The Muker Silver Band – Eine Blaskapelle aus North Yorkshire

Muker in North Yorkshire.
Photo © Dennis Turner (cc-by-sa/2.0)

Seit Beginn der Industriellen Revolution bildeten sich in den Bergwerksorten Yorkshires Blaskapellen, eine Freizeitbeschäftigung, die von der schweren Arbeit unter Tage ein Gegengewicht darstellte bzw. zur Unterhaltung der Bergleute und der Dorfbewohner diente. Eine der ersten war die Stalybridge Old Band, die im Jahr 1809 gegründet wurde und die es noch immer gibt; eine der bekanntesten war die Grimethorpe Colliery Band, deren Geschichte in dem Film „Brassed Off“ (1996) wiedergegeben wurde (s. hierzu meinen Blogeintrag).

Auch das kleine Dorf Muker im Swaledale in North Yorkshire, in dem vor langer Zeit Blei abgebaut wurde, unterhält noch eine eigene Blaskapelle, die Muker Silver Band, eine der letzten in dieser Region. Am 22. Juni 1897 trat die Muker Subscription Brass Band, wie sie damals hieß, erstmals auf; Anlass war Queen Victorias Diamond Jubilee. Die Kapelle, die überwiegend aus jungen Männern bestand, die sich das Spielen ihrer Instrumente selbst beigebracht hatten, trat hier und da bei Festen in der näheren Umgebung von Muker auf. Doch in den letzten 50 Jahren ist die Muker Silver Band deutlich ambitionierter geworden, ihre Mitglieder kommen nicht mehr nur aus dem Dorf, sondern aus einem weiteren Umkreis, über ein Drittel sind mittlerweile Frauen und das Repertoire hat sich auch verändert, hin zu anspruchsvollerer Musik.

Die Brass Band hat einige CDs aufgenommen und hat sogar Auftritte außerhalb Englands absolviert, u.a. auch entlang des Rheins in Deutschland. Der Dirigent Duncan Bythell, der seit 1985 dabei ist, hat ein Buch über die Muker Silver Band geschrieben, das den Titel „Banding In The Dales“ trägt und aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Blaskapelle 1997 veröffentlicht wurde.

In diesem Jahr sind mehrere Auftritte geplant, alle in Yorkshire, die meisten davon in Muker selbst. Hier ist die Silver Band in Muker zu hören und zu sehen.

Der Mittelpunkt von Muker: The Farmers Arms.
Photo © John Darch (cc-by-sa/2.0)

The Two Mice Eating Cheese – Londons kleinste Skulptur im Philpot Lane

Die Londoner Straßen Eastcheap und Philpot Lane werden von dem riesigen hässlichen Hochhaus beherrscht, dessen Adresse 20 Fenchurch Street lautet, das aber überall auf Grund seiner Form The Walkie Talkie genannt wird. Gegenüber diesem Gebäude wirken alle anderen winzig klein, dabei sind einige in den beiden oben genannten Straßen viel schöner anzusehen, zum Beispiel die Hausnummer 23 Eastcheap, ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude aus der viktorianischen Zeit, in dem Mitte des 19. Jahrhunderts die Gewürzhändler Hunt & Crombie ihre Geschäftsräume hatten.

Das Eckhaus auf der Seite zum Philpot Lane hin, verfügt über eine Besonderheit: An der Wand etwas oberhalb des Erdgeschosses, in dem eine Filiale der Ladenkette Joe & The Juice untergebracht ist, findet sich Londons kleinste Skulptur, die den Namen The Two Mice Eating Cheese trägt. Man muss schon die Augen nach oben richten, um die beiden Mäuse und das Stück Käse zu sehen, sonst läuft man achtlos daran vorbei.

Es gibt mehrere Versionen, was das zu bedeuten hat. Die am häufigsten erzählte, ist diese:

Beim Bau des Monuments, jener 62 Meter hohen Säule, die an den Großen Brand von London im Jahr 1666 erinnert, und die in den 1670er Jahren errichtet worden war, soll es zu einem Zwischenfall in luftiger Höhe gekommen sein. Zwei Bauarbeiter hatten dort oben eine Pause eingelegt, wobei es zu einem Streit um ein Sandwich kam. Der eine Arbeiter bezichtigte den anderen, er hätte sich an seinem mit Käse belegten Sandwich vergangen und dieses halb aufgegessen, was der Beschuldigte weit von sich wies. Es kam zu einem Gerangel, wobei die Streithähne vom Monument fielen und dabei zu Tode kamen. Erst später stellte sich heraus, dass es Mäuse waren, die sich in einem unbeobachteten Moment über das belegte Brot hergemacht hatten. In Erinnerung an die beiden zu Tode gestürzten Männer soll die „Maus-Käse-Skulptur“ an dem Haus Eastcheap/Philpot Lane angebracht worden sein.

Die zweite Version ist ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass der Streit um das halb aufgegessene Sandwich nicht auf dem Monument, sondern auf einem Gerüst beim Bau eben jenes Gebäudes stattfand, an dem die Mini-Skulptur angebracht ist.

Was auch immer stimmt oder nicht stimmt, ich finde dieses kleine Kunstwerk schön.

23 Eastcheap.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Schauplatz des tragischen Sandwich-Zwischenfalls: The Monument.
Photo © Graham Horn (cc-by-sa/2.0)

Smallhythe Place bei Tenterden (Kent) – Der letzte Wohnsitz der Schauspielerin Ellen Terry (1847-1928)

Im vorigen Jahr kam ich wieder einmal am Smallhythe Place vorbei, an der B2082 südlich von Tenterden gelegen. Das dem National Trust gehörende schöne alte Fachwerkhaus war der letzte Wohnsitz der Schauspielerin Dame Ellen Terry (1847-1928), die schon als Kind Shakespeare-Rollen spielte und zu ihrer Zeit als die führende Shakespeare-Darstellerin galt. Hier ist ihre Stimme zu hören.

1899 kaufte Dame Ellen Terry Smallhythe Place, das wohl zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut worden war, und lebte hier bis zu ihrem Tod im Jahr 1928. Ihre Tochter, Edith Craig, die auch im Schauspielbereich tätig war und zu den aktiven Frauenrechtlerinnen gehörte, öffnete 1929 Smallhythe Place für interessierte Besucher, die sich dort Terrys Sammlung von Theaterkostümen ansehen konnten. Der National Trust übernahm nach Edith Craigs Tod 1947 das Haus, das auch heute noch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Zu sehen sind hier neben der Kostümsammlung unendlich viele Memorabilia aus der Welt des Theaters, so zum Beispiel ein Brief, den Oscar Wilde an Ellen Terry schrieb und das Monokel des berühmten Komponisten Sir Arthur Sullivan. Auf den knarzenden Fußböden des jahrhundertealten Hauses begibt man sich von Zimmer zu Zimmer und stellt sich vor wie es wohl gewesen sein muss, in so einem Gebäude zu leben.

Edith Craig installierte nach dem Tod ihrer Mutter 1929 das Barn Theatre auf dem Gelände des Smallhythe Place, in dem im Sommer Stücke aufgeführt werden, natürlich auch von William Shakespeare. Gartenliebhaber kommen hier auch auf ihre Kosten und können sich in dem wunderschönen Cottage Garden ergehen.

Es gibt weiterhin einen Tea Room und einen kleinen Laden, in dem regionale Produkte, Bücher und Haushaltsgegenstände angeboten werden. In Smallhythe Place kann man also gut ein paar angenehme Stunden verbringen.
Der Eintrittspreis beträgt £8.40. Das Haus ist von Mittwoch bis Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet; ab dem 29. Oktober ist Smallhythe Place für das Winterhalbjahr geschlossen.
Hier ist das Haus im Film zu sehen.

Smallhythe Place
Smallhythe
Tenterden, Kent, TN30 7NG

The Barn Theatre.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Die Countryside Alliance Awards 2017

Our vision is a future for the countryside which both preserves its traditional values and promotes a thriving rural community and economy; a countryside sustainably managed and sustainably enjoyed; a countryside where rural communities have equal access to the facilities and services enjoyed in urban communities; a countryside where people can pursue their businesses, activities and lives in a society that appreciates and understands their way of life„.
So lautet das Motto der Countryside Alliance, die das Wohlergehen des dörflichen Englands im Auge hat und die jährlich die Countryside Alliance Awards vergibt. Am 25. April 2018 fand die Preisverleihung für das Jahr 2017 im Cholmondeley Room des Oberhauses im Londoner Parlamentsgebäude statt. Hier sind einige der Sieger in ihren jeweiligen Kategorien:

Kategorie Local Food and Drink: Quex Barn auf dem Quex Estate in Birchington (Kent).
Im Farm Shop wird eine umfangreiche Palette an lokalen Produkten angeboten wie Käse, Biere, Früchte, Fleisch, Fisch usw., überwiegend aus der Grafschaft Kent. Freitags und Samstags wird ein Abendessen angeboten, samstags ein Frühstück. Im „Barber Bus“ kann man sich auch noch die Haare schneiden lassen. Die Quex Barn ist eine tolle Einrichtung! Hier ist ein Film über den Farm Shop.

Kategorie Pub: The Swan in Enford (Wiltshire).
Enford ist ein kleines Dorf an der A345, etwa auf halbem Weg zwischen Marlborough und Salisbury. Der unter Denkmalschutz stehende Swan ist als letztes übrig geblieben, nachdem der Dorfladen, die Bäckerei und die Post alle geschlossen worden sind. Der Pub ist im Besitz von Einheimischen und erfreut sich großen Zuspruchs von Gästen auch aus der Umgebung. Ein vorbildlicher Country Pub, den ich gern in meiner Nähe hätte! Hier ist ein Film über den Pub.

Kategorie Village Shop/Post Office: Pontrilas Post Office & Store in Pontrilas (Herefordshire).
Das kleine Dorf findet man an der A465, südwestlich von Hereford, dicht an der Grenze zu Wales. Der Laden bietet in erster Linie Produkte aus der Region an und im Tea Room treffen sich die Dorfbewohner. Dieser Film zeigt, welche Rolle so ein kleiner Laden in der Dorfgemeinschaft spielen kann.

The Aldgate Pump – Eine historische Wasserpumpe in der City of London

Dort, wo in der Londoner City die Fenchurch Street auf die Leadenhall Street trifft, steht eine alte, unter Denkmalschutz stehende Wasserpumpe, die Aldgate Pump, die früher einmal sowohl Segen als auch Fluch für die Bevölkerung darstellte. Segen in sofern, als sie sauberes Wasser nach oben transportierte, das sich die Londoner hier gern abholten; Fluch, weil um das Jahr 1875 herum aus dem einst sauberen Wasser eine widerliche Brühe wurde, denn der unterirdische Fluss passierte, bevor er an der Aldgate Pump ankam, mehrere Friedhöfe, aus denen organische Stoffe von den verwesenden Leichen mitgespült wurden, zum Beispiel Kalzium aus den Knochen der Toten. Die Menschen, die sich ihr Trinkwasser aus der Pumpe holten, wussten das natürlich nicht. Das Ergebnis des „Wassergenusses“: Mehrere hundert Menschen erkrankten und starben an den Folgen des verseuchten Wassers. Die Aldgate Pump wurde daraufhin still gelegt und später an das neue Leitungswassersystem der New River Company angeschlossen. Die Aldgate Pump Epidemie war damit glücklicherweise beendet.

So wie wir die Pumpe heute an der Straßenecke sehen, stammt sie aus dem Jahr 1876; die Vorgängerin wurde abgebaut und durch diese ersetzt. Das Besondere an der Aldgate Pump ist der Zapfhahn in Form eines Wolfskopfes, denn an dieser Stelle wurde der letzte Wolf erschossen, der durch London zog. Dieser Film zeigt die Pumpe.

Der Music Hall Sänger Arthur Lloyd (1839-1904) sang in den 1860er Jahren einmal ein Lied mit dem Titel „Aldgate Pump„, in dem es um eine Liebesgeschichte geht, in der die Wasserpumpe eine wesentliche Rolle spielt („I shall never forget the gal I met near Aldgate Pump“).

Published in: on 26. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Explosion Museum of Naval Firepower in Gosport (Hampshire)

In diesen alten Gebäuden ist das Museum untergebracht.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Die Stadt Gosport in Hampshire steht in diesen Tagen weltweit in den Schlagzeilen, weil in dem dortigen War Memorial Hospital Hunderte von Patienten durch die Verabreichung unnötiger Opioide vorzeitig verstorben sind. Die Aufarbeitung dieses Skandals wird wohl noch lange Zeit dauern.

Priddy’s Hard ist ein Teil der Stadt Gosport, gegenüber von Portsmouth gelegen, das lange Zeit ein Waffendepot der Royal Navy war, bis es 1988 aufgelöst wurde.

In den ehemaligen Gebäuden des Depots wurde im Jahr 2001 ein Museum eingerichtet, das sich mit der Kriegsführung der Marine, mit Waffen und der Geschichte von Priddy’s Hard beschäftigt und sich passenderweise Explosion Museum of Naval Firepower nennt.

Was gibt es in dem Museum nun alles zu sehen? Torpedos, Geschütze, Seeminen, Sprengstoffe, Raketen und alles, was ein Kriegsschiff so mit sich führt. Sogar eine Atombombe ist im Eingangsbereich aufgestellt. Eine Multimediashow und interaktive Apparaturen sollen das Thema deutlicher und verständlicher machen.
Das Museum hat vor einigen Jahren den Besitzer gewechselt und gehört jetzt dem Portsmouth Naval Base Property Trust. Vorher gehörte es dem Gosport Borough Council.

Das Explosion Museum of Naval Firepower ist von März bis Ende Oktober täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet; im Winterhalbjahr nur am Wochenende von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Hier ist ein kurzer Werbespot für das Museum.

Explosion Museum of Naval Firepower
Heritage Way
Priddy’s Hard
Gosport PO12 4LE

Published in: on 25. Juni 2018 at 02:00  Comments (3)  
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The Green Man – Eine mysteriöse Figur, der man überall in England begegnet

The Green Man Pub in Grantchester (Cambridgeshire).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

„Als Grüner Mann werden bestimmte architektonische Zierelemente an sakralen und profanen Gebäuden des Mittelalters und der frühen Neuzeit bezeichnet. Dargestellt wird zumeist ein männlicher Kopf, dessen Haupt- und Barthaare die Gestalt von Blättern haben, die auch aus dessen Mund hervorwachsen“, so die Darstellungsweise der Wikipedia über die mystische Figur, der man in England sehr häufig begegnet. Aufmerksame Kirchenbesucher werden mit dem Green Man zum Beispiel in der Kathedrale von Exeter (Devon) mehr als 60mal konfrontiert, auch im York Minster und im Beverly Minster, beide in Yorkshire, findet man jede Menge grüne Männer.

The Green Man ist ein beliebter Pubname, dem man überall im Land begegnet, es gibt ein Buch von Kingsley Amis mit dem Titel „The Green Man“ (dt. „Der grüne Mann“), das ich mit Vergnügen gelesen habe und das in einem Pub mit diesem Namen in dem fiktiven Ort Fareham in  Hertfordshire spielt.
Episode 29 der „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“-TV-Serie heißt „The Green Man“ (dt. „Blut ist dicker…“); darin wird ein im Wald hausender Sonderling des Mordes an einem Teenager verdächtigt.

Die Rockgruppe Jethro Tull hat einen Song mit dem Titel „Jack in the Green“ aufgenommen, XTC nennt einen ihrer Songs „Greenman„.

Im Spirit of the Green Man Studio in Tintern (Monmouthshire) kann man unzählige „Devotionalien“ mit dem Grünen Mann kaufen.

Es gibt den Green Man Day in Barnstaple in Devon und das Green Man Festival in Clun in Shropshire.

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen, doch ich möchte jetzt lieber Bilder sprechen lassen.

In der All Saints‘ Church in Evesham (Worcestershire).
Photo © J.Hannan-Briggs (cc-by-sa/2.0)

Im York Minster in North Yorkshire.
Photo © Bob Embleton (cc-by-sa/2.0)

Ein Weg bei Kirstead Green in Norfolk.
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Auf dem Gelände des Muncaster Castles in Cumbria.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Ein kunstvoll geschnittener Grüner Mann in Ashmansworth (Hampshire).
Photo © Chris Talbot (cc-by-sa/2.0)

Green Man Day in Barnstaple (Devon).
Photo © Roger A Smith (cc-by-sa/2.0)

Das Green Man Festival in Clun (Shropshire).
Photo © William Pugh (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Juni 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Die besten Restaurants der Welt des Jahres 2018 und auf welchen Plätzen die englischen Häuser liegen

Am 19. Juni 2018 war es wieder soweit, dass die besten Restaurants der Welt in Bilbao in Spanien gekürt wurden. Jedes Jahr wählen über 1000 Experten die Restaurants und deren Chefköche aus, die ihrer Meinung nach das Non plus ultra der internationalen Kulinarik bilden.

Hier sind die Top 5 der World’s Best Restaurants 2018:

1. Osteria Francescana in Modena (Italien)

2. El Celler de Can Roca in Girona (Spanien)
3. Mirazur in Menton (Frankreich)
4. Eleven Madison Park in New York (USA)
5. Gaggan in Bangkog (Thailand)

So und wo liegen nun auf der Top 50-Liste die besten englischen Restaurants?

Auf Platz 33 finden wir das erste, The Clove Club, in dem der Schotte Isaac McHale am Herd steht, der vorher im The Ledbury, im Kopenhagener Noma (das viermal zum besten Restaurant der Welt gewählt wurde) und im New Yorker Eleven Madison Park gearbeitet hat. Die Adresse des Restaurants: Shoreditch Town Hall, 380 Old Street, London.

Platz 38 nimmt ein weiteres Londoner Restaurant ein: Lyle’s mit Chefkoch James Lowe, der sich einen Michelin-Stern erkocht hat, und Erfahrung in Heston Blumenthals Fat Duck in Bray (Berkshire) gesammelt hat. Das Restaurant befindet sich ebenfalls im Londoner Stadtteil Shoreditch, im Tea Building in der 56 Shoreditch High Street.

Das Londoner Restaurant The Ledbury, in dem der Australier Brett Graham den Kochlöffel schwingt, steht auf Rang 42. Schon seit 2005 gibt es dieses Haus, das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet worden ist. Grahams viergängiges Abendmenü kostet £125. Eine kleine Besonderheit am Rande: Hier werden die Küchenabfälle kompostiert, und die Gäste können sich auf Wunsch 5-Kilo-Beutel mit nach Hause nehmen, um ihre Gärten zu düngen. Die Adresse: 127 Ledbury Road, Notting Hill, London.

Auf Platz 45 liegt das Londoner Restaurant Dinner by Heston Blumenthal, für das Ashley Palmer-Watts verantwortlich ist, und der Namensgeber eher selten zu finden ist. Palmer-Watts hat viele Jahre in der Fat Duck gearbeitet. Seine Spezialität sind Speisen, die auf alten englischen Rezepten beruhen wie Meat Fruit aus dem Jahr 1500, Roast Chicken and Asparagus (1660) und Brown Bread Ice Cream (1830). Das Restaurant befindet sich im Mandarin Oriental Hotel in Knightsbridge.

Das einzige deutsche Restaurant unter den Top 50 ist das Berliner Restaurant Tim Raue in der Rudi-Dutschke-Straße 26 auf Rang 37. Auf Platz 66 erst folgen das Vendôme in Bergisch Gladbach, das Aqua im Wolfsburger Ritz Carlton Hotel auf Platz 73 (mein Favorit, in dem ich wunderschöne Abende verbracht habe), Nobelhart & Schmutzig in Berlin auf Platz 88 und auf Rang 97 das Atelier in München.

Published in: on 23. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Das Batsford Arboretum bei Moreton-in-Marsh (Gloucestershire)

Mitten in den Cotswolds liegt das sehenswerte Batsford Arboretum, ein botanischer Garten, in dem hauptsächlich Bäume und Sträucher angepflanzt wurden. 2900 Bäume sollen hier in dieser asiatisch geprägten Anlage stehen, in der man stundenlang spazieren gehen kann.

Algernon Freeman-Mitford, 1st Baron Redesdale, der Asien intensiv bereiste, begann 1886 mit der Anlage des Parks, die im Laufe der Jahrzehnte von den späteren Besitzern des Batsford Estate weitergeführt wurde. Heute gehört das Arboretum der Batsford Foundation.

Man findet hier spezielle Sammlungen, die einzigartig sind, z.B. Magnolien, Bambus und Ahorn. In einem Garden Centre kann man Pflanzen für den eigenen Garten kaufen und das Garden Terrace Café hält Erfrischungen bereit.

Das Batsford Arboretum ist ganzjährig geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £7.95. Wer Interesse an besonders schönen Bäumen hat, kommt hier in dieser wunderschönen Anlage voll auf seine Kosten. Dieser Film macht Appetit auf einen Besuch.

Vergleiche auch meine Blogeinträge über das Westonbirt Arboretum bei Tetbury (Gloucestershire) und das etwas andere National Memorial Arboretum bei Alrewas (Staffordshire).

Batsford Arboretum and Garden Centre
Batsford, Moreton-in-Marsh
Gloucestershire GL56 9QB

Das Garden Centre.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Juni 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Colne Valley in West Yorkshire – Ein Wahlkreis, der einmal zwei ungewöhnliche Abgeordnete ins Londoner Parlament geschickt hat

 

Marsden im Colne Valley.
Photo © Humphrey Bolton (cc-by-sa/2.0)

Das Colne Valley in West Yorkshire spielte während der Industriellen Revolution eine bedeutende Rolle, weil hier die Textilindustrie vorherrschend war. Schon lange trägt man in Großbritannien keine Kleidung mehr, die hier hergestellt wird; der Ferne Osten ist allmächtig geworden.

Thelma Walker vertritt diesen Wahlkreis, der sich in der Nähe von Huddersfield befindet, seit dem 8. Juni 2017 im Parlament in London. Soviel ich weiß, ist das Verhalten der Labour-Abgeordneten im Unterhaus unauffällig. Zwei ihrer Vorgänger zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren da ganz anders.
Colne Valley MP Victor Grayson vertrat diesen Bereich von West Yorkshire von 1907 bis 1910; er war Mitglied der Independent Labour Party und besiegte bei Nachwahlen im Jahr 1907 die Kandidaten der Liberals und der Torys. So zog Mr. Grayson nach London…und wurde selten einmal im House of Commons gesehen, und auch die Reden des Hinterbänklers waren rar. Aufmerksamkeit erregte der Mann aus Yorkshire einmal, als im Unterhaus über Ausschankgesetze debattiert wurde, er aber zum Thema Arbeitslosigkeit sprach. Unklar war damals, ob das mit seiner Überzeugung zu tun hatte, dass Letzteres wesentlich wichtiger war als Ersteres, oder ob er einfach einen über den Durst getrunken hatte, denn Victor Grayson hatte ein Alkoholproblem. Bei den Parlamentswahlen im Januar 2010 wollte man den Mann im Colne Valley nicht mehr haben; er verlor seinen Sitz im Unterhaus. In der Zeit danach, machte er von sich reden, als er herausfand, dass der Premierminister David Lloyd George sich bereicherte, indem er über einen Strohmann Ehrentitel verkaufte. Dadurch stieg sein Beliebtheitsgrad in bestimmten, einflussreichen Kreisen nicht gerade an. Und dann, am 28. September 1920, verschwand Victor Grayson und wurde nie wieder gesehen. Wurde er ermordet, weil er sich mit den Mächtigen in der Regierung angelegt hatte? Wir werden es wohl nie erfahren.

Graysons Nachfolger als MP für den Wahlkreis Colne Valley war ein Liberaler, Charles Leach, ein gelernter Schuhmacher mit dem Hang zum Predigen für die Methodist New Connexion, eine methodistische Freikirche. Leach, ein Yorkshireman, der 1847 in der Nähe von Halifax geboren wurde, war im Parlament aktiver als sein Vorgänger und engagierte sich u.a. für die Themenbereiche Frauenrechte und Krankenversicherung für Industriearbeiter. Dann ging es gesundheitlich mit Chales Leach bergab; er erlitt einen Nervenzusammenbruch, sein Verhalten im Parlament nahm bizarre Züge an, so dass sich der Speaker gezwungen sah, den Lunacy Act aus dem Jahr 1886 anzuwenden, ein Gesetz, das bestimmte, dass psychisch kranke Abgeordnete ihren Sitz verlieren. Das war das erste und einzige Mal in der Geschichte des britischen Parlaments, dass ein MP auf diese Weise gehen musste. Alle weiteren späteren Abgeordnete für den Wahlkreis in West Yorkshire sollten nicht mehr negativ auffallen.

Published in: on 21. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Mersey Gateway Bridge – Sie verbindet Runcorn mit Widnes in Cheshire

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Am 14. Oktober 2017 wurde eine neue Brücke über den River Mersey eröffnet, die die bisherige Silver Jubilee Bridge, entlasten soll; letzere wird zurzeit generalüberholt. Die neue Mersey Gateway Bridge wurde erst jetzt, vor wenigen Tagen, offiziell eröffnet, in Anwesenheit der Queen und dem neuen Mitglied des Königshauses, der Duchess of Sussex, im früheren Leben Meghan Markle. Die Medien aus aller Welt berichteten von dem Ereignis, das heißt, die Brücke, die ja eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte, interessierte die anwesenden Reporter nicht; ihnen war viel wichtiger was die Duchess trug und wie sie mit der Queen kommunizierte. Daher gibt es auch erheblich mehr Fotos von den beiden Royals als von der Mersey Gateway Bridge.

Bei mir ist es genau andersherum, denn ich finde das im vorigen Jahr fertiggestellte Bauwerk viel interessanter als die Kleiderfarbe der Queen (giftgrün) oder wer das Outfit der Herzogin entworfen hat.

2,2 Kilometer lang ist die neue Brücke über den Mersey River, die die A533 von Runcorn nach Widnes führt, und sie hat drei Spuren in jede Richtung. £600 Millionen hat sie gekostet, eine Menge Geld, aber die alte Brücke war längst an ihre Belastungsgrenze angelangt mit mehr als 80 000 Fahrzeugen pro Tag. Das Befahren der Mersey Gateway Bridge ist kostenpflichtig. PKWs zahlen £2, LKWs je nach Größe bis zu £8. Und schon hat sich eine Protestbewegung gegen den Brückenzoll erhoben. Die Mitglieder von Scrap Mersey Tolls machen sich stark dafür, dass die Überquerung des Mersey kostenlos sein soll, so wie es bisher auf der alten Silver Jubilee Bridge war; doch auch diese wird nach ihrer Neueröffnung mit einer Maut belegt werden.

Hier sind Bilder von der (inoffiziellen) Eröffnung der Brücke im Oktober 2017.

Grabsteine auf englischen Landfriedhöfen

Table tombs, Hochgräber, auf dem Friedhof von St Mary’s in Painswick (Gloucestershire).
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Ich besuche sehr gern Kirchhöfe in kleinen Dörfern in England und genieße die ruhige Atmosphäre, die dort meistens herrscht, sehr. Faszinierend unter dem rauschenden Blätterwald der Bäume die uralten Grabsteine zu betrachten, die verwitterten Inschriften zu entziffern und sich vorzustellen, wie diese Menschen, die darunter begraben liegen, einmal gelebt haben. Schon lange kümmert sich niemand mehr um die von Flechten bewohnten, schief stehenden oder sogar schon ganz umgekippten Steine. Ich muss unwillkürlich an Thomas Grays „Elegy Written in a Country Churchyard„ und an Percy Bysshe Shelleys “ „A Summer Evening Churchyard“ denken; beides Gedichte, die die Stimmung wunderbar wiedergeben.

Die wohlhabenden Bewohner, die Lords of the Manor mit ihren Familien oder Adelige wurden in der Regel im Inneren der Kirche unter Steinplatten oder in Sarkophagen beigesetzt, die „normalen“ Dorfbewohner bekamen ihre Grabstätte draußen auf dem Kirchhof.

In meinem Blog schrieb ich wiederholt über dieses Thema, das mich immer von Neuem reizt. Heute möchte ich einmal nur Bilder von Grabsteinen auf den Betrachter wirken lassen.

Flechten und Moose haben die Herrschaft über diese Grabsteine in St George’s in Sutton Mandeville (Wiltshire) übernommen.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Grabsteine auf dem Kirchhof von St Mary the Virgin in Westerham (Kent), auf dem ich immer wieder gern spazieren gehe.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Die Bank unter dem Baum auf dem Kirchhof von Christ Church in Great Lumley (County Durham) lädt zum Verweilen ein.
Photo © Trevor Littlewood (cc-by-sa/2.0)

Agatha Christies Grab in Cholsey (Buckinghamshire) verwittert immer mehr.
Eigenes Foto.

St Thomas‘ in Melbury Abbas (Dorset).
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Der Kirchhof von Wisbech St Mary in Cambridgeshire.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

Wessen Gebeine mögen wohl unter diesem verwitterten Stein ruhen? St Mary’s in Compton Abbas (Dorset).
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 19. Juni 2018 at 02:00  Comments (4)  

Queen Camel – Ein kleiner idyllischer Ort in Somerset

St Barnabas Church an der High Street.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Queen Camel ist schon ein merkwürdiger Name für das Dorf in Somerset, 11 km nördlich von Yeovil gelegen, und es blickt auf eine über 1000jährige Geschichte zurück. Mit Kamelen hat das Dorf übrigens nichts zu tun, denn das Wort „Camel“ kommt von dem keltischen „cantmael“, was soviel wie „Distrikt des kahlen Hügels“ hieß. Die „Queen“ im Ortsnamen ist Queen Eleanor, die Frau Heinrichs III.

Das Besondere an diesem Ort ist seine Kirche St. Barnabas, die im 14. Jahrhundert gebaut wurde. Man sieht es dem Glockenturm nicht an, aber hier hängt das schwerste Sechsergeläut der Welt. Die sechs Glocken wurden während eines sehr langen Zeitraums gegossen: zwischen etwa 1450 und 1850. Im Jahr 1908 wurden sie im Glockenturm neu aufgehängt. Dieser Film zeigt die Bellringer bei der Arbeit und hier sieht man St Barnabas von einer Drohne aus.

Die Uhr am Turm stammt aus der viktorianischen Zeit, sie wurde 1887 aus Anlass des 50jährigen Thronjubiläums Königin Viktorias angebracht.

Direkt gegenüber der Kirche liegt die Dorfschule, die Countess Gytha Primary School, die auch wie eine kleine Kirche aussieht.

Ein Stückchen weiter die High Street entlang, die A359, liegt der Dorfpub, The Mildmay Arms, wo die Zeit stehengeblieben scheint, denn auf der Homepage des Pubs wird immer noch für das Weihnachtsmenü 2017 geworben.

Die Countess Gytha Primary School.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Der Dorfpub, The Mildmay Arms.
Photo © Steve Barnes (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 18. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Tunstall Town Football Club – Der schlechteste Fußballverein Großbritanniens?

Einer der weniger schönen Abschnitte der Tunstall High Street.   
Photo © Jonathan Hutchins (cc-by-sa/2.0)

„Das schlechteste Team aller Zeiten?“ lautete vor einigen Tagen eine Überschrift über einem Zeitungsartikel. Gemeint war die derzeitige russische Fußball-Nationalmannschaft, die die letzten sieben Spiele nicht gewinnen konnte (das WM Eröffnungsspiel änderte das grundlegend). Für die englische Mannschaft Tunstall Town Football Club, die in der Staffordshire County League, Division Two, spielte, wären nur sieben verlorene Spiele vor einigen Jahren schon ein Riesenerfolg gewesen. Die Stadt aus den Staffordshire Potteries hatte es geschafft, vom September 2007 bis zum Februar 2014 nicht ein einziges Spiel zu gewinnen, das heißt 171 Spiele in Folge ohne Sieg. Zwischendurch gab es einmal ein Unentschieden gegen die Mannschaft aus Whittington, das die Niederlagenserie von 143 Spielen hintereinander beendete, doch dann ging es wie vorher weiter bis zum Februar 2014 weiter, als das Team gegen die  Betley Reserves tatsächlich wieder einmal gewinnen konnte.

In der Saison 2008/2009 erzielte Tunstall Town sieben Tore und bekam 166 Gegentreffer. Die Saison 2009/2010 bescherte der Mannschaft sechzehn Treffer und 208 Gegentore. Wahrscheinlich lag dieses katastrophale Abschneiden in der Staffordshire County League ja am Alter der Spieler. Es gab Zeiten, da spielten Männer in der Mannschaft, die schon über 60 Jahre alt waren, einige hatten sogar schon die 70 überschritten. Vielleicht war das auch der Grund, dass eine Treppenliftfirma sich veranlasst fühlte, den FC zu sponsern. Die Altherrenmannschaft in dieser Form existiert heute aber nicht mehr, man hat den Altersdurchschnitt radikal gesenkt; mit Erfolg, denn Tunstall Town FC gewann die Saison 2016/2017 in der Division Two North und stieg unter dem neuen Namen Ossma Blurton in die Division One auf.

Tunstall ist ein Teil der Stadt Stoke-on-Trent, deren Fußballverein Stoke City in der Premier League spielt. Der Sänger Robbie Williams wuchs in Tunstall in der Green Bank Road auf.

 

Published in: on 17. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The George & Dragon – Ein Country Pub in Dragon’s Green (West Sussex)

Drachen spielen bei diesem Country Pub eine wichtige Rolle: Er heißt The George & Dragon, liegt in einem winzigen Dorf namens Dragons’s Green, in einer Straße, die den Namen Dragon’s Lane trägt. Zur Orientierung, wir befinden uns hier dicht an der A272, etwa auf halbem Weg zwischen Billingshurst und Bolney in der Grafschaft West Sussex. Das Pubschild zeigt wie der Heilige Georg den Drachen erschlägt, doch besonders ins Auge fällt, wenn man den vorderen Teil des Biergartens betritt, ein Grabstein mit einem weißen Steinkreuz und der Inschrift:

In loving Memory of Walter, the Albino, son of Alfred and Charlotte Budd.
Born February 12th 1867. Died February 19th 1893.
May God forgive those who forgot their duty to him who was just and afflicted.

Da verbirgt sich wohl eine tragische Geschichte hinter der Inschrift. Walter war der Sohn von Alfred und Charlotte Budd, die den George & Dragon damals betrieben. Der Junge wurde als Albino geboren und litt zeitlebens unter epileptischen Anfällen. Darüber hinaus kannte man in dem Dorf kein Mitleid mit ihm, im Gegenteil, man machte sich über ihn lustig, worunter Walter schwer zu leiden hatte. Als man ihn eines Tages, Walter war inzwischen 26 Jahre alt, des Diebstahls bezichtigte, konnte er sein Leben nicht länger ertragen und ertränkte sich in einem nahe gelegenen Fluss.

Walters Eltern begruben ihren Sohn auf dem Friedhof von St Mary’s im benachbarten Shipley, wo der amtierende Vikar Anstoß an dem letzten Satz auf dem Grabstein nahm und anordnete, dass der Stein sofort entfernt werden sollte. Schweren Herzens, aber auch voller Zorn, kamen Alfred and Charlotte Budd der Anordnung nach und platzierten den Stein direkt neben dem Eingang ihres Pubs, wo er noch heute steht.

The George & Dragon hat auf der Rückseite noch einen weit größeren Biergarten und bietet in einem umgebauten Stall zwei Zimmer zur Übernachtung an (£75 bis £90, Frühstück inklusive).

The George & Dragon
Dragons Lane
Dragons Green,
Shipley,
Horsham,
West Sussex
RH13 8GE

St Mary’s in Shipley, wo Walters Grabstein nicht geduldet wurde.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Classic FM – Die Radiostation mit klassischer Musik

Ralph Vaughan Williams, der beliebteste Komponist unter den Classic FM-Hörern. Hier seine Statue in Dorking (Surrey).
Author: Immanuel Giel.
This work is released into the public domain.

Ich bin bin nicht gerade ein Fan von klassischer Musik, aber ich erinnere mich an viele Fahrten durch England, als in unserem Auto Classic FM lief und besonders an die sehr angenehme Stimme von Simon Bates, der von 1997 bis 2010 viele Sendungen moderierte, bevor er zu Smooth Radio wechselte. Mit dieser Musik im Auto war das Fahren stets ein entspannendes Vergnügen.

Classic FM ist eine der drei unabhängigen Radiostationen Englands und steht in direkter Konkurrenz zu BBC Radio 3. Sendestart war am 7. September 1992 um 6 Uhr morgens.

Gespielt wird überwiegend klassische Musik, die auch eine breite Hörergemeinde anspricht. Einmal jährlich wählen die Classic FM-Hörer für die „Hall of Fame“ die 300  beliebtesten Musikstücke. Sehr häufig stand auf Platz 1 in der Hörergunst Ralph Vaughan Williams‘ 1914 komponiertes „The Lark Ascending„, das hier zu hören ist. Auf Platz 2 stand bei der letzten Abstimmung Sergei Rachmaninoffs „Piano Concerto No.2 in C Minor„, Platz 3 nahm wieder Ralph Vaughan Williams ein mit „Fantasia on a Theme by Thomas Tallis„.

Eine Zeit lang gab es auch ein begleitendes Magazin mit dem Titel „Classic FM Magazine“, das aber im März 2012 eingestellt wurde. Auch der Fernsehsender Classic FM TV, 2002 in Leben gerufen, verschwand nach wenigen Jahren im Dezember 2007 von der Bildfläche.

Eigentlich kann man Classic FM online nur in England hören, wenn man aber auf der Webseite des Senders auf  „Listen“ klickt und irgendeinen englischen Postcode eingibt, klappt das auch in Deutschland.

Published in: on 15. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„Well, he would, wouldn’t he?“

Mandy Rice-Davies
Source: Nationaal Archief.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Im Oxford Dictionary of Quotations findet man das Zitat „Well, he would, wouldn’t he?“ (oder auch Well, he would say that, wouldn’t he?“), das auf Mandy Rice-Davies (1944-2014) zurückgeht und das während einer Gerichtsverhandlung im Juli 1963 im Londoner Old Bailey gesagt worden ist. Auf Deutsch salopp übersetzt „Klar, dass er das sagen würde, oder?“

Mandy Rice-Davies war Anfang der 1960er Jahre eine unternehmungslustige junge Dame, die Wikipedia bezeichnet sie als „showgirl“, die keine Probleme damit hatte, mit vielen Männern ins Bett zu steigen. Sie war eine Freundin der zwei Jahre älteren Christine Keeler (1942-2017), die ebenfalls gern Sex mit Herren der höheren Gesellschaftsschichten hatte. Christine traf 1961 bei einer Poolparty auf dem Landsitz von Lord Astor, Cliveden in Buckinghamshire, den damaligen britischen Verteidigungsminister John Profumo, der sich sofort in die 27 Jahre jüngere Frau verliebte und eine kurze Affäre mit ihr begann. Dummerweise hatte Christine Keeler gleichzeitig auch eine Affäre mit dem russischen Marineattaché Jewgeni Iwanow. Als John Profumos Affäre öffentlich wurde, bedeutete das das Ende seiner Karriere, und er trat als Verteidigungsminister zurück, wobei er gleichzeitig die Regierung Harold Macmillans schwer belastete

In Cliveden war auch häufig der Arzt Stephen Ward anzutreffen, eine schillernde Figur, der als Zuhälter von Christine Keeler und Mandy Rice-Davies galt und mit den Astors befreundet war. Stephen Ward wurde wegen Zuhälterei vor Gericht gestellt und bei der Verhandlung kam auch die Behauptung von Mandy Rice-Davies zur Sprache, sie hätte Sex mit Lord Astor gehabt. Als der Anwalt Astors Mandy zu verstehen gab, sein Mandant würde diese Behauptung kategorisch zurückweisen, fielen die inzwischen berühmten Worte der jungen Dame „Well, he would, wouldn’t he?„. Sicherlich aus der Situation heraus entstanden und nicht einstudiert.

Mandy Rice-Davies nahm übrigens auch einmal eine Schallplatte in deutscher Sprache auf, heute wohl kaum noch bekannt: „Auf die große Liebe“ und „Hey Mr Robinson„.

Dieser Film fasst die Vorgänge aus den frühen 1960er Jahren noch einmal zusammen.

Wer sich intensiver mit der Profumo-Affäre beschäftigen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.

Cliveden House, jetzt Luxushotel. Hatte Mandy Rice-Davies mit dem damaligen Besitzer Sex oder nicht?
Eigenes Foto.

 

Published in: on 14. Juni 2018 at 02:00  Comments (7)  
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Die World Snail Racing Championships in Congham (Norfolk)

 

Jedes Jahr im Juli werden in Congham, in der Nähe von King’s Lynn (Norfolk), die World Snail Racing Championships ausgetragen und das schon seit den 1960er Jahren. In diesem Jahr ist es wieder am 21. Juli soweit, wenn an die 200 Rennschnecken auf einem Cricketfield in dem Dörfchen Congham an den Start gehen. Viel gibt es über das Dorf nicht zu sagen, außer, dass hier ein sehr schönes Hotel steht, Congham Hall, das sich als Übernachtungsort anbietet für weitgereiste Zuschauer des Schneckenrennens.

Die Rennstrecke beträgt 33 cm und der Weltrekord steht seit 1995 bei exakt 2 Minuten, gehalten von der Schnecke Archie. Vor dem Start werden die Rennschnecken mit Nummern versehen und der Startruf heißt „Ready…Steady…Slow„. Im vorigen Jahr gewann die Schnecke Larry mit einer Zeit von 2 Minuten und 47 Sekunden. Wie es bei den Championships genau zugeht, zeigt dieser Film.

„Congham is to snail racing what Newmarket is to horse racing“, so die Worte einer Organisatorin des Rennens. Es gibt noch weitere Schneckenrennen in England, so passenderweise eines in der Ortschaft Snailwell in Cambridgeshire, wo jedes Jahr im Rahmen der Snailwell Medieval Fayre das „Grand Championship Snail Race“ ausgetragen wird.

Congham Hall Hotel.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 13. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Mike Pannett: „Now then Lad…“ – Tales of a Country Bobby

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Der in York geborene Mike Pannett begann seine Polizeilaufbahn 1988 bei der Londoner Metropolitan Police, wo er unter anderem bei der Murder Squad und der Riot Police arbeitete. 1997 zog es ihn wieder in das heimische Yorkshire zurück, wo es doch etwas ruhiger zuging als in der Hauptstadt, und so nahm er eine Stelle als Streifenpolizist in Malton (North Yorkshire) an. Was er da so alles erlebte, schildert er in seinem Buch „“Now then, Lad…: Tales of a Country Bobby„. Hier im ländlichen North Yorkshire hat er es jetzt mit entlaufenen Bullen, Lärmbelästigung bei Rockkonzerten und nächtlichen Streifen zu tun. Außerdem trifft er auf eine sehr reizvolle neue Kollegin… Mike Pannett, dessen Frau auch im Polizeidienst steht, entschloss sich aus dem Buch eine Serie zu machen, in der ein halbes Dutzend Bände erschienen sind. Als Gegenpol verfasste der Polizist auch ein Buch über die Verbrechensszene in London unter dem Titel „Crime Squad: Life and Death on London’s Front Line„.

In der BBC Doku-Serie „Country Cops„, die im Jahr 2005 in und um Malton gedreht wurde, spielte Mike Pannett sich selbst.

PC Pannett ist übrigens der Cousin von Peter Walker, der besser unter seinem Pseudonym Nicholas Rhea bekannt ist, und der die „Constable„-Serie geschrieben hat, die unter dem Titel „Heartbeat“  in mehreren hundert Episoden für das Fernsehen verfilmt wurde und in England Kultstatus hat. Peter Walker ist im vorigen Jahr verstorben; siehe dazu meinen Blogeintrag.

