Kunst mit Wasser Teil 3: Tim Hunkin, Andy Plant und ihre Neal’s Yard Waterclock im Londoner Covent Garden Bezirk

Author: Ann Biddle
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Heute begeben wir uns einmal in den Londoner Bezirk Covent Garden und zwar in die Straße Shorts Gardens, eine kopfsteingepflasterte Straße, die vom Seven Dials Roundabout zum Drury Lane führt. Dort finden wir an der Fassade der Nummer 21, über dem Health Foods-Laden Holland & Barrett, ein merkwürdiges Gebilde, in dessen Mittelpunkt eine Uhr hängt. An einer Leiter, die bis zum Dach führt, sind Trichter und Glocken befestigt und am Fuß der Leiter stehen fünf grün gekleidete Figuren mit Eimern und Gießkannen in der Hand.

Wir haben es hier mit einer (leider nicht mehr funktionierenden) Wasseruhr zu tun. Die Neal’s Yard Water Clock wurde 1982 von den beiden Künstlern und Tüftlern Tim Hunkin und Andy Plant entworfen und über dem damaligen Michael Loftus’s Neal’s Yard Wholefood Warehouse angebracht. Dieses geniale Kunstwerk funktionierte allein durch Wasserfluss, ausgelöst von einem Vorratsbehälter auf dem Dach. Das Wasser wurde durch die Trichter geleitet, wobei die Glöckchen zu klingen begannen, und durch ein ausgeklügeltes System wurden die Zeiger der Uhr bewegt, die dann auch tatsächlich die richtige Zeit anzeigte. Ein zusätzlicher Gag sind die erwähnten fünf Gestalten, deren Eimer und Gießkannen langsam gefüllt wurden; das Wasser ergoss  sich in einen verborgenen Tank und auf wundersame Weise sprossen plötzlich Plastikblumen daraus hervor. Besonders aufpassen musste man auf die ganz links stehende Gärtnerin, die mit dem frechen Gesichtsausdruck, denn sie hatte die Angewohnheit die unten stehenden Zuschauer mit Wasser zu bespritzen, was stets allgemeine Heiterkeit auslöste. Es wäre doch schön, wenn die Wasseruhr wieder richtig in Betrieb genommen werden könnte, so wie in diesem Film zu sehen.

Tim Hunkin ist in Großbritannien vor allem durch die Fernsehsendung „The Secret Life of Machines“ bekanntgeworden, in der technische Gegenstände des täglichen Lebens anschaulich erklärt werden (hier ist ein Beispiel).
Auch Andy Plant ist ein Tüftler, der noch andere Uhren konzipiert hat wie die Lightning Clock in North Shields und The Woolf in Wolverhampton. In diesem Film ist er bei der Arbeit zu sehen.

Published in: on 31. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  

Kunst mit Wasser Teil 2: Jason deCaires Taylor und The Rising Tide

Jason deCaires Taylor ist einer der führenden Unterwasserkünstler und machte sich 2006 einen Namen, als er vor der Küste der Insel Grenada in der Karibik den weltweit ersten Unterwasser-Skulpturenpark anlegte. Drei Jahre später installierte er auf dem Meeresboden vor Cancun in Mexiko seine Silent Evolution, eine Gruppe aus über 400 menschlichen Figuren. Auch Taylor möchte mit seinen Werken an das Umweltbewusstsein der Menschheit appellieren und auf die Schönheit der Unterwasserwelt hinweisen.

Im September 2015 ließ er sich für das Totally Thames Arts Festival in London wieder etwas Besonderes einfallen: The Rising Tide. Vier Reiterfiguren, jede etwa vier Meter hoch, stellte er im Distrikt Nine Elms am Südufer der Themse ins Wasser. Bei niedrigem Wasserstand sind die Figuren komplett zu sehen, wenn die Flut kommt, ragen nur noch die Köpfe aus dem Wasser der Themse. Zwei der Reiter stellen Geschäftsleute dar, zwei sind Kinder und die Botschaft Taylors lautet: Die beiden Erwachsenen sind verantwortlich für den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde, die Kinder wiederum werden in der Zukunft mit den Folgen des jetzigen Überkonsums der Menschheit leben müssen. Weiterhin will Jason deCaires Taylor auf die historische Bedeutung des Flusses hinweisen, der für Wirtschaft und Handel eine wichtige Lebensader darstellte.

Hier ist das eindrucksvolle Kunstwerk im Film zu sehen.

Published in: on 30. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Kunst mit Wasser Teil 1: Marcus Vergette und seine Time and Tide Bells

Eine der Gezeiten-Glocken in Anglesey (Wales).
Photo © Richard Hoare (cc-by-sa/2.0)

Marcus Vergette ist ein in den USA geborener und in England lebender Künstler (Mitglied der Royal British Society of Sculptors), der sich speziell für Glocken interessiert. Eines einer Projekte nennt sich „Time and Tide Bells“ von denen bereits fünf Exemplare existieren, geplant sind insgesamt zwölf. Dabei handelt es sich um kleine Glocken, die rund um die britische Küste installiert worden sind bzw. noch werden.
Der Klöppel der Glocken wird durch die Natur, sprich durch die Gezeiten, bewegt, das heißt, wenn die Flut steigt, erreicht sie die Glocken und es wird für eine gewisse Zeit ein stets variierendes Klanggemälde erreicht. Eine sehr interessante Idee, wie ich finde. Marcus Vergette will mit diesen Installationen auf die Bedeutung der Gezeiten und des ansteigenden Wasserspiegels in Zeiten des Klimawandels hinweisen.

Die erste wurde 2009 im Hafen von Appledore in North Devon errichtet (hier zu hören und zu sehen). Die Inschrift auf der Glocke lautet:
In thrall to the moon
rocked by her ebb and flow
I sing of swells beneath the stars
black waves at the storms height
new ships’ rhythmic passage west
seabirds in the dancing wake
all who set sail in sorrow or joy
and all who sleep below

Die zweite folgte ein Jahr später am Bosta Beach in Great  Bernera, Äußere Hebriden, in diesem Film am Anfang zu sehen. Die dritte Installation war ebenfalls im Jahr 2010 an der Trinity Buoy Wharf an der Themse in London, deren Glockenschlag hier zu hören ist. Weiter ging es mit Glocke Nummer 4 vor dem Dovey Yacht Club in Aberdyfi, Wales, im Juli 2011 (hier eine Kostprobe) und schließlich installierte Marcus Vergette seine fünfte Time and Tide Bell in Cemeas  an der Nordküste von Anglesey in Wales wie dieser Film zeigt.

Vor wenigen Tagen berichtete „Devon Life“, dass Glocke Nummer 6 im Jahr 2018 in Brixham (Devon) errichtet werden soll. Ich mag diese Hafenstadt sehr und sie ist einer Time and Tide Bell würdig. Marcus Vergette hat sich den neuen Standort schon einmal angesehen und war davon sehr angetan. Der Künstler wohnt in Devon, daher wohl auch seine Vorliebe für den zweiten Glocken-Standort in seiner Grafschaft.

…und eine Marcus Vergette-Glocke auf den Äußeren Hebriden.
Photo © Alan Bowring (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 29. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – William Parker: Amersham At Work – People and Industries Through the Years

Foto meines Exemplares.

Über Old Amersham in der Grafschaft Buckinghamshire, einem meiner Lieblingsorte im Königreich, habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben, so u.a.  über meine Aufenthalte im The Kings Head Hotel und über die Drehorte für einige „Inspector Barnaby„-Episoden.

Der zweigeteilte Ort gliedert sich in das bei Touristen beliebte sehenswerte Old Amersham und in das größere modernere Amersham-on-the-Hill, wo es nicht allzu viel zu sehen gibt. Die beiden Amershams liegen mitten im Speckgürtel Londons, das mit der Bahn schnell zu erreichen ist.

Ich freute mich, als am 15. November ein Buch über Amersham erschien, das ich natürlich sofort kaufen musste. Es heißt „Amersham At Work – People and Industries Through the Years“ und wurde von William Parker geschrieben, einem Autor aus Buckinghamshire, der in Great Kimble, südlich von Aylesbury, lebt. Illustriert mit zahlreichen historischen Fotografien, die das Amersham Museum in der High Street zur Verfügung gestellt hat, informiert das Buch über die Entwicklung Amershams im Lauf der Jahrhunderte. Wir erfahren zum Beispiel, dass dort, wo heute der Tesco Superstore steht (einer der ersten dieser Art in Großbritannien) früher einmal eine Produktionsstätte für Fleischverarbeitung war, wo der Familienbetrieb Brazil’s sich zu einem der größten „pie-maker“ entwickelte und im Zweiten Weltkrieg das Militär belieferte. Weiterhin ist es interessant zu zu wissen, dass in The Maltings (ein „Barnaby“-Drehort) ebenfalls im Zweiten Weltkrieg sogenannte „barrage balloons“ hergestellt wurden.  Diese „Sperrballone sollten durch ihre Anwesenheit feindlichen Piloten den Anflug auf Bodenziele erschweren oder unmöglich machen, da die angreifenden Flugzeuge durch die Seile der Ballons zum Absturz gebracht werden konnten“ (so die Wikipedia). Von 1946 bis 1985 war im Badminton Court in der Church Street die Firma Goya ansässig, die Kosmetikartikel und Parfüms herstellte. Sehr schön angelegt sind die Amersham Memorial Gardens am Broadway.

Das ist nur eine kleine Auswahl an Informationen, die wir über die hübsche Kleinstadt am River Misbourne von William Parker mitgeteilt bekommen. Ich kann sowohl das Buch als natürlich auch einen Aufenthalt in Amersham sehr empfehlen!

William Parker: Amersham At Work – People and Industries Through the Years. Amberley Publishing 2017. 95 Seiten. ISBN 978-1445674827.

Das Amersham Museum in der High Street.
Photo © Christina Burford (cc-by-sa/2.0)

The Maltings.
Eigenes Foto.

Amersham Memorial Gardens.
Eigenes Foto.

Der River Misbourne in Amersham Old Town.
Photo © John Lord (cc-by-sa/2.0)

 

The Camberwell Submarine – Ein U-Boot mitten im Londoner Süden?

Die Akerman Road ist eine ziemlich dröge Straße im Londoner Stadtteil Camberwell, südlich der Themse. Kein Pub oder Restaurant findet sich entlang der Straße, nur gleichförmige Wohnhäuser, die im oberen Teil moderner, die im unteren Teil älteren Datums. Das einzige Highlight ist der nahe gelegene Myatt’s Field Park, ein kleines Erholungsgebiet mit Sportanlagen, einem Café und einem Musikpavillon.

Doch eine Besonderheit gibt es hier zu bestaunen, The Camberwell Submarine wie es allgemein genannt wird. Dabei handelt es sich um ein merkwürdiges Bauwerk direkt an der Straße, das tatsächlich wie ein Unterseeboot aussieht. Wer mit diesem Beton-Gebilde erstmals konfrontiert wird, der könnte sich vorstellen, dass er es mit einem Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges oder irgendetwas mit Bunkern oder Verteidigungsanlagen zu tun hat. Auf jeden Fall bleibt der erstmalige Besucher der Akerman Road stehen und zermartert sich sein Hirn über den Sinn und Zweck des mysteriösen Objektes.

Die Auflösung des Geheimnisses: The Camberwell Submarine ist natürlich kein ehemaliges U-Boot, sondern ist nichts anderes als ein Lüftungsschacht für einen unterirdischen Kesselraum, eine riesige Heizungsanlage, die dafür sorgt, dass die Bewohner einiger umliegender Sozialwohnungsbauten nicht frieren müssen.
Also lohnt sich ein Abstecher zur Akerman Road doch.

Published in: on 27. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Streetwise Opera und das Projekt „The Unofficial Countryside“

Ein leerstehendes Grundstück, auf dem zeitweise die Natur die Herrschaft übernommen hat.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

„Streetwise Opera is an award-winning charity that uses music to help people make positive changes in their lives“. So steht es auf der Homepage der Organisation Streetwise Opera zu lesen, die 2002 von Matt Peacock in London gegründet wurde, und die obdachlosen Menschen  durch Musik Hilfestellung bei der Bewältigung ihres Schicksals geben will.

Ein spezielles Projekt, das nichts mit Musik, sondern mit Fotografie zu tun hatte, war „The Unofficial Countryside„, das von dem gleichnamigen Buch von Richard Mabey inspiriert wurde. Mabey hatte für die BBC mehrere TV-Dokumentationen produziert und war sehr an dem Thema Natur und Umwelt interessiert. Viele Bücher stammen aus seiner Feder, darunter das oben erwähnte, das er bereits 1973 schrieb und das 2010 bei Little Toller Books in einer Neuauflage erschien. Darin beschäftigt er sich mit der Natur im Großraum London, die immer mehr unter Asphalt und Beton verschwindet und die dennoch immer wieder irgendwelche Ritzen und Spalten findet, um dort wieder ans Tageslicht zu kommen und zu überleben. Hier ist Richard Mabey im Film zu sehen.

Aufgabe für die Teilnehmer des Streetwise Opera-Projektes war, diese Stellen und Orte aufzuspüren und sie im Bild festzuhalten. Sie gingen mit offenen Augen durch ihre Stadt und fanden lohnende Motive für ihre Kameras. Dieser Film zeigt Beispiele aus dem Projekt.

Ein ähnliches Buch wie das von Richard Mabey ist „Edgelands: Journey Into England’s True Wilderness“ von Paul Farley und Michael Symmons Roberts, das 2012 bei Vintage erschien.

Lavenham in Suffolk – Schauplatz zahlreicher Film- und Fernsehproduktionen

Das De Vere-Haus in der Water Street.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Über die Kleinstadt Lavenham in Suffolk habe ich in meinem Blog zweimal geschrieben; einmal warf ich einen Blick auf die Gastroszene und einmal schrieb ich über das Swan Hotel.
Lavenham ist ein Bilderbuchstädtchen mit ganz vielen Fachwerkhäusern und so verwundert es nicht, dass hier schon zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen stattgefunden haben. Einige davon möchte ich an dieser Stelle kurz erwähnen.

Der berühmteste Zauberlehrling der Welt, Harry Potter, kam in Lavenham zur Welt, so zu sehen in „Harry Potter and the Deathly Hallows “ (dt. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“), und zwar im De Vere Haus in der Water Street, einem uralten Haus aus dem 14. Jahrhundert, das in diesem Jahr für fast £1 Million auf den Markt kam. Benannt ist es nach der De Vere-Familie, die im Mittelalter zu den reichsten der ganzen Region gehörte. Hier ist ein Blick in das Innere des Hauses.

1975 kam der berühmte Regisseur Stanley Kubrick nach Lavenham, um hier Szenen für seinen Film „Barry Lyndon“ (dt. „Barry Lyndon“) zu drehen. Dafür verwendete Kubrick die Guildhall am Market Place, die dem National Trust gehört und die im frühen 16. Jahrhundert gebaut wurde. Ein idealer Platz für die Filmszene, die hier zu sehen ist.

Auf dem selben Marktplatz fand die Hexenverbrennung statt, die in dem 1968 gedrehten Film „The Witchfinder General“ (dt. „Der Hexenjäger“) zu sehen ist (in diesem Film ab 1:42), mit Vincent Price in der Hauptrolle.

Gleich drei Episoden der TV-Serie „Lovejoy“ (1986-1994) um den gleichnamigen Antiquitätenhändler wurden in Lavenham gedreht, u.a. die Folge „Last Tango in Lavenham„, die hier in voller Länge zu sehen ist. Leider wurde die Serie im deutschen Fernsehen nie gesendet.

Die Guildhall.
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 25. Dezember 2017 at 02:00  Comments (2)  
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A Festival of Nine Lessons and Carols – Ein Gottesdienst am Heiligen Abend in der King’s College Chapel in Cambridge

Das Innere der King’s College Chapel.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Für viele Engländer ist die Weihnachtsansprache der Königin ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes. Auch sehr populär ist das am Heiligen Abend von BBC Radio 4 ausgestrahlte Festival of Nine Lessons and Carols aus der King’s College Chapel in Cambridge.

Um 15 Uhr beginnt dieser spezielle Weihnachtsgottesdienst, der erstmals 1918 zelebriert wurde und schon seit 1928 wird er regelmäßig von der BBC ins ganze Land und auch in die ganze Welt übertragen. Allein in den USA kann man den Gottesdienst aus der Universitätsstadt in mehr als 300 Radiostationen hören.

Noch schöner ist es natürlich, das Festival of Nine Lessons and Carols selbst in der Kapelle zu hören, doch dort stehen nur 650 Plätze zur Verfügung. Am 24. Dezember um 7.30 Uhr morgens sind in diesem Jahr die Karten erhältlich und bis dahin hat sich immer schon eine lange Schlange gebildet. Einlass in die Chapel ist um 13.30 Uhr.

Pünktlich um 15 Uhr geht es dann los mit einer Mischung aus Weihnachtsliedern und Bibellesungen. Seit Beginn des Festivals steht das Lied „Once in Royal David’s Cityam Anfang, 1848 von Cecil Frances Alexander geschrieben. Die gesungenen Lieder variieren von Jahr zu Jahr und speziell für diesen Gottesdienst wird jede Weihnachten ein neues Lied komponiert. Die Bibellesungen werden von Repräsentanten des King’s College vorgenommen und sind in jedem Jahr dieselben.

Für die Besucher des Gottesdienstes gibt es ziemlich strikte Verhaltensregeln, so ist Husten unerwünscht und das Umblättern des Programmheftes mit den Liedtexten sollte leise vor sich gehen. Auch wird genau vorgegeben, wann sich die Gemeinde erheben und wieder setzen soll.

In diesem Jahr stehen u.a folgende Lieder auf dem Programm: “ A Spotless Rose„, John Taveners „The Lamb“ und „The Angel Gabriel„. Das letzte gemeinsam gesungene Weihnachtslied ist „Hark! The Herald Angels Sing„.

King’s College Chapel.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Dezember 2017 at 02:00  Comments (6)  
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Oakman Inns & Restaurants – Eine mehrfach ausgezeichnete Gruppe von Pubs

The Betsey Wynne in Swanbourne (Buckinghamshire).
Photo © Cameraman (cc-by-sa/2.0)

Seit nunmehr zehn Jahren gibt es die Pubgruppe Oakman Inns & Restaurants, die 2007 von Peter Borg-Neal gegründet wurde. Firmensitz ist in der Akeman Street in Tring (Hertfordshire). Anders als die meisten CEOs von Pubcos hat Borg-Neal im Laufe seines Lebens so ziemlich alle Arbeiten verrichtet, die in Pubs, Hotels und Restaurants anfallen, kann also über alles mitreden. Für den Manager stehen neben den Gästen seine Angestellten im Mittelpunkt, die gut bezahlt werden und deren Arbeit auch anerkannt wird. So wurde er 2015 mit dem Publican Award als Best Employer ausgezeichnet. Dreimal wurde die Pubgruppe zum Best Community Pub Operator und Borg-Neal zum Business Leader of the Year 2017 ernannt. Aus der Hand von HRH The Princess Royal erhielt er kürzlich den Princess Royal Training Award für seine Online-Akademie Oakmanology, in der seine Angestellten aus- und weitergebildet werden.

Bisher gehören 21 Pubs zu  den Oakman Inns, ein weiterer, The Royal Foresters in der London Road in Ascot, der seit April 2015 geschlossen ist, soll voraussichtlich im Frühjahr 2018 neu eröffnet werden. Sehen wir uns doch einmal einige der Oakman Inns an:

The Betsey Wynne in der Mursley Road in Swanbourne (Buckinghamshire). Dieser Pub wurde erst 2016 neu eröffnet und hat sich nicht zuletzt durch sein Restaurant einen guten Ruf erworben. Allein schon das Frühstücksangebot ist sehens- bzw. schmeckenswert.

The Blue Boar am Market Place in Witney (Oxfordshire) war vorher das Marlborough Hotel, bis es von den Oakman Inns übernommen und umgebaut wurde. Das denkmalgeschützte Gebäude war früher einmal eine Kutschenstation.

The Dog and Badger  in der Henley Road in Medmenham (Buckinghamshire) zählt seit seinem Umbau und der Neueröffnung im Jahr 2014 zu den Oakman Inns. Auch dieses Haus ist „Grade II listed“. Medmenham ist ein netter kleiner Ort an der Themse, den ich erst vor kurzem besuchte.

The Four Alls an der Binton Bridge in Welford-on-Avon (Warwickshire). Das ist einer meiner Lieblingsorte in England (über meinen Besuch in einem anderen Pub des Dorfes, The Bell, habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben). Der Biergarten des Pubs liegt direkt am River Avon.

The Blue Boar in Witney (Oxfordshire).
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

The Dog and Badger in Medmenham (Buckinghamshire).
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

The Four Alls in Welford-on-Avon (Warwickshire).
Photo © Jonathan Thacker (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 23. Dezember 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Das War Horse Memorial in Ascot (Berkshire) – Zur Erinnerung an eine Million gefallene Pferde im Ersten Weltkrieg

Der Heatherwood Roundabout in Ascot, wo im Juni 2018 das War Horse Memorial aufgestellt werden soll.
Photo © Stuart Logan (cc-by-sa/2.0)

Über das Animals at War Memorial im Londoner Hyde Park habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Es erinnert an die Millionen Pferde und Maultiere, die in den beiden Weltkriegen auf Seiten der Alliierten gefallen sind. Ein weiteres Denkmal zu diesem Thema entsteht zur Zeit, das im Juni 2018 aufgestellt werden soll und zwar auf dem Heatherwood Roundabout in Ascot in Berkshire. Das sogenannte War Horse Memorial wird ebenfalls an die Pferde, Esel und Maultiere erinnern, die bei den Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg getötet worden sind. Wie auf der Homepage des War Horse Memorials zu lesen ist:
It will pay tribute to the nobility, courage, unyielding loyalty and immeasurable contribution these animals played in giving us the freedom of democracy we all enjoy today, and will signify the last time the horse would be used on a mass scale in modern warfare„.

Das Bronzedenkmal wird ein fast drei Meter hohes Pferd zeigen, dessen Körper Spuren von Verletzungen trägt und das eine Träne im Auge hat. Susan Leyland ist die Bildhauerin, die zur Zeit an dem Denkmal arbeitet. Sie hat sich als Künstlerin auf die Gestaltung von Pferden spezialisiert und hat 2016 auch schon einmal in der Kunstgalerie Stuttgart ausgestellt. £300 000 kostet das Bronzepferd, eine Summe, die durch Spenden aufgebracht wird. Kürzlich fand in der Guildhall von Windsor ein Abendessen mit geladenen Gästen statt, bei dem eine größere Summe an Spenden zusammenkam.

Wer möchte, kann sich schon ein Modell des War Horse Memorials kaufen. Einhundert Exemplare zum Stückpreis von  £20 000 wurden davon hergestellt, von denen die Queen das erste Exemplar erhält. Einer der ersten Käufer war übrigens der Trainer des Londoner Fußballclubs Arsenal, Arsène Wenger, der es seiner Frau schenkte.

Der Heatherwood Roundabout findet sich direkt neben dem Heatherwood Hospital und der Rennstrecke von Ascot.

Published in: on 22. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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The Speaking Clock – „At the Third Stroke“, die Zeitansage im britischen Telefonnetz und ihre SprecherInnen

Seit dem 24. Juli 1936 ist es möglich, in Großbritannien die Zeitansage anzurufen und dort sekundengenau die exakte Zeit zu hören. Bis zum heutigen Tag hat es fünf Sprecherinnen bzw. Sprecher gegeben, die diese Aufgabe übernommen haben.
Damals, als dieser Service angeboten wurde, wählte man die „846“ oder, da die Wählscheiben nicht nur über Zahlen sondern auch Buchstaben verfügten, „TIM„, so dass die Zeitansage, die „Speaking clock“, auch nur kurz „TIM“ genannt wurde.

Die erste Sprecherin war Ethel Jane Cain (1909-1996) aus West Croydon, die als Telefonistin in der Londoner Victoria Telephone Exchange arbeitete und unter allen Bewerbern für die Aufgabe ausgesucht worden war. Bis zum 8. Mai 1963 war ihre Stimme im Telefonnetz zu hören. Ethel Jane „Golden Voice“ Cain blieb aber nicht nur eine anonyme Ansagestimme, sie erlebte auch eine kurze Phase der Popularität, als sie 1935 die Rolle der Vanity Faire in dem Film „Vanity“ übernahm, der in den Nettlefold Studios in Walton-on-Thames gedreht wurde. Der Film gilt leider als verschollen. Hier ist ihre Zeitansage zu hören.

Auf Mrs Cain folgte Pat Simmons (1920-2005), deren Stimme bis zum 2. April 1985 zu hören war. Auch sie arbeitete in einer Londoner Vermittlungszentrale und bekam den Zuschlag unter den Bewerbern und dazu noch ein Preisgeld von  £500. So klang damals Pat Simmons‘ Speaking Clock-Stimme.

Vom 2. April 1985 bis zum 2. April 2007 übernahm Brian Cobby (1929-2012) das Amt des Zeitansagers. Cobby war u.a. Manager bei Woolworths, spielte Theater, war Discjockey in Hamburg, nahm viele TV-Werbespots auf und arbeitet in einer Telefonzentrale in Brighton. Als die British Telecom einen Nachfolger für Pat Simmons suchte, siegte Cobby unter 5000 Mitbewerbern und war 22 Jahre lang die Golden Voice. Hier ist seine Stimme und hier ist er in einem Musikvideo von  Seumas Next & Stephan Kern zu hören.

Auf Brian Cobby folgte die 1966 geborene Sara Mendes da Costa aus Brighton. Sie schaffte es, sich bei einem Wettbewerb gegen rund 18 000 Bewerber durchzusetzen und blieb die Golden Voice bis zum 9. November 2016. Hier ist ihre Version der Zeitansage und hier ein Beitrag der BBC über sie.

Die aktuelle Zeitansagestimme, wenn man die Nummer „123“ wählt, ist schließlich Alan Steadman, ein Schotte, der schon Erfahrung als Radiosprecher besaß, da er über 30 Jahre lang ein wöchentliches Jazzprogramm auf einem Lokalsender in Dundee moderierte. Hier ist Alans Stimme.

Published in: on 21. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Squires Café Bar bei Sherburn-in-Elmet (North Yorkshire) – „The North’s Premier meeting place for bikers“

Im ländlichen North Yorkshire erwartet man auf B-Straßen eigentlich eher wenig Verkehr, doch da kann man sich täuschen. Ich denke da an die B1222, die von Sherburn-in-Elmet zur Autobahn A1 (M) führt. In dem großen Dorf hat die Speditionsfirma Eddie Stobart eine Niederlassung, und die LKWs benutzen die B1222, um zur Autobahn zu fahren… und außerdem gibt es an der Straße Squires Cafè Bar, die von Motorradfahrern aus ganz England aufgesucht und geliebt wird. An manchen Tagen sind die Parkplätze rappelvoll mit Motorrädern und ihren grimmig blickenden Fahrern.
Schon seit den 1950er Jahren haben die englischen Biker dieses Lokal in ihre Herzen geschlossen, das allerdings damals noch mitten in Sherburn-in-Elmet lag und Squires Bradbury Milk Bar hieß. Man kann sich vorstellen, was da los war, wenn Biker aus allen Himmelsrichtungen in das Dorf fuhren und sie ihre Maschinen vor dem Lokal abstellten. Dann war da kaum noch ein Durchkommen für den normalen Verkehr. Die Dorfbewohner atmeten auf, als sich die Bar im Jahr 2002 ein neues Domizil suchte, nur wenige Kilometer entfernt an der B1222. Hier gibt es nun jede Menge Platz, und die Betreiber von Squires Cafè Bar lassen sich so einiges einfallen, das Bikerherzen höher schlagen lässt wie das Squires Annual Bike Show Weekend, die Yorkshire Rock & Bike Show, die Suzuki, Yamaha und Triumph Weekends. Bands aus den 1960er Jahren (bzw. das, was von ihnen übriggeblieben ist) treten hin und wieder auf dem Gelände auf. Wem es hier so gut gefällt, dass er auch gleich übernachten möchte (oder wer zu viele Pints getrunken hat), kann das problemlos tun, denn es gibt einen angeschlossenen Campingplatz.

Das Speisenangebot ist selbstverständlich auf hungrige Bikermägen abgestimmt: Angeboten werden Burger, Giant Hot Dogs, Chillidogs, Giant Yorkshire Puddings und natürlich Frühstück in allen Variationen.
Montags herrscht auf dem Parkplatz gähnende Leere und es ist kein Dröhnen von Motoren zu hören, denn dann ist hier Ruhetag.

Dieser Film zeigt das bunte Treiben vor dem Lokal.

Published in: on 20. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Der Imberbus oder Was treiben Londoner Routemaster in der Einsamkeit der Salisbury Plain in Wiltshire?

Die Busse sind an ihrem Ziel im Imber angekommen.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

Die Salisbury Plain in Wiltshire ist wirklich eine gottverlassene Gegend. Nur wenige Straßen führen hindurch und ständig wird man vor den die Fahrbahn kreuzenden Panzern gewarnt, denn hier herrscht das MoD, das Ministry of Defence. Mitten in dieser von Panzerketten durchfurchten Region liegt das kleine Dorf Imber, über das ich in meinem Blog schon einmal berichtet habe. Schon seit Menschengedenken wohnt hier niemand mehr und nur an wenigen Tagen im Jahr gibt das Militär die Zufahrt dorthin frei. Einer dieser Tage in diesem Jahr war Samstag, der 26. August, an dem sich eine ganze Armada von Londoner Routemasterbussen von Warminster nach Imber aufmachten und Passagiere beförderten, die dem Dorf und seiner Kirche einen Besuch abstatten wollten.

Im Jahr 2009 entstand die Idee, mit alten Bussen die Linie 23A an einem Tag im Jahr wiederauferstehenzulassen und nachdem das MoD sein Okay dazu gegeben hatte, ging es los. In diesem Jahr waren 24 Busse beteiligt, 23 alte und ein neuer. Das eingenommene Geld,  £10 pro Erwachsenem, kam der Kirche von Imber, St Giles, und der  Royal British Legion zugute. Die Fahrer und die Schaffner auf den Bussen arbeiteten den ganzen Tag über ohne Vergütung. Die alten Routemaster waren in Privatbesitz und freuten sich sicher, wieder einmal ausgeführt zu werden. Alle zehn Minuten startete eines der Fahrzeuge in Warminster; als Imber noch bewohnt war, gab es nur zweimal pro Woche eine Busverbindung von und nach Imber.

In diesem Film sind die Busse auf der diesjährigen Imberbus-Tour zu sehen.

Imber auf der Salisbury Plain.
Photo © Helen C Casey (cc-by-sa/2.0)

Offham in Kent und die einzige noch erhaltene Quintain in England

This work is released into the public domain.

Auf dem Village Green von Offham in Kent (zwischen der A20 und der A228 gelegen), das für einige Dorffestivitäten genutzt wird wie zum Beispiel die May Day Feiern, steht ein Gebilde, das einzigartig in England ist: Eine Quintain. Benutzt wurde diese Apparatur früher bei Reiterspielen als Trainingsobjekt für das Lanzenstechen. An dem galgenähnlichen Pfahl war auf der einen Seite ein Schild oder eine Holzplatte angebracht, die es mit einer Lanze zu treffen galt; auf der anderen Seite befand sich ein Sandsack, manchmal auch ein Eimer mit Wasser. Nun musste der Reiter mit möglichst hoher Geschwindigkeit auf die Quintain zureiten, das Schild treffen und sich ganz schnell wieder vom Acker machen, denn wenn Ross und Reiter zu langsam waren, schwenkte der Arm mit dem Sandsack herum und traf den Reitersmann voll im Gesicht (bzw. der Wassereimer ergoss seinen Inhalt über ihn), sicher sehr zum Vergnügen der Zuschauer.

Die Offham Quintain auf dem Village Green an der Teston Road steht unter Denkmalschutz, ist etwa drei Meter hoch und ruht auf einem Zementfuß. Während des Zweiten Weltkriegs hat man sie abgebaut, in Sicherheit gebracht und 1945, nach Kriegsende, wieder auf dem Green aufgestellt. Damit das historische Objekt nicht beschädigt wird, nutzt man bei Reiterspielen jetzt eine Replika. Vor der Quintain ist an einem Stein eine Plakette angebracht, die den historischen Hintergrund kurz erläutert. Das rare historische Objekt ist auch auf dem Village Sign von Offham zu sehen. In diesem Film kann man es sich näher betrachten.

Reiterspiele auf dem Village Green von Offham.
This work is released into the public domain.

Published in: on 18. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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No. 10 Adam Street – Ein Haus in London, das wie No 10 Downing Street aussieht

No 10 Adam Street in London.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Als der Film „The Iron Lady“ (dt. „Die Eiserne Lady“), mit Meryl Streep als Margaret Thatcher, produziert wurde, mussten natürlich auch einige Szenen vor dem Wohnsitz der Premierministerin, No 10 Downing Street, gedreht werden. Da das am Originalschauplatz nicht möglich war, suchte man nach einer Alternative und wurde fündig in der Adam Street, einer kleinen Einbahnstraße, die vom Strand in Richtung Themse führt. Dort existiert, tatsächlich auch in der Nummer 10, ein Haus, das der No 10 Downing Street verblüffend ähnlich sieht. Ein Glückstreffer für das Filmteam; hier ist der Trailer zum Film, in dem das Haus auch kurz zu sehen ist.

Benannt wurde die Straße nach den Adam Brothers, die hier von 1768 bis 1772 die Adelphi Buildings errichten ließen, eine Gruppe von Reihenhäusern im neoklassischen Stil. Das berühmte Adelphi Theatre liegt gleich gegenüber der Adam Street.

No 10 Adam Street heißt heute Adam House, in dem eine Firma Büroräume anbietet. Zwei Häuser weiter, an der Wand des Hauses mit der Nummer 8, ist eine blaue Plakette angebracht, die darauf hinweist, dass hier einmal Sir Richard Arkwright wohnte, der berühmte Erfinder, der sich in der Textilindustrie im 18. Jahrhundert einen Namen machte.
In der Nummer 11 ist jetzt ein Apartmenthotel gebaut worden mit 106 Zimmern, allerdings in einem ganz anderen Stil als die Nebengebäude.

Die Häuser 6-10 der Adam Street; in der Mitte das ehemalige Wohnhaus von Sir Richard Arkwright mit der blauen Plakette.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. Dezember 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Kentwell Hall in Long Melford (Suffolk) und das Dickensian Christmas

Über meinen mehrtägigen Aufenthalt im The Bull Hotel in Long Melford in der Grafschaft Suffolk habe ich in meinem Blog bereits berichtet. Wenn man vom Hotel aus weiter auf der B1064 nach Norden fährt, kommt man erst an der Melford Hall (National Trust) vorbei und dann, am Cherry Lane Garden Centre, zweigt links die Zufahrt zur Kentwell Hall ab; beides sehenswerte Herrenhäuser.

In der Vorweihnachtszeit schmücken sich viele englische „stately homes“ heraus, sei es mit besonderen Illuminationen wie im Waddesdon Manor oder mit Bezügen zur viktorianischen Zeit wie es die Kentwell Hall mit dem jährlich stattfindenden Dickensian Christmas tut.
Sein Besitzer, Patrick Phillips, hat das Tudorhaus 1971 vor dem Verfall gerettet, sehr viel Geld hineingesteckt und Kentwell Hall zu einem sehr attraktiven Besuchermagnet gemacht. Das weihnachtliche Spektakel rund um den in England sehr populären Schriftsteller Charles Dickens findet jedes Jahr großen Anklang. In diesem Jahr wurde/wird es an zwei Wochenenden durchgeführt; letztmals jetzt am 16. und 17. Dezember.

Was erwartet den Besucher beim Dickensian Christmas in Kentwell Hall? Man bekommt einen Einblick in das Leben in einem Herrenhaus in der viktorianischen Zeit; das Haus wird festlich dekoriert, so wie es damals üblich war. Der Besucher sieht wie es „upstairs/downstairs“ zuging und wie man in der Küche arbeitete. Charles Dickens‘ berühmte Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ wird vorgelesen und von Charakteren daraus begleitet. Im  Christmas Courtyard werden Weihnachtslieder gesungen, in der Music Hall treten Laienschauspieler auf und in der Rose and Crown Tavern kann man sich mit einem Bier oder einem Glühwein zwischendurch stärken.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck wie es beim Victorian Christmas in Kentwell Hall zugeht.

Published in: on 16. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Weihnachtsmärkte in England

Leeds Christmas market.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Auch in England erfreuen sich Weihnachtsmärkte großer Beliebtheit, besonders wenn auf ihnen Stände mit deutschen oder österreichischen Spezialitäten zu finden sind wie Glühwein, Bratwurst oder Lebkuchen. Da gibt es zum Beispiel den Christkindelmarkt in Leeds (West Yorkshire), „A little piece of Germany in the heart of Leeds City Centre“, auf dem deutsche Händler ihre Waren anbieten. Ähnliches bietet der  Frankfurt Christmas Market in Birmingham, der größte Weihnachtsmarkt in England (Frankfurt am Main ist die Partnerstadt von Birmingham).

In Manchester finden sich gleich zehn Weihnachtsmärkte, zu denen Besucher aus dem ganzen Land pilgern, um hier „mulled wine“ (Glühwein) zu trinken, eine Bratwurst zu essen und vielleicht holzgeschnitzte Figuren aus dem Erzgebirge zu kaufen.

Der Lincoln Christmas Market startete bereits 1982 und war der erste seiner Art in Großbritannien. In diesem Jahr öffnete er im Schatten der Kathedrale vom 7. Dezember bis zum 10. Dezember seine Pforten, d.h. der letzte Tag, der Sonntag, musste gestrichen werden wegen „severe weather conditions“, sehr zum Ärger der Standbetreiber und der Besucher. Schneefälle, die in Deutschland und Österreich auf den Weihnachtsmärkten mit Freude aufgenommen werden, weil sie dem Ganzen eine besondere Atmosphäre verleihen, führen in England gleich zum Abbruch der Festivitäten.

Und natürlich hat die Hauptstadt auch ihre Weihnachtsmärkte, zum Beispiel den Hyde Park Winter Wonderland Christmas Market, auf dem über 200 Holzbuden im bayerischen Stil ihre Attraktionen anbieten. Neu sind in diesem Jahr die Bar Hütten, die man mieten und dort Karaoke-Weihnachtslieder singen kann.

Das ist nur eine winzige Auswahl an englischen Weihnachtsmärkten. Hier folgen einige Bilder zur Illustration.

Der Weihnachtsmarkt von Birmingham.
Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)

Manchester Christmas Market.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Der Weihnachtsmarkt vor der Kathedrale von Lincoln.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Im Hyde Park Winter Wonderland.
Photo © Oxyman (cc-by-sa/2.0)

…und der unvermeidliche Bratwurststand, hier auf dem Lincoln Christmas Market.
Photo © J.Hannan-Briggs (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 15. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ken Hawley, Simon Barley und das Museum für Handsägen in Sheffield (South Yorkshire)

Meiner Sammlung kurioser Museen möchte ich heute ein neues hinzufügen, dessen Inhalt vielleicht nicht auf allzu großes Interesse stoßen wird. Es handelt sich um die weltweit größte Sammlung von Handsägen, die in das Museum of Kelham Island in Sheffield (South Yorkshire) integriert ist. Verantwortlich für diese außergewöhnliche Sammlung sind zwei Männer: Simon Barley und Ken Hawley (1927-2014). Letzerer interessierte sich sehr für Werkzeuge, die er in der Hawley Tool Collection zusammengetragen hatte. Barley, ein Arzt im Ruhestand, war fasziniert von Handsägen, die er sammelte und die schließlich alle in Hawleys Tool Collection landeten. Rund 2000 „handsaws“ kann der interessierte Heimwerker bzw. Besucher im Saw Shop betrachten, in dem die Werkzeuge untergebracht sind.

In seiner Dissertation beschäftigte sich Simon Barley mit dem Thema „Hand Tool Manufacture in the Industrial Revolution„. Er gilt als einer der weltweit führenden Experten für Handsägen und hat das Standardwerk geschrieben „British Saws and Sawmakers from 1660„, das 2014 in der Choir Press erschien; ein Mammutwerk von 748 Seiten, an dem Barley sechs Jahre arbeitete. Wer es nicht ganz so ausführlich mag, kann auch auf sein nur 96 Seiten umfassendes Buch „British Saws: A History and Collector’s Guide“ (Amberley Publishing) zurückgreifen, das er 2016 veröffentlichte.

Die Handsägensammlung im Museum umfasst sowohl Werkzeuge aus dem 18. Jahrhundert als auch nagelneue Fabrikate. Sheffield war das britische Zentrum für die Herstellung von Werkzeugen, und das 1982 ins Leben gerufene Industriemuseum Kelham Island im Zentrum der Stadt, an der Alma Street gelegen, zeigt die industrielle Geschichte Sheffields. Das Museum liegt auf der künstlich angelegten Insel Kelham Island im River Don.

Hier ist eine Führung von Ken Hawley durch seine Tool Collection im Film zu sehen.

Published in: on 14. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubs im Schnee

The Ferry Tavern in Penketh bei Warrington (Cheshire).
Photo © Tony Beattie (cc-by-sa/2.0)

In einem früheren Blogartikel schrieb ich über meine Vorliebe, im Winter nach England zu reisen. Wenn es dann auch noch schneit, was im Süden des Landes nicht selbstverständlich ist, fühle ich mich hier wohl. Was gibt es Schöneres, als aus dem Zimmer eines romantischen Burg- oder Schlosshotels auf die verschneite Landschaft zu blicken? Auch die Pubs legen sich eine Schneemütze auf ihren Dächern zu und wenn es dunkel wird, lädt die warme Beleuchtung im Inneren der Gasthöfe zu einem Besuch ein.

In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich statt vieler Worte lieber die Bilder sprechen lassen. Hier ist eine kleine Zusammenstellung von Pubs im Schnee.

 

The Blue Bell in Glinton, nördlich von Peterborough (Cambridgeshire).
Photo © Paul Bryan (cc-by-sa/2.0)

The Crown in Badshot Lea bei Farnham (Surrey).
Photo © Tim Wilcock (cc-by-sa/2.0)

The William Bray in Shere  zwischen Dorking und Guildford (Surrey).
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

The Black Lion in Hartley (Kent). Seit kurzem kein Pub mehr, sondern Tea Room.
Photo © Martin Bridge (cc-by-sa/2.0)

The Merry Harriers in Hambledon bei Godalming (Surrey).
Photo © colin beasley (cc-by-sa/2.0)

The Ypres Castle in Rye (East Sussex).
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 13. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Country House Hotels und zwei wesentliche Störfaktoren für Individualreisende

St Michael’s Manor bei St Albans in Hertfordshire.
Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

Für viele Country House Hotels gibt es zwei wesentliche Standbeine, die für Umsatz sorgen, gerade auch in Zeiten, zu denen wenig Reisende unterwegs sind: Hochzeitsfeiern und Konferenzen. Da kommen schnell schon einmal fünfstellige Summen zusammen. Leider haben Individualreisende damit ihre Probleme, und ich möchte aus eigenem Erleben einige Beispiele anführen.

Eine gute Idee ist es, bei der telefonischen Buchung im Hotel vorher zu fragen, ob zur Zeit des geplanten Aufenthaltes Hochzeiten oder Konferenzen geplant sind. Bucht man über booking.com, hrs.de oder ein anderes Portal sollte man einen Anruf im Hotel vorab auch in Erwägung ziehen, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.

Kommt man mitten in eine Hochzeitsgesellschaft hinein, gibt es meist Parkplatzprobleme, das Personal im Hotel ist gestresst, es geht laut zu und die Atmosphäre in dem historischen Gebäude ist im Eimer. So geschehen bei einem Besuch des St Michael’s Manor am Rand von St Albans in Hertfordshire. Ich konnte mein Auto nirgends abstellen, beim Essen wurden die nicht zur Gesellschaft gehörenden Hotelgäste in ein Nebengemach verfrachtet, der Park war voll mit lärmenden Hochzeitsgästen; erst am Abend, nachdem das Brautpaar unter viel Getöse abgefahren war, legte sich langsam Ruhe über die Anlage, und ich hatte den Eindruck, dass auch die Enten im Teich tief aufatmeten und wieder ungestört ihre Kreise zogen.
Ähnlich erging es mir im Pendley Manor Hotel bei Tring in Hertfordshire. Das gleiche Spiel: Kein Parkplatz, das Hauptrestaurant war für die Nicht-Hochzeitsgäste gesperrt, es war laut und die Pfauen hatten sich alle in das Geäst der Bäume vor dem Hotel zurückgezogen.

Das gleiche widerfuhr mir im Lygon Arms Hotel in Broadway in den Cotswolds. Ich hatte mich schon auf ein schönes Abendessen in dem sehr stimmungsvollen Restaurant gefreut, das mir bei meinem letzten Besuch dort sehr gefallen hatte, aber das war gesperrt, weil die Firma Sony ein gr0ßes Meeting im Hotel durchführte und das gesamte Restaurant gebucht hatte. Also musste man sein Dinner in einem Nebengemach zu sich nehmen.

Das Oakley Court Hotel in Water Oakley bei Windsor in Berkshire hat das Thema Hochzeitsfeiern besser im Griff. Zwar spielt sich da viel auf den Wiesen zwischen Hotel und Themse ab (Getränkestände sind im Sommer für die Hochzeitsgäste aufgebaut, Kinder toben durch die Anlage), aber wenigstens gibt es separate Räumlichkeiten für Feiern dieser Art und die „Normalgäste“ können das Hauptrestaurant benutzen.

Wenn im Hotel eine Konferenz oder ein Meeting stattfindet, kann es zu ähnlichen Störungen kommen. Die Businessmen in ihren schwarzen Anzügen prägen die Atmosphäre, sind oft recht laut und interessieren sich in der Regel nicht für das schöne Hotelgebäude und seine Geschichte. Bei meinem Aufenthalt in dem wunderschönen Amberley Castle Hotel (West Sussex) hielt dort gerade irgendeine Firma ein Meeting ab und nach Feierabend traf man sich in der Bar. Das heißt, ein Nightcap kam für mich leider nicht in Frage, weil es inder Bar viel zu laut und ungemütlich war. Es wurde bis in den frühen Morgen getrunken und gejohlt. Der Burggeist fühlte sich wohl auch gestört, denn er ließ sich in unserem stimmungsvollen Himmelbettzimmer nicht blicken.

Bei meinen vielen Aufenthalten in meinem Lieblingshotel, dem Thornbury Castle in South Gloucestershire, hatte ich leider zweimal den Störfaktor „Businessmen“. Nachdem wir es einmal erlebten und genossen, wenige Tage nach 9/11 im Jahr 2001, die einzigen Gäste im Hotel zu sein, da alle US-Amerikaner ihre Buchungen storniert hatten, wurden wir bei einem anderen Mal vom Pech verfolgt und trafen auf besonders lautstarke Texaner, die ganz offensichtlich die einzigartige Atmosphäre der Hotellounge überhaupt nicht zu schätzen wussten, sondern sich lieber über Geschäftsangelegenheiten ihres Heimatstaates unterhielten. Wieder ein anderes Mal waren wir beim Frühstück im Restaurant mit einer Gruppe russischer Geschäftsleute konfrontiert, von denen einige im Trainingsanzug erschienen.

Wenn man schon viel Geld für Übernachtungen in Country House Hotels ausgibt, möchte man diese Häuser auch genießen; daher ist es besser, sich vorher zu vergewissern, dass mit den genannten Störfaktoren nicht zu rechnen ist.

Pendley Manor Hotel bei Tring (Hertfordshire).
Eigenes Foto.

The Lygon Arms in Broadway (Worcestershire).
Eigenes Foto.

Oakley Court Hotel bei Windsor (Berkshire).
Eigenes Foto.

Amberley Castle Hotel bei Arundel in West Sussex.
Eigenes Foto.

Thornbury Castle in South Gloucestershire.
Eigenes Foto.

Published in: on 12. Dezember 2017 at 02:00  Comments (4)  

Wer war eigentlich … Celia Sheen, die die Titelmelodie zu „Inspector Barnaby“ schrieb?

Die „Midsomer Murders„- bzw. „Inspector Barnaby„-Titelmelodie gehört für mich zu den Musikstücken, die man so leicht nicht aus den Gehörgängen bekommt. Verantwortlich dafür ist auch der Einsatz des eher selten zu hörenden Musikinstruments ThereminCelia Sheen hat sich auf dieses Instrument spezialisiert, und ich schrieb in einem früheren Blogeintrag schon einmal darüber. Nicht nur in der Titelmelodie von „Midsomer Murders“ ist die Theremin zu hören, sondern auch in vielen Episoden, besonders dann, wenn die Handlung etwas unheimlich wird.

Celia Sheen wurde 1940 in Heanor in Derbyshire geboren (dort, wo das einzige Staubsaugermuseum Großbritanniens seinen Sitz hat. Ich berichtete in meinem Blog darüber; das aber nur am Rande) und sie starb am 18. Oktober 2011 in Leatherhead in Surrey. Celia Sheens Hauptinstrument war die Geige, bevor sie sich die Kunst des Thereminspielens aneignete. Sie spielte mit zahllosen Größen der Unterhaltungsmusik zusammen, zu denen u.a. auch Frank Sinatra und Cliff Richard gehörten.

Im Jahr 2002 nahm Celia Sheen Bernard Herrmanns Filmmusik zu „The Day the Earth Stood Still“ (dt. „Der Tag an dem die Erde stillstand“) auf, der damals (1951) schon die Theremin einsetzte wie dieser Original-Soundtrack zeigt. Zusammen mit dem Slovak Symphony Orchestra spielte sie 2007 die Theremin in Miklos Roszas Filmmusik zu Alfred Hitchcocks „Spellbound“ (dt. „Ich kämpfe um dich“) aus dem Jahr 1945 (hier ist ein Beispiel zu hören).

Diese Diskographie zeigt, auf welchen Aufnahmen Celia Sheen zu hören ist.

Kehren wir zum Schluss noch einmal zu „Midsomer Murders“ zurück. Dieser Film informiert über die Titelmelodie und zeigt auch Celia Sheen selbst und hier ist das „Midsomer Murders Main Theme“ in voller Länge zu hören.

 

 

 

De Vere Selsdon Estate – Ein Hotel der Principal Hotel Group bei Croydon in Surrey

Vor einiger Zeit stellte ich in meinem Blog das De Vere Tortworth Court Hotel in South Gloucestershire vor, das zu der Principal Hotel Group gehört. Zu der gleichen Hotelgruppe gehört auch das De Vere Selsdon Estate bei Croydon in der Grafschaft Surrey, ein sehr großes Hotel mit 200 Zimmern. Mitte der 1920er Jahre wurde das Haus von  Allan Doble Sanderson gekauft, der es in ein Hotel umwandelte, zunächst mit nur 24 Zimmern. Einige Jahre später erfolgten Anbauten, erst der East Wing und dann der West Wing. In den 1960er Jahren übernahm Basil Sanderson die Leitung des Hotels von seinen Eltern und auch er nahm Erweiterungen vor. Durch den Bau des Cambridge Wing kamen noch einmal 25 Zimmer dazu, so dass man heute vor einem sehr imposanten Bau steht. Als die Principal Hotel Group das Selsdon Estate 1997 übernahm, wurden weitere Einrichtungen hinzugefügt, die das Haus auch für Konferenzen und Geschäftstreffen interessant machen sollte.

Die Preise für die Zimmer sind im Vergleich mit vielen anderen Country House Hotel recht niedrig; die beginnen schon bei rund 70 Euro für ein Standardzimmer ohne Frühstück. Auch im Restaurant („Contemporary dining with a traditional British twist“) halten sich die Preise im Rahmen; die Hauptgänge liegen zwischen £14 und £16. Hier hat man wohl in erster Linie Geschäftsleute und Tagungsteilnehmer im Visier, die an „Fine Dining“ nicht so interessiert sind.
Direkt vor dem Hotel liegt ein 18-Loch-Golfplatz, der 1929 von dem englischen Profigolfer John Henry Taylor angelegt wurde.

Dieser Film zeigt das Hotel ausführlich von innen und von außen.

De Vere Selsdon Estate Hotel
126 Addington Road
South Croydon CR2 8YA

 

 

Published in: on 10. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – Der Charborough Tower bei Morden (Dorset)

Nördlich von Wareham in Dorset, bei dem Dörfchen Morden, liegt ein Folly, das das Countryfile Magazine unter die Top 10 Großbritanniens gewählt hat: Der Charborough Tower, ein 1790 von der Drax-Familie, die hier auch heute noch im Charborough House wohnt, erbauter Turm im gotischen Stil auf dem Gelände des Charborough Park Estates.

Eine Plakette am Turm informiert über die Baugeschichte:

„This tower was built by Edward Drax, Esquire, in the year 1790, during the short time he was the possessor of Charborough. It was struck by lightning on the 29th November 1838, which so damaged it that it became necessary to take down the greater part. It was rebuilt in 1839 by John Samuel Wanley Sawbridge Erle Drax Esquire who carried it forty feet higher than it was originally built, making the present height upward of one hundred feet.“

Der 30m hohe Turm ist achteckig und scheint fünf Stockwerke zu haben. Vom Charborough House führt ein großartiger Zugang zum Turm; über einen von einer steinernen Balustrade gesäumten, breiten, grasbewachsenen Weg gelangt man zu diesem Dorsetschen Folly, das leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur an einigen Tagen im Jahr besteht die Möglickeit, sich das Anwesen und den Turm anzusehen, meist in Zusammenhang mit einer Veranstaltung für wohltätige Zwecke.

Im Turm führt eine steinerne Wendeltreppe bis zur Aussichtsplattform, von der aus man seinen Blick über vier Grafschaften schweifen lassen kann. Verziert ist der Charborough Tower mit steinernen Fratzen und Wasserspeiern.

Thomas Hardys Roman „Two on a tower“ aus dem Jahr 1882 ist hier angesiedelt. So weit ich ermitteln konnte, ist dieses Buch nie in die deutsche Sprache übersetzt worden.

Charborough Park
Wareham
Dorset
BH20 7EN

Gargoyles am Turm.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Charborough House
Photo © John Lamper (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 9. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Dreadnought Hoax oder Wie sich eine Schiffsbesatzung einmal aufs Eis führen ließ

HMS Dreadnought.
This image is in the public domain.

Ein Prankster ist jemand, der es liebt anderen Leuten Streiche zu spielen und sich dabei köstlich zu amüsieren. Einer, der sein Handwerk darauf verstand, war der irische Dichter Horace de Vere Cole (1881-1936). Vor ihm war niemand sicher  und seine bevorzugten Opfer waren Politiker, Geschäftsleute und hohe Militärs. Schon während seiner Studentenzeit in Cambridge machte er durch seinen Sultan of Zanzibar-Streich von sich reden, als er sich für diesen ausgab. Sein berühmtester „prank“ aber war der Dreadnought Hoax, der in die Geschichtsbücher eingegangen ist, auch weil daran eine 28jährige Dame teilnahm, die später als Virginia Woolf weltweit bekannt wurde (damals hieß sie noch Virginia Stephen). Auch Virginias jüngerer Bruder Adrian, der den Streich mit Horace ausheckte, hatte viel Spaß daran.

Die HMS Dreadnought war ein Kriegsschiff der königlichen Marine, deren Besatzung in freundschaftlicher Konkurrenz mit den Seeleuten der HMS Hawke lag und von letzteren kam dann auch der Anstoß dazu, den Dreadnought-Leuten einen Streich zu spielen. Am 7. Februar  1910 begann alles damit, dass der Kapitän der HMS Dreadnought, die gerade im Hafen von Portland in Dorset lag, ein Telegramm (angeblich vom Außenministerium abgeschickt) erhielt, das den kurzfristigen Besuch einer Delegation von hochrangigen Prinzen aus Abessinien ankündigte (die aus Cole, Stephen & Co. bestand). Schnell kam dann auch die in Landeskleidung gehüllte und gut geschminkte Besuchergruppe an Bord des Kriegsschiffs, wo sie mit der Nationalhymne von Sansibar begrüßt wurde, denn die abessinische Hymne kannte niemand und die Delegation nahm daran auch keinen Anstoß. Die Prinzen besichtigten das Schiff und brachen immer wieder in Rufe der Begeisterung aus („Bunga, Bunga“). Sie waren derart gut verkleidet, dass der Schiffskommandant seinen Cousin Adrian und seine Cousine Virginia nicht erkannte. Nach einigem Firlefanz, den die Besucher noch an Bord veranstalteten, verließen sie die HMS Dreadnought wieder.

Um den Spaß in Gänze auszukosten, informierte Horace die Presse über den „prank“, die natürlich genüsslich darüber berichtete. Die Navy war nicht sehr amüsiert, aber ein Versuch, den Urheber des Streichs zur Rechenschaft zu ziehen, misslang, denn niemand hatte ein Gesetz gebrochen. Als symbolische Strafe erhielten die „Prankster“ einen sanften Schlag mit einem Stock auf den Po (ausgenommen Virginia Stephen!)  Die Matrosen der HMS Dreadnought wurden bei ihren Landgängen mit „Bunga, Bunga“-Rufen begrüßt, und ihre Kollegen von der HMS Hawke freuten sich besonders über den gelungenen Streich.

Horace de Vere Cole sollte in seinem Leben noch viele weitere Schabernacke ausführen, so verteilte er auf seiner Hochzeitsreise nach Venedig auf dem Markusplatz heimlich Pferdeäpfel, die dort natürlich nicht sein konnten, denn in der Lagunenstadt gab es keine Pferde. Ganz witzig finde ich auch seine Idee, eine Party zu veranstalten, bei der die geladenen Gäste im Lauf des Abends feststellten, dass sie alle das Wort „bottom“ in ihren Nachnamen führten. Long live the British (and Irish) eccentrics!!

Hier ist die Geschichte noch einmal im Film zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Martyn Downer: The Sultan of Zanzibar – The Bizarre World and Spectacular Hoaxes of Horace de Vere Cole. Black Spring 2010. 310 Seiten. ISBN  978-0948238437.

 

Published in: on 8. Dezember 2017 at 02:00  Comments (3)  
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41 Cloth Fair – Hier steht das älteste Wohnhaus in London

41 Cloth Fair.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Ich stand einmal vor dem (mutmaßlich) ältesten Haus von Paris in der Rue Volta Nummer 3 im Maraisviertel; manche behaupten auch, dass das älteste Haus in der Rue Montmorency Nummer 51 steht, dort, wo heute die Auberge Nicolas Flamel untergebracht ist. Auf jeden Fall sehen beide Häuser richtig alt aus…im Gegensatz zu Londons ältestem Haus, das wir in der Straße Cloth Fair Nummer 41 finden. Zwischen 1597 und 1614 wurde dieses Haus im Schatten der Kirche St-Bartholomew-the-Great erbaut und es hat den Großen Brand von London im Jahr 1666 überstanden, wahrscheinlich weil es damals auf allen Seiten von den Mauern der benachbarten Kirche umgeben war.

41 Cloth Fair stand in den 1920er Jahren kurz vor dem Abriss, u.a. weil die Gebäudesubstanz nicht mehr als sicher galt. Glücklicherweise kam es nicht zum Abriss, dafür wurde das Haus 1955 von jemandem gekauft, der es in sein Herz geschlossen hatte und umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen ließ. So finden wir heute in der Straße ein Haus vor, das zwar alt ist, aber auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Was gibt es noch über 41 Cloth Fair zu sagen? Zwei berühmte Besucher haben ihre Namen in ein Bleiglasfenster im Haus eingeritzt: Winston Churchill und die Mutter der heutigen Queen, Elizabeth Bowes-Lyon, Queen Elizabeth. Und es gibt das Gerücht, dass irgendwo in den Mauen des Hauses menschliche Skelette verborgen sein sollen.

Übrigens wohnte in der Nummer 43, direkt neben dem ältesten Haus Londons, der berühmte Dichter und Schriftsteller John Betjeman (dort, wo der Cloth Court auf Cloth Fair mündet); eine Plakette über der Eingangstür erinnert daran. In Betjemans Wohnhaus gab es einmal ein Restaurant, das „Betjeman’s hieß“, das aber von einem vegetarischen Restaurant namens „Amico Bio“ abgelöst wurde.

Das Buch zum Artikel:
Fiona Rule: The Oldest House in London. The History Press 2017. 288 Seiten. ISBN 978-0750968379.

Der Eingang zu 41 Cloth Fair.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

John Betjemans Wohnhaus.
Photo © John Salmon (cc-by-sa/2.0)

Der Dichter Philip Larkin und die Kröten von Hull (East Riding of Yorkshire)

Philip Larkins Statue auf dem Bahnhof von Hull.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

In meinem gestrigen Blogeintrag schrieb ich über Tom Chesshyres Buch „To Hull and Back“, in dem der Autor Städte besucht, die gegen ihren schlechten Ruf ankämpfen. Auch Hull, kurz für Kingston upon Hull, im Nordosten des Landes hat damit ein Problem. Die Stadt tut aber im kulturellen Bereich so einiges, um sich von diesem Ruf zu befreien.

Philip Arthur Larkin ist zum Beispiel eine Person, die sich um Hull verdient gemacht hat und der man in der Stadt auch in unterschiedlicher Weise huldigt. Larkin (1922-1985) war Schriftsteller, Dichter und Bibliothekar in der Bibliothek der Universität von Hull. Auf dem Bahnhofsgelände von Hull hat man eine Statue von ihm errichtet, es gibt einen Larkin Trail, auf dem man sich auf die Spuren des Dichters machen kann und es existiert die 1995 gegründete Philip Larkin Society, die sich die Aufgabe gestellt hat: „To promote awareness of the life and work of Philip Larkin (1922-1985) and his literary contemporaries“.

Unter dem Titel Larkin 25 wurde im Jahr 2010, also 25 Jahre nach dem Tod des Schriftstellers, ein Kunstfestival in Hull ins Leben gerufen, bei dem u.a. oben erwähnte Statue enthüllt wurde. Im Mittelpunkt dieses Festivals standen vierzig bunt angemalte Kröten aus Fiberglas, die im ganzen Stadtgebiet verteilt waren. Der Hintergrund: Larkin hatte einmal zwei Gedichte über Kröten geschrieben: „Toads“ und „Toads Revisited„.

Die witzigen Kröten, die mich an die bunten Bären erinnern, die in Berlin aufgestellt worden sind, heißen zum Beispiel „Tigger the Toad„(eine Kreuzung von Tiger und Kröte), „Global Pop Toad„, an der Universität von Hull platziert, „Kiss Me Quick Toad“ (mit Lippenstiftabdrücken verziert) und „Fish and Chips Toad„, auf deren Körper man im Bild alle Zutaten finden kann, die für dieses britische Nationalgericht verwendet werden.
Die Fiberglaskröten entwickelten eine derartige Popularität, dass Menschenmengen nach Hull strömten, um sich die possierlichen Tiere anzusehen (und dabei auch noch zur Freude der Einzelhändler in der Stadt  £500 000 ausgaben). Leider gab es auch in Hull Vandalen, die einige der Kröten beschädigten und eine sogar stahlen, die „Magenta Toad“.

Nach Ende des Festivals Larkin 25 wurden die meisten Kröten versteigert und der Erlös von insgesamt £60,000 für wohltätige Zwecke verwendet. Die restlichen Skulpturen blieben der Stadt erhalten. Fünf Jahre später tauchten einige der Originalkröten noch einmal für wenige Tage im Stadtbild von Hull auf, während der Veranstaltung „Toads Revisited„, die zu Ehren von Larkins 93. Geburtstag im August 2015 abgehalten wurde.

Wer sich für Philip Larkin und für die Kröten von Hull interessiert, der wird diesen Film sehr informativ finden.

Tigger thr Toad.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

Global Pop Toad.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

Kiis Me Quick Toad.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

Fish and Chips Toad.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Tom Chesshyre: To Hull and Back – On Holiday in Unsung Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Tom Chesshyre arbeitet für mehrere englische Zeitungen und ist hauptsächlich in deren Reiseressort tätig.
Als Reisejournalist ist man in der Regel in den Teilen der Welt unterwegs, in denen es besonders schön und angenehm ist. In seinem Buch „To Hull and back: On holiday in unsung Britain“ macht es Tom Chesshyre einmal anders. Er fährt übers Wochenende in die Städte Großbritanniens, in denen Touristen eigentlich nie ihren Urlaub verbringen würden und schaut einmal nach, ob diese Orte wirklich nichts zu bieten haben:
Seine Ziele sind Hull, Slough, Salford, Derry, Port Talbot, Milton Keynes, Coventry, South Shields und Croydon.
Zu seinem großen Erstaunen findet Chesshyre in diesen Städten mit schlechtem Ruf überwiegend freundliche, hilfsbereite Menschen; er entdeckt interessante Dinge, von denen er vorher meist nichts wusste und so sind diese „crap towns“ gar nicht so schlimm.

Tom Chesshyre wandelt in Hull auf den Spuren des Dichters Philip Larkin, macht in der Nähe von Port Talbot in Wales wunderschöne Mountainbike-Touren, trifft in Coventry Lady Godiva und unternimmt in Slough eine Rundfahrt in einem der größten Gewerbegebiete des Landes.
Zum Abschluss der Fahrten in das „unbesungene“ England begibt er sich noch auf eine Tour in die Hölle, zur Hell Bay auf den Scilly-Inseln.

Das Buch ist wirklich hoch interessant geschrieben und rückt so manches falsche Bild, das man sich von einigen Städten macht, gerade.

Tom Chesshyre: To Hull and Back – On Holiday in Unsung Britain. Summersdale 2010. 320 Seiten. ISBN 9781849530606.

Die City Hall von Hull bei einer Lichtershow.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Die Hell’s Bay auf den Scilly Inseln.
Photo © wnoble (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  

Dante Gabriel Rossetti – Ein Maler und Dichter der Präraffaeliten und seine Vorliebe für Wombats

Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
This work is in the public domain.

Die Präraffaeliten waren eine Künstlergruppe Mitte des 19. Jahrhunderts in England, die stark von Renaissancemalern wie Botticelli und dem namensgebenden Raffael beeinflusst worden waren. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten dieser Künstlergruppe gehörte Dante Gabriel Rossetti (1828-1882), dessen Eltern italienischen Ursprungs waren.

In meinem heutigen Blogartikel geht es mir aber nicht um das künstlerische Werk Rossettis, sondern um dessen Vorliebe für exotische Tiere, die er alle im Garten seines Hauses am Londoner Cheyne Walk Nummer 16 im Stadtteil Chelsea untergebracht hatte. Da hielt er u.a ein indisches Zebu, australische Kängurus und Wallabys, einen nordamerikanischen Waschbär und ein kanadisches Waldmurmeltier. Sein absoluter Liebling war aber sein australischer Wombat, ein knuddeliges Beuteltier, dem er den Namen Top gegeben hatte. Rossetti hatte im Londoner Zoo Wombats gesehen, sich in diese Tiere verliebt und sich Top zugelegt. Er zeichnete seinen tierischen Liebling zusammen mit seinem menschlichen, Jane Morris, Ehefrau des berühmten William Morris, mit der er jahrelang ein Verhältnis hatte. Beide tragen auf dem Bild einen Heiligenschein als Ausdruck seiner Liebe zu ihnen.
Auch William Bell Scott fertigte eine Zeichnung von Top an: „Rossetti’s Wombat Seated in his Master’s Lap„.

Leider hatte der Maler keine allzu lange Freude an Top, denn das Tier starb schon nach wenigen Monaten im November 1869. Es heißt, dass Top bei einem Besuch, zusammen mit seinem Besitzer, im Londoner Red House, in dem William Morris wohnte, dessen Lieblingszigarren aufgefressen hätte und daran gestorben wäre.

Dante Gabriel Rossetti war tieftraurig über den Verlust seines Wombats. Er fertigte eine Zeichnung seiner Trauer an, die ihn zeigt wie er in ein großes Taschentuch weint, zu Füßen sein toter Liebling den er  ausstopfen ließ und in den Eingang seines Hauses am Cheyne Walk stellte.

Der US-amerikanische Lyriker Ogden Nash hat einmal ein Gedicht über Wombats geschrieben:

The wombat lives across the seas,
Among the far Antipodes.
He may exist on nuts and berries,
Or then again, on missionaries;
His distant habitat precludes
Conclusive knowledge of his moods,
But I would not engage the wombat
In any form of mortal combat.

Dieser Film zeigt die possierlichen Tiere in Aktion.

No. 16 Cheyne Walk in Chelsea, wo Rossetti lebte.
Photo © Tiger (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. Dezember 2017 at 02:00  Comments (3)  
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The Museum of Comedy in der Krypta der St George’s Church in Bloomsbury (London)

Die St George’s Church in Bloomsbury.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Der berühmte Architekt Nicholas Hawksmoor erbaute von 1716 bis 1731 am Londoner Bloomsbury Way eine Kirche, die dem Heiligen Georg gewidmet war. Der Schriftsteller Anthony Trollope wurde 1824 in der Kirche getauft, und die Beerdigungsfeier der Frauenrechtlerin Emily Davison, die 1913 bei einem Pferderennen mit einem Pferd des Königs kollidierte und starb (ich berichtete in meinem Blog darüber), fand ebenfalls in St George’s statt.

Die Krypta der Kirche wird seit 2014 von einem der jüngsten Londoner Museen verwendet, dem Museum of Comedy, das der Direktor des  Leicester Square Theatres Martin Witts gegründet hat. Während man oben andächtig betet, wird hier unten gelacht. Da gibt es  ständige Ausstellungen von allem, was mit britischer Comedy zu tun hat wie:

Der Cooper Room ist der zentrale Ort, an dem Comedians auftreten und in dem Filme gezeigt werden. An fast jedem Tag ist hier was los; da gibt es zum Beispiel eine Tommy Cooper Tribute Show, da treten  Joanna Carolan and Pascale Wilson auf, die man besser unter dem Namen Shirley & Shirley kennt und die Stand Up Comedienne Bridget Christie gibt sich die Ehre.

Sogar ein kleiner Pub ist in der Krypta untergebracht, The Comedians‘ Arms, dessen Bartresen eine ehemalige Tür der Wilton’s Music Hall bildet.

Das Museum ist montags bis freitags von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei.

Museum Of Comedy
The Undercroft
St George’s Church
Bloomsbury Way
London
WC1A 2SR

Published in: on 3. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Legendary Ten Seconds und ihre Songs über King Richard III.

Richard III
Eigenes Foto.

Das ideale Weihnachtsgeschenk für Ricardianer, also die Anhänger des Königs Richard III, von denen es mehr gibt als man vermutet, ist ein Album der Folkrock-Gruppe The Legendary Ten Seconds. Mehrere Alben haben die Legendary Ten Seconds bereits aufgenommen, die aus Sir Ian of Churchward, Earl Robert of the Shroud, The Lord Zarquon und Earl Dave of Clifford bestehen. In ihrer Musik beschäftigt sich die Band mit den Themen Richard III und War of the Roses. „Loyaulte Me Lie“ (2013), „Tant Le Desiree“ (2014), „Richard III“ (2015) und „Sunnes and Roses“ (2016) heißen die Alben; „Murrey and Blue“ ist gerade im November erschienen.

Hören wir uns doch einmal einige Musikbeispiele an:

The King in the Car Park“ bezieht sich auf den Fundort, an dem Richards Skelett gefunden wurde, unter einem Parkplatz in Leicester.

In „The Court of King Richard“ geht es um den Hof des in der Schlacht von Bosworth gefallenen Königs.

In „How Do You Rebury a King?“ besingt die Band die Beerdigungsfeierlichkeiten, als Richard III im Jahr 2015 erneut in Leicester zu Grabe getragen wurde.

Und mein Favorit: Das Weihnachtslied „Middleham Castle on Christmas Eve„.

Der Parkplatz in Leicester, unter dem das Skelett von Richard III. gefunden wurde.
Eigenes Foto

Die letzte Ruhestätte von Richard III. in der Kathedrale von Leicester.
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Das Middleham Castle in North Yorkshire, wo Richard III. seine Kindheit verbrachte.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)