Alfred Hitchcocks Kopf als Skulptur in der Londoner New North Road

Gainsborough Studios heißt ein Apartmentkomplex in der Londoner New North Road, der 2004 errichtet wurde. Der Name kommt von dem ehemaligen Filmstudio, das an dieser Stelle stand und von 1924 bis 1949 Filme produzierte. Hier begann der junge Alfred Hitchcock seine Karriere als Filmregisseur und drehte Filme wie „The Lady Vanishes“ (dt. „Eine Dame verschwindet“) und „The Lodger“ (dt. „Der Mieter“).

Zu Ehren Alfred Hitchcocks stellte man hier eine Skulptur von ihm auf, die seinen markanten Kopf zeigt, der in Richtung Hollywood blickt, wo er zu einem der berühmtesten Regisseure der Filmgeschichte wurde. Den Auftrag für die Skulptur bekam der 1939 geborene Antony Donaldson, dessen Werke zum Beispiel in der Londoner Tate Gallery ausgestellt sind. Im Jahr 2003 wurde das aus Cortenstahl geschaffene Kunstwerk von Anthony Minghella, einem anderen renommierten britischen Filmregisseur, eingeweiht.
Unter dem Riesenkopf befindet sich übrigens ein Designstudio.

Siehe auch meinen anderen Blogbeitrag über Alfred Hitchcock in London.

Published in: on 31. August 2018 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Trowell in Nottinghamshire – Ein Ort, der 1951 in ganz Großbritannien von sich reden machte

Trowell in Nottinghamshire heute.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Wer die M1 schon einmal gefahren ist, kennt vielleicht die Autobahnraststätte Trowell Services in der Nähe von Nottingham. Sie ist nach dem nahe gelegenenen Ort Trowell benannt, ein Dorf mit etwas über 2000 Einwohnern. Hier standen einmal die Stanton Ironworks, eine riesige hässliche Industrielandschaft, die in den frühen 1980er Jahren abgerissen wurde. Trowell war in den 1950er Jahren ein Arbeiterdorf, in dem die meisten in dem Hüttenwerk beschäftigt waren, beileibe nicht sehr hübsch anzusehen, und so konnten es die Dorfbewohner erst gar nicht glauben, dass Trowell 1951 zum Festival Village während des Festivals ob Britain auserkoren wurde. Das war ein großes Ereignis, das an die erste Weltausstellung von 1851 erinnern sollte und von der Regierung organisiert wurde.  Der zentrale Veranstaltungsort war die Londoner Southbank.

Warum wählte man ausgerechnet dieses hässliche Entlein in Nottinghamshire zum Festival Village und keines der schönen „chocolate box villages“, die es doch zuhauf gab? Der Labour Politiker Herbert Stanley Morrison, der für das Festival verantwortlich war, hatte diese Wahl getroffen, weil er der Meinung war, dass Trowell ein typisches Beispiel für britisches Landleben war. Viele waren da ganz anderer Ansicht, gab es doch in Trowell weder ein Village Green, auf dem man Veranstaltungen durchführen könnte, noch einen einzigen Pub, denn die waren alle geschlossen worden, dafür dominierten die tristen Hüttenwerke mit ihren Abgasen.

Die Bürger von Trowell wollten aber dem ganzen Land zeigen, dass auch sie in der Lage waren, etwas für das mehrere Wochen dauernde Festival auf die Beine stellen zu können. Da wurden Cricketmatches organisiert, Theaterstücke aufgeführt, Chöre traten auf, Volkstänze waren zu sehen, eine Blumenshow zog Gäste an; man tat, was man konnte, und die Einwohner von Trowell waren stolz auf ihr Festival Village. Einige Zeitungen machten sich etwas lustig über den kleinen Ort, was natürlich gar nicht gut ankam.

Was ist übrig geblieben von damals? Es gibt wieder einen Pub, der sich Festival Inn nennt, und an der Ilkeston Road zu finden ist, und auf der Homepage des Parish Councils kann man immer noch den stolzen Schriftzug lesen „Festival of Britain Village 1951“.

Der Festival Inn.
Photo © Garth Newton (cc-by-sa/2.0)

Die Trowell Services an der M1.
Photo © Peter Mackenzie (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 30. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Land of Lost Content – Ein kurioses Museum in Craven Arms (Shropshire)

In diesem Haus an der Market Street von Craven Arms ist das Museum untergebracht.
Photo © James Allan (cc-by-sa/2.0)

Heute begeben wir uns in die Market Street in Craven Arms, das ist eine Kleinstadt an der A49 in der Grafschaft Shropshire, vielleicht einigen bekannt, die das südlich vom Ort gelegene Stokesay Castle besucht haben. Hier in der Market Street finden wir ein sehr kurioses Museum, das den ungewöhnlichen Namen „Land of Lost Content“ trägt. Die Betreiberin Stella Mitchell hat in rund 45 Jahren eine schier unglaubliche Menge von Alltagsgegenständen aus der vordigitalen Zeit zusammengetragen und seit 1991 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf drei Ebenen hat Stella Mitchell diese Objekte in 33 Kategorien aufgeteilt und ausgestellt. Da sind im Erdgeschoss u.a. die Abteilungen für Nahrungsmittel, Getränke und Gesundheit zu finden. Im ersten Stock gibt es die Abteilungen Weihnachten, Spielzeug und Ferien und im zweiten Stock beispielsweise Sport, Popmusik und Fernsehen.