Mike Pannett:  „Now then Lad…“ – Tales of a Country Bobby. Constable 2008. 258 Seiten. ISBN 978-1-84529-811-1

 

Published in: on 12. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Der Exzentriker „Mad Jack“ Fuller und seine Follies in Brightling (East Sussex)

Die Büste von „Mad Jack“ Fuller in der Kirche von St Thomas a Beckett in Brightling.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

Über John Fuller (1757-1834), der der Nachwelt als „Mad Jack“ Fuller in Erinnerung geblieben ist, habe ich in meinem Blog schon vor längerer Zeit geschrieben, in Zusammenhang mit seiner exotischen Begräbnisstätte, einer Pyramide, auf dem Friedhof von St Thomas a Beckett in der Gemeinde Brightling in East Sussex. In der Kirche erinnert auch eine Büste an den Mann, der gleich neben der Kirche auf dem Familiensitz der Fullers wohnte, Rose Hill, das spätere Brightling Park.

Mr. Fuller war ein Exzentriker und auch ein Menschenfreund, der beispielsweise eine Mauer um den Familiensitz bauen ließ, die eigentlich nicht erforderlich war, aber er wollte den Menschen in der Region Arbeit verschaffen, und so entstand eine 1,2 Meter hohe und 6,4 Kilometer lange Umfriedung um Rose Hill. Er ließ auch eine Mauer um den Friedhof herum bauen, als Gegenleistung für die Genehmigung, seine Pyramide auf dem Friedhofsgelände zu errichten.

In Brightling erinnern einige Bauwerke an Mad Jack, die noch heute stehen und die als Follies gelten. Als da sind:

Die Brightling Needle, ein 20 Meter hoher Obelisk, auf einer Erhebung angelegt, der möglicherweise an den Sieg Wellingtons über Napoleon erinnern soll. 1985 kam es zu einer Kontroverse über den Erhalt der Needle, die sich in einem sehr schlechten Zustand befand. Einige wollten sie abreißen lassen, doch der East Sussex County Council entschied sich dafür, sie restaurieren zu lassen.

The Observatory, zu dem sich Mad Jack von seinem Freund, dem Astronomen Sir William Herschel anregen ließ. Entworfen wurde das Observatorium, das über alles verfügte, was damals ein Astronom benötigte, von dem Architekten Sir Robert Smirke; auch eine Camera Obscura, die zu dieser Zeit sehr beliebt war, wurde dort eingebaut.

The Sugarloaf. Das rund 10 Meter hohe spitze Gebäude diente tatsächlich eine Zeit lang als Wohnhaus. Man erzählt sich die Geschichte, dass The Sugarloaf praktisch über Nacht gebaut wurde, damit Mad Jack eine Wette gewinnen konnte. Er hatte nämlich behauptet, dass er von Rose Hill aus den Kirchturm von St Giles in der Nachbargemeinde Dallington sehen könnte, was aber leider nicht stimmte. Also beauftragte er einige Männer damit, dieses Bauwerk schnell hochzuziehen…und er gewann die Wette.

Der Rotunda Temple wurde von dem berühmten Landschaftsgärtner Sir Humphry Repton vorgeschlagen und von Sir Robert Smirke entworfen. Wozu dieses Folly gut war, bleibt bis heute unklar, aber es ranken sich Legenden darum und es heißt, Mad Jack hätte darin wilde Orgien gefeiert.

The Hermit’s Tower oder einfach nur The Tower sollte wohl einen Eremiten beherbergen, aber Mad Jack fand niemanden, der sich dort für sieben Jahre niederlassen wollte.

Brightling Park wird heute für die Aufzucht von Rennpferden genutzt.

Die Brightling Needle.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

The Observatory.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

The Sugarloaf.
Photo © Janet Richardson (cc-by-sa/2.0)

The Tower.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Lewtrenchard Manor – Ein „Pride of Britain“-Hotel am Rand des Dartmoors in Devon

Die Einfahrt zum Lewtrenchard Manor befindet sich direkt neben der St Peter’s Church, an der der exzentrische Sabine Baring-Gould (1834-1924) eine Zeit lang als Pastor arbeitete, dessen Familiensitz das benachbarte Manor House war. Es liegt auf halbem Wege zwischen Okehampton und Launceston am westlichen Rand des Dartmoors in Devon. Seit 1949 wird das Haus als Hotel geführt und gehört zur „Pride of Britain„-Gruppe, mit der ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe. Besagter Sabine Baring-Gould (Sabine ist in diesem Fall wirklich ein männlicher Vorname) hatte einen erheblichen Anteil daran wie ansprechend das Manor House heute aussieht. Das Hotel ist in eine Parklandschaft eingebettet mit Bächen, Teichen, Brunnen und Gärten, angelegt von Walter Sarel und der berühmten Gartengestalterin Gertrude Jekyll. Die Hausgäste haben hier also eine sehr gute Gelegenheit, in der idyllischen Anlage spazieren zu gehen.

Man kann im Haupthaus wohnen, im Tower House und im Courtyard. Die Preise für eine Übernachtung mit Frühstück beginnen bei £180 für ein Standard-Doppelzimmer, die Suiten liegen zwischen £235 und £280.

Das wunderschön eingerichtete Restaurant serviert regionale Küche; am Herd steht der 33jährige Matthew Peryer, der in einem der besten Hotels Englands, dem Chewton Glen in New Milton (Hampshire), eine dreijährige Ausbildung genossen hat. Lewtrenchard Manor ist seine erste Stelle als Chefkoch.

Geführt wird das Hotel von den Besitzern James & Sue Murray. Dieser Film zeigt einige Bilder vom Manor.

 

Lewtrenchard Manor
Lewdown,
Okehampton

Devon,
England
EX20 4PN

St Peter’s Church, an der Sabine Baring-Gould arbeitete.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Londons School of Oriental and African Studies, die Brunei Gallery und eine Entschuldigungsplakette

Die Brunei Gallery.
This work has been released into the public domain by its author, An Siarach

Die School of Oriental and African Studies (SOAS) in London wurde 1916 gegründet und ist „die wichtigste Universität für Studiengänge, die sich mit Afrika, Asien und dem Nahen Osten befassen“, so die Wikipedia. Bekannte Absolventen der Hochschule sind zum Beispiel die Friedensnobelpreisträgerin Aug San Suu Kyi, die Kronprinzessin von Norwegen Mette-Marit, der britische Politiker Enoch Powell und die ZDF-Moderatorin („heute in Europa“) Jasmin Hekmati. Die Gebäude der SOAS liegen zwischen dem Torrington Square und der Thornhaugh Street in Bloomsbury.

1995 bekam die SOAS ein neues Gebäude, das der Sultan von Brunei der Universität schenkte und das folglich Brunei Gallery genannt wird. Hier finden auf mehreren Stockwerken regelmäßig Ausstellungen statt, es gibt Konferenz- und Vorlesungsräume und eine Buchhandlung. Die Gallery, die von dem Architekturbüro Nicholas Hare Architects entworfen wurde, erhielt 1998 den Camden Environmental Design Award und stand im gleichen Jahr auf der Nominierungsliste für einen der RIBA Awards (Royal Institute of British Architects).

Obwohl die Brunei Gallery in Architektenkreisen hoch anerkannt war, bestand die Gefahr, dass das Haus gleich wieder hätte abgerissen werden können, denn… es wurde ohne Zustimmung der ursprünglichen Grundstückseigner, der Familie Russell, später die Dukes of Bedford, errichtet. Die University of London hatte zwar das Land den Bedfords abgekauft, aber im Kaufvertrag stand, dass jedes neu zu errichtende Gebäude erst deren Zustimmung bedurfte, was das Design anbelangt. Und die wurde in diesem Fall nicht eingeholt.

Natürlich kam es für die Bedfords nicht in Frage, die Brunei Gallery wieder dem Erdboden gleich zu machen, aber sie bestanden darauf, dass an dem Gebäude eine Entschuldigungsplakette angebracht werden musste, mit dem Wortlaut:

The University of London hereby records its sincere apologies that the plans of this building were settled without due consultation with the Russell family and their trustees and therefore without their approval of its design.“

…noch mal Glück gehabt!

Published in: on 9. Juni 2018 at 02:00  Comments (3)  
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Dies und das über englische Tankstellen

Die unter Denkmalschutz stehenden Zapfsäulen der West End Garage in Turnastone (Herefordshire).
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Mal ehrlich, wenn wir mit unseren Autos zum Tanken fahren, dann beachten wir doch die Bauweise der Tankstelle doch so gut wie gar nicht? Irgendwie sehen sie doch alle gleich aus, ob es sich nun um Shell, Aral oder Jet handelt; das gilt für Deutschland und auch für England. Helen Jones ist eine „petrol station historian“, die sich intensiv mit der Architektur der Tankstellen befasst und darüber sogar ihre Doktorarbeit geschrieben hat. Marcello Minale hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „How to Design a Successful Petrol Station“ (das sich allerdings nicht ausschließlich auf Großbritannien bezieht); es gibt also durchaus Menschen, die sich Gedanken über dieses Thema gemacht haben.

Die Zahl der Tankstellen in ganz Großbritannien hat übrigens in den letzten 17 Jahren stark abgenommen, obwohl immer mehr Autos auf den Straßen unterwegs sind. Mehr als 35% sind in diesem Zeitraum geschlossen worden. BP betreibt das dichteste Netz mit rund 8500 Tankstellen. BP, Esso und Shell haben mehr als 1000 „petrol stations“. Die großen Supermarktketten wie Tesco, Asda oder Morrisons bieten ihren Kunden ebenfalls Benzin und Diesel an und haben einen Marktanteil von rund 45%. Tesco ist von diesen der Marktführer.

Die erste Tankstelle des Landes soll an der A4, der Bath Road, in der Nähe der Ortschaft Aldermaston in Berkshire gestanden haben und im März 1920 eröffnet worden sein. Ganz uralte Zapfsäulen stehen noch immer in der West End Garage in Turnastone in der Grafschaft Herefordshire, die noch aus den 1920er Jahren stammen und unter Denkmalschutz stehen. Llyn E. Morris‘ Buch „The Country Garage“ (Shire Libraray 2010) beschäftigt sich mit diesen alten Tankstellen.

Ich habe hier einmal einige Bilder zum Thema zusammengestellt:

Eine typische Tankstelle wie man sie überall sieht, hier in Coseley (West Midlands).
Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)

Eine Tesco-Tankstelle in Kingsteignton (Devon).
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Ein recht altes Exemplar einer Tankstelle in Somerleyton (Suffolk).
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)

Es war einmal…Eine ehemalige Tankstelle in Markham Moor (Nottinghamshire).
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

 

Published in: on 8. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Metropolitan Drinking Fountain and Cattle Trough Association

Der erste öffentliche Londoner Trinkbrunnen an der Kirche St Sepulchre-without-Newgate.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

1859 gründeten in London das Parlamentsmitglied Samuel Gurney und der Rechtsanwalt Edward Thomas Wakefield die Metropolitan Drinking Fountain and Cattle Trough Association (MDFCTA), eine Organisation mit einem etwas sperrigen Namen, deren Ziel es war, jedermann mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, denn das war damals Mitte des 19.Jahrhunderts in der Hauptstadt nicht selbstverständlich. Immer mehr Menschen zogen nach London und die bis dahin bestehende Infrastruktur der Wasserversorgung kam da an ihre Grenzen. Häufig war das Trinkwasser kontaminiert und es kam zu Choleraepidemien; kein Wunder, wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit die Themse als riesige Abwasserleitung diente.

Der erste öffentliche Brunnen der MDFCTA wurde am 21. April 1859 an der Kirche St Sepulchre-without-Newgate im Stadtteil Holborn errichtet und der Bevölkerung zur Verfügung gestellt; er ist noch heute an den Gittern der Kirche zu sehen, dort, wo die Giltspur Street in die A40 (Holborn Viaduct) mündet. An die 7000 Menschen sollen damals den Brunnen jeden Tag benutzt haben. Weitere 85 Brunnen wurden in den nächsten Jahren im Londoner Stadtgebiet errichtet.

Doch man dachte nicht nur an Menschen, die dringend sauberes Wasser brauchten, sondern auch an Tiere, und so wurden Tröge mit Trinkwasser aufgestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es noch viele Pferde in der Stadt, die für Transporte eingesetzt wurden, und es existierte auch noch ein Viehtrieb bis in das Stadtzentrum hinein, wo die Rinder geschlachtet und das Fleisch auf den Märkten verkauft wurde. Von diesen Wassertrögen sind noch einige erhalten geblieben.

Gurney und Wakefield haben mit ihrer MDFCTA eine große Leistung für die Londoner erbracht und viele Menschen vor schlimmen Krankheiten bewahrt. Die Organisation existiert noch heute unter dem Namen The Drinking Fountain Association. Natürlich haben die Londoner nicht mehr das Problem mit der Wasserqualität wie ihre Vorfahren, daher hat sich die Zielrichtung der Association etwas verändert:

“ designed to assist in making grant applications for schools drinking fountains, restoration work, overseas projects to supply clean water and to provide a deeper understanding of the work and history of the association„.

Trinkbrunnen am Sloane Square.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Ein Wassertrog für Tiere am Hyde Park.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Paul Kidby – Der Illustrator, der die Schutzumschläge von Terry Pratchetts „Discworld“-Büchern gestaltete

Porträt Terry Pratchett.
Copyright: Paul Kidby.

Ich war schon immer von den Schutzumschlägen der „Discworld“-Romane von Terry Pratchett fasziniert, obwohl ich Fantasybücher eigentlich nicht mag. Darauf wimmelt es von kuriosen und fantastischen Gestalten, als Beispiele möchte ich hier nennen „Guards Guards“ und „Wyrd Sisters„. Besser kann man die weltweit beliebten Romane des 2015 verstorbenen Fantasy-Autors nicht illustrieren.

Meine (indirekte) Begegnung mit Terry Pratchett war in Wincanton in Somerset, wo es den Fanladen „Discworld Emporium“ gibt und wo der Name Ank-Morporkh aus der Romanserie sogar auf dem Ortsschild zu finden ist; ich berichtete in meinem Blog darüber.

Wer war nun dieser Illustrator? Er heißt Paul Kidby und wurde 1964 in London geboren. Seit 1986 arbeitet er als Illustrator. Er war von den Fantasyromanen Pratchetts so fasziniert, dass er, nachdem er sie alle gelesen hatte, sich daran machte, die in den „Discworld“-Büchern vorkommenden Figuren zu malen und Beispiele davon an den Verleger Pratchetts zu schicken; die Kunst Kidbys fand erst einmal keine Beachtung. Doch der Mann blieb hartnäckig und suchte den Schriftsteller persönlich während einer Signierstunde auf und überreichte ihm noch einmal einen Umschlag mit seinen Entwürfen. Nach einigen Wochen erhielt Paul Kidby einen Anruf von Terry Pratchett, der sich begeistert über die Illustrationen äußerte und von da an arbeiteten beide für viele Jahre eng zusammen. Paul Kidby konnte sich in die Gedankenwelt Pratchetts hineinversetzen und daher die adäquaten Illustrationen.

Immer wieder gab es Ausstellungen über Pratchett, die Discworld und die Werke Kidbys, zuletzt im Salisbury Museum in Wiltshire. Einen Ausstellungskatalog dazu wird es im Oktober diesen Jahres geben mit dem Titel „Terry Pratchett HisWorld – Official Exhibition Companion„.

Paul Kidby ist nicht nur Illustrator, sondern auch ein großartiger Bildhauer, der wunderschöne Bronzen geschaffen hat, darunter auch eine von Terry Pratchett. Im Shop auf Kidbys Webseiten kann man einige seiner Werke kaufen.

„Dree Your Weird“
Copyright: Paul Kidby.

Published in: on 6. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Gargoyles – Wasserspeier an historischen Gebäuden

Wasserspeier am unheimlichen Woodchester Mansion bei Nympsfield in Gloucestershire.
Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

Gargoyles sind Wasserspeier, die an historischen Gebäuden und vor allem an Kirchen angebracht sind und die dazu dienen, das Regenwasser abzuleiten, das sich auf den Dächern angesammelt hat. Dadurch, dass die Wasserspeier aus dem Mauerwerk herausragen, wird das Wasser daran gehindert, in die Mauern einzudringen und dort Schaden anzurichten.

Die Baumeister haben sich seinerzeit sehr viel Mühe mit der figürlichen Darstellung der Gargoyles gemacht; oft sind es unheimlich anmutende Chimären, Fratzen und Fantasiegestalten, durch deren weit geöffnete Mäuler das Regenwasser geleitet wird. Passanten, die unter ihnen entlanggehen, sollten Vorsicht walten lassen und einen Regenschirm aufspannen.

Meine erste Begegnung mit Gargoyles war in Paris an der Kirche Notre Dame, die über eine Vielzahl dieser Figuren verfügt. Auch in England trifft man sie an Kirchen, an Türmen und anderen historischen Bauwerken. Einige Collegegebäude in Oxford verfügen über besonders ansprechende, oder besser gesagt furchterregende Exemplare wie dieser Wasserspeier am Brasenose College:

Ich habe hier noch einige weitere Bilder von Gargoyles zusammengestellt, die sich auf bzw. an englischen Gebäuden befinden.

An der Holy Cross Church in Great Ponton (Lincolnshire).
Photo © J.Hannan-Briggs (cc-by-sa/2.0)

An der Kathedrale von Salisbury in Wiltshire.
Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

The Church of Our Lady and the English Martyrs in Cambridge.
Photo © Meirion (cc-by-sa/2.0)

St John the Baptist in Pilton (Somerset).
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)


Published in: on 5. Juni 2018 at 02:00  Comments (4)  
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Follies – Knill’s Monument bei St Ives in Cornwall

Der Herzenswunsch des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt St Ives an der Nordküste Cornwalls namens John Knill (1733-1811) war es, in einem von ihm selbst entworfenen Mausoleum oberhalb des Ortes für alle Zeiten beigesetzt zu werden. So baute er 1782 auf dem Worvas Hill in der Nähe der Carbis Bay eine 15m hohe dreieckige Pyramide… und dann kam alles anders, als es der leicht exzentrische Knill geplant hatte. Er starb 1811 in London und wurde auch dort beerdigt, auf dem Holborn Cemetery. Gut, dass er das zu seinen Lebzeiten nicht gewusst hat! So blickt auch heute noch Knill’s Monument auf die schöne Landschaft Cornwalls herab.

In seinem Testament stellte Knill Geld für den Unterhalt seines Mausoleums zur Verfügung und auch £25 für eine merkwürdige Zeremonie, die erstmals 1801 in seiner Anwesenheit durchgeführt wurde und die alle 5 Jahre wiederholt wird.
Jeweils  am 25. Juli müssen 10 Mädchen, alle 10 Jahre alt und weiß gekleidet, zum Monument gehen, begleitet von zwei Witwen, einem Geistlichen, einem Geigenspieler, dem Bürgermeister von St Ives und einem Zollbeamten. Dort singen sie alle den 100. Psalm und anschließend tanzen die Mädchen zu den Klängen des Geigenspielers eine Viertelstunde um das Monument.

Für diese Bemühungen werden die Teilnehmer der Zeremonie von den hinterlassenen £25 (nicht gerade fürstlich) entlohnt; d.h. £15 entfallen auf die Mädchen, Witwen usw. und £10 waren für ein Abendessen vorgesehen, das Bürgermeister, Geistlicher und Zollbeamter zu sich nahmen, wozu sich jeder zwei Gäste aussuchen durfte. Schauplatz des Abendessens: Der George and Dragon Inn am Market Square in St Ives. Wie weit das Geld für die neun Esser reichte ist mir nicht bekannt, aber vielleicht gelang es ja dem George and Dragon für ca £1 pro Person ein schmackhaftes Essen zu zaubern, denn damals war das britische Pfund ja bedeutend mehr wert. Der Pub existiert nicht mehr, er wurde 1887 abgerissen.

Die nächste Zeremonie findet am 25. Juli 2021 statt.

Der Roman „The Sign of the Triangle“ von Joseph Hocking (1860-1937) spielt übrigens am Knill’s Monument.

Hier ist ein kurzer Filmclip von der Zeremonie und hier vom Monument.

Published in: on 4. Juni 2018 at 02:00  Comments (2)  
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10 Hyde Park Place – Die Adresse des kleinsten Hauses in London

Ich bin sicher, dass die meisten Menschen, die die Straße Hyde Park Place entlang laufen, am kleinsten Haus Londons, das die Nummer 10 trägt, vorbeilaufen, ohne es überhaupt wahrzunehmen, denn es noch nicht einmal einen Meter breit. 1805 wurde das Mini-Haus gebaut; davor gab es an dieser Stelle einen Durchgang zum St George’s Friedhof. Und dieser Durchgang soll immer wieder von den „bodysnatcher“ benutzt worden sein, die Leichen auf dem Friedhof ausbuddelten und diese an Mediziner verkauften. Um diesem Treiben eine Riegel vorzuschieben, soll man dieses Häuschen dort errichtet haben. Der Friedhof wurde 1765 in Betrieb genommen und 1854 für Beerdigungen geschlossen. Danach wurde auf dem Areal ein Garten angelegt, während des Zweiten Weltkriegs entstanden hier Schrebergärten und später wurde die Fläche bebaut.

Im Zweiten Weltkrieg, genauer im Jahr 1941, fielen Bomben auf diesen Teil von London, wobei auch 10 Hyde Park Place beschädigt wurde.
Im Erdgeschoss des Hauses gibt es lediglich einen schmalen Flur, im ersten Stock ein Badezimmer. Gewohnt hat hier einmal Lewis Grant Wallace (1910-2002), ein Schriftsteller und Filmproduzent, der in den 1940er Jahren eine Handvoll unbedeutender und lange vergessener Filme produziert hat.

Das Haus gehört heute dem benachbarten Tyburn Convent, einem katholischen Nonnenorden, der sich auch The Adorers of the Sacred Heart of Jesus of Montmartre nennt.

 

Published in: on 3. Juni 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Towpath Talk – Das Magazin für Freunde des britischen Wasserstraßensystems

 

Unser Narrowboat auf dem River Avon.
Eigenes Foto.

In Großbritannien gibt es eine zunehmende Zahl von Menschen, die ihren Urlaub gern auf den Kanälen verbringen, sei es auf eigenen oder auf gemieteten Narrowboats oder anderen Motorbooten. Das Kanalsystem im Land ist weitverzweigt und man kann z.B. von London aus problemlos bis in den Norden fahren. Ein gemächlicher Urlaub (wenn da nicht die vielen Schleusen wären…).

Für alle, die sich für die britischen Kanäle interessieren, gibt es ein Magazin namens Towpath Talk. Es erscheint jeweils am letzten Donnerstag eines Monats in einer Auflage von ca 29 000 Exemplaren bei der Mortons Media Group Ltd in Horncastle in Lincolnshire. Auf in der Regel 64 Seiten wird man mit diesem Magazin über alles informiert, was es an Wissenswertem über die Kanäle zu berichten gibt. Die zurzeit aktuelle Ausgabe vom Juni 2018 hat u.a. als Thema das 41. Easter Boat Gathering im National Waterways Museum in Ellesmere Port (Cheshire) und das jährliche Treffen der Schleppboote im Black Country Living Museum in Dudley (West Midlands).

In erster Linie ist der Towpath Talk aber ein Werbeblatt für Verkäufer und Vermieter von Narrowboats, für Marina-Betreiber, für Werften und für Inneneinrichter von Booten.

Man kann sich Towpath Talk auch nach Deutschland schicken lassen; das kostet £17.50 für 12 Ausgaben.

Towpath Talk
Media Centre
Morton Way
Horncastle
Lincs
LN9 6JR
 

Wir machten unser Boot in Stratford-upon-Avon fest.
Eigenes Foto.

Published in: on 2. Juni 2018 at 02:00  Comments (4)  
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Pubschildmaler – Ein aussterbender Beruf?

David Youngs preisgekröntes Pubschild für The Poplars in Wingfield (Wiltshire).
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Angesichts des immer noch anhaltenden Pubsterbens sehen die Berufsaussichten für professionelle Pubschildmaler nicht rosig aus. Bereits 1393 gab es einen königlichen Beschluss, dass jedes Gasthaus ein Schild aushängen musste und im Laufe der Zeit sind aus diesen Schildern manchmal richtige kleine Kunstwerke geworden auf denen Royal Oaks, Green Men oder Red Lions dargestellt sind.

Einer dieser Maler ist David Young, der im Auftrag der Wadworth Brewery in Devizes in Wiltshire schon über 250 Schilder gemalt hat. Sein Atelier liegt nur ein paar Schritte von der Brauerei entfernt. 2009 wurde The Poplars in Wingfield (Wiltshire) mit dem Inn Sign of the Year Award ausgezeichnet, ein Schild, das David Young gemalt hat und zwei Cricketspieler in voller Aktion zeigt. Der Gasthof ist ein alter Coaching Inn und verfügt über einen eigenen Cricketplatz. In diesem Film ist David Young in seinem Atelier zu sehen.

Der Sign of the Year Award für das Jahr 2012 ging an The Black Horse in Iver Heath in Buckinghamshire. Gemalt wurde das Schild von Rob Rowland (dessen zweite Spezialität Eisenbahnbilder sind) und zeigt den Schauspieler Sid James auf einem schwarzen Pferd. James war einer der Stars der „Carry On“-Filme in den 1960er und 1970er Jahren. Gedreht wurden die Filme in den nahe gelegenen Pinewood Studios.

Um in den Genuss dieser Inn Sign of the Year Awards zu kommen, müssen mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Exceptional in appeal and / or aesthetically pleasing to the eye
  • Sign illustrates a new ‚take‘ on an old name
  • Portrays local distinctiveness (significance in local heritage)
  • Reflects a company’s change in pub sign policy
  • Has a decorative frame – wood, wrought iron etc – try to include in photo
  • Sign is clean and not badly weathered

Ein weiterer Pubschildmaler ist Andrew Grundon, dessen Firma Signature Signs in Bodmin in Cornwall angesiedelt ist und beispielsweise für die Schilder des Napoleon Inn in Boscastle (Cornwall) und The Old Smithy in Ivybridge (Devon) verantwortlich ist.

The Old Smithy in Ivybridge (Devon), gemalt von Andrew Grundon.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 1. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar