Ghost Bikes in London – In Erinnerung an im Stadtverkehr tödlich verunglückte Radfahrer

Am 17. Oktober 2014 starb hier am Ludgate Hill die deutsche Studentin Janina Gehlau. Ein abbiegender LKW-Fahrer hatte sie auf ihrem Fahrrad übersehen.
Copyright: London Remembers.

Ich hätte keine Lust in London Fahrrad zu fahren. Erst einmal nicht wegen der Abgase und zweitens zählen Radfahrer nicht im Londoner Straßenverkehr, die Autofahrer betrachten sie mehr oder weniger als lästiges Übel. Immer wieder kommt es in der Stadt zu tödlichen Unfällen, oftmals mit LKWs, manchmal liegt es aber auch am Leichtsinn von einigen Zweiradfahrern. Sieht man irgendwo in London am Straßenrand weiße geschmückte Fahrräder, dann heißt das, dass hier ein Radfahrer zu Tode gekommen ist. Die Bewegung der „Ghost Bikes“ begann im Jahr 2003 in St Louis im US-Bundesstaat Missouri und verbreitete sich von hier in viele Länder der Welt.

Eine für Radfahrer besonders gefährliche Kreuzung ist dort, wo die Euston Road, die Pentonville Road und der York Way zusammentreffen. Hier sind schon drei Radfahrer ums Leben gekommen, zuletzt die 24jährige koreanische Studentin Min Joo Lee, die am 3. Oktober 2011 von einem LKW überrollt wurde.

In Memoriam Min Jo Lee.
Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

Auch Stella Chandler wurde von einem abbiegenden LKW übersehen und überrollt. Dieser Unfall fand am 10. Dezember 2009 am Vanbrugh Hill Ecke Woolwich Road in Greenwich statt. Ein weißes Ghost Bike wurde an der Unglücksstelle an einem Straßengitter angekettet.

Hier starb Stella Chandler.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Ein weiteres Opfer eines LKW-Unfalls war die 26jährige Federica Baldassa, die auf dem Heimweg in Holborn überrollt wurde. Das weiße Fahrrad erinnert an ihr tragisches Schicksal.

Ein Ghost Bike für Federica Baldassa.
Copyright London Remembers.

Hier ist ein Film über Londoner Ghost Bikes.

Published in: on 17. Februar 2018 at 02:00  Comments (3)  
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