Die Räumlichkeiten sind derart vollgestellt, dass es dem Besucher den Atem verschlägt, und er sich nur einen Bruchteil der ausgestellten Gegenstände ansehen kann. Der Besuch des Land of Lost Content ist ein Abstecher in die Vergangenheit, Nostalgie pur.

Wer vor oder nach dem Besuch des Stokesay Castles noch etwas Zeit hat, sollte bei Stella Mitchell vorbeischauen; das heißt, man braucht schon mehr als etwas Zeit, um sich auch nur einen kleinen Eindruck von den ausgestellten Gegenständen zu verschaffen. Hier sind die Öffnungszeiten des Land of Lost Content.

Dieser Film zeigt einen kleinen Rundgang durch das Museum.

Published in: on 29. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags: ,

The War Pigeon Memorial in Worthing (West Sussex)

This work is released into the public domain.

Man vergisst leicht, dass neben den unzähligen Menschen, die in den beiden Weltkriegen ums Leben gekommen sind, auch zahllose Tiere den Tod fanden, die in irgendeiner Weise in die kriegerischen Handlungen mit einbezogen wurden. In England gibt es einige Denkmäler, die an diese Tiere erinnern. In meinem Blog habe ich bereits das Animals in War Memorial im Londoner Hyde Park und das War Horse Memorial in Ascot (Berkshire) vorgestellt.

Einzigartig in Großbritannien ist ein Denkmal in der Stadt Worthing an der Südküste in der Grafschaft West Sussex, das War Pigeon Memorial, das an die Brieftauben erinnert, die im Auftrag der britischen Streitkräfte bestimmte Aufgaben zugewiesen bekommen haben und dabei getötet worden sind. Die Tiere mussten zum Beispiel Nachrichten in die Heimat transportieren und durch ihren Einsatz haben sie so manches Menschenleben retten können. 32 Brieftauben wurden sogar mit der Dickin Medal ausgezeichnet, die größte Ehre, die ein Tier in militärischen Auseinandersetzungen bekommen kann.

Das War Pigeon Memorial in Worthing wurde am 27. Juli 1951 vom Duke und der Duchess of Hamilton eingeweiht. In Auftrag gegeben wurde es von der Schauspielerin Nancy Price und Mitgliedern des Londoner People’s Theatre. Gestaltet hat das Denkmal die Bildhauerin Leslie Sharp aus Worthing. Die beiden steinernen Tauben, die das Memorial ursprünglich zierten, sind leider gestohlen wurden und man hat sie auch nicht ersetzt. Auf den beiden Felsen, die man vom Forest of Dean nach Worthing gebracht hat, sind zwei Inschriften zu finden. Auf dem einen Felsen steht „In memory of warrior birds who gave their lives on active service 1939-1945 and for the use and pleasure of living birds„. Den zweiten Felsen ziert ein Bibelspruch aus dem Alten Testament: „A bird of the air shall carry the voice and that which hath wings shall tell the matter. This memorial is presented by Nancy Price and members of the People’s Theatre London„.

Einmal im Jahr findet am Denkmal eine kleine Gedenkfeier statt, die aus dem Jahr 2013 ist hier zu sehen, ein bisschen exzentrisch, aber doch liebenswert.

Das Denkmal findet man im Beach House Park, zwischen der Lyndhurst Road und der Brighton Road, der A259.

Der Beach House Park in Worthing.
This work is released into the public domain

The Flower Pot Men: „Let’s Go to San Francisco“ – Ein One Hit Wonder aus den 1960er Jahren

Quelle: Nationaal Archief/Ron Kroon.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

1967 veröffentlichte die englische Formation The Flower Pot Men mitten in der Zeit der Flower Power-Bewegung ihren Hit „Let’s Go to San Francisco„, der auch ihr einziger bleiben sollte, ein One Hit Wonder. Im selben Jahr hatte der US-Amerikaner Scott McKenzie sein „San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)“ gesungen und damit eine Art Hymne der Bewegung geschaffen.

The Flower Pot Men war eine Gruppe von Studiomusikern, die von John Carter und Ken Lewis zusammengestellt wurde, zwei erfolgreichen Songwritern und Produzenten. Leadsänger war Tony Burrows. Der Song erinnert stark an Brian Wilson und seine Beach Boys und hätte auch gut an der amerikanischen Westküste produziert worden sein können. Er enstand in den Southern Music Studios in Londons Denmark Street (s. dazu meinen Blogeintrag), in denen zum Beispiel auch DonovansCatch the Wind“ aufgenommen wurde. Die Denmark Street war neben der Abbey Road eine der wichtigsten Straßen in der Hauptstadt für die Musikbranche.

Der Name Flower Pot Men wurde von der gleichnamigen Fernsehshow für Kinder der BBC übernommen, die in den frühen 1950er Jahren entstand. Die Band schob 1967 noch einen Song nach, „A Walk in the Sky„, der ziemlich ähnlich klingt, aber in Großbritannien auf keine Begeisterung mehr traf. Bald war Schluss mit der Formation und die Musiker schlossen sich anderen Bands an.

Hier ist „Let’s Go to San Francisco“ zu hören.

Published in: on 27. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Mein Buchtipp – David McKie: Bright Particular Stars – A Gallery of Glorious British Eccentrics

                            Foto meines Exemplares.

Und noch einmal stelle ich in meinem Blog ein Buch von David McKie vor: „Bright Particular Stars – A Gallery of Glorious British Eccentrics„, erschienen im Jahr 2011. Darin nimmt er sich 26 britische Exzentriker und die Orte vor, in denen sie wirkten.

Da ist zum Beispiel das hübsche Cotswolds-Städtchen Broadway (Worcestershire), im Sommer von Touristen überlaufen, in dem im 19. Jahrhundert Sir Thomas Phillipps alles daran setzte, jedes in der Welt erhältliche Buch zu besitzen. Rund 40 000 Bücher und noch mehr Manuskripte soll der Bibliomane besessen haben, wofür er Unsummen ausgab.

Wir treffen auf die Theatertruppe von Alwyn D. Fox, der in den 1950er Jahren immer wieder versuchte, in der Provinz, in Horsham in Sussex, genügend Interessenten für sein Theater zu finden, damit es dort existieren konnte…und begegnen dort einem gewissen Maurice Joseph Micklewhite Jr., der in Horsham seine ersten Schritte ins Rampenlicht unternimmt und der später unter dem Namen Michael Caine weltberühmt wurde.

In Drayton Bassett (Staffordshire), dort, wo jetzt der Drayton Manor Vergnügungspark Besucher anlockt, stand früher das 1929 abgerissene Drayton Manor, in dem mehrere Generationen der Peel-Familie wohnten, deren Oberhäupter alle Robert Peel hießen und nicht ganz leicht auseinander zuhalten sind. Für diese Dynastie gilt das Sprichwort über schnell erworbenes Geld „One generation to make it, one to enjoy it, one to lose it“.

David McKie beschert seinen Lesern wieder einmal viele interessante Lesestunden wie schon in seinen an dieser Stelle vorgestellten Büchern „Great British Bus Journeys„, „Riding Route 94“ und „McKie’s Gazetteer„.

David McKie: Bright Particular Stars – A Gallery of Glorious British Eccentrics. Atlantic Books 2011. 353 Seiten. ISBN 978-1-184887-248-6

 

Published in: on 26. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  

Single Track Roads – Einige persönliche Erfahrungen

Der Cut Throat Lane bei Ledbury in Herefordshire (ist nicht so gefährlich wie er klingt).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

A single-track road or one-lane road is a road that permits two-way travel but is not wide enough in most places to allow vehicles to pass one another„, so formuliert es die Wikipedia. Diese einspurigen Straßen sind in Großbritannien häufiger anzutreffen als in Deutschland. Im Norden Englands und vor allem in Schottland kommt man mit ihnen in dünn besiedelten Gegenden öfter in Berührung. Man hat sich beim Bau der schmalen Straßen gesagt, dass es sich auf Grund des geringen Verkehrsaufkommens nicht lohnt, die teureren zweispurigen Straßen anzulegen.

Nach meinen eigenen Erfahrungen klappt das Befahren der Single Track Roads sehr gut. Die Fahrer sind in den meisten Fällen rücksichtsvoll und höflich. In Abständen sind „passing places“ angelegt, die man aufsucht, damit der entgegenkommende Verkehr vorbei kommt. In machen Regionen sind diese Ausweichstellen mit von weitem gut erkennbaren Schildern oder mit Pfosten markiert. Allerdings habe ich schon viele dieser engen Straßen befahren, deren „passing places“ bei nasser Witterung schlammig waren und man dort ungern hineinfuhr. Die Ausweichstellen sind meistens nicht asphaltiert. Schwieriger wird es, wenn man auf einer Single Track Road einem LKW oder einem breiten landwirtschaftlichen Fahrzeug begegnet, dann reicht der „passing place“ manchmal nicht aus und man muss ein ganzes Stück zurückfahren, um eine entsprechende Stelle zu finden, an der beide Fahrzeuge vorbeikommen. Bei Latimer in Buckinghamshire ist mir das mit einem Trecker passiert, da musste ich eine gefühlte Ewigkeit zurücksetzen; ebenso in der Nähe von Folkestone in Kent, als mir ein Bus entgegenkam. Aber letztendlich klappt es dann doch und man bedankt sich gegenseitig mit einem freundlichen Winken.

Dieser nette kleine Animationsfilm zeigt wie man die einspurigen Straßen befahren sollte, und dieser Film zeigt es noch einmal in der Realität.

Hier kann es schon einmal eng werden: Eine Single Track Road bei Hessenford in Cornwall.
Photo © BB (cc-by-sa/2.0)

Gut einsehbar ist diese Straße in der Moorlandschaft bei Edenfield in Lancashire.
Photo © Paul Anderson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. August 2018 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Das Holbeck Hall Hotel bei Scarborough (North Yorkshire) – Ein Hotel mit einem dramatischen Ende

Hier stand einmal das Holbeck Hall Hotel.
Photo © Stephen McCulloch (cc-by-sa/2.0)

Am Ende der Seacliff Road am südlichen Rand von Scarborough in North Yorkshire stand einmal ein Hotel mit einem wunderschönen Ausblick auf das Meeer, das Holbeck Hall Hotel. 1879 wurde das Haus erbaut, das zuerst in Privatbesitz war, ehe es später in ein 4*-Hotel umgebaut wurde. Mehr als hundert Jahre stand dieses ansehnliche Gebäude hier am Rand der Klippen, bis es am 5. Juni 1993 in sich zusammenstürzte, wobei glücklicherweise niemand zu Schaden kam, denn das Ende des Hotels hatte sich schon angekündigt. Gefährliche Risse im Gebäude deuteten darauf hin, dass es immer instabiler wurde. Schnell sprach es sich in Scarborough und in der Umgebung herum, dass das Holbeck Hall Hotel bald zusammenstürzen würde und es entstand eine neue Touristenattraktion. Fernsehteams kamen hierher, um das Ende des Hauses zu dokumentieren, das dann an diesem 5. Juni 1993 auch eintraf. Es hatte schwere Regenfälle gegeben, und so kam es zu einem Erdrutsch, der nicht nur Teile des Hotels, sondern auch noch einen ganzen Küstenabschnitt mit 27 000m³ ins Meer spülte. Dieser Film zeigt Archivmaterial vom Einsturz und auf dieser Webseite sind Fotos vom Hotel zu sehen.

Vier Jahre später kam es zu einem Prozess, den die Eigentümer des Holbeck Hall Hotels gegen den Scarborough Borough Council führten. Sie meinten, dass der Council keine Schutzmaßnahmen gegen mögliche Erdrutsche getroffen hatte und daher eine Mitschuld trüge. Das Gericht wies die Anklage aber ab.

Nichts deutet mehr darauf hin, dass hier einmal ein 4*-Hotel stand.
Photo © Nicholas Mutton (cc-by-sa/2.0)

The Gloucester History Festival 2018

Die Kathedrale von Gloucester.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Auch in diesem Jahr feiert die Stadt Gloucester ihr History Festival und das vom 1. bis zum 16. September. Man blickt hier auf eine 2000jährige Geschichte zurück, die mit Umzügen, Nachstellungen historischer Ereignisse, Vorträgen usw. zelebriert wird. In diesen beiden ersten Septemberwochen finden auch die Heritage Open Days statt, wenn Gebäude und Institutionen, die normalerweise nicht zugänglich sind, für die Öffentlichkeit geöffnet werden.

Einen Schwerpunkt beim Gloucester History Festival bilden die Blackfriars Talks, Vorträge zu historischen Themen. Einige Beispiele:
Charles Spencer, Lady Dianas Bruder, spricht über „Charles II’s Great Escape„, der Historiker Dermot Turing über „The Real Story How Enigma Was Broken“ und die Urenkelin der Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst, Helen Pankhurst, zusammen mit Harriet Harman über „Women, Politics & Power„.

Der lauteste Stadtausrufer der Welt, Alan Myatt, ist zu hören wie er mit 112.8 Decibel sein „Oyez! Oyez! Oyez!“ in die Menge schreit. Auf dem Cathedral Green vor der Kathedrale von Gloucester zeigen Steinmetze ihre Fähigkeiten, und auch in der Kathedrale selbst gibt es zahlreiche Veranstaltungen wie geführte Touren zur Architektur der Kirche und musikalische Aufführungen.

Rund 230 „Events“ werden in diesen Tagen geboten, wobei für jeden etwas dabei sein sollte. Die Präsidentin des Festivals ist Dr Janina Ramirez, eine Historikerin, die auch dadurch bekannt wurde, dass sie viele geschichtliche Dokumentation für die BBC moderiert hat, zuletzt in diesem Jahr „The Genius of Leonardo Da Vinci“.

 

Published in: on 23. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Village Signs – The Snorings in Norfolk

The Snorings, das sind zwei Dörfer in Norfolk, Great Snoring und Little Snoring, wobei ich bei dem letzeren Ortsnamen immer an Bill Brysons Buch „The Road to Little Dribbling“ denken muss. Wie es sich für ein Dorf in East Anglia (aber nicht nur dort) gehört, verfügen beide Dörfer jeweils über ein hübsches Village Sign, die ich hier vorstellen möchte.

Great Snoring hat im Jahr 2011 ein neues Schild bekommen, da das bisherige zu verrotten drohte. Ich finde, dass es sehr gelungen ist. Es ist rund und durchsichtig und zeigt auf der linken Seite die Dorfkirche Saint Mary the Virgin. Auf der rechten Seite ist eine Korngarbe zu sehen, in die Mohnblumen eingebunden sind, und unterhalb der Kirche legt ein Schaf Zeugnis davon ab, dass Great Snoring überwiegend von der Landwirtschaft lebt. Die Kosten für das Dorfschild sind komplett durch Spenden getragen worden.

Auch das Ortsschild von Little Snoring erzählt eine Geschichte. Da ist ebenfalls auf der linken Seite die Dorfkirche zu sehen, St Andrew’s, eine Kirche mit einem runden Turm. Unten zieht ein Traktor seine Runden durch ein Feld, denn die Landwirtschaft spielt eine Rolle in Little Snoring. Auf der rechten Seite des Schildes findet man ein Flugzeug, ein de Havilland Mosquito, und ein Propeller teilt das Village Sign in drei Teile ein; ein Hinweis auf RAF Little Snoring, einer der vielen Militärflugplätze in East Anglia während des Zweiten Weltkriegs. Heute wird noch ein Teil des Geländes zivil als Little Snoring Airfield genutzt, und die Firma The Light Aircraft Company produziert hier Ultraleichtflugzeuge.

 

Published in: on 22. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags: ,

Screaming Lord Sutch: „Jack the Ripper“

In einem meiner ganz frühen Blogeinträge über die „Monster Raving Loony Party“ erwähnte ich Lord Sutch schon einmal als den Gründer dieser skurrilen Partei. Bevor er in die „große Politik“ einstieg, betätigte er sich als Sänger und erreichte 1963 mit „Jack the Ripper“ den musikalischen Höhepunkt seiner Karriere. Am 16. Juni 1999 erhängte sich der in Depressionen verfallene exzentrische Lord Sutch in London.

David Edward Sutch wurde 1940 im Londoner Stadtteil Hampstead geboren. Inspiriert von dem Sänger Screaming Jay Hawkins nannte er sich Screaming Lord Sutch, 3rd Earl of Harrow. Seine Bühnenauftritte, die von seiner Band The Savages begleitet wurden, waren makaber und etwas für Liebhaber des schwarzen Humors; so stieg Lord Sutch gern bei Beginn seiner Shows aus einem schwarzen Sarg.
Sein „Jack the Ripper“, das mit dem Schrei einer Frau und dem Geräusch von Schritten beginnt, erreichte gleich nach Erscheinen der Bannstrahl der  BBC, die mit dieser Art von Musik gar nichts am Hute hatte.

Der Song wurde immer einmal wieder gecovert, so z.B. von den White Stripes, den Fuzztones und von Casey Jones and the Governors.

Hier ist ein Auftritt des Earl of Harrow in der BBC-Show Top of the Pops aus dem Jahr 1964.

Published in: on 21. August 2018 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Das V-förmige Wäldchen an den Hängen der South Downs in East Sussex

Man muss schon genau aufpassen, wenn man die B2116 von Westmeston nach Plumpton in East Sussex fährt, eine von Bäumen gesäumte Straße, um das V-Wäldchen bzw. die Jubilee Plantation an den Hängen der South Downs sehen will. Zum 50jährigen Thronjubiläum Königin Victorias im Jahr 1887 ließ man sich hier in der Grafschaft East Sussex etwas Besonderes einfallen: Man pflanzte über 3000 Bäume, die ein riesiges „V“ wie Victoria bildeten; dafür verwendete man unterschiedliche Baumarten wie Buchen, Tannen und Linden. Eine Baumschule im nahe gelegenen Cooksbridge lieferte die Bäume, die von zwei wohlhabenden Herren bezahlt wurden. Der Eigentümer von Westmeston Place, ein Mr. H.C. Lane, erklärte sich bereit, die Kosten für die Bäume des rechten Schenkels des Buchstaben V zu übernehmen, und die Bepflanzung des linken V-Schenkels bezahlte General Fitzhugh, der in Streat wohnte. Alles in allem kostete das Geschenk an die herrschende Königin 12 Pfund, 10 Schillinge und vier Pence, wobei zu berücksichtigen ist, dass damals das Pfund erheblich mehr wert war als heute. Dieser Film erzählt die Geschichte des Victoria Vs noch einmal.

