Spukorte – Arundel Castle in Arundel (West Sussex)

Das Arundel Castle in der Grafschaft West Sussex ist eine Burg wie man sie sich schöner kaum vorstellen kann. Sie liegt am Rand der Ortschaft Arundel, die vom River Arun durchzogen wird. Ich habe die Burg einmal besichtigt und anschließend in Arundel im Norfolk Arms übernachtet.

Roger de Montgomery hat Arundel Castle gegen Ende des 11. Jahrhunderts erbauen lassen und seit mehr als 400 Jahren ist die Burg im Familienbesitz der Howards, der Dukes of Norfolk. Ein Besuch des Castles lohnt sich sehr, es verfügt über wunderschöne Räumlichkeiten wie zum Beispiel den Drawing Room und die Bibliothek.

Aber ich möchte an dieser Stelle nicht über die Geschichte des Arundel Castles berichten, sondern über die zahlreichen Spukgeschichten, die man sich hier erzählt. Fast jedes alte Schloss in Großbritannien hat seinen Hausgeist, eine Grey Lady, eine White Lady, einen ruhelosen Mönch oder irgendeine andere rastlose Seele, die früher einmal auf unnatürliche Weise dort ums Leben gekommen ist. Das Arundel Castle hat gleich eine ganze Handvoll von Geistern, manche sprechen von fünf, manche sogar von sieben, darunter auch sein Erbauer, Roger de Montgomery, der von einem der Türme aus genau beobachten soll, was da so alles in seiner Burg abläuft (vielleicht rümpft er die Nase angesichts der Touristenströme).

Gehört, aber nicht gesehen, wurde schon häufig der Geist eines Küchenjungen, der das Pech hatte unter einem äußerst strengen Küchenchef zu arbeiten, der ihn immer wieder schlug, einmal so schlimm, dass der Junge an den Schlägen starb.

Eine ähnlich tragisch Geschichte ereignete sich vor langer Zeit im Arundel Castle: Ein junges Mädchen hatte sich unsterblich verliebt, doch ihr Angebeteter wies sie zurück, so sah das Mädchen  keinen anderen Weg, als sich vom Hiorne Tower zu stürzen, der auf dem Burggelände steht. Dort geht das arme Kind nun als White Lady um.

Neben der White Lady findet man im Castle auch einen Blue Man, der sich gern in der Bibliothek aufhält und dort etwas zu suchen scheint, denn er wurde mehrfach gesehen wie er in Büchern blättert. Nach kurzer Zeit löst sich der Blue Man in Nichts auf. Wer er ist, weiß niemand, er trägt ein blaues Seidengewand wie es zur Zeit Charles II. in Mode war.

In der Bibliothek wurde auch schon einige Male ein kleiner schwarzer Hund gesehen, häufig von Kindern, der angeblich einmal dem 13. Earl of Arundel gehört hatte. Der Edelmann verbrachte elf Jahre seines Lebens im Tower of London, in Begleitung eben jenes Hundes.

Wer diese Geschichten für blanken Unfug hält, sollte sich einmal für eine Nacht in der Burg einschließen lassen und auf eigene Faust im Dunkeln die alten Gemäuer durchstreifen…

Die Burg ist in diesem Jahr bis zum 28. Oktober täglich, außer montags, von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Das All Inclusive Ticket kostet £22.

Hier ist ein Film über die Burg.

Von diesem Turm aus soll Roger de Montgomery das Geschehen in der Burg beobachten.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Der Hiorne Tower.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

The British Sundial Society – Sonnenuhrenfans unter sich

Eine der größten Sonnenuhren in Europa in Amble (Northumberland).
Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)

Eine Sonnenuhr ist ein astronomisches Gerät, das den Lauf der Sonne beziehungsweise ihren aktuellen Stand am Himmel auf einfache Weise darstellen kann, vorwiegend zur Anzeige der Tageszeit. So, kurz und prägnant, die Wikipedia zum Begriff „Sonnenuhr“.
Dass es in Großbritannien und auch in anderen Teilen der Welt viele Sonnenuhr-Enthusiasten gibt, zeigt die Tatsache, dass sich viele dieser Interessenten in der British Sundial Society (BSS) zusammengefunden haben.

Gegründet wurde die Gesellschaft 1989 von einer Handvoll „Sundial fans“, heute gehören ihr mehr als 400 Mitglieder an, die nicht nur aus Großbritannien kommen. Die Zielsetzung der BSS in ihren eigenen Worten:

„to advance the education of the public in the art and science of gnomonics and the knowledge of all types of sundial; to catalogue and advise on the restoration of sundials in the British Isles, and to research their history“. (Gnomonics = The art or science of dialing, or of constructing dials to show the hour of the day by the shadow of a gnomon.)

Viermal im Jahr veröffentlicht die BSS ein 48seitiges Bulletin mit Fachartikeln rund um das Thema Sonnenuhr. Die letzte Ausgabe, Nummer 105, erschien im März 2018.

Es gibt eine Fülle von Firmen in Großbritannien, die Sonnenuhren herstellen wie z.B.:
Black Country Sun Dials in Oswestry (Shropshire)
David Brown Sundials in Somerton (Somerset)
Harriet James Sundials in Warminster (Wiltshire)

Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder der British Sundial Society zu ihrer BSS Conference und zu ihrem eintägigen Meeting in der Sutton Hall in Stockcross bei Newbury (Berkshire).

Wer sich für das Thema interessiert, findet eine hervorragend gemachte Homepage der BBS, die kaum eine Frage offen lässt.

Das Buch zum Artikel:
Mark Lennox-Boyd: Sundials – History, Art, People, Science. Frances Lincoln 2006. 144 Seiten. ISBN 978-0711224940.

Eine Sonnenuhr an der Kirche King Charles the Martyr in Tunbridge Wells (Kent).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Zwei besonders schöne Exemplare am Gonville and Caius College in Cambridge.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

The Knockin Shop in Knockin (Shropshire) – Dorfladen oder Bordell?

Viele Leute, die mit ihrem Auto auf der B4396 in dem kleinen Dorf Knockin, nordwestlich von Shrewsbury in Shropshire, am Dorfladen vorbeifahren, haben ein Grinsen auf dem Gesicht. Warum?

Von außen gesehen, ist an dem Haus nichts besonders Lustiges festzustellen. Es ist eben ein Dorfladen mit angeschlossenem Postamt und Zeitungsverkauf; einige Tische und Stühle stehen vor der Tür, dort kann man seinen Kaffee trinken, seine Pastete oder ein Eis essen; also nichts Spektakuläres…wenn da nicht der Name auf dem Schild wäre! Ein Dorfladen in einem Dorf, das Knockin heißt, wird eben The Knockin Shop genannt…und dieser Begriff ist doppeldeutig. Hier die Erklärung des Begriffes im Free Dictionary:“a house or other place where men pay to have sexual intercourse with prostitutes„; ein Knocking Shop ist also nichts anderes als ein Bordell. Ich kann mir also gut vorstellen wie die (männlichen) Dorfbewohner gefeixt haben, als sie seinerzeit das Schild an ihren Dorfladen hängten!

Der angeschlossene Friseursalon sollte nach Willen des derzeitigen Besitzers in einen Fish & Chips-Laden umgewandelt werden, doch dagegen sträubten sich die Dorfbewohner und auch der Gemeinderat war dagegen. Nach wie vor ist das Postamt und die Tourist Information in dem Gebäude untergebracht.

Published in: on 29. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Richard Muir: How To Read a Village

Foto meines Exemplares.

Ich habe mich in der letzten Zeit etwas intensiver mit englischen Dörfern beschäftigt, daher auch meine Buchtipps wie Richard Askwiths „The Lost Village“ und Brian Baileys „The English Village Green„. Ein weiteres Buch zum Thema ist Richard MuirsHow To Read a Village„, erschienen 2007 bei der Ebury Press.

Dr Richard Muir hat seine Dissertation bei der Universität von Aberdeen geschrieben und ist zu einem Experten für „landscape interpretation“ geworden. 1989 erschien sein „Shell Guide to Reading the Landscape„, im Jahr 2000 sein „The New Reading the Landscape: Fieldwork in Landscape History„.

In der „How To Read…“-Serie der Ebury Press verfasste Dr Muir sein „How To Read a Village“, in dem er sich mit allen Aspekten des britischen Dorfes beschäftigt und dem Leser Ratschläge an die Hand gibt wie er selbst aus bestimmten Anzeichen Rückschlüsse auf die Geschichte eines Dorfes ziehen kann. Er untersucht u.a. wesentliche Elemente eines Dorfes wie die Kirche, das Village Green, den Pub, Cottages und den Dorfteich.

Auch Richard Muir sorgt sich um die Zukunft des Dorfes: „With more and more of our countryside disappearing under tarmac and brick, it is time to reassess, appreciate and understand our villages„.

Das Buch ist mit sehr eindrucksvollen Fotos ausgestattet, manche in Schwarz-Weiß, die meisten in Farbe, davon auch einige doppelseitig.

Für alle, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen möchten, sehr zu empfehlen.

Richard Muir: How To Read a Village. Ebury Press 2007. 272 Seiten. ISBN 978-0-09-192011-1

Eines meiner Lieblingsdörfer: Turville in Buckinghamshire.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 28. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Der London Gay Men’s Chorus

Erst waren es neun homosexuelle Männer, die sich 1991 in London zusammentaten, um einen Chor zu gründen, heute nach 27 Jahren besteht der London Gay Men’s Chorus aus rund 200 Mitgliedern, und er ist sogar international in Erscheinung getreten durch Auftritte in einigen europäischen Ländern und in den USA und Australien.

Our mission is to entertain, educate and inspire through song – performing to the highest standard and challenging pre-conceptions of gay men„, so lautet die Devise des größten europäischen homosexuellen Chores, der Ende des Monats Mai ein erneutes Gastspiel in Prag geben wird. Höhepunkt in der Geschichte des Chores waren u.a. ein Besuch bei David Cameron in 10 Downing Street, wo die Männer sich in einer Aktion gegen Homophobie im Sport stellten, Auftritte in der Royal Festival Hall, in der Southwark Cathedral und im Millennium Dome in Anwesenheit der Queen. Der Chor trat schon zusammen mit den ganz Großen der britischen Musikszene auf wie mit Elton John und den Pet Shop Boys.

Das Repertoire des London Gay Men’s Chorus ist weit gespannt und umfasst klassische Musik, Folklore, Jazz, Musicals und Popmusik. Im Lauf der Jahre haben die Chormitglieder schon sehr viel Geld für wohltätige Zwecke gesammelt.

Im vorigen Jahr erschien ein Buch über den Chor mit dem Titel „The Secret History: The London Gay Men’s Chorus„, geschrieben von Robert Offord, das sich auf mehr als 300 Seiten mit den sangesfreudigen Männern beschäftigt, beginnend mit den ersten Auftritten, zum Beispiel in der U-Bahnstation Angel in Islington.

Geprobt wird regelmäßig im Cecil Sharp House in der Regent’s Park Road, „England’s award winning folk arts centre, at the heart of London“.

Hier ist der Chor mit dem Titel „Go West“ zu hören, das die Village People 1979 sangen und das die Pet Shop Boys 1993 neu interpretierten.

Das Cecil Sharp House in der Londoner Regent’s Park Road.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Die Londoner Albert Bridge – The Trembling Lady

Am 23. August 1873 wurde in London die Albert Bridge eröffnet, die die Stadtteile Chelsea und Battersea über die Themse verbindet. Benannt ist sie nach dem Gemahl Queen Victorias, Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Der Ingenieur Rowland Mason Ordish (1824-1886) konzipierte und baute die Albert Bridge, die 12 Meter breit und 220 Meter lang ist.

In den ersten sechs Jahren musste man eine Brückenmaut bezahlen, um von der einen auf die andere Seite der Themse zu gelangen; die Mauthäuschen stehen noch heute an der Brücke. An ihnen sind Schilder angebracht mit dem Hinweis: „All troups must break step when marching over this bridge„. Es wurde nämlich ziemlich schnell klar, dass, wenn Soldaten im Gleichschritt über die Brücken marschierten, diese anfing zu schwanken. Truppen von den nahe gelegenen Chelsea Barracks marschierten häufig über die Albert Bridge, und so wurde jeweils von den Truppführern angeordnet, dass die Männer im „Normalschritt“ die Brücke zu passieren hatten. Auf Grund dieser Eigenschaft nennt man die Brücke auch „The Trembling Lady„.

Nicht nur Soldaten und Zivilisten nutzten die Albert Bridge, auch viele Hunde wurden zum Gassigehen von den Bewohnern Chelseas in den Battersea Park geführt. Da es die Vierbeiner oft nicht bis zu den Bäumen des Parks schafften, hoben sie ihre Beine bereits auf der Brücke und das konnten die Holzplanken nun gar nicht vertragen, denn der Hundeurin führte dazu, dass sie allmählich verrotteten, was wiederum zu kostspieligen Reparaturarbeiten führte.

Die Albert Bridge hat im Laufe ihres Lebens viele Male ihre Farbe gewechselt. Anfangs war sie in eher unauffälligen Farben angemalt, was bei schlechtem Wetter und bei Nebel zu Kollisionen mit Schiffen führte. Heute trägt sie besser erkennbare Farben, zusätzlich sind noch sehr helle Halogenlampen an ihr angebracht.

Für einige Filme und Musikvideos diente die Albert Bridge als Hintergrund, so zum Beispiel in Peter Howitts Liebesdrama „Sliding Doors“ (dt. „Sie liebt ihn – Sie liebt ihn nicht“ aus dem Jahr 1998. Hier ist der entsprechende Filmausschnitt. Im Musikvideo „Don’t get me wrong“ der Pretenders ist die Brücke zu sehen und in „Misty Morning Albert Bridge“ der Pogues.

Das Problem der schwankenden Brücke gab es in London noch einmal, als die Millennium Bridge im Jahr 2000 eingeweiht wurde. Kaum war sie eröffnet, musste sie auch schon wieder geschlossen werden, denn als die neugierigen Besuchermassen die neue Brücke überquerten, fing diese an recht heftig zu schwanken. Die Trembling Lady hatte ein Schwester bekommen, die Wobbly Bridge (hier ist ein Film über sie).

Ein ehemaliges Mauthäuschen an der Albert Bridge mit dem Warnschild für die Truppen.
Photo © Eirian Evans (cc-by-sa/2.0)

Die Millennium Bridge, The Wobbly Bridge.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Der Helston Flora Day – Eine der ältesten Traditionen in Cornwall

Am 8. Mai diesen Jahres war es wieder soweit: In der cornischen Kleinstadt Helston, an der A394 an der Zufahrt zur Lizard Peninsula gelegen, wurde zum x-ten Mal der Flora Day gefeiert, eine der ältesten Traditionen in Cornwall und in ganz England, die auf den Erzengel Michael zurückgeführt wird, der am 8. Mai 495 auf dem Monte Gargano in Süditalien vier Mal erschien.

An diesem Tag ist Tanzen angesagt in Helston, denn mehrere Male wird hier zum Furry Dance aufgerufen. Durch die geschmückten Straßen ziehen Tänzerinnen und Tänzer, musikalisch begleitet von der Blaskapelle The Helston Town Band, die immer wieder den Flora Dance intoniert.

Um 7 Uhr morgens begeben sich an die achtzig Paare zum Morning Dance auf die Straße, dem Anlass entsprechend chic gekleidet, und geben sich der Tanzeslust hin.

Direkt danach findet der Hal-an-Tow Pageant statt, ein Umzug bei dem die wild verkleideten Teilnehmer immer wieder die Geschichte vom Heiligen Georg und seinem Kampf gegen den Drachen und die vom Heiligen Michael und seinem Kampf gegen den Teufel aufführen.

Als nächstes sind die Kinder von Helston an der Reihe, alle in Weiß gekleidet, die Jungen tragen ihre Schulkrawatte, die Mädchen haben Blumen in den Haaren, deren Farbe von der jeweiligen Schulzugehörigkeit abhängt. An die 1000 Kinder nehmen an dem Children’s Dance teil.

Der Midday Dance ist der Höhepunkt des Helston Flora Day, dann starten eigens dafür eingeladene Damen und Herren an der Guildhall zu ihrer Tanzveranstaltung. Die Herren tragen Zylinder und Morning Coats, die Damen lange Kleider und Hüte.

Der Evening Dance schließlich beginnt um 17 Uhr, ebenfalls von der Guildhall aus, und da geht es lockerer zu: Die Damen haben ihre Sommerkleider ausgepackt und die Herren tragen Oberhemd mit Krawatte.

Und immer wieder spielt die Helston Town Band den Flora Dance, der den Zuschauern und den mitwirkenden Tänzern wohl tagelang nicht mehr aus dem Kopf gehen wird.

Der Hal-an-Tow Pageant.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Die Guildhall von Helston.
Photo © Derek Voller (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Butcombe Brewery in Wrington bei Bristol

Eigenes Foto

Wrington ist ein Ort in Somerset, nicht weit vom Internationalen Flughafen von Bristol entfernt. Hier ist der Firmensitz der 1978 gegründeten Butcombe Brewery, die im Jahr 2005 ein neues Gebäude bezog, das größte Brauereigebäude, das in den letzten 35 Jahren in Großbritannien gebaut wurde. Im Jahr 2015 wurde die Brauerei von der Liberation Group übernommen, einer auf den Channel Islands ansässigen Firma, die dort den Markt bezüglich Pubs beherrscht und die Liberation Brewery betreibt.

Das „Butcome Original“ gehört zu den populärsten Bieren im Westen Englands, das in ca 1000 Pubs und Bars ausgeschenkt wird. Es wurde zuletzt bei den International Beer Awards 2017 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Using only the finest English and Continental hops, together with the best English malted barley„, ist das Geheimnis des Erfolgs dieser Brauerei, deren Standardbiere das oben erwähnte Butcome Original und das Butcome Gold (hier ist eine Verkostung zu sehen) sind. Dazu kommen weitere Biere wie das Rare Breed, das Goram, das Bohemia und das Butcombe Blond.

Im Brewery Shop (geöffnet täglich außer sonntags)kann man das gesamte Spektrum an Bieren kaufen, zusätzlich gibt es da auch noch T-Shirts, Schürzen und Kappen mit dem Logo der Brauerei. Einmal im Monat werden Brauereibesichtigungen durchgeführt (£10).

31 Pubs gehören zur Butcombe Brewery, darunter als letzte Neuzugänge The Smoking Dog in Malmesbury (s. dazu meinen Blogeintrag), The Bear Inn in Cirencester (Gloucestershire) und The Bowl Inn in Almondsbury (Gloucestershire).

Hier ist ein kurzer Film über die Butcombe Brewery.

Butcombe Brewery Ltd.
Cox’s Green
Wrington
Bristol
BS40 5PA

The Smoking Dog in Malmesbury (Wiltshire).
Eigenes Foto.

The Bear Inn in Cirencester (Gloucestershire).
Photo © Paul Best (cc-by-sa/2.0)

The Bowl Inn in Almondsbury (Gloucestershire).
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Londoner Thirteen Club – Seine Mitglieder waren keine Triskaidekaphobiker

Das London Eye hat keine Gondel, die die Nummer 13 trägt.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

In meinem Blogeintrag über Kaspar, die schwarze Holzkatze des Londoner Savoy Hotels, berichtete ich kürzlich, dass sie zum Einsatz kommt, wenn im Restaurant zufällig 13 Personen zu Tisch sitzen. Man ist auch in England abergläubisch und misstraut der Zahl 13 zutiefst. In London haben beispielsweise einige Straßen keine Hausnummer 13 wie die Fleet Street, Oxford Street, Grosvenor Street und andere mehr. Das Hochhaus One Canada Square in den Docklands hat keinen 13. Stock und das Riesenrad  London Eye hat keine Gondel mit der Nummer 13.
Man nennt diese Furcht vor der Zahl 13 Triskaidekaphobie.

