noch an die Whomping Willow erinnern, jenen unheimlichen Baum auf dem Gelände der Hogwarts School.

„The Whomping Willow is a very valuable, very violent tree planted alone in the middle of the school grounds. It was planted the same year that Lupin arrived at Hogwarts (c. 1971) to disguise the opening to a secret passage from Hogwarts to the Shrieking Shack. Lupin would go through a hole in the Willow’s roots every month and through a tunnel to transform into a werewolf in the Shack where he couldn’t hurt anyone. The Willow was so dangerous that it kept other people from entering the passage and encountering the werewolf“.

Diese Passage habe ich aus dem Harry Potter Lexicon übernommen. Die Location Scouts der Harry Potter-Filme haben diesen uralten Baum ausfindig gemacht, der schon früher in anderen Filmen zu sehen war wie in „Sleepy Hollow“ (dt. „Sleepy Hollow“). Er hat dem Ashridge Estate bzw. dem National Trust eine Menge Geld eingebracht, denn die Filmproduzenten mussten tief in ihre Taschen greifen, um bei den sogenannten Frithsden Beeches drehen zu dürfen. Hier ist eine Szene mit der bösartigen Whomping Willow.
Im Juni 2014 ereilte den mehr als 400 Jahre alten Baum das Schicksal, als er in sich zusammenbrach, er konnte wohl sein eigenes Gewicht nicht mehr tragen und dürfte damit für zukünftige Filmaufnahmen uninteressant geworden sein. Schade!

Ein anderer Baum, eine Buche, trägt den Namen „War Wounds“ und hält eine Geschichte fest, die sich am 4. Mai 1944 hier auf dem Ashridge Estate abgespielt hat. Eine Gruppe junger US-amerikanischer Soldaten, die in der Nähe stationiert waren und sich auf den D-Day vorbereiteten, schnitzten in die Rinde des Baumes ein großes „V“ für Victory ein und die Abkürzungen der US-Bundesstaaten aus den sie kamen, nämlich aus Texas, Tennessee, Virginia, North Carolina, Michigan, New York, Illinois und South Dakota. Vier Wochen später wurden die jungen Männer bei der Landung in der Normandie eingesetzt; niemand weiß, was aus ihnen geworden ist. Hier ist ein Foto des Baumes zu sehen, dessen Inschrift noch immer zu entziffern ist.

Dieser Film stellt einige der bemerkenswertesten Bäume im Park vor.

Die Frithsden Beeches auf dem Ashridge Estate.
Photo © John Allan (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 6. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Follies – Der Waterloo Tower im Quex Park bei Birchington in Kent

In einem Land, das reich an verrückten Gebäuden, sogenannten Follies, ist, fällt sogar der Waterloo Tower noch besonders auf. Das über 60 m hohe Gebäude, das aus zwei übereinanderstehenden Türmen besteht, ist auf dem Gelände des Quex Parks zu finden, einige Meilen westlich von Margate bei Birchington in Kent.

Im Jahr 1819 wurde hier der Waterloo Tower von John Powell Powell erbaut, und er sollte zwei Funktionen erfüllen: Er beherbergt ein Mausoleum und einen Glockenturm. Der vier Stockwerke hohe „Unterturm“ besteht aus roten Ziegelsteinen und wird von vier achteckigen Türmchen gekrönt. Das ist jetzt nichts Besonderes, aber zum richtigen Folly wird der Waterloo Tower erst durch den „Oberturm“, der sehr stark an den Pariser Eiffelturm erinnert. Das merkwürdige aufgesetzte Gebilde besteht aus weiß gestrichenem Gusseisen und ruht auf den vier Türmen des darunterliegenden Gebäudes.

Im Waterloo Tower hängen 12 Glocken, eine Seltenheit bei nichtkirchlichen Gebäuden, und geläutet werden sie von den Mitgliedern der Quex Park Society of Change Ringers. Die Bellringer üben hier zweimal im Monat, sonst hört man die Glocken nur zu besonderen Anlässen.
Der obere Turm ist der Kirche St Mary of Charity im nahegelegenen Faversham nachempfunden.

Vielleicht hat ja Gustave Eiffel bei einer seiner Reisen den Waterloo Tower gesehen und den Eiffelturm (bewusst oder unbewusst) in diesem Stil nachgebaut?

Hier ist der Waterloo Tower von einer Drohne aus gefilmt.