Etwas Ähnliches wie das Victoria V hat man anlässlich des diamantenen Thronjubiläums von Königin Elizabeth II. oberhalb von Firle, ebenfalls in East Sussex. gestaltet: Ein „E“ wurde nicht neu gepflanzt, sondern aus einem Wäldchen herausgeschlagen. Die Seitenlänge misst 90 Meter.

Im Winter kann man das V besonders gut erkennen.
Photo © David Gibbs (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 20. August 2018 at 02:00  Comments (1)  

Down Ampney in Gloucestershire und die „Fliegenden Nachtigallen“

Überreste des Militärflugplatzes in Down Ampney, von wo aus die Flying Nightingales starteten und landeten.
Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

RAF Down Ampney war ein Stützpunkt der Royal Air Force im Zweiten Weltkrieg, der heute nicht mehr existiert. Der Flughafen lag neben dem Dorf Down Ampney, dessen berühmtester Sohn der Komponist Ralph Vaughan Williams ist, der hier am 12. Oktober 1872 als drittes Kind des örtlichen Vikars geboren wurde. Neben den beiden anderen Stützpunkten der RAF Air Ambulance Unit in Broadwell bei Burford und Blakehill Farm bei Cricklade, war RAF Down Ampney der Start- und Landeplatz für eine Gruppe von Krankenschwestern, die die „Flying Nightingales“ genannt wurde. Rund 200 dieser mutigen Frauen flogen an Bord von Dakota-Transportflugzeugen von hier aus über den Ärmelkanal nach Frankreich, wo heftige Kämpfe tobten, bei denen unzählige Soldaten getötet und verletzt wurden. Auf den Schlachtfeldern versorgten sie die schwer verletzten britischen Soldaten, unter Einsatz ihres eigenen Lebens, und transportierten sie in die bereit stehenden Dakotas, um sie nach Down Ampney zurückzufliegen.

Die Flying Nightingales waren Freiwillige, die in einem Crashkurs alles Nötige erlernten, um Verletzten erste Hilfe leisten zu können. Die jungen Frauen wurden bei ihrer gefährlichen Arbeit mit grauenvollen Verletzungen konfrontiert, deren Anblick sie sicher bis ans Ende ihres Lebens begleitet haben. Nach Ankunft in Down Ampney wurden die Soldaten auf Krankenhäuser verteilt, die sich auf bestimmte Verletzungsarten spezialisiert hatten. Brandverletzungen wurden beispielsweise im Odstock Hospital bei Salisbury in Wiltshire behandelt, dem heutigen Salisbury District Hospital, in dem die beiden im März diesen Jahres bei einem Giftanschlag fast ums Leben gekommenen Sergei und Yulia Skripal untergebracht worden waren.

Die Flying Nightingales haben schätzungsweise über 100 000 verletzte Soldaten von Frankreich nach England gebracht, doch ihre Arbeit blieb in den Geschichtsbüchern weitgehend unberücksichtigt. Erst im Jahr 2008 erhielten die wenigen noch lebenden Nachtigallen aus der Hand der Herzogin von Cornwall eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk.

Jedes Jahr im September findet in der All Saints Church in Down Ampney ein Gedenkgottesdienst statt, bei dem das Lied „Come Down o Love Divine“ zur Melodie von Ralph Vaughan Williams‘ „Down Ampney“ gesungen wird, hier zu hören.

In diesem Film kommen überlebende Flying Nightingales zu Wort.

Ein Dakota-Transportflugzeug.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

All Saints Church in Down Ampney.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Ein Kirchenfenster in All Saints zur Erinnerung an die Männer und Frauen, die von RAF Down Ampney aus in den Krieg zogen.
Photo © Vieve Forward (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. August 2018 at 02:00  Comments (2)  
Tags: ,

Die schöne Nackte von Rokeby Park im County Durham

This work is in the public domain.

£500 bezahlte John Bacon Sawrey Morritt (1772? – 1843) dem Kunsthändler William James Buchanan im Jahr 1813 für ein Gemälde des spanischen Malers Diego Velazquez und hängte es in seinem Wohnsitz Rokeby Park in der Nähe von Barnard Castle im heutigen County Durham auf. Die vorigen Eigentümer des Bildes waren der spanische Kunstsammler Gaspar de Haro y Guzmán und der Politiker mit dem schönen Namen Manuel de Godoy y Álvarez de Faria Rios Sanchez Zarzosa.

Venus del espejo“ hatte Velazquez sein Gemälde genannt, „Venus vor dem Spiegel“. Es zeigt die nackte Göttin Venus mit dem Rücken zum Betrachter; Amor, ihr Sohn, hält ihr einen Spiegel vor, der ihr Gesicht zeigt.

Auf Grund des Standortes des Bildes spricht man in England auch von der Rokeby Venus. Rokeby Park wurde 1735 von dem Architekten Sir Thomas Robinson, 1st Baronet (1703–1777) im palladianischen Stil erbaut; ein großer Teil der Innenarchitektur stammt von John Carr, der zahreiche englische Herrenhäuser gestaltete. Die „Venus vor dem Spiegel“ hing fast ein Jahrhundert in dem Landhaus, bis sie 1905 für die Londoner National Gallery erworben wurde, wo sie bis heute zur Schau gestellt wird. Im Salon von Rokeby Park finden wir eine Kopie des Gemäldes, das der Maler W.A. Menzies angefertigt hat. Wer sich mit dieser Kopie zufrieden gibt, kann sie sich direkt in Rokeby Park ansehen; der Landsitz ist an bestimmten Tagen für Besucher geöffnet, hier sind die Zeiten. Dieser Film zeigt die frühere Wohnstatt der Göttin.

Die Ruhe der nackten Göttin in der National Gallery wurde am 10. März 1914 empfindlich gestört, da an diesem Tag die Frauenrechtlerin Mary Richardson einen Angriff auf die Venus unternahm und ihr einige Schnitte zufügte. Grund des Attentats war die Verhaftung einer anderen Frauenrechtlerin, Emmeline Pankhurst.
I have tried to destroy the picture of the most beautiful woman in mythological history as a protest against the Government for destroying Mrs Pankhurst, who is the most beautiful character in modern history“, war die Erklärung von Mary Richardson für ihre Tat. Außerdem mochte sie nicht, dass die Nackte von Männern angestarrt wurde. Glücklicherweise waren die Beschädigungen am Gemälde nicht so dramatisch und es konnte wieder restauriert werden.

Rokeby Park.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

The Village Fête – Das Dorffest

Dorffest in Longdon (Worcestershire) mit Mini-Kegelbahn und Hüpfburg.
Photo © Bob Embleton (cc-by-sa/2.0)

Aufmerksame Zuschauer der „Inspector Barnaby„-TV-Krimiserie haben sicher gemerkt, dass das Dorffest, The Village Fête, in mehreren Episoden eine wichtige Rolle gespielt hat, leider mit oft tragischen Folgen. Für viele Dörfer ist ihr jährlich stattfindendes Fest ein großes Ereignis für Jung und Alt. Oft wird es auf dem Dorfanger, dem Village Green, veranstaltet, und ein Komitee hat wochenlang darauf hingearbeitet, dass auch wirklich alles klappt. An den Ortseingängen werden Schilder aufgestellt bzw. Banner angebracht, die auf das Datum des Festes hinweisen.
Das Unterhaltungsangebot auf den jeweiligen Dorffesten unterscheidet sich meist nicht besonders. Die Hüpfburgen sind bei kleineren Kindern immer wieder beliebt, eine Tombola darf auf keinen Fall fehlen, Hundeshows finden immer wieder ihre Zuschauer, wobei die Vierbeiner in mehreren Kategorien beurteilt werden, und bei einem Spiel namens Coconut Shy, bei dem mittels Holzkugeln oder anderer Geschosse Kokosnüsse von einem Podest gestoßen werden müssen, finden sich überwiegend die männlichen Besucher des Festes ein.

Dann gibt es viele Buden und Stände, die selbstgemachte Konfitüren und Kuchen anbieten, und beim White Elephant Sale versucht man, nicht mehr benötigte Gegenstände an den Mann bzw. an die Frau zu bringen.

Wie es bei dem Dorffest von Lightwater in Surrey zugeht, zeigt dieser Film. Auch Mr. Bean hat einmal eines dieser Feste besucht.

Coconut Shy in Gee Cross (Greater Manchester).
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Im Kuchenzelt des Dorffestes von Sedlescombe (East Sussex).
Photo © Patrick Roper (cc-by-sa/2.0)

Great Wymondley Village Fête in Hertfordshire.
Photo © Jeff Tomlinson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Exzentriker – Edward Prynn und seine Standing Stones in St Merryn (Cornwall)

Nicht weit von Padstow entfernt, an der Nordküste Cornwalls, liegt der kleine Ort St. Merryn. Hier wurde 1936 Edward Prynn geboren und hier in der Nähe, am Tresallyn Cross, lebt er auch heute noch. Prynn hat mit seinen Standing Stones in seinem Garten für Aufmerksamkeit gesorgt, die der Exzentriker im Laufe vieler Jahre zusammengetragen hat.
Da gibt es z.B. den zehn Tonnen schweren Rocking Stone, ein Zeremonienstein der Druiden. Wer den Wunsch nach einem Baby hat, der Stein soll schon vielen dazu verholfen haben.
Der Healing Stone hat angeblich heilende Kräfte, speziell für Menschen mit Rückenproblemen.  Am Wedding Stone zelebriert Edward Prynn Eheschließungen, die, je nach Wunsch, für einen Tag oder eine Woche oder für wie lange auch immer gelten können. The Angels Runway, ein achtzehn Tonnen schwerer Stein dient als Landebahn für Engel.  Die exotischsten Steine kommen von den Falklandinseln, die sich Prynn vom dortigen englischen Gouverneur gewünscht hat und die tatsächlich nach mehr als 12 000 Kilometern ihren Platz in St. Merryn gefunden haben.

Edward Prynn hat sein Leben in drei Büchern dokumentiert:  „A Boy in Hobnailed Boots“, „No Problem“ und „Mystic Love“. Hier geht es zu seiner Homepage und hier ist ein Film über The Arch Druid of Cornwall.

Seven Sisters
Tresallyn Cross
St Merryn
Padstow
Cornwall
PL28 8JZ

Published in: on 16. August 2018 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Mein Buchtipp – Tom Parker Bowles: Full English – A Journey Through the British and Their Food

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Tom Parker Bowles ist der Sohn von Camilla, Duchess of Cornwall. Er hat sich einen Namen als Journalist gemacht, der sich hauptsächlich mit dem Thema Ernährung beschäftigt und schreibt für mehrere britische Zeitungen. Außerdem kennt man ihn von zahllosen TV-Auftritten in britischen Kochshows. Für sein Engagement für die britische Küche erhielt er 2010 eine Auszeichnung der Guild of Food Writers. Hier ist ein Auftritt von Tom Parker Bowles im US-Fernsehen zu sehen, bei dem es um die English Tea Time geht.

In seinem Buch „Full English: A Journey Through the British and Their Food“ beschäftigt er sich mit den britischen Essgewohnheiten. Er nimmt sich die einzelnen Regionen vor und bringt so einiges Interessante ans Tageslicht, z.B. die Vorliebe einiger Engländer für Innereien (offal), stellt Englands Lieblingsgericht Nummer Eins vor, Chicken Tikka Masala, und beschäftigt sich mit der Herstellung des Cheddar-Käses.

Am jeweiligen Kapitelende bringt er einige für die Region typische Rezepte zum Nachkochen. Für den Norden z.B. „Lancashire Hotpot“, für den Westen „Pigeons in cider with apples“ und für den Osten „Stephen Harris‘ angels on horseback“.
Ein interessantes, angenehm zu lesendes Buch!

Tom Parker Bowles: Full English – A Journey Through the British and Their Food. Ebury Press 2009. 320 Seiten. ISBN 978-0091926687.

Published in: on 15. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Teme Valley Brewery in Knightwick (Worcestershire)

Ich amüsiere mich immer wieder über die vielen kuriosen Biernamen in England, die sich die kreativen Brauer des Landes ausdenken. Auch die Teme Valley Brewery in Knightwick in Worcestershire ist sehr findig im Ausdenken von Biernamen. Knightwick liegt westlich von Worcester am nördlichen Rand der Malvern Hills. Dort wurde 1997 im örtlichen Pub, The Talbot, am River Teme die nach dem Fluss benannte Brauerei gegründet. Die Besitzer des Pubs bauten schon seit mehreren Generationen Hopfen an, und so kam man auf die Idee, ein eigenes Bier zu brauen und dieses im Talbot anzubieten. Das Bier schien vielen Gästen zu schmecken, die Nachfrage stieg, und auch andere Pubs in der Region zeigten Interesse an den Bieren aus Knightwick. Die Mikrobrauerei wuchs allmählich und inzwischen schenken etwa 30 Pubs den Gerstensaft der Teme Valley Brewery aus.

Zurück zu den kuriosen Biernamen. Ich wurde erstmals auf die Brauerei aufmerksam, als ich an drei „Zapfsäulen“ eines Pubs die Aufschriften „This„, „That“ und „T’Other“ sah. Die drei Biersorten werden das ganze Jahr über gebraut, wobei „T’Other“ vom Bierpapst Roger Protz zu den 50 besten Fassbieren britischer Mikrobrauereien gezählt wird. Weitere Namen für die in Knightwick gebrauten Biere sind: Wotