Charity Shops in englischen High Streets

Zwei Charity Shops nebeneinander in Exeter (Devon).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich finde es grundsätzlich eine sehr gute Sache, wenn Leute ihre nicht mehr benötigten Sachen nicht wegwerfen, sondern zur weiteren Verwendung an Wohltätigkeitsläden, im Englischen „charity shops„, weitergeben, die aus dem Verkaufserlös entsprechende Organisationen fördern und unterstützen. In vielen Fällen werden Kleidungsstücke, Bücher, CDs usw. zu den Läden gebracht.

In Deutschland fallen diese Charity Shops im Straßenbild kaum auf, in England ist das ganz anders. Wenn irgendwo in der High Street einer Stadt ein Geschäft schließt, zieht dort häufig einer dieser Läden ein, was dazu führt, dass die Haupteinkaufsstraße allmählich einen ganz anderen Charakter bekommt, denn besonders schön anzusehen sind die Schaufenster und Auslagen der Charity Shops nicht. Zusammen mit  Billigläden wie Poundland, Poundworld etc., wo man einen Großteil der angebotenen Waren für £1 kaufen kann, bekommen die High Streets ein unattraktives Image und sie laden nicht mehr zum Schaufensterbummeln ein. Die Folge: Immer mehr wandern zu den großen Supermarktketten oder Shopping Malls an den Rändern der Städte ab, und die High Streets veröden weiter.

Am 15. April diesen Jahres schrieb ich in meinem Blog über meinen Kurzbesuch in der Kleinstadt Uckfield in East Sussex, ein Beispiel für den Niedergang der englischen Einkaufsstraßen. Auf einer Strecke von wenigen hundert Metern traf ich auf sage und schreibe 7 Charity Shops (vielleicht habe ich auch noch einige übersehen):

The British Heart Foundation. Sie unterhält über 700 Läden im ganzen Land mit steigender Tendenz. Wie bei anderen Organisationen auch arbeiten in den Shops unbezahlte Kräfte, lediglich der Manager und ggf. sein Vertreter werden bezahlt.

Wenige Schritte weiter fand ich einen Laden der Cancer Research UK, von denen es im Königreich fast 600 gibt.

Dann war da ein Charity Shop des St Peter & St James Hospice, einem Hospiz, das sich sterbenskranker Menschen in der Region Haywards Heath, Burgess Hill, Uckfield und Lewes annimmt.

Es folgte ein Laden des Kit Wilson Trusts for Animal Welfare, einer Organisation, die 1975 gegründet wurde und die sich speziell um Hunde und Katzen, aber auch um wild lebende Tiere kümmert.

Weiter ging es mit einem Laden des Chestnut Tree House, einem Kinderhospiz für East und West Sussex, 2003 gegründet, das in Arundel (West Sussex) zu finden ist.

Als nächstes folgte ein Charity Shop des St Wilfrid’s Hospice, das in Chichester ansässig ist.

Und schließlich fand ich einen Laden des Hospice in the Weald, einem Hospiz, das am Stadtrand von Tunbridge Wells in Kent liegt.

Ich gönne diesen Organisationen wirklich jeden Penny, den sie durch die Charity Shops einnehmen. Eine Bereicherung des Straßenbildes sind sie leider nicht.

Saffron Walden in Essex.
Photo © Given Up (cc-by-sa/2.0)

Zwei Charity Shops Tür an Tür in Cinderford (Gloucestershire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 4. Juli 2018 at 02:00  Comments (2)  
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