Penguin Books – Die ersten zehn Titel aus dem Jahr 1935

St David’s Railway Station in Exeter (Devon) – Hier und auf dem Weg nach London hatte Allen Lane die Idee zu den Penguin Books.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Als der Verleger Allen Lane 1934 von einem Besuch bei Agatha Christie in Devon wieder nach London zurückfuhr, suchte er auf dem Bahnhof von Exeter nach Lesestoff für die Zugfahrt, wurde aber nicht fündig. So musste er während der langen Fahrt aus dem Fenster schauen und die Landschaft genießen. Dabei kam ihm die Idee, eine Buchreihe ins Leben zu rufen, die möglichst preiswert herzustellen und auch für Leser mit schmalem Geldbeutel erschwinglich war. Die Idee zu den Penguin Books, wie die Buchreihe heißen sollte, war geboren. Auf dem St David’s Bahnhof von Exeter erinnert eine orangefarbene Plakette an Sir Allen Lane und die Inspiration, die er hier erhielt.

Am 30. Juli 1935 wurden die ersten zehn Titel veröffentlicht und für sechs Pence verkauft. Die Reihe mit dem Pinguin als Logo war nicht vom Start weg ein großer Erfolg, etliche der ersten zehn Titel blieben bei Buchhändlern im Regal liegen, doch nach und nach nahm der Verkauf an Fahrt auf, und die Buchreihe gehört seitdem zu den bekanntesten und erfolgreichsten der Welt.

Werfen wir einmal einen Blick auf die ersten zehn Titel:

Penguin Book Nummer 1:
André Maurois: Arielle
Erstaunlicherweise eröffnete ein französischer Schriftsteller die Buchreihe. André Maurois (1885-1967) beschäftigt sich in seinem Werk mit dem englischen Schriftsteller Percy Bysshe Shelley. Das Buch wurde auch unter dem Titel „Ariel oder das Leben Shelleys“ ins Deutsche übersetzt.

Penguin Book Nummer 2:
Ernest Hemingway: A Farewell to Arms
Der Literaturnobelpreistrager Ernest Hemingway (1899-1961) erzählt in diesem Roman von der Liebe zwischen einem in der italienischen Armee dienenden Amerikaner und einer britischen Krankenschwester während des Ersten Weltkriegs. Auf Deutsch erschien das Buch unter dem Titel „In einem andern Land“.

Penguin Book Nummer 3:
Eric Linklater: Poet’s Pub
Der Schotte Eric Linklater (1899-1974) schrieb zahlreiche Romane, Sachbücher und Biografien. In „Poet’s Pub“ steht ein Gasthaus mit dem Namen „The Pelican“ in Oxford im Mittelpunkt, um den sich humorvolle Geschichten ranken. Das Buch wurde nicht ins Deutsche übersetzt.

Penguin Book Nummer 4:
Susan Ertz: Madame Clare
Die heute weitgehend vergessene Susan Ertz (1887-1985) veröffentlichte zwei Dutzend Romane. „Madame Clare“ war ihr Erstlingswerk, das nicht in deutscher Übersetzung vorliegt.

Penguin Book Nummer 5:
Dorothy L. Sayers: The Unpleasantness of the Bellona Club
Ein Krimi-Klassiker aus dem Jahr 1928 aus der Feder der berühmten Dorothy L. Sayers (1893-1957), der fünfte Band aus der Lord Peter Wimsey-Serie, der auf Deutsch unter dem Titel „Ärger im Bellona Club“ erschien.

Penguin Book Nummer 6:
Agatha Christie: The Mysterious Affair at Styles
Der erste Roman der Queen of Crime Agatha Christie (1890-1976), den man auf Deutsch als „Das fehlende Glied in der Kette“ lesen kann.

Penguin Book Nummer 6A:
Agatha Christie: The Murder on the Links
Agatha Christie kam gleich im Doppelpack heraus. „Mord auf dem Golfplatz“, so der deutsche Titel, ist ihr dritter Kriminalroman.

Penguin Book Nummer 7:
Beverley Nichols: Twenty-Five
Die Autobiografie des Schriftstellers Beverley Nichols (1898-1983), der vor allem durch seine Gartenbücher in Erinnerung geblieben ist. Viele seiner Werke wurden übersetzt, seine Autobiografie jedoch nicht.

Penguin Book Nummer 8:
E.H. Young: William
Emily Hilda Young (1880-1949) dürfte auch kaum noch jemand kennen. Sie schrieb ein Dutzend Romane. „William“ erschien bereits 1925 und wurde 1947 unter dem gleichen Titel ins Deutsche übersetzt.

Penguin Book Nummer 9:
Mary Webb: Gone to Earth
Auch Mary Webb (1881-1927) dürfte heute nur noch wenigen bekannt sein. Ihr Roman „Gone to Earth“ war 1917 erschienen, wurde 1950 verfilmt und unter dem Titel „Heim zur Erde“ ins Deutsche übersetzt.

Penguin Book Nummer 10:
Compton Mackenzie: Carnival
Compton Mackenzie (1883-1972)  kennt man in Deutschland vor allem durch seinen heiteren Roman „Das Whiskyschiff“. „Carnival“ wurde nicht übersetzt.

Siehe zum Thema auch meinen anderen Blogartikel über Penguin Books.

Published in: on 2. Februar 2018 at 02:00  Comments (1)  
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  1. […] Ingos England-Blog wirft einen Blick zurück auf die Anfänge des Penguin Verlages. […]


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