Blencathra, der Berg im Lake District, der verkauft werden sollte

Der Blencathra in Cumbria.
Photo © Walter Baxter (cc-by-sa/2.0)

Hugh Lowther, der 8. Earl of Lonsdale bekam ein Problem, als der Staat im Jahre 2014 £9 Millionen Erbschaftssteuer von ihm haben wollte. So eine Summe bezahlt auch ein englischer Earl nicht mal so eben aus der Portokasse. Rund 120 qkm² umfasst das Lonsdale Estate in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands und darin befindet sich der 868 Meter hohe Berg Blencathra, der auch Saddleback genannt wird, und dessen hervorstechendstes Merkmal die Sharp Edge, ein rasiermesserscharfer Grat ist, dessen Begehung nur schwindelfreien Bergwanderern zu empfehlen ist.

Diesen schönen Berg wollte der Earl of Lonsdale verkaufen und bot ihn für £1.75 Millionen an, um seine Schuldenlast zu minimieren. Eigentlich ist das nicht zuviel für diese Naturschönheit, doch was würde ein potentieller Käufer damit machen, fragten sich viele Menschen aus der Umgebung? Würde ihnen vielleicht der Zugang verweigert? Die Friends of Blencathra gründeten sich, mit dem Ziel, so viel Geld wie möglich zu sammeln, um dem Earl ein Kaufangebot zu unterbreiten. Leider bekamen sie nur die relativ klägliche Summe von £246,650 zusammen, was natürlich bei weitem nicht reichte. Die Zahl der Interessenten an dem Berg war sehr überschaubar, obwohl der Käufer automatisch den Titel Lord of the Manor of Threlkeld erhalten würde (Threlkeld ist der nächstgelegene Ort), was ja nicht schlecht klingt.

Kurz und gut, es fand sich niemand, der den imposanten Berg haben wollte; der Earl of Lonsdale überlegte es sich anders und zog sein Angebot zurück. Blencathra war nicht mehr auf dem Markt.

Im vorigen Jahr drehte Terry Abraham für die BBC den einstündigen Dokumentarfilm „Life of a Mountain: A Year on Blencathra„, eine Hommage an den Berg in Cumbria, der auch als DVD vorliegt. Hier ist ein Trailer zu sehen.

Die Sharp Edge.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 8. Juli 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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