English Country Churchyards – Einige persönliche Anmerkungen

St Peter & St Paul Churchyard in Dinton (Buckinghamshire)
Eigenes Foto.

Bei meinen Reisen durch England besuche ich immer wieder gern draußen auf dem Lande die kleinen Dorfkirchen und ihre Friedhöfe. Es herrscht dort meistens eine ganz besondere Stimmung, vor allem wenn man ganz allein auf dem „country churchyard“ ist. So erinnere mich an einen sonnigen Frühlingstag, als ich St Peter & St Paul in dem winzigen Ort Dinton in Buckinghamshire aufsuchte. Der Wind rauschte in den Bäumen, es war keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Ich versuchte die Inschriften auf den alten Grabsteinen zu entziffern, was nicht immer gelang.

Thomas Grays „Elegy written in a country churchyard„, ein Gedicht, das der Dichter 1750 schrieb, führte mich zur St Giles Church nach Stoke Poges (Buckinghamshire), wo Thomas Grays hohes Denkmal, allerdings außerhalb des Friedhofs, zu finden ist. Was für ein Gegensatz: Die Grabstätte des 1771 gestorbenen Dichters und die vielen Flugzeuge am Himmel, die sich im Anflug auf Heathrow befinden. Wie treffend für einen Dorffriedhof sind doch Grays Zeilen:

„Beneath those rugged elms, that yew-tree’s shade,
 Where heaves the turf in many a mould’ring heap,
Each in his narrow cell for ever laid,
 The rude forefathers of the hamlet sleep“

Ähnlich schön formulierte es Percy Bysshe Shelley in seinem Gedicht “ A summer evening churchyard, Lechlade„, das von der Abendstimmung auf dem Kirchhof von St Lawrence in Lechlade (Gloucestershire) inspiriert wurde. Hier heißt es:

„The dead are sleeping in their sepulchres:
And, mouldering as they sleep, a thrilling sound,
Half sense, half thought, among the darkness stirs,
Breathed from their wormy beds all living things around,
And mingling with the still night and mute sky
Its awful hush is felt inaudibly.“

Sehr idyllisch liegt der Fern Lane Cemetery auf halbem Wege zwischen Little Marlow und Bourne End in Buckinghamshire. Hier ruht einer der bekanntesten englischen Krimiautoren: Edgar Wallace. Umgeben von Laubbäumen findet man hier alte Grabmäler und Grabstätten neueren Datums.

Auch Edgar Wallaces „Konkurrentin“, die Krimiautorin Agatha Christie hat eine schöne und ruhige letzte Ruhestätte gefunden, auf dem Kirchhof von St Mary in Cholsey bei Wallingford (South Oxfordshire). An einer Umrandungsmauer steht ihr Grabstein, schon recht verwittert, und bei meinem Besuch lag einer ihrer Krimis davor, dem der Regen schon arg zugesetzt hatte.

Auch im Winter haben die ländlichen Kirchhöfe ihre Reiz. So besuchte ich beispielsweise an einem klirrend kalten Tag im Februar St Arilda’s bei Oldbury in South Gloucestershire. Die Kirche liegt auf einem Hügel, von dem aus man einen schönen Blick auf den River Severn hat.

Diese kleine Auswahl von meinen Begegnungen mit „English country churchyards“ ließe sich noch lange fortsetzen. Ich bin sicher, dass viele meiner Blogleser alle ihre persönlichen Favoriten haben werden.

Siehe zu diesem Thema auch meinen Blogeintrag über „lych gates“.

Das Grabmal von Thomas Gray neben dem St Giles Churchyard in Stoke Poges (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

St Lawrence in Lechlade (Gloucestershire).
Photo © Chris Gunns (cc-by-sa/2.0)

Das Grabmal von Edgar Wallace auf dem Fern Lane Cemetery (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

Agatha Christies Grab auf dem Friedhof von St Mary’s in Cholsey (South Oxfordshire),
Eigenes Foto.

St Arilda’s bei Oldbury (South Gloucestershire).
Eigenes Foto.

Published in: on 19. Januar 2018 at 02:00  Comments (2)