Vorbild für den Waterloo Tower: St Mary of Charity in Faversham (Kent).
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Paul Gogarty: The Water Road – A Narrowboat Odyssey Through England

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

 

In einem früheren Blogeintrag stellte ich Paul Gogartys Buch „The Coast Road“ vor, in dem er seine Reise mit einem Wohnmobil entlang der englischen Küste beschreibt.
Gogarty hatte davor schon einmal eine Reise quer durch England unternommen und zwar mit einem Hausboot und diese Reise fand Niederschlag in seinem Buch „The Water Road: A Narrowboat Odyssey through England“.
In vier Monaten fuhr Paul Gogarty 900 Meilen auf englischen Kanälen, beginnend in London auf der Themse. Seine Fahrt mit einem „narrowboat“ führte ihn bis in den Norden Englands, wobei er u.a. den Grand Union Canal, den Oxford Canal und den Leeds & Liverpool Canal benutzte.
Die gemächliche Fahrt führte ihn durch Dutzende von Schleusen, verträumte Bilderbuch-Landschaften, durch nordenglische Städte, in denen er mit den Schattenseiten der Gesellschaft konfrontiert wurde (z.B. mit aggressiven Jugendlichen), und er begegnete vielen interessanten, hilfsbereiten und freundlichen Menschen.

„The Water Road“ führt den Leser in das „slow England„, abseits der Autobahnen und Schnellstraßen, in stimmungsvolle River-Pubs, in denen man mit anderen Menschen schnell ins Gespräch kommt.

Das bereits 2002 erschienene Buch ist nicht mehr lieferbar, aber antiquarisch leicht zu bekommen. Ich habe es mit sehr viel Vergnügen gelesen!

Paul Gogarty: The Water Road. Robson Books 2003. 364 Seiten. ISBN 1-86105-655-9.

Hausboote auf dem Grand Union Canal (hier bei Marsworth in Buckinghamshire).
Photo © Chris Reynolds (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. November 2017 at 02:00  Comments (4)  

The Canalhouse – Ein ungewöhnlicher Pub in Nottingham

Ich glaube, Nottinghams bekanntester Pub ist der uralte Ye Olde Trip to Jerusalem am Brewhouse Yard, der von sich selbst behauptet „The Oldest Inn in England“ zu sein, was aber andere Pubs auch von sich sagen. Ich berichtete in meinem Blog vor einigen Jahren über ihn.

Ein anderer Pub in Nottingham ist auch sehenswert, The Canalhouse, Englands einziger Pub, der nicht nur an einem Kanal liegt, sondern durch den auch ein Kanal führt. Der Beeston and Nottingham Canal wird mitten durch die Stadt geleitet, und ein kleiner Abstecher von ihm führt zum Canalhouse. Den Pub gibt es erst seit dem Jahr 2000, als er in dem ehemaligen Lagerhaus eröffnet wurde; davor war hier ein Kanalmuseum untergebracht. Mitten im Gasthaus liegen zwei Narrowboats, ein ungewöhnlicher Anblick.

Die Spezialität des Canalhouse ist seine riesige Auswahl an Flaschen- und Dosenbieren aus aller Welt, rund 250 verschiedene Sorten kann man hier probieren, dabei sind Exoten wie das Alaskan Smoked Porter, das neuseeländische Tuatara Outrigger und das argentinische Quilmes.  Aus Deutschland werden 17 Biere angeboten, darunter das Schlenkerla Rauchbier und das Flensburger Gold. Das interessante an der Speisekarte ist, dass zu den einzelnen Gerichten die jeweils dazu passenden Biere vorgeschlagen werden (sogar zu den Desserts).

Der Canalhouse Pub gehört zur Castle Rock Brewery, die ebenfalls in Nottingham ansässig ist und die Biere wie Screech Owl und Sherwood Reserve produziert. Die Brauerei wurde 1977 von dem ehemaligen CAMRA-Vorsitzenden Chris Holmes gegründet.

The Canalhouse bietet eine bunte Palette an Unterhaltungsmöglichkeiten an wie Comedy Nights und sogar Theateraufführungen wie zum Beispiel gestern Abend als „Romeo und Julia“ von der Much Ado About Theatre-Wanderbühne präsentiert wurde.

The Canalhouse
48-52 Canal Street
Nottingham NG1 7EH

 

Published in: on 3. November 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Pimlico Plumbers – Eine recht ungewöhnliche Sanitärinstallationsfirma in London

Vor einigen Jahren habe ich in meinem Blog über die englische Transportfirma Eddie Stobart und ihre LKWs geschrieben, die alle einen weiblichen Namen haben. Immer wenn ich einem dieser Trucks begegne, geht mein Blick automatisch zum Kühlergrill, wo dann Namen wie Anysia Rose, Nina Jonet oder Suki Alanna stehen.

Etwas Ähnliches macht die größte Londoner Firma für Sanitärinstallationen Pimlico Plummers (hier ist ein TV-Werbespot) mit ihren 200 Kleintransportern, deren Nummernschilder zum großen Teil in irgendeiner Form auf das Gewerbe hindeuten. Da gibt es Autos mit den Nummern „FIUSH“, „7OILET“, „B1DET“, „DRA11N“ oder „3LOO“. Der Firmenchef Charlie Mullins ist bereit, auch einmal tief in die Tasche zu greifen, um diese speziellen Nummernschilder zu erwerben, so gab er £35 000 für „CA11 OUT“ aus; schon ein bisschen schräg. Aber die Pimlico Plumbers machen immer wieder durch ungewöhnliche Aktionen von sich reden. Sie sind die Installateure der Stars und haben schon für Boy George, Chris Tarrant, Diana Rigg und Felicity Kendall gearbeitet. Die Firma zeichnet sich durch Qualitätsarbeit aus, verlangt dafür aber auch nicht gerade wenig Geld. In der Regel werden wochentags zur normalen Arbeitszeit £100 pro Stunde in Rechnung gestellt; das kann aber bis zu £250 hoch gehen, wenn man den nächtlichen Notdienst anfordert.

Der Firmenchef und Brexitgegner Mullins expandiert mit seinen Pimlico Plumbers von Jahr zu Jahr und gehört zu den erfolgreichsten Unternehmern Londons.

Ins Gespräch kam die Firma, als sie vor einigen Jahren Buster Martin im Alter von 97 Jahren anstellte, der noch bis zu seinem 104. Lebensjahr als Wagenpfleger für die Pimlico Plumbers arbeitete und damit der älteste Arbeitnehmer im Königreich war (er starb 2011).

Wie es in der Einsatzzentrale zugeht, zeigt dieser Film.

Jedes Jahr zu Weihnachten bzw. schon einige Wochen vorher, wird das Hauptquartier der Firma in der Sail Street in Lambeth entsprechend herausgeputzt, und das Switch-On ist immer ein riesiges Happening, das von einem Prominenten vorgenommen wird, im vorigen Jahr war es der Schauspieler und Comedian Bobby Davro. Hier ist ein Film darüber.

Der Firmensitz in der Sail Street in Lambeth.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Die Weihnachtsdekoration in der Sail Street.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 2. November 2017 at 02:00  Comments (1)  
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10 Rillington Place in Notting Hill (London) – Ein Mörderhaus in Film und Literatur

Foto meines Exemplares.

Vor zwei Jahren stellte ich mir in meinem Blog einmal die Frage, was denn eigentlich mit Häusern passiert, in denen Morde verübt worden sind. Können dieses Häuser weitervermietet bzw. weiterverkauft werden oder werden sie abgerissen? Manchmal wissen die Nachmieter nichts davon, was sich in ihren vier Wänden abgespielt hat, manchmal haben sie aber auch keine Berührungsängste.

Die vielleicht bekannteste und berüchtigste Adresse eines Londoner Mörderhauses lautet 10 Rillington Place im Stadtteil Notting Hill, in dem der Serienmörder John Christie (1899-1953) mehrere Frauen tötete. 1953  wurde er dafür im Gefängnis von Pentonville aufgehängt; sein Henker war Albert Pierrepoint ( s. dazu meinen Blogeintrag). Diese kurze filmische  Dokumentation fasst den Fall Christie kurz zusammen.

Was geschah nach dem Tode Christies mit dem Haus 10 Rillington Place? Es wurde von einem Mann aus der Karibik gekauft, der die Wohnungen an einige Landsleute vermietete. Das Haus stand noch siebzehn Jahre, bevor es zusammen mit den anderen Gebäuden am Rillington Place im Jahre 1970 abgerissen wurde (hier ist ein Film dazu). An dieser Stelle finden wir heute die Bartle Road und nicht wie vielfach geschrieben die Ruston Mews. Die Ruston Mews Association wehrt sich vehement gegen diese falschen Behauptungen. Die Bartle Road liegt direkt gegenüber und zieht sich parallel zum Westway, der A40.

1970 drehte der Regisseur Richard Fleischer einen Film mit dem Titel „10 Rillington Place„, der in Deutschland als „John Christie, der Frauenwürger von London“ gezeigt wurde. Die Hauptrolle spielte Richard Attenborough (1923-2014), Pat Heywood seine Frau Ethel. Viele Szenen wurden dabei tatsächlich in dem Originalhaus gedreht, in dem die Morde begangen wurden, kurz bevor es abgerissen wurde. Hier sind einige Ausschnitte.

Die BBC strahlte Ende 2016 einen Dreiteiler aus, der den Titel „Rillington Place“ (dt. „Rillington Place – Der Böse“) trug, mit Tim Roth als John Christie. Hier ist der deutsche Trailer.

Das ZDF nahm sich des Stoffes schon 1969 an in dem Fernsehspiel „Gnade für Timothy Evans„. Friedrich G. Beckhaus spielt darin die Rolle des John Christie.

Über den Serienmörder von Notting Hill wurden mehrere Bücher geschrieben, u.a. das wohl bekannteste „10 Rillington Place“ von Ludovic Kennedy (Victor Gollancz 1961).

2013 veröffentlichte Jonathan Oates die Biografie „John Christie of Rillington Place“ (Pen & Sword Books“), und zuletzt 2016 Jack Rosewood „John Christie: The True Story of the Rillington Place Strangler“ (CreateSpace Independent Publishing Platform).

Wer sich für das Thema Mörderhäuser in London interessiert, dem kann ich das Buch „Murder Houses of London“ von Jan Bondeson empfehlen, 2014 bei Amberley Publishing erschienen.

 

Published in: on 1. November 2017 at 02:00  Comments (1)  
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