Der Londoner Thirteen Club – Seine Mitglieder waren keine Triskaidekaphobiker

Das London Eye hat keine Gondel, die die Nummer 13 trägt.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

In meinem Blogeintrag über Kaspar, die schwarze Holzkatze des Londoner Savoy Hotels, berichtete ich kürzlich, dass sie zum Einsatz kommt, wenn im Restaurant zufällig 13 Personen zu Tisch sitzen. Man ist auch in England abergläubisch und misstraut der Zahl 13 zutiefst. In London haben beispielsweise einige Straßen keine Hausnummer 13 wie die Fleet Street, Oxford Street, Grosvenor Street und andere mehr. Das Hochhaus One Canada Square in den Docklands hat keinen 13. Stock und das Riesenrad  London Eye hat keine Gondel mit der Nummer 13.
Man nennt diese Furcht vor der Zahl 13 Triskaidekaphobie.

Es gab einmal eine Zeit Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, in dem sich in New York und in London wagemutige Männer zusammengefunden hatten, die dem Aberglauben, dass die Zahl 13 Unglück bringt, entgegen traten und sich in den Thirteen Clubs regelmäßig trafen.
Der Londoner Thirteen Club wurde in den 1890er Jahren von dem Historiker William Harnett Blanch (er beschäftigte sich vorzugsweise mit der Geschichte des Stadtteils Camberwell) gegründet, deren Mitglieder sich jeweils am 13. eines Monats um 13 Uhr in einem Restaurant im Stadtteil Holborn zusammenfanden. Dort waren 13 sargförmige Tische mit 13 Gedecken vorbereitet, und die Gäste wurden von zwei schielenden Kellnern zu Tisch gerufen, indem sie zwei Spiegel zerschlugen. Ein Bestatter führte die Clubmitglieder in den Restaurantraum mit der Nummer 13, wobei diese unter Leitern hindurchgehen mussten. Bevor die Männer zu essen begannen, streuten sie Salz auf den Tisch (Salz zu verschütten, soll ja Unglück bringen). Dekoriert waren die Tische mit Pfauenfedern, die auch Unglück bringen sollen, Hexenkesseln und Lampen in Totenschädeln. Einige schwarze Katzen sollen sich auch im Raum aufgehalten haben. Nach Beendigung des Mahles zerschlugen die Clubmitglieder die Spiegel des Restaurants.

Zu den Mitgliedern des Londoner Thirteen Clubs gehörten u.a auch hochrangige Politiker und Journalisten, die die Clubbeiträge an die Armen des Stadtteils Southwark verteilten. Vielleicht hob diese noble Geste die Wirkung der Unglückszahl 13 wieder auf, denn in der Geschichte des Clubs ist nur einer seiner Mitglieder vorzeitig verstorben und der hatte auch noch nicht einmal seinen Beitrag bezahlt.

Kein 13. Stockwerk in One Canada Square.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 23. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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