Mein Buchtipp – Jan Bondeson: Murder Houses of London

Foto meines Exemplares.

Jan Bondeson ist ein schwedischer Arzt, der sich auf Rheumaerkrankungen spezialisiert hat und an der Universität von Cardiff lehrt. Nebenbei interessiert er sich auch für ein ganz anderes Thema: Londoner Häuser, in denen Morde begangen wurden. So schrieb er bisher die Bücher „Murder Houses of South London“ (2015),  „Murder Houses of Greater London“ (2015) und „Murder Houses of London“ (2014), das ich heute vorstellen möchte.
Bondeson nimmt sich Mordfälle aus dem 19. und dem 20. Jahrhundert vor, beschreibt diese detailliert und geht der Frage nach, was aus den Häusern geworden ist, in denen sich die Taten ereignet haben. Viele der „murder houses“ stehen noch heute, einige wurden abgerissen und durch neue Gebäude ersetzt. Manche der Morde waren so schrecklich und erregten so viel Aufmerksamkeit, dass niemand mehr darin wohnen wollte. So kam es sogar hin und wieder vor, dass die Straßen umbenannt und die Hausnummern ausgetauscht wurden, um die Standorte der Mordhäuser zu verschleiern.

Hier sind einige Beispielsfälle aus Jan Bondesons Buch:

Die Zwillinge Ronnie und Reggie Kray gehören zu den schillerndsten und berühmtesten Figuren der Londoner Kriminalgeschichte. In den 1960er Jahren verbreiteten sie Angst und Schrecken in der Stadt.  Der Pub The Blind Beggar in der Whitechapel Road war der Ort, wo Ronnie Kray einen anderen Kriminellen namens George Cornell vor den Augen anderer Pubbesucher erschoss. Keiner der Anwesenden konnte sich anschließend an Einzelheiten der Tat erinnern… Den Blind Beggar gibt es noch heute im Londoner East End.

In 25 Noel Road in Islington wohnten in den 1960er Jahren der Dramatiker Joe Orton und sein Lebensgefährte, der Schauspieler und Schriftsteller Kenneth Halliwell. Am 9. August 1967 kam es zu einem Streit zwischen den beiden Männern, wobei Halliwell seinen Freund mit neun Hammerschlägen tötete. Anschließend nahm er eine Überdosis Nembutal und starb. Eine blaue Plakette an der Hauswand erinnert an Joe Orton (nicht an Kenneth Halliwell). Siehe dazu meinen Blogeintrag.

10 Rillington Place gehörte zu den berüchtigsten Adressen in London, wo der Serienmörder John Christie in den 1940er und 1950er Jahren mehrere Frauen ermordete. Rillington Place wurde, nachdem die Polizei Christie geschnappt hatte, in Ruston Place umbenannt. Das Mordhaus in Notting Hill wurde 1970 abgerissen. Siehe dazu meinen Blogeintrag.

Jan Bondesons Buch ist mit vielen Fotos bzw. mit zeitgenössischen Zeichnungen, überwiegend aus den Illustrated Police News, versehen.

Jan Bondeson: Murder Houses of London. Amberley Publishing 2014. 474 Seiten. ISBN 978-1-4456-4706-7.

The Blind Beggar in der Whitechapel Road.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

25 Noel Road in Islington.
Photo © Christopher Hilton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. März 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The URI to TrackBack this entry is: https://maricopa1.wordpress.com/2018/03/04/mein-buchtipp-jan-bondeson-murder-houses-of-london/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: