Londons School of Oriental and African Studies, die Brunei Gallery und eine Entschuldigungsplakette

Die Brunei Gallery.
This work has been released into the public domain by its author, An Siarach

Die School of Oriental and African Studies (SOAS) in London wurde 1916 gegründet und ist „die wichtigste Universität für Studiengänge, die sich mit Afrika, Asien und dem Nahen Osten befassen“, so die Wikipedia. Bekannte Absolventen der Hochschule sind zum Beispiel die Friedensnobelpreisträgerin Aug San Suu Kyi, die Kronprinzessin von Norwegen Mette-Marit, der britische Politiker Enoch Powell und die ZDF-Moderatorin („heute in Europa“) Jasmin Hekmati. Die Gebäude der SOAS liegen zwischen dem Torrington Square und der Thornhaugh Street in Bloomsbury.

1995 bekam die SOAS ein neues Gebäude, das der Sultan von Brunei der Universität schenkte und das folglich Brunei Gallery genannt wird. Hier finden auf mehreren Stockwerken regelmäßig Ausstellungen statt, es gibt Konferenz- und Vorlesungsräume und eine Buchhandlung. Die Gallery, die von dem Architekturbüro Nicholas Hare Architects entworfen wurde, erhielt 1998 den Camden Environmental Design Award und stand im gleichen Jahr auf der Nominierungsliste für einen der RIBA Awards (Royal Institute of British Architects).

Obwohl die Brunei Gallery in Architektenkreisen hoch anerkannt war, bestand die Gefahr, dass das Haus gleich wieder hätte abgerissen werden können, denn… es wurde ohne Zustimmung der ursprünglichen Grundstückseigner, der Familie Russell, später die Dukes of Bedford, errichtet. Die University of London hatte zwar das Land den Bedfords abgekauft, aber im Kaufvertrag stand, dass jedes neu zu errichtende Gebäude erst deren Zustimmung bedurfte, was das Design anbelangt. Und die wurde in diesem Fall nicht eingeholt.

Natürlich kam es für die Bedfords nicht in Frage, die Brunei Gallery wieder dem Erdboden gleich zu machen, aber sie bestanden darauf, dass an dem Gebäude eine Entschuldigungsplakette angebracht werden musste, mit dem Wortlaut:

The University of London hereby records its sincere apologies that the plans of this building were settled without due consultation with the Russell family and their trustees and therefore without their approval of its design.“

…noch mal Glück gehabt!

Published in: on 9. Juni 2018 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo Ingo,
    das ist aber ein interessanter Beitrag.
    Ich würde mich freuen, wenn du auch mal auf meinem Blog vorbei schaust. Habe auch einige Beiträge über England veröffentlicht.

    Liebe Grüße und noch einen schönen Samstag!
    Vanessa von vanessaamv.wordpress.de

    • Hallo Vanessa,
      vielen Dank für die vielen „Likes“auf meinem Blog!!
      Ich hatte schon im letzten Jahr einige Male auf Deinen Blog geschaut, in dem Du von Deinem Au Pair Aufenthalt berichtet hast. Du machst das wirklich mit sehr viel Herzblut und man merkt, dass Du den Aufenthalt in England genossen hast. Mit Interesse habe ich auch gelesen, dass Du Dir Cliveden House angesehen hast, eines meiner absoluten Lieblingshotels, in dem ich mal im tiefen Winter gewohnt habe. Man kann das Haus zu bestimmten Zeiten auch besichtigen, wenn man dort nicht gebucht hat.
      Ich wünsche Dir für Dein weiteres Studium alles Gute und habe Deinen Blog bei mir unter die Favoriten gesetzt.
      Ganz herzliche Grüße aus Salzgitter!
      Ingo

      • Hallo Ingo,
        vielen herzlichen Dank für die netten Worte! Das freut mich unglaublich zu hören!
        Ja stimmt, im Cliveden House war ich damals mit meiner Gastfamilie auch (nur im Park spazieren). Mein Gastvater hat mir erzählt, wie unglaublich schön das Hotel (und auch teuer) ist und, dass, er mal seine Frau mit einer Übernachtung dort überraschen möchte, hihi.

        Wünsche noch einen schönen Sonntag!

        Vanessa 🙂


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