Dante Gabriel Rossetti – Ein Maler und Dichter der Präraffaeliten und seine Vorliebe für Wombats

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Die Präraffaeliten waren eine Künstlergruppe Mitte des 19. Jahrhunderts in England, die stark von Renaissancemalern wie Botticelli und dem namensgebenden Raffael beeinflusst worden waren. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten dieser Künstlergruppe gehörte Dante Gabriel Rossetti (1828-1882), dessen Eltern italienischen Ursprungs waren.

In meinem heutigen Blogartikel geht es mir aber nicht um das künstlerische Werk Rossettis, sondern um dessen Vorliebe für exotische Tiere, die er alle im Garten seines Hauses am Londoner Cheyne Walk Nummer 16 im Stadtteil Chelsea untergebracht hatte. Da hielt er u.a ein indisches Zebu, australische Kängurus und Wallabys, einen nordamerikanischen Waschbär und ein kanadisches Waldmurmeltier. Sein absoluter Liebling war aber sein australischer Wombat, ein knuddeliges Beuteltier, dem er den Namen Top gegeben hatte. Rossetti hatte im Londoner Zoo Wombats gesehen, sich in diese Tiere verliebt und sich Top zugelegt. Er zeichnete seinen tierischen Liebling zusammen mit seinem menschlichen, Jane Morris, Ehefrau des berühmten William Morris, mit der er jahrelang ein Verhältnis hatte. Beide tragen auf dem Bild einen Heiligenschein als Ausdruck seiner Liebe zu ihnen.
Auch William Bell Scott fertigte eine Zeichnung von Top an: „Rossetti’s Wombat Seated in his Master’s Lap„.

Leider hatte der Maler keine allzu lange Freude an Top, denn das Tier starb schon nach wenigen Monaten im November 1869. Es heißt, dass Top bei einem Besuch, zusammen mit seinem Besitzer, im Londoner Red House, in dem William Morris wohnte, dessen Lieblingszigarren aufgefressen hätte und daran gestorben wäre.

Dante Gabriel Rossetti war tieftraurig über den Verlust seines Wombats. Er fertigte eine Zeichnung seiner Trauer an, die ihn zeigt wie er in ein großes Taschentuch weint, zu Füßen sein toter Liebling den er  ausstopfen ließ und in den Eingang seines Hauses am Cheyne Walk stellte.

Der US-amerikanische Lyriker Ogden Nash hat einmal ein Gedicht über Wombats geschrieben:

The wombat lives across the seas,
Among the far Antipodes.
He may exist on nuts and berries,
Or then again, on missionaries;
His distant habitat precludes
Conclusive knowledge of his moods,
But I would not engage the wombat
In any form of mortal combat.

Dieser Film zeigt die possierlichen Tiere in Aktion.

No. 16 Cheyne Walk in Chelsea, wo Rossetti lebte.
Photo © Tiger (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. Dezember 2017 at 02:00  Comments (2)  
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