„Well, he would, wouldn’t he?“

Mandy Rice-Davies
Source: Nationaal Archief.
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Im Oxford Dictionary of Quotations findet man das Zitat „Well, he would, wouldn’t he?“ (oder auch Well, he would say that, wouldn’t he?“), das auf Mandy Rice-Davies (1944-2014) zurückgeht und das während einer Gerichtsverhandlung im Juli 1963 im Londoner Old Bailey gesagt worden ist. Auf Deutsch salopp übersetzt „Klar, dass er das sagen würde, oder?“

Mandy Rice-Davies war Anfang der 1960er Jahre eine unternehmungslustige junge Dame, die Wikipedia bezeichnet sie als „showgirl“, die keine Probleme damit hatte, mit vielen Männern ins Bett zu steigen. Sie war eine Freundin der zwei Jahre älteren Christine Keeler (1942-2017), die ebenfalls gern Sex mit Herren der höheren Gesellschaftsschichten hatte. Christine traf 1961 bei einer Poolparty auf dem Landsitz von Lord Astor, Cliveden in Buckinghamshire, den damaligen britischen Verteidigungsminister John Profumo, der sich sofort in die 27 Jahre jüngere Frau verliebte und eine kurze Affäre mit ihr begann. Dummerweise hatte Christine Keeler gleichzeitig auch eine Affäre mit dem russischen Marineattaché Jewgeni Iwanow. Als John Profumos Affäre öffentlich wurde, bedeutete das das Ende seiner Karriere, und er trat als Verteidigungsminister zurück, wobei er gleichzeitig die Regierung Harold Macmillans schwer belastete

In Cliveden war auch häufig der Arzt Stephen Ward anzutreffen, eine schillernde Figur, der als Zuhälter von Christine Keeler und Mandy Rice-Davies galt und mit den Astors befreundet war. Stephen Ward wurde wegen Zuhälterei vor Gericht gestellt und bei der Verhandlung kam auch die Behauptung von Mandy Rice-Davies zur Sprache, sie hätte Sex mit Lord Astor gehabt. Als der Anwalt Astors Mandy zu verstehen gab, sein Mandant würde diese Behauptung kategorisch zurückweisen, fielen die inzwischen berühmten Worte der jungen Dame „Well, he would, wouldn’t he?„. Sicherlich aus der Situation heraus entstanden und nicht einstudiert.

Mandy Rice-Davies nahm übrigens auch einmal eine Schallplatte in deutscher Sprache auf, heute wohl kaum noch bekannt: „Auf die große Liebe“ und „Hey Mr Robinson„.

Dieser Film fasst die Vorgänge aus den frühen 1960er Jahren noch einmal zusammen.

Wer sich intensiver mit der Profumo-Affäre beschäftigen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.

Cliveden House, jetzt Luxushotel. Hatte Mandy Rice-Davies mit dem damaligen Besitzer Sex oder nicht?
Eigenes Foto.

 

Published in: on 14. Juni 2018 at 02:00  Comments (5)  
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5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Liegt Cliveden House eigentlich in Buckinghamshire oder in Berkshire? Überall finde ich Buckinghamshire, aber auf Ihrem älteren Artikel ist Ihr Buch zu Cliveden abgebildet, wo klar Berkshire drauf steht. Cliveden gehört bekanntlich zum civil parish von Taplow und dieser Ort wiederum scheint ein Teil Buckinghamshires zu sein.
    Ich bin fest der Überzeugung, dass die Grafschaftsreform von 1974 und deren Teil-Korrektur in den 1990er Jahren viel Verwirrung gestiftet hat und in einem traditionsbewussten Land, wie England, wohl immer noch von vielen ignoriert wird…!

    • Ja, das ist ein leidiges Thema, denn die Grenze zwischen Bucks und Berks geht direkt durch das ganze National Trust Areal. Ich habe mich für Bucks entschieden, aber Berks ist vielleicht noch „richtiger“, weil das Cliveden Hotel selbst sich zu letzterer Grafschaft zählt und die müssten es ja eigentlich wissen. Die englische Wikipedia sagt dagegen: „…estate in Buckinghamshire, on the border with Berkshire“.

  2. Lieber Ingo,
    wie treffend ist dieser Ausspruch doch huetzutage und hierzulande! 😉 Koennte man als Endlosschleife vom Band spielen lassen.
    Liebe Gruesse,
    Pit

    • Hallo Pit,
      darauf bin ich noch gar nicht gekommen. Stimmt haargenau.
      Viele Grüße zurück ins Trump Country (-:))
      Ingo

      • Was ich hierzulande echt „faszinierend“ finde, dass das Schweigegeld an eine Pornodarstellerin als verbotene Wahlkampfspende ausgelegt werden koennte. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen,
        Liebe Gruesse, und mach’s gut,
        Pit


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