The Musical Stones of Skiddaw – Eine Rarität im Museum der Stadt Keswick (Cumbria)

Peter Crosthwaite war schon ein verrückter Kerl, ein Exzentriker par excellence. Er erfand allerhand kuriose Dinge wie eine transportable Bademaschine oder ein Rettungsboot mit einem Korkboden, um nur zwei Beispiele zu nennen, aber er hatte es nicht so mit Patentanmeldungen und so verdiente nicht er, sondern andere an seinem Erfindungsreichtum. Was der im Jahr 1735 geborene Crosthwaite noch entdeckte, war, dass sich mit ganz bestimmten Steinen aus der Region von Skiddaw, ein Berg im Lake District, Musik erzeugen lässt. Diese Hornfels genannten Steine sammelte er, nahm sie mit nach Hause nach Keswick in der heutigen Grafschaft Cumbria und bearbeitete sie in seiner Werkstatt, das heißt, er feilte bis zu zwölf Stunden am Tag an ihnen herum, bis sie den gewünschten Ton von sich gaben. Das xylophonartige fertige Instrument installierte er in dem von ihm 1780 gegründeten Museum in Keswick und klimperte auf ihm herum, um damit Besucher hineinzulocken. Im Jahr 1808 starb der Erfinder der Musical Stones of Skiddaw.

Geraume Zeit später fand auch der Steinmetz Joseph Richardson (1790-1855), der ebenfalls in Keswick lebte, heraus, dass man mit den  Hornsteinen von Skiddaw Musik machen kann. Er war davon so fasziniert, dass die Suche nach entsprechenden Steinen und deren Bearbeitung zu seinem Lebensinhalt wurde. Ja, er benötigte sage und schreibe an die dreizehn Jahre, bis er alle zusammen hatte und damit eine Musikinstrument anfertigen konnte. Er vergaß so ziemlich alles wegen seines ehrgeizigen Projekts, so dass seine Familie am Hungertuch nagte, was ihn aber nicht weiter störte. Im Jahr 1840 war sein Instrument endlich fertig. Richardson wollte es aber nicht nur wie sein Vorgänger ins Museum stellen und ab und zu darauf spielen. Er ging zusammen mit seine drei Söhnen und den Musical Stones of Skiddaw auf Tournee. Die „Richardson & Sons Rock, Bell and Steel Band“ zog erfolgreich durch Großbritannien und spielte sogar vor Queen Victoria, die begeistert gewesen sein soll. Vater und Söhne begaben sich anschließend sogar auf den Kontinent und traten mit ihrem sonderbaren Instrument u.a. auch in Deutschland auf. Eine geplante USA-Tournee musste leider abgesagt werden, weil einer der Söhne starb. Das war auch gleichzeitig das Ende der Band. Im Jahre 1917 fanden die Musical Stones ihre letzte Heimat im Museum von Keswick, wo sie heute noch zu bewundern sind. Hin und wieder wird das Instrument aber weiterhin benutzt wie zum Beispiel beim Coniston Water Festival 2005, als der Amerikaner Brian Dewar eine Kostprobe seines Könnens darauf gab.

Das idyllisch gelegene Keswick Museum & Art Gallery findet man an der Station Road auf der anderen Seite des River Greta, gegenüber vom Fitz Park Bowling Club.

In diesem Film ist das Musikinstrument zu sehen.

In Keswick ist auch das Cumberland Pencil Museum beheimatet, über das ich in meinem Blog schon einmal schrieb.

Keswick Museum & Art Gallery.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Der Skiddaw bei Keswick.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. April 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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