41 Cloth Fair – Hier steht das älteste Wohnhaus in London

41 Cloth Fair.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Ich stand einmal vor dem (mutmaßlich) ältesten Haus von Paris in der Rue Volta Nummer 3 im Maraisviertel; manche behaupten auch, dass das älteste Haus in der Rue Montmorency Nummer 51 steht, dort, wo heute die Auberge Nicolas Flamel untergebracht ist. Auf jeden Fall sehen beide Häuser richtig alt aus…im Gegensatz zu Londons ältestem Haus, das wir in der Straße Cloth Fair Nummer 41 finden. Zwischen 1597 und 1614 wurde dieses Haus im Schatten der Kirche St-Bartholomew-the-Great erbaut und es hat den Großen Brand von London im Jahr 1666 überstanden, wahrscheinlich weil es damals auf allen Seiten von den Mauern der benachbarten Kirche umgeben war.

41 Cloth Fair stand in den 1920er Jahren kurz vor dem Abriss, u.a. weil die Gebäudesubstanz nicht mehr als sicher galt. Glücklicherweise kam es nicht zum Abriss, dafür wurde das Haus 1955 von jemandem gekauft, der es in sein Herz geschlossen hatte und umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen ließ. So finden wir heute in der Straße ein Haus vor, das zwar alt ist, aber auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Was gibt es noch über 41 Cloth Fair zu sagen? Zwei berühmte Besucher haben ihre Namen in ein Bleiglasfenster im Haus eingeritzt: Winston Churchill und die Mutter der heutigen Queen, Elizabeth Bowes-Lyon, Queen Elizabeth. Und es gibt das Gerücht, dass irgendwo in den Mauen des Hauses menschliche Skelette verborgen sein sollen.

Übrigens wohnte in der Nummer 43, direkt neben dem ältesten Haus Londons, der berühmte Dichter und Schriftsteller John Betjeman (dort, wo der Cloth Court auf Cloth Fair mündet); eine Plakette über der Eingangstür erinnert daran. In Betjemans Wohnhaus gab es einmal ein Restaurant, das „Betjeman’s hieß“, das aber von einem vegetarischen Restaurant namens „Amico Bio“ abgelöst wurde.

Das Buch zum Artikel:
Fiona Rule: The Oldest House in London. The History Press 2017. 288 Seiten. ISBN 978-0750968379.

Der Eingang zu 41 Cloth Fair.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

John Betjemans Wohnhaus.
Photo © John Salmon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Dezember 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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