Seer Green in Buckinghamshire – Ein Dorf im Speckgürtel Londons

Holy Trinity Church.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Zwischen Beaconsfield und Chalfont St Giles im Süden der Grafschaft Buckinghamshire, also mitten im Speckgürtel Londons, liegt das kleine Dorf Seer Green. Den Mittelpunkt bildet die Holy Trinity Church, eine anglikanische Kirche, die auch den Nachbarort Jordans mitbedient. Eingerahmt wird sie von den beiden Dorfpubs Jolly Cricketers an der Chalfont Road und The Three Horseshoes an der Orchard Road. Der Name Orchard Road weist darauf hin, dass in Seer Green früher einmal große Obstplantagen ansässig waren und zwar wurden Kirschbäume angepflanzt, deren Erträge man überwiegend nach London zum Covent Garden Markt brachte. An der Ecke Orchard Road und Wynnswick Road gab es eine Bäckerei, deren Spezialität Kirschpasteten waren und darum nannte man Seer Green eine Zeit lang auch Cherry Pie Village. Die Plantagen sind bis auf wenige Bäume leider alle verschwunden, aber die jährlich stattfindende Cherry Pie Fair erinnert noch an diese Zeiten.

Eine interessante Geschichte ist auf der Webseite http://www.lifeinseergreen.org nachzulesen. Der Schriftsteller Sir Herbert Edward Read (1893-1968) wohnte einmal im Broom House am Longbottom Lane, wo er auch von T.S. Eliot besucht wurde. Eliot schrieb in den 1930er Jahren seine Gedichtsammlung „Old Possum’s Book of Practical Cats“ (dt. „Old Possums Katzenbuch“), das er einer Einwohnerin von Seer Green widmete, Miss Susanna Morley. Diese Katzengedichte bildeten die Vorlage für Andrew Lloyd Webbers Musical „Cats„.

Das hübsche kleine Dorf ist zu einem bevorzugten Wohnort von Prominenten geworden, vor allem die Straße Long Grove, ein schmaler heckengesäumter Weg, an dem hübsche Häuser liegen, zum Beispiel das große Anwesen Weavers, in dem bis vor kurzem der berühmte Schriftsteller Frederick Forsyth lebte, bekannt geworden durch seinen Roman „The Day Of The Jackal“ (dt. „Der Schakal“) aus dem Jahr 1971. In Seer Green schrieb Forsyth seinen Roman „The Kill List“ (dt. „Die Todesliste“) und seine Autobiografie „The Outsider“ (dt. „Outsider: Die Autobiografie“). Der jetzt 79jährige Autor zog kürzlich mit seiner Frau in ein kleineres Haus ganz in der Nähe.

Ebenfalls am Long Grove wohnte der Sänger und Entertainer Val Doonican (1927-2015), in einem Haus mit sieben Schlafzimmern und einem Swimming Pool, das er von Jon Anderson kaufte, dem ehemaligen Sänger der Rockgruppe Yes. Anderson nahm hier sein erstes Soloalbum “ Olias of Sunhillow“ auf, das 1976 veröffentlicht wurde.

Hier ist ein kurzer Film über Seer Green.

Jolly Cricketers.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

The Three Horseshoes.
Photo © Robert Eva (cc-by-sa/2.0)

In diesem Haus am Long Grove in Seer Green wohnten einmal Jon Anderson und Val Doonican.
Photo © Ajay Tegala (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Januar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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