Es gab einmal eine Zeit Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, in dem sich in New York und in London wagemutige Männer zusammengefunden hatten, die dem Aberglauben, dass die Zahl 13 Unglück bringt, entgegen traten und sich in den Thirteen Clubs regelmäßig trafen.
Der Londoner Thirteen Club wurde in den 1890er Jahren von dem Historiker William Harnett Blanch (er beschäftigte sich vorzugsweise mit der Geschichte des Stadtteils Camberwell) gegründet, deren Mitglieder sich jeweils am 13. eines Monats um 13 Uhr in einem Restaurant im Stadtteil Holborn zusammenfanden. Dort waren 13 sargförmige Tische mit 13 Gedecken vorbereitet, und die Gäste wurden von zwei schielenden Kellnern zu Tisch gerufen, indem sie zwei Spiegel zerschlugen. Ein Bestatter führte die Clubmitglieder in den Restaurantraum mit der Nummer 13, wobei diese unter Leitern hindurchgehen mussten. Bevor die Männer zu essen begannen, streuten sie Salz auf den Tisch (Salz zu verschütten, soll ja Unglück bringen). Dekoriert waren die Tische mit Pfauenfedern, die auch Unglück bringen sollen, Hexenkesseln und Lampen in Totenschädeln. Einige schwarze Katzen sollen sich auch im Raum aufgehalten haben. Nach Beendigung des Mahles zerschlugen die Clubmitglieder die Spiegel des Restaurants.

Zu den Mitgliedern des Londoner Thirteen Clubs gehörten u.a auch hochrangige Politiker und Journalisten, die die Clubbeiträge an die Armen des Stadtteils Southwark verteilten. Vielleicht hob diese noble Geste die Wirkung der Unglückszahl 13 wieder auf, denn in der Geschichte des Clubs ist nur einer seiner Mitglieder vorzeitig verstorben und der hatte auch noch nicht einmal seinen Beitrag bezahlt.

Kein 13. Stockwerk in One Canada Square.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 23. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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St. James Garlickhythe – Eine Londoner Kirche, die immer wieder von Unglücken heimgesucht wurde

St James Garlickhythe ist eine Kirche in der City of London am Garlick Hill mit einem sehr ungewöhnlichen Namen. Die „Knoblauch-Kirche“ wurde tatsächlich nach der Pflanze aus der Gattung Lauch benannt, denn im Mittelalter verkaufte man hier ganz in der Nähe Knoblauch (hythe bedeutet soviel wie Landungsplatz für Schiffe; der Knoblauch wurde an der Themse ausgeladen). Ich möchte an dieser Stelle nicht die ganze Geschichte der Kirche erzählen, sondern nur auf die Unglücke eingehen, die ihr widerfahren sind.

Das im 12. Jahrhundert erbaute Gotteshaus wurde 1666 beim Großen Brand von London in Schutt und Asche gelegt und Jahre später von Sir Christopher Wren wieder neu aufgebaut, eine von 52 abgebrannten Kirche, die der Architekt wieder zum Leben erweckte. Am 10. Dezember 1682 öffnete St James wieder ihre Pforten.
Mitte des 19. Jahrhunderts wäre St James Garlickhythe um ein Haar abgerissen worden, wie mehrere Kirchen in der näheren Umgebung, da die Zahl der Kirchenbesucher stark abgenommen hatte, denn viele Menschen verließen damals die City of London, um sich am Rande der Stadt anzusiedeln. Der Grund, warum St James überlebte, war wohl der, dass mehrere Gilden eng mit der Kirche verbunden waren und es auch heute noch sind.

Das nächste Unglück ereignete sich am 11. Januar 1941, als eine 500-Pfund-Bombe von der deutschen Luftwaffe über London abgeworfen wurde, die das Dach von St James Garlickhythe durchschlug. Glück im Unglück: Die Bombe explodierte nicht, was wohl das endgültige Ende der Kirche bedeutet hätte, sie wurde entfernt und am Rande der Stadt kontrolliert gesprengt. 1954 entdeckte man bei Reparaturarbeiten, dass sich im Gebälk des Daches der Deathwatch Beetle , der Gescheckte Nagekäfer, eingenistet und ziemlich viel Unheil dort oben angerichtet hatte. Also musste die Kirche bis zum Jahr 1963 geschlossen werden, dann stand sie den Gläubigen der anglikanischen Kirche wieder zur Verfügung.

Eigentlich hätte St James Garlickhythe jetzt endlich einmal für längere Zeit zur Ruhe kommen sollen, doch am 20. September 1991 schlug das Schicksal um 7.30 Uhr erneut zu. Ein über dreißig Meter hoher Kran, der an einem nahe gelegenen Bürogebäude eingesetzt war, kippte um und krachte auf das Dach der Kirche. Wieder gab es einen ziemlich großen Schaden; Fenster und ein großer Leuchter gingen zu Bruch und viele der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kirchenbänke wurden beschädigt. Erneut musste St James geschlossen werden, bis die Reparaturarbeiten abgeschlossen waren.

St James Garlickhythe ist die Kirche der Worshipful Company of Vintners, einer der ältesten Zünfte Londons, der, zusammen mit der Dyers‘ Company, die Schwäne auf der Themse ihr Eigen nennen (abgesehen von denen, die der Königin gehören).

Anlässlich des Diamond Jubilee of Queen Elizabeth II und der damit verbundenen Feierlichkeiten war St James Garlickhythe im Gespräch, denn die für die Kirche von der Whitechapel Bell Foundry neu gegossenen acht Glocken wurden auf einem Boot auf der Themse zu Ehren der Königin geläutet; danach hängte man sie im Turm von St James auf (die Glocken, nicht die Queen). Hier sind die Glocken zu hören.

ST JAMES GARLICKHYTHE
Garlick Hill
London, EC4V 2AF

Die acht neuen Glocken.
Author: Dickon Love,
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 22. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Peter A. McCue: Paranormal Encounters on Britain’s Roads

Foto meines Exemplares.

Anfang diesen Jahres erschien im Verlag The History Press, immer noch eine der besten Adressen für alle, die sich für England interessieren, das Buch „Paranormal Encounters on Britain’s Roads: Phantom Figures, UFOs and Missing Time“ von Peter A. McCue. McCue ist ein klinischer Psychologe aus Schottland, der seinen Doktortitel mit einer Arbeit über Hypnose von der Universität Glasgow erhalten hat. Schon in seinem Buch „Zones of Strangeness: An Examination of Paranormal and UFO Hot Spots“ (AuthorHouse UK 2012) hat er sich mit paranormalen Phänomenen auseinandergesetzt und den Orten, an denen sich diese Dinge ereignet haben.

In seinem aktuellen Buch beschäftigt sich Peter A. McCue schwerpunktmäßig mit den unheimlichen Begegnungen, die Menschen auf den Straßen Großbritanniens hatten. Und es gibt da tatsächlich „hot spots“, wo sich diese Phänomene häufen.

Beispiel Cannock Chase, eine bewaldete Region in Staffordshire, von wo es immer wieder Berichte von „paranormal encounters“ gibt. Auf der Slitting Mill Road werden über Jahre hinweg Menschen mit einer mysteriösen schwarz gekleideten Gestalt konfrontiert, die sich bei einer versuchten Kontaktaufnahme in Luft auflöst. Mehrere Male erzählten Autofahrer von einer Frau, die an der Stile Cop Road, ganz in der Nähe des Friedhofeingangs, stand und mitgenommen werden wollte. Sie stieg jeweils im Fonds ein und verschwand während der Fahrt.

Ein weiterer Hotspot ist der Blue Bell Hill, ein Hügel zwischen Maidstone und Rochester in Kent, der von der A229 überquert wird. Hier berichteten Autofahrer immer wieder, davon, dass vor ihnen plötzlich eine Gestalt auftauchte, die sie mit ihrem Fahrzeug erfassten. Wenn sie ausstiegen, um nach ihr zu sehen, war diese Person nicht mehr auffindbar. Auch Polizeibeamte, die zur Untersuchung hinzugezogen wurden, konnten sich keinen Reim darauf machen. Sean Tudor hat sich in seinem Buch „The Ghosts of Blue Bell Hill & Other Road Ghosts“ (White Ladies Press 2017) näher mit dieser Region beschäftigt.

Schließlich noch ein weiterer Ort, um den sich zahllose unheimliche Geschichten ranken: Warminster in Wiltshire, am Rande des riesigen militärischen Sperrgebiets Salisbury Plain. Hier werden ähnliche Vorfälle wie in den Blue Bell Hills erzählt, vor allem aber berichten Menschen, die in der Region leben, immer wieder, unabhängig voneinander, von UFO-Sichtungen und das schon seit vielen Jahren. Gibt es da einen Zusammenhang zu der Militärbasis?

Peter A. McCue: Paranormal Encounters on Britain’s Roads: Phantom Figures, UFOs and Missing Time. The History Press 2018. 176 S. ISBN 978-0-7509-8438-6.

Die Slitting Mill Road, südlich von Rugeley (Staffordshire) in der Region Cannock Chase.
Photo © A Holmes (cc-by-sa/2.0)

Der Stile Cop Cemetery, ebenfalls südlich von Rugeley gelegen.
Photo © John M (cc-by-sa/2.0)

Der Blue Bell Hill in Kent.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Der Cley Hill bei Warminster – Ein UFO-Hotspot.
Photo © Phil Williams (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Der Royal Albert Hall Chimney

Kürzlich schrieb ich in meinem Blog über die Promenadenkonzerte der BBC, die jedes Jahr in der Royal Albert Hall veranstaltet werden. Wer eines der Konzerte besucht und vielleicht schon früh genug vor Beginn dort ist, um noch einen kleinen Spaziergang rund um das imposante Gebäude unternehmen zu können, wird am Südeingang mit einem hohen Schornstein konfrontiert. Üblicherweise findet man Schornsteine auf den Dächern von Häusern, dieser aber steht direkt daneben auf dem Boden. Was hat es damit auf sich, wird man sich fragen?

Bei der Eröffnung der Royal Albert Hall am 29. März 1871 war direkt am Südeingang ein riesiges gläsernes Gewächshaus der Royal Horticultural Society angebracht, ca 90 Meter lang und 25 Meter hoch, an das sich die Gärten der königlichen Gesellschaft anschlossen. Um das Gewächshaus zu beheizen, hatte man im Keller Heizungsanlagen eingebaut, zu denen eine Verbindung zu den Heizkesseln der Hall bestand; beide benutzen den besagten Schornstein, der 1884 abgerissen und durch einen neuen ersetzt wurde, den noch Henry Young Darracott Scott, der Erbauer der Royal Albert Hall, entworfen hatte. Fünf Jahre später wurde auch das Gewächshaus abgerissen; der Schornstein aber blieb bis heute unversehrt und ist noch immer mit den unterirdischen Dampfkesseln der Royal Albert Hall verbunden. Er wird regelmäßig inspiziert, ist schon einmal mit Metallbändern verstärkt worden und steht unter Denkmalschutz.

Harris’s List of Covent Garden Ladies – Ein Führer durch das Prostituierten-Milieu des 18. Jahrhunderts


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Der irische Schriftsteller Samuel Derrick (1724-1769) soll der Herausgeber eines Führers durch das Londoner Prostituierten-Milieu des 18. Jahrhunderts gewesen sein, der sich „Harris’s List of Covent Garden Ladies“ nannte und in den Jahren 1757 bis 1795 erschien.
Das heutige Covent Garden Viertel wird geprägt vom Royal Opera House, dem Theatre Royal Drury Lane und einer Vielzahl von Pubs, Bars und Restaurants. Im 18. Jahrhundert hatte Covent Garden allerdings keinen guten Ruf, denn hier war ein Schwerpunkt der Prostitution der Hauptstadt. Herren, die sich des sexuellen Vergnügens hingeben wollten, hatten eine große Auswahl an Damen, die ihrerseits ihre Dienste feilboten. Damit die Auswahl etwas leichter fiel, gab es die besagte „Harris’s List of Covent Garden Ladies“, benannt nach dem Zuhälter Jack Harris, der sich selbst in seiner Autobiografie „“Pimp General to the People of England“ nannte. In dieser Liste, die immer wieder neu aufgelegt wurde, fand man die Damen des horizontalen Gewerbes penibel aufgelistet, mit allen ihren Vorzügen und Nachteilen. Über 250 000 Exemplare sollen in den knapp dreißig Jahren verkauft worden sein.

Werfen wir einmal einen Blick in die Liste. Da finden wir zum Beispiel  eine Miss Dav-s (die Namen sind nie vollständig ausgeschrieben), die in der Margaret Street 28 wohnte. Sie war ca 18 Jahre alt und hatte hübsche Gesichtszüge; vor allem ihr Mund war sehr schön und erinnerte an eine Rose, kurz bevor sie zu blühen begann. Nur ihre Augen gereichten zu ihrem Nachteil, denn sie waren schmal und grau.

Miss Ke-t von der Warren Street Nummer 9, 20 Jahre alt mit dunklen Augen und schwarzen Haaren, wird poetisch so beschrieben: „Whenever she is offering incense at the shrine of Venus, her whole frame is agitated with pleasure, her eyes languish, her breasts heave, and her limbs quiver, while involuntary sighs and murmurs burst forth from her tender bosom, provoking the transports of the happy priest who administers with her“. Welcher Herr konnte da widerstehen?

Miss Sh-rd aus der Goodge Street Nummer 46 nahm für ihre Dienstleistungen eine Guinea und der Verfasser ihrer Kurzvita schwärmt: „Her hand and arm are uncommonly neat; and her leg, thigh, and the demesnes adjacent remarkably tempting“.

Die Historikerin Hallie Rubenhold hat sich mit der Thematik intensiv beschäftigt und einige Bücher darüber geschrieben; in Deutschland erschien ihr „Covent Garden Ladies: Ein Almanach für den Herrn der Welt“ (Osburg-Verlag 2009).

In der BBC-Dokumentation „The Harlot’s Handbook“ schildert Hallie Rubenhold das Prostituierten-Milieu der damaligen Zeit: Teil 1 und Teil 2.

Covent Garden Market.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

The Golden Bull Awards oder Wer schreibt die unverständlichsten Sätze?

Seit 1979 hat die „Plain English Campaign“ (PEC) nur ein Ziel: Sie kämpft für die Verständlichkeit der englischen Sprache und gegen „gobbledygook„, Behördenenglisch, das kaum ein Mensch versteht.

Die PEC hat auch ein Gütesiegel entwickelt, das auf offiziellen Dokumenten erscheint und die gute Verständlichkeit und Klarheit der Sprache bescheinigt, das „Crystal Mark„,  mittlerweile auf über 20 000 Dokumenten in der englischsprachigen Welt zu finden.

Alljährlich zeichnet die PEC aber auch Behörden oder Firmen mit dem „Golden Bull Award“ aus, die sich durch besonders unverständliche Dokumente oder Texte hervorgetan haben. Preisträger waren u.a. schon die Europäische Kommission, British Airways, die Bank of Scotland und das Department of Health.

Hier einige Golden Bull-Gewinner mit ihren Beiträgen:

Der Nottingham City Council hat sich diesen schönen Satz ausgedacht:
„REASON FOR CALCULATION: Change in Overpayment recovery. – the value of the overpayment where an underpayment or cancelled payment have reduced the amount or a duplicate encashment has increased the amount“.

Preiswürdig waren diese Formulierungen der Homes & Communities Agency, einer staatlichen Behörde:
„The regulator has given consideration to the balance of the additional regulatory control that would be achieved through these proposals to achieve its aim of protecting social housing assets against the impact of operation. It has concluded that it will not implement this proposal“.

Einen der Preise des Jahres 2014 erhielt die schottische Energieversorgungsgesellschaft Scottish Power für diesen unverständlichen Monstersatz:

„In respect of an Application Form the maximum power requirement specified as the Maximum Power Requirement in the Application Form or in respect of a Verbal Agreement, the maximum power requirement identified as the Maximum Power Requirement in the Letter failing such specification or identification the maximum amounts which you are entitled to take through the Connection Point“.

Den „Golden Bull“ für das Jahr 2010 erhielt u.a. der Northern Ireland Civil Service mit einer Anleitung wie man einen halben Tag Urlaub beantragen/nehmen soll:

„Instructions on how to take a half-day’s leave

If the annual leave request that you are entering is less than a full day on the First Day or the Last Day, then please select Hours from the drop down list of values in the Part Days Unit of Measure field. Then select the amount of hours absent on the first day in the Fraction of Start Date field or the last day in the Fraction of End Date field. If the absence is only for one day, use the Fraction of Start Date field to record the hours absent“.

Ich glaube, ich würde da lieber auf den halben Tag Urlaub verzichten.

Hier ist ein Film über die Plain English Campaign.

Published in: on 18. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Fighting Cocks in Stottesdon (Shropshire) – Ein Musterbeispiel für The Pub is the Hub

Prince Charles‘ Organisation The Pub is the Hub (ich berichtete in meinem Blog darüber) half kräftig mit The Fighting Cocks in dem 800-Seelen-Dorf Stottesdon in der Grafschaft Shropshire nicht nur am Leben zu halten, sondern den Pub auch zum echten Dorfmittelpunkt zu entwickeln. Ein anderer Pub im Ort, The Fox and Hound, hatte schon das Zeitliche gesegnet und die Gefahr bestand, dass auch noch Stottesdons letzter Pub geschlossen wurde, als Sandra Jefferies das Haus übernahm und es zur Freude der Bewohner unter ihrer Führung in die Erfolgsspur brachte. The Fighting Cocks ist ein Free House, also von keiner Brauerei abhängig. Hier werden immer fünf Real Ales ausgeschenkt und in der Küche beschränkt man sich so weit möglich auf Produkte aus der nächsten Umgebung.

Da es im Ort keinen Dorfladen mehr gab, integrierte man einen solchen im Pub und nannte ihn Shop at the Cock; auch hier werden vorwiegend lokale Produkte verkauft.

Weiterhin treten regelmäßig Bands in The Fighting Cocks auf (hier ist ein Beispiel). Es läuft also alles so wie man es in einem englischen ländlichen Pub erwartet bzw. erhofft.

Vor drei Jahren unternahm PETA (People for the Ethical Treatment of Animals), die Tierrechtsorganisation, einen landesweiten Vorstoß und schrieb Pubs an, die ihrer Meinung nach einen Namen tragen, der Grausamkeit Tieren gegenüber zum Ausdruck bringt, und wollte diese veranlassen, den Namen zu ändern; dazu gehörte auch The Fighting Cocks in Stottesdon. Dort war man aber gänzlich anderer Meinung, und Sandra Jennings sagte, dass der Name einfach zu dem historischen Gebäude gehört und so blieb es auch dabei.

The Fighting Cocks
High Street
Stottesdon, Nr Bridgnorth
Shropshire
DY14 8TZ

Splish! Splash! – Von Furten in England und deren Durchquerung

Heute wird es etwas nass in meinem Blog, denn ich beschäftige mich mit dem Thema „Furt„.

Als Furt bezeichnet man eine Untiefe in einem Bach- oder Flusslauf, mittels der das Gewässer zu Fuß oder mit Fahrzeugen durchquert werden kann„, so lautet die Erklärung der Wikipedia des Begriffes „Furt“, im Englischen „ford„. Es gibt davon eine ganze Menge in England wie diese Karte zeigt. Städtenamen wie Oxford, Stratford-upon-Avon, Hertford, Hereford usw.usw. weisen darauf hin.

Einer, der sich bestens mit Furten auskennt, ist John Walton, der sich auch gern „Ford Hunter“ nennt, denn er hat sich im Jahr 2010 ein Ziel gesetzt: Er will alle englischen „fords“ aufsuchen und sie dokumentieren. Auf seinen Webseiten hat er sie im Bild festgehalten und nach Grafschaften sortiert. Mit seinem Geländewagen hat John Walton die Furten natürlich auch durchquert und einiges im Film festgehalten.

Auf einer anderen Webseite, www.wetroads.co.uk., die die Furten ganz Großbritanniens auflistet, werden wichtige Hinweise für das Durchqueren von Furten gegeben. Wenn man nicht gerade ein allradgetriebenes Fahrzeug hat, sollte man das vielleicht lieber bleiben lassen.

Hier sind einige Fotos von besonders interessanten „fords“:

Hier würde ich mit meinem Auto nicht durchfahren: Rolleston on Dove in Staffordshire.
Photo © M J Richardson (cc-by-sa/2.0)

Mitten in Brockenhurst (Hampshire) im New Forest.
Photo © Alan Melton (cc-by-sa/2.0)

Good Easter Ford in Essex.
Photo © John Walton (cc-by-sa/2.0)

Wer traut sich da hinein?
Der River Tees bei der Swinelair Farm in North Yorkshire.
Photo © Hugh Mortimer (cc-by-sa/2.0)

Thockrington (Northumberland) und die Asche des Tom Sharpe

St Aidan in Thockrington.
Photo © Phil Thirkell (cc-by-sa/2.0)

Die Kirche St Aidan in Thockrington steht ziemlich einsam auf einem Hügel neben einer Farm in der Grafschaft Northumberland, also im hohen Norden Englands. Was heißt „in Thockrington“? Das Dorf gibt es schon lange nicht mehr, denn es wurde vom Schicksal ereilt, als im Jahre 1847 ein Seemann in seinen Heimatort zurückkehrte und die gesamte Dorfbevölkerung mit Cholera ansteckte. Alle starben, Thockrington wurde niedergebrannt. Nur die Farm und St Aidan überlebten; in der Kirche wurden weiterhin Gottesdienste abgehalten.

Einer der Pfarrer von St Aidan, Reverend George Sharpe, war der Vater eines Jungen, der später durch seine drastischen humorvollen Werke in die Literaturgeschichte Englands eingehen sollte: Tom Sharpe (1928-2013). Ich habe alle seine Romane gelesen, sie sind nichts für Zartbesaitete. Aber wer schwarzen Humor mag, wird Sharpes Bücher lieben. Im Jahr 2010 erschien sein letzter Roman „The Wilt Inheritance“ (dt. „Henry haut ab“).

Der Schriftsteller zog 1995 nach Spanien, wo er sich an der Costa Brava niederließ. Er trennte sich von seiner Frau und ging eine Beziehung mit der Spanierin Montserrat Verdaguer i Clavera ein. Als er am 6. Juni 2013 starb, wurde er in Spanien eingeäschert und die Asche an seine Frau und seine Lebensgefährtin verteilt. Die Spanierin fand in Sharpes Unterlagen seinen Wunsch, dass er einmal auf dem Kirchhof von Thockrington beigesetzt werden möchte, und so machte sie sich ein Jahr später mit einer Urne und Sharpes Asche auf den langen Weg von der Costa Brava nach Northumberland. Dort angekommen, buddelte sie mit bloßen Händen ein Loch auf dem Kirchhof, auf dem auch der Reverend George Sharpe liegt, deponierte dort die Asche, zusammen mit einer Flasche Whisky der Marke Famous Grouse, die Tom Sharpe besonders gern mochte, einer kubanischen Zigarre, seinem Lieblingsfüllfederhalter mit dem er einige seiner Bücher geschrieben hatte, und einem Bild aus seiner Kindheit. Dann hielt sie eine kurze Ansprache:
In this ancient church in Northumberland in which your father was buried you will remain for eternity. In the middle of nowhere, in an empty place, surrounded by grass and sheep. Tom Sharpe, rest in peace forever.“

Sollte Tom Sharpe vom Himmel aus dieser Zeremonie zugesehen haben, hätte er sich mit Sicherheit köstlich amüsiert.

Montserrat Verdaguer i Clavera, die das sehr spezielle Begräbnis von einem spanischen Fernsehteam filmen ließ, hatte die für St Aidan zuständigen Kirchenbehörden nicht um Erlaubnis gefragt, ob sie das überhaupt tun durfte…durfte sie natürlich nicht. Als die lokale Presse darüber berichtete, kam das auch der Kirche zu Ohren und so buddelte der Pfarrer von St Aidan alles wieder aus und die Church of England verhängte gegen die Spanierin eine Strafe in Höhe von £1,320. Erst nach Bezahlung der Strafe könnte sie den Inhalt des „Grabes“ wieder zurückbekommen. Die Dame von der iberischen Halbinsel hatte mittlerweile behauptet, dass die Zeremonie auf dem Kirchhof von Thockrington nur für das spanische Fernsehen inszeniert worden wäre, und sie hätte dort gar keine menschlichen Überreste beerdigt.

Tom Sharpe hätte sich das nicht besser für einen seiner Romane ausdenken können!

Hier ist ein Ausschnitt aus dem Film „Wilt„, nach dem gleichnamigen Roman von Tom Sharpe, derin Deutschland unter dem Titel „Puppenmord“ gezeigt wurde.

Grabsteine auf dem Kirchhof von St Aidan in Thockrington.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Ländliche Idylle mit Lämmern auf dem Kirchhof von St Aidan.
Photo © P Glenwright (cc-by-sa/2.0)

The Cornish National Liberation Army – Sie kämpft(e) für ein unabhängiges Cornwall

Im Fadenkreuz der Cornish National Liberation Army: Jamie Olivers Fifteen Restaurant bei Newquay…
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Es gibt in der Grafschaft Cornwall durchaus Menschen, die mit dem fernen London absolut nichts am Hute haben und keine Probleme damit hätten, ein selbständiger Staat zu sein. Diese Einstellung äußerst sich in der Regel mit Worten, aber nicht mit Taten. Die Cornish National Liberation Army (CNLA) sah das anders und ging eine Zeit lang gegen alles Englische in ihrer Grafschaft vor. Man wollte die englischen Fahnen in Cornwall abhängen und die Zweitwohnsitze reicher Engländer und deren Autos abfackeln. Der Zorn der CNLA, die sich aus Mitgliedern der An Gof und der Cornish Liberation Army zusammensetzte, richtete sich merkwürdigerweise auch gegen zwei Köche und Restaurantbesitzer, nämlich Jamie Oliver („The Naked Chef“) und Rick Stein. Ins Fadenkreuz der CNLA gerieten Jamie Olivers Fifteen Restaurant in der Watergate Bay bei Newquay und Rick Steins The Seafood Restaurant in Padstow. Drohungen wurden gegen diese Restaurants ausgesprochen, man wollte sie anzünden und abbrennen (was nicht geschah).

Warum hatten sich die militanten Englandhasser gerade diese beiden Köche ausgesucht? Nach ihrer Meinung verkörperten diese beispielhaft die englischen Invasoren, die mit viel Geld in der Hand u.a. die Hauspreise in die Höhe trieben, was letztendlich mit dazu führte, dass sich die cornische Bevölkerung in ihrem eigenen Land immer mehr als Außenseiter fühlte. Durch die vielen aufgekauften und selten bewohnten Häuser entwickelten sich immer mehr Dörfer in Geisterdörfer.

Die Vorgängerorganisation der CNLA, die An Gof, hatte in den 1980er Jahren mehrere Anschläge in Cornwall verübt: In St Austell wurde eine Bombe im dortigen Gerichtsgebäude gezündet, in Penzance ein Friseursalon abgefackelt (wahrscheinlich ein Irrtum, man wollte eigentlich eine Bank treffen) und die Zodiac Bingo Hall in Redruth angezündet.

Mittlerweile hat sich die CNLA in The Cornish Republican Army umbenannt und macht weiter Hetzjagd auf ihre englischen Feinde. Erst am 12. Juni 2017 übernahm sie die Verantwortung für eine Brandstiftung an Rick Steins Restaurant in Porthleven an der kornischen Südküste. Die Bewohner des kleinen Fischerortes waren aufgebracht, dass der prominente Koch nun auch in ihrem Dorf ein Restaurant aufgemacht hat und sich weiter krakenartig in Cornwall verbreitet.

…und ebenso Rick Steins The Seafood Restaurant in Padstow.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Rick Steins Restaurant am Hafen von Porthleven, auf das 2017 ein Brandanschlag verübt wurde.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

 

Published in: on 14. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Gateshead Millennium Bridge – Eine Kippbrücke zwischen Newcastle-upon-Tyne und Gateshead

Die Brücke in Ruheposition.
Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Am 17. September 2001 wurde die Millennium Bridge in Betrieb genommen, die den River Tyne zwischen den beiden Städten Newcastle und Gateshead überquert. Die Queen ließ es sich nicht nehmen, sie ein gutes halbes Jahr später offiziell einzuweihen. Die Brücke ist nur für Fußgänger und Radfahrer konzipiert worden, und sie hat einen ganz besonderen Clou. In Ruhestellung geht man bequem fast ebenerdig von einem Ufer zum anderen. Kommt aber ein Schiff den Tyne entlang, so kann die Brücke hoch geklappt bzw. gekippt werden. Schiffe bis zu 25 Metern Höhe können auf diese Weise passieren. Auf Grund ihrer Form und ihrer Funktionsweise bezeichnet man die 126 Meter lange Brücke in der Region auch als Blinking Eye Bridge. Es ist schon ein besonderes Schauspiel mitzuerleben wie die Millennium Bridge gekippt wird (hier im Zeitraffer im Film zu sehen). Beim ersten Kippvorgang wohnten 36 000 Zuschauer auf beiden Seiten des River Tyne dem Spektakel bei.

Wer mit seinem Schiff die Brücke unterqueren möchte, muss das im voraus buchen und so stehen die sogenannten „tilt times“ schon früh fest.

Konzipiert und gebaut wurde die Millennium Bridge von den beiden Firmen Wilkinson & Eyre (London) und Gifford & Partners (Southampton). Sie kostete £22 Millionen, wiegt über 800 Tonnen, wird von acht Elektromotoren betrieben und es dauert vier und eine halbe Minute bis sie jeweils ihre Position erreicht hat. Die Brücke sammelt automatisch Müll und Gegenstände auf, die sich beim Kippen auf ihr befinden, indem diese in dafür vorgesehene Behälter auf beiden Seiten rutschen.

Seit ihrem Bestehen hat die Brücke über den Tyne 25 Auszeichnungen erhalten, darunter den RIBA Stirling Prize des Royal Institute of British Architects, den Concrete Society Award und den Award of Excellence.

Die Millennium Bridge wurde schon auf einer Briefmarke und einer 1-Pfundmünze abgebildet.

Dieser Film zeigt das Öffnen der Brücke in Echtzeit und hier ist sie illuminiert bei Nacht zu sehen.

Die Brücke in gekippter Position.
Photo © Stephen Horncastle (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Richard Askwith: The Lost Village

Foto meines Exemplares.

Richard Askwiths Buch „The Lost Village„, bereits 2008 erschienen, trägt den Untertitel „In Search of a Forgotten Rural England„. Darin untersucht er, was aus dem typisch englischen Dorf geworden ist. „Typisch“ bedeutet, jeder kennt jeden, man trifft sich im Pub, im Dorfladen und in der Kirche, man hilft sich untereinander, schließt die Türen seines Hauses nicht ab usw.
Gut, das Türenabschließen ist angesichts der Kriminalität auch im ländlichen Bereich schon lange üblich, aber leider verschwinden auch immer mehr Pubs und Läden aus den Dörfern, Schulen werden geschlossen und der Pfarrer „bedient“ mehrere Ort gleichzeitig und ist nur noch selten zu sehen.

Viele „locals“ fühlen sich in ihrem Dorf nicht mehr wohl, weil immer mehr Häuser, die sie sich selbst nicht mehr leisten können, von Fremden aus den großen Städten gekauft werden, die sich aber nicht in eine (falls noch existierende) Dorfgemeinschaft einfügen wollen, man kennt sich nicht mehr und die Strukturen brechen allmählich auseinander.

Richard Askwith ist durch ganz England gereist, hat mit den Einheimischen gesprochen, hat von den Nöten der Farmer gehört, von denen es immer weniger gibt, weil sich die Arbeit nicht mehr lohnt.
Einige Beispiele:
In Abbotts Ann in Hamphire trifft Richard Askwith auf einen der wenigen noch verbliebenen Reetdachdecker, in Polperro in Cornwall hört er wie die Touristenströme das Ortsbild verändert haben, in Threlkeld in Cumbria unterhält er sich mit einem Jäger, der sich vehement gegen das Verbot der Fuchsjagd ausspricht und erlebt in Haxey in Lincolnshire hautnah die alte Tradition des Haxey Hood mit.

Ein hochinteressantes, nachdenklich machendes Buch, dessen Lektüre ich jedem empfehlen kann, der sich für englische Dörfer interessiert.

Richard Askwith: The Lost Village – In Search of a Forgotten Rural England. Ebury Press 2008. 356 Seiten. ISBN 978-0-09-190913

Abbots Ann in Hampshire.
Photo © John Firth (cc-by-sa/2.0)

Polperro in Cornwall.
Photo © Robin Drayton (cc-by-sa/2.0)

The Haxey Hood in Haxey (Lincolnshire).
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 12. Mai 2018 at 02:00  Comments (1)  

The Kiplingcotes Derby – Englands ältestes und kuriosestes Pferderennen

Jeden dritten Donnerstag im März findet in der Nähe der Kleinstadt Market Weighton im East Riding of Yorkshire das älteste und wohl auch kurioseste Pferderennen Englands statt, nämlich das Kiplingcotes Derby, benannt nach dem nächst gelegenen Dorf Kiplingcotes. Im Jahr 1519 soll alles begonnen haben und das ohne Unterbrechung, denn sollte es tatsächlich einmal nicht ausgetragen werden, dann darf es nie wieder stattfinden, so eine der Regeln des Rennens.

Es gibt noch weitere Regeln:
Die teilnehmenden Reiter müssen 10 Stones, das sind etwa 63 Kilogramm, wiegen. Wer leichter ist, muss ein entsprechendes, ausgleichendes Gewicht bei sich haben.
Es spielt keine Rolle, welche Pferde an den Start gehen und wie alt diese sind.
Die Strecke ist rund sechs Kilometer lang und ist gerade im Monat März oft sehr matschig, da sie ja durch freies Gelände führt. Eine Tortur für Pferd und Reiter.
Der Sieger erhält eine Prämie von £50.  Der Zweitplatzierte bekommt den Rest der Tageseinnahmen, was zu der kuriosen Situation kommen kann, dass der Zweite mehr bekommt als der Erste.

Um noch einmal auf die oben erwähnte Regel zurückzukommen, dass das Kiplingcotes Derby stattfinden muss, weil es sonst niemals mehr ausgetragen werden darf. Es gab schon drei Fälle, bei denen die Wetterverhältnisse so schlecht waren, dass das Rennen unmöglich war. 1947, 2001 (wegen der Maul- und Klauenseuche) und in diesem Jahr, 2018. Um das Derby am Leben zu halten, hat es jedes Mal ein Reiter auf sich genommen, die gesamte Strecke entweder langsam und vorsichtig abzureiten oder zumindest sein Pferd am Zügel die sechs Kilometer zu führen, es hat also sozusagen ein Ein-Personen-Derby stattgefunden.

Dieser Film zeigt einige Szenen aus einem Kiplingcotes Derby und hier kann man ein Rennen hautnah miterleben.

Das Buch zum Artikel:
Alison Ellerington: The Kiplingcotes Derby – England’s Oldest Horse Race. Highgate Publ. 1990. 28 Seiten. ISBN 978-0948929328.

Der Startpunkt des Derbys.
Photo © David Tyers (cc-by-sa/2.0)

Der Beginn der Rennstrecke.
Photo © David Tyers (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Daily Mirror – Die turbulenten Anfänge einer Tageszeitung

Hier, in der Carmelite Street, entstand The Daily Mirror.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

In der Carmelite Street in der City of London erblickte am 2. November 1903 eine Tageszeitung das Licht der Welt, die heute, nach über 100 Jahren, eine Auflage von etwa 587 000 Exemplaren hat und, wie so viele andere Zeitungen auch, mit einer ständig sinkenden Auflage zu kämpfen hat: The Daily Mirror.

Gegründet wurde das Blatt von Alfred Charles William Harmsworth, dem späteren Viscount Northcliffe, der schon 1896 The Daily Mail ins Leben gerufen hatte. Mit The Daily Mirror wollte Harmsworth etwas für die damalige Zeit Sensationelles schaffen: Eine Zeitung von Frauen für Frauen, „the first newspaper for gentlewomen„. Den Namen wählte er als Sinnbild, denn die Zeitung sollte als Spiegel des weiblichen Lebens dienen, mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten. Harmsworth zog die Journalistin Mary Howarth von der Daily Mail ab, wo sie für Frauenangelegenheiten zuständig war, und übergab ihr die Verantwortung für sein neues Blatt, an dem fast nur Frauen mitarbeiteten. Um den Umsatz gleich von Anfang an anzukurbeln, bekamen die Käuferinnen ersten Ausgabe des Daily Mirror einen Spiegel geschenkt.
Die Redaktion war wohl der Ansicht, dass englische Frauen nur eine kurze Aufmerksamkeitsspanne hatten, denn die Artikel waren alle sehr knapp gehalten.

Man startete mit einer recht hohen Auflage von 276 000 Exemplaren und blickte hoffnungsvoll in die Zukunft, aber sehr schnell musste der Zeitungsmann erkennen, dass seine Idee ein Flop war. Schnell sank der Absatz auf 25 000 Exemplare, Frauen hatten ganz offensichtlich keine Lust auf den Mirror. Harmsworth war sauer: „Women can’t write and don’t want to read“ gab er seiner Meinung freien Lauf und schickte Mary Howarth wieder zur Daily Mail zurück. Neuer Chef des Daily Mirror wurde ein Mann, Hamilton Fyfe, der alle Journalistinnen der Redaktion feuerte und sie durch Männer ersetzte, denen er mehr zutraute. Aus dem „Newspaper for gentlewomen“ wurde jetzt „A paper for men and women“ und das klappte besser, die Zeitung nahm Fahrt auf und die Auflage kletterte bis auf 466 000 Exemplare.

Im Januar 1905 bezog The Daily Mirror neue Redaktionsräume in der Whitefriars Street, der nördlichen Verlängerung der Carmelite Street, die auf die Fleet Street mündet. Heute ist der Firmensitz in der Canary Wharf zu finden.

Die nächste Station des Daily Mirror: Whitefriars Street.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 10. Mai 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Follies – Jack the Treacle Eater im Barwick Park bei Yeovil in Somerset

1987 veröffentlichte der Schriftsteller Charles Causley (1917-2003) ein Kinderbuch mit dem Titel „Jack the Treacle Eater“ (es wurde nicht ins Deutsche übersetzt), das eine Gedichtsammlung enthält, auf deren Umschlagbild ein junger Mann zu sehen ist, der es offenbar sehr eilig hat und in den Händen ein Dokument zu halten scheint. Wer ist denn dieser sirupessende Jack, der im Sauseschritt durch die Landschaft läuft? Das Gedicht über Jack beginnt so:

Here comes Jack the Treacle Eater,
Never swifter, never sweeter,
With a pack of messages,
Some long, some shorter,
From my Lord and Master’s quarter
(Built like a minaret)
Somewhere in Somerset.

Jack war ein Bote, der wichtige Botschaften der Newman-Familie von ihrem Landsitz Barwick Park bei Yeovil in Somerset nach London brachte (John und Grace Newman hatten Barwick Park im Jahre 1770 errichten lassen) und damit er die Langstrecke stets gut bewältigen konnte, wurde er vorzugsweise mit großen Portionen Sirup gestärkt. Immerhin beträgt die Entfernung Yeovil – London rund 200 Kilometer.

