Willie Rushton und seine satirische, musikalische Hommage an den Londoner Stadtteil Neasden

Der Londoner Ortsteil Neasden, nicht weit weg vom berühmten Wembley Stadion, liegt im Nordwesten der Stadt und wird von der North Circular Road durchschnitten. Früher nannte man Neasden „the loneliest village in London„; es hat nicht besonders viel an Attraktionen zu bieten, die die Touristen in Massen anziehen. Da steht allerdings ein Gebäude, das man in London nicht unbedingt vermutet, der Neasden-Tempel, die größte hinduistische Tempelanlage in ganz Großbritannien (s. hierzu meinen Blogartikel).

Was gibt es sonst noch über Neasden zu berichten? Das Model Twiggy, bekannt aus den Swinging Sixties, wurde 1949 hier geboren und lebte mit ihren Eltern am St Raphael’s Way 93, der Drummer und Gründer der Band Cream Ginger Baker wohnte früher in der Braemar Avenue 154, Sir John Betjeman besucht in seiner  Dokumentation auch „Metro-land“ Neasden („home of the gnome and the average citizen“), und das Satiremagazin Private Eye, das eine Zeit lang hier gedruckt wurde, nutzt den Stadtteil als Prototyp für „suburbia“. Einer der Mitbegründer des Magazins war Willie Rushton (1937-1996), der sich auch als Zeichner und Comedian einen Namen gemacht hatte und der in unzähligen Fernsehsendungen zu sehen war.

Für Private Eye schrieb Rushton 1972 ein Lied, dem er den Titel „Neasden“ gab und in dem er auf seine unnachahmliche Weise stadtführerartig, humorvoll und satirisch auf die Vorzüge des Londoner Stadtteils hinweist. Er schlägt in dem Lied einen Besuch der Öffentlichen Bibliothek, des preisgünstigen Waschsalons Launderama und eines indischen Restaurants namens Rann of Kutch vor. Der vollständige Songtext ist hier nachzulesen und das Lied hier zu hören.

Die North Circular Road in Neasden.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Der Neasden Temple.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. März 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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