Auf dem Gelände des Barwick Parks finden wir ein Folly, also einen Zierbau, der vor allem zur Verschönerung des Landsitzes errichtet wurde, und der nach dem Langstreckenläufer Jack the Treacle Eater benannt worden ist. Den Auftrag zur Errichtung des Follies soll George Messiter, ein Fabrikant von Handschuhen, gegeben haben, der Anfang des 19. Jahrhunderts den Besitz in Somerset übernommen hatte. Angeblich soll Messiter das turmähnliche Gebäude in erster Linie bauen lassen, um einigen arbeitslosen Menschen in der Region eine Beschäftigung und ein Einkommen zu geben. Es gibt aber auch eine andere Version, die besagt, dass das Folly schon fünfzig Jahre früher erbaut worden ist. Leider lässt sich das genaue Alter nicht mehr feststellen.

Jack the Treacle Eater besteht aus einem Bogen aus unbehauenen Steinen, darauf steht eine Art Turm mit einer Holztür (ob es dazu wohl noch einen Schlüssel gibt? Was findet man hinter der Tür?). Gekrönt wird das merkwürdige Gebilde von dem Götterboten Hermes, und da haben wir die Verbindung: Jack war eine Berufskollege von Hermes, beide hatten die Aufgabe, Botschaften zu überbringen. Der Legende nach soll Jack alias Hermes des Nachts vom Turm heruntersteigen, um sich am nahe gelegenen See zu erfrischen, denn Sirup soll angeblich sehr durstig machen.

Im Barwick Park gibt es noch weitere Follies, den Rose Tower, den Fish Tower und den Obelisken, die aber im Vergleich zum Treacle Eater nicht so attraktiv sind. Der Landsitz befindet sich in Privathand und ist nicht zu besichtigen.

In Yeovil gibt es eine Gruppe von Morris Dancers, die sich Treacle Eater Clog nennen und die in diesem Film in Aktion zu sehen sind.

 

Published in: on 9. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Clapham Wood – Der unheimliche Wald in West Sussex

Wer sich einmal in der Nähe der kleinen Gemeinde Clapham in West Sussex aufhalten sollte, dem sei geraten, einen großen Bogen um den dort liegenden Clapham Wood zu machen (wer ängstlichen Gemütes ist!). Dort geschehen seit Jahrzehnten merkwürdige Dinge und es kann passieren, dass man nicht mehr lebend aus dem Wald herauskommt.
Vier Menschen sind dort zu Tode gekommen wie z.B. der Polizist Peter Goldsmith, der in Clapham Wood wanderte und dessen Leiche man sechs Monate später fand. Der ehemalige Pfarrer von Clapham, Harry Neil Snelling, verschwand in dem Wald 1978 und seine Leiche wurde sogar erst drei Jahre später aufgefunden. Die Polizei ermittelte intensiv und nahm schließlich einen gewissen Tim Withers fest, der für alle vier Morde verantwortlich gewesen sein soll und eine lebenslängliche Freiheitsstrafe erhielt.

Doch die Serie merkwürdiger Ereignisse riss nie ab: Es gab viele Berichte über angebliche UFU-Sichtungen; Leute, die sich in Clapham Wood aufhielten, erzählten, dass sie sich verfolgt fühlten oder dass ihnen plötzlich übel wurde; Hunde verschwanden oder wurden mit tödlichen Verletzungen aufgefunden.

Dann hieß es, ein satanischer Kult treibe sein Umwesen in Clapham Wood, „The Friends of  Hecate„, der dort rituelle Tötungen von Tieren vornahm.

Was ist an diesen ganzen Geschehnissen nun Realität und Fantasie? Darüber herrschen total gegensätzliche Meinungen. Die einen meiden den Wald und fürchten sich, die anderen sagen, das ist alles Quatsch und man kann alles auf natürliche Weise erklären.
Also: Am besten man macht sich selbst ein Bild und geht einmal nachts im Clapham Wood spazieren, dann kann man anschließend berichten, ob der Wald tatsächlich „haunted“ ist oder nicht.

Hier ist eine zweiteilige Dokumentation über Clapham Wood:
Teil 1 Teil 2

Published in: on 8. Mai 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Die Proms 2018 – The world’s greatest classical music festival

Die Royal Albert Hall.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Am 13. Juli 2018 starten die diesjähriges Proms, die Promenadenkonzerte der BBC, nach eigener Aussage „The world’s greatest classical music festival“. In Deutschland kennt man die Festspiele hauptsächlich durch das Abschlusskonzert The Last Night of the Proms, das live bei uns im Fernsehen übertragen wird. Da findet sich jedes Jahr in der Londoner Royal Albert Hall ein buntes Völkchen zusammen, das, in mehr oder weniger schriller Kleidung, den Union Jack schwenkend, laut“Rule Britannia!“ und „Land of Hope and Glory“ mitsingt.

Doch bei den vorhergehenden Promenadenkonzerten geht es nicht so laut und schrill zu. In diesem Jahr finden 75 Proms statt. Prom 1, The First Night of the Proms, am 13. Juli und da stehen zwei englische Klassiker auf dem Programm: Ralph Vaughan Williams mit „Toward the Unknown Region“ und  Gustav Holst mit „The Planets„. Es spielt das BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Sakari Oramo, einem finnischen Dirigenten.

„Austragungsort“ der Konzerte ist jeweils die Royal Albert Hall. Daneben gibt es aber auch noch eine Fülle anderer Veranstaltungen innerhalb der Proms wie Konzerte in der Cadogan Hall, Vorträge über musikalische Themen, die Proms Plus Talks, im Beit Quadrangle, direkt gegenüber der Royal Albert Hall, wo die Studentenvertretung des Imperial College ihren Sitz hat. Am 4. August machen die Proms einen Abstecher nach Lincoln, wo in der Drill Hall Igor Strawinskys „The Soldier’s Tale“ aufgeführt wird, gespielt vom Hebrides Ensemble unter der Leitung von William Conway.

Und schließlich findet am 8. September das Abschlusskonzert, Prom 75, oder auch The Last Night of the Proms, statt mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Andrew Davis. Zu hören sein wird der Bariton Gerald Finley. Die Proms der BBC gehen wie jedes Jahr auch an diesem Abend mit der Nationalhymne und „Auld Lang Syne“ zu Ende, stimmgewaltig von den Besuchern in der Royal Albert Hall unterstützt.

Hier ist das vollständige Programm.

Die Cadogan Hall, 5 Sloane Terrace in Belgravia.
Photo © tristan forward (cc-by-sa/2.0)

The Beit Quadrangle des Imperial College.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

The Drill Hall in Lincoln.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Mai 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Die neue Botschaft der USA in London

Bis vor kurzem lag das Botschaftsgebäude der USA in London am Grosvenor Square, seit Januar 2018 lautet die neue Adresse 33 Nine Elms SW11 7US. Der Nine Elms -Bezirk liegt am Südufer der Themse und befindet sich in einem gewaltigen Wandel. Hier wird ein Hochhaus neben dem anderen hochgezogen und immer mehr Firmen verlegen ihre Zentren hierhin, zum Beispiel der Apple-Konzern. Allmählich nimmt die Bedeutung der South Bank gegenüber der Northbank zu.

In dieses aufstrebende Viertel zwischen dem Battersea Park und dem Vauxhall Park ist also die US-Botschaft gezogen, und Präsident Donald Trump schimpft unentwegt darüber, dass sich die Lage erheblich verschlechterte hätte und spricht von einer „lousy and horrible location„. Ich bezweifle, dass die London-Kenntnisse von Herrn Trump besonders gut sind, und er wahrscheinlich noch nie von Nine Elms gehört hat. Eigentlich sollte er im Januar anreisen und das Botschaftsgebäude eröffnen, aber die Stimmung in Großbritannien gegenüber dem US-Präsidenten war schlecht, viele wollten ihn nicht in London sehen und so sagte er (beleidigt?) seinen Besuch ab. Vielleicht ist das auch der Grund für seine ständigen abfälligen Bemerkungen über die Lage des Gebäudes.

Geplant war die neue Botschaft bereits unter den Regierungszeiten von George W. Bush und Barack Obama. Das alte Gebäude am Grosvenor Square war zu klein geworden und die geplanten Sicherheitsmaßnahmen konnten dort nicht durchgeführt werden. Die neue US Embassy soll ca eine Milliarde Dollar gekostet haben und wurde von dem US-amerikanischen Architektenbüro KieranTimberlake konzipiert, das seinen Sitz in Philadelphia hat und 1984 gegründet wurde. Das Gebäude in Form eines Glaswürfels hat zwölf Stockwerke. The Guardian bezeichnete es als „restrained, efficient, green… the antithesis of Donald Trump„. Es ist wie eine Burg konstruiert mit einem Wassergraben, der verhindern soll, dass Anschläge mit Fahrzeugen vorgenommen werden und gilt als das sicherste (und teuerste) Botschaftsgebäude der USA weltweit.

Der Herr des Hauses ist Botschafter Woody Johnson, ein 71jähriger steinreicher Mann aus der Wirtschaft, dessen Urgoßvater den Riesenkonzern Johnson&Johnson gründete, und der den Football-Club New York Jets einmal für  $635 Millionen gekauft hat.

Hier ist ein Film über die neue Botschaft.

Die frühere US-Botschaft am Grosvenor Square.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Mai 2018 at 02:00  Comments (3)  
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Cumberland Clark – Ein englischer Dichter und die Küstenstadt Bournemouth

Das Highcliff Hotel in Bournemouth, in dem Cumberland Clark eine Zeit lang wohnte.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Vor kurzem stellte ich in einem meiner Blogartikel den Dichter John Clare vor, der in Deutschland nur wenig bekannt ist. Noch unkannter dürfte der Dichter Cumberland Clark sein, den außerhalb der Region Bournemouth an der englischen Südküste auch in seinem Heimatland kaum noch jemand kennen dürfte. Ich bin auf Cumberland Clark gestoßen, als ihn einmal jemand als „England’s most awful poet“ bezeichnete, habe mir aber leider nicht notiert, wer diese Äußerung gemacht hat.

Mr Clark wurde 1862 in London geboren, er starb in der Nacht vom 10. auf den 11. April 1941 während eines Luftangriffs der deutschen Luftwaffe auf Bournemouth (Dorset). Er führte jahrzehntelang ein abenteuerliches Leben in Australien, Neuseeland, Südafrika und Nordamerika, u.a. als Schafzüchter, Goldwäscher und Pfarrer. Ab 1933, als seine Frau gestorben war, ließ er sich für den Rest seines Lebens in Bournemouth nieder.

Literarisch betätigte sich Cumberland Clark auf zwei Feldern. Er beschäftigte sich intensiv mit William Shakespeare und Charles Dickens und schrieb mehrere Bücher über sie, und er veröffentlichte Gedichte, in deren Mittelpunkt hauptsächlich die Stadt Bournemouth und die nähere Umgebung standen. Gesammelt wurden diese im „The Bournemouth Songbook„.

Einige Beispiele zur Veranschaulichung: In „The Bournemouth Hotels“ stellt  Clark einige Hotels seines Wohnortes vor:
„You visit the Savoy; you’ll soon be filled with joy“, „The Canford Cliffs Hotel will do you very well“, „The Highcliffe can’t be matched – the finest ever hatched“. Eine kleine Anmerkung: Das Savoy Hotel existiert noch in der West Hill Road, das Canford Cliffs Hotel nicht mehr, das Highcliffe Hotel gibt es noch unter dem heutigen Namen Bournemouth Highcliff Marriott Hotel in der St Michael’s Road.

Den jungen Damen von Dorsets Hauptstadt widmet Cumberland Clark Aufmerksamkeit in seinem Gedicht „The Bournemouth Girls„, darin lobt er ihre körperlichen Vorzüge („Look close from all directions – their figures bear inspections“) und ist der festen Überzeugung, dass jedermann  die Mädchen einfach lieben muss („And even old men, gay old dogs, admit that they adore them“).

Auch den „Bournemouth Schoolgirls“ widmet der ältere Herr einige Zeilen („Bournemouth is full of them. Getting to know them is not a mere frivolous treat“) sowie der Bournemouth Regatta, den Boarding Houses, dem Sonnenuntergang, der Luft, der Landwirtschaftsschau, den Schlangen Arbeitsloser vor dem Arbeitsamt, den Schwalben usw. usw. Cumberland Clark war ein echter Fan der Küstenstadt.

Wer dem Dichter einen Besuch abstatten möchte, der sollte sich auf den East Cemetery von Bournemouth begeben, wo seine Grabstelle leicht zu finden ist: Ein großer steinerner Engel ragt über all die  anderen Gräber hinaus und weist den Weg.

Fern Bank in der St Stephens Road in Bournemouth: Hier starb der Dichter während eines Angriffs der deutschen Luftwaffe im April 1941.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Hoar Cross Hall – Ein Hotel der Spitzenklasse in Staffordshire

Von 2005 bis 2015 wurde das Hoar Cross Hall Hotel jedes Jahr mit den World Travel Award ausgezeichnet und zwar in den Kategorien „England’s Leading Resort“ bzw. „England’s Leading Spa Resort“ und seit 2016 war es jeweils nominiert und zwar gemeinsam mit solch renommierten Hotels wie Chewton Glen, Stoke Park und Four Seasons Hampshire.

Das Hotel liegt südwestlich von Derby am Ortsrand des Dorfes Hoar Cross in der Grafschaft Staffordshire. Es ist ein beeindruckendes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das von dem Architekten Henry Clutton im sogenannten „Neo Jacobean“-Stil gebaut wurde. Clutton entwarf auch das Welcombe Hotel in Stratford-on-Avon und baute den Wasserturm am Cliveden Hotel bei Taplow in Berkshire.

Das Abendessen wird im Ballroom eingenommen; von hier aus hat man einen sehr schönen Blick auf die Gartenanlagen. Im Spabereich wird das Mittagessen serviert und in der Hall kann man nachmittags einen Tee oder Kaffee trinken.

Hoar Cross Hall bietet 96 Zimmer und Suiten. Die günstigste Übernachtung in einem Standard-Doppelzimmer kostet innerhalb der Woche um €155 inklusive Frühstück (z.B. bei booking.com). Die Standard-Suite liegt bei ca €245; größere Suiten, und als Prunkstück die Royal Suite, stehen ebenfalls zur Verfügung. An den Wochenenden liegen die Übernachtungspreise höher.

Der Wellness-Bereich ist riesig mit zwei Pools und unzähligen Möglichkeiten, sich von fachkundigem Personal behandeln zu lassen. Dem Hotel angeschlossen ist eine Golfakademie, man kann Tennis spielen oder seine Bogenschießkünste verfeinern.

In diesem Film kann man sich das alles noch einmal ansehen.

Hoar Cross Hall Hotel
Hoar Cross
Maker Lane
Near Yoxall
Staffordshire
DE13 8QS

Die Bibliothek.
Author: Checksandbalances.
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The Long Gallery.
Author: Checksandbalances.
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Published in: on 4. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der High Bentham Incident in North Yorkshire – Was passierte hier am 16. Januar 2005?

Der Tatterthorn Lane zwischen Ingleton und High Bentham in North Yorkshire.
Photo © Michael Graham (cc-by-sa/2.0)

Am Abend des 16. Januars 2005 ereignete sich etwas sehr Merkwürdiges am nördlichen Rand des Forest of Bowland in der Region North Yorkshire/Lancashire. Nach dem Abendessen in einem Little Chef-Restaurant an der A65 fuhren eine junge Frau, ihre Mutter und ihre zwei Söhne nach Hause zurück. In Ingleton bogen sie auf den Tatterthorn Lane in Richtung High Bentham ab, das ist ein Dorf mit 3000 Einwohnern, das noch zu North Yorkshire gehört. Die von Steinmauern umgebene Straße ist sehr schmal, so dass zwei Autos gerade so aneinander vorbeikommen. Nach einigen hundert Metern Fahrt auf dem Tatterthorn Lane tauchte vor der Familie eine Häuserreihe auf, deren Schornsteine sich vor dem Abendhimmel abzeichneten. Plötzlich tauchte vor dem Auto, nach den Aussagen der vier Insassen, ein extrem helles Licht auf, das sich erst mit hoher Geschwindigkeit von oben nach unten bewegte, eine Weile vor dem Auto stand und dann wieder mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Forest of Bowland davonschoss. Die Familie kam erst wieder zu sich, als sie durch High Bentham fuhr und nicht wusste, was da eben geschehen war.

Am nächsten Tag wandte sich die Mutter an den Radiosender Radio Lancashire und berichtete von ihrer seltsamen Begegnung. Die Lancashire Anomalous Phenomena Investigation Society schaltete sich ein, nahm mit der Familie Kontakt auf, und sie fuhren zusammen die Strecke noch einmal ab. Dabei stellten sie fest, dass man für den Weg von der unheimlichen Begegnungsstätte bis nach High Bentham in der Regel neun Minuten benötigt, die Familie kam aber erst nach etwas mehr als einer Stunde im Dorf an. Was war in dieser Zeit mit den vier Personen passiert? In der Rückerinnerung fuhren sie auf einer gerade verlaufenden breiten Straße, während der Tatterthorn Lane, wie oben beschrieben, sehr schmal ist und viele enge Kurven hat.

Ufologen sprechen hier von dem Missing Time Phenomenon, von dem Menschen in aller Welt schon berichtet haben, und behaupten, dass diese kurzfristig Opfer einer Entführung durch außerirdische Wesen gewesen sein sollen. Was auch immer an diesem Januarabend zwischen Ingleton und High Bentham passiert ist, das Ereignis hat tiefe Spuren bei der betroffenen Familie hinterlassen wie dieser Film zeigt.

Die Hauptstraße von High Bentham zur Zeit des Zwischenfalls auf dem Tatterthorn Lane.
Photo © SIMON PHILLIPS (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. Mai 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Die Themselöwen am Londoner Victoria Embankment und ihre verantwortungsvolle Aufgabe

Bronzene oder steinerne Löwen finden sich in London auf Brückenköpfen und Plätzen, daher ist es schon sonderbar, sie auch an der Kaimauer der Themse am Victoria Embankment zu sehen, das heißt, man sieht sie von der Straße aus nicht, man muss sich schon über die Mauer beugen, und es sind auch keine kompletten Löwen, sondern nur deren Köpfe, jeweils mit einem Ring im Maul. Gedacht waren diese Ringe einmal dafür, Boote daran zu vertauen, doch das ist wohl bisher eher selten passiert.

Die Löwen haben eine wichtige Aufgabe für ihre Heimatstadt London übernommen, als sie Ende der 1860er Jahre an der Mauer installiert worden, sie müssen nämlich den Wasserstand der Themse überwachen und signalisieren, wenn dieser für die Londoner City gefährlich werden könnte. Folgendes Gedicht umreißt die Funktion der Löwenköpfe:

“When the lions drink, London will sink”
“When it’s up to their manes, we’ll go down the drains”
“When the water is sucked, you can be sure we’re all … in trouble”

Es kann schon einmal sein, dass die Themse bei Hochwasser bis an die Köpfe heranreicht, es kommt aber eher selten vor.

Sir Joseph Bazalgette hat die Tiere an der Themsemauer anbringen lassen und zwar im Zuge des Baus seines Abwasseranlagensystems in den Jahren 1868 bis 1870. Gestaltet hat sie der Londoner Bildhauer Timothy Butler (1806-1885), der auch die Straßenleuchten an der Uferstraße entworfen hat. Bekannt war er allerdings vorwiegend für die Anfertigung von Büsten.

Published in: on 2. Mai 2018 at 02:00  Comments (1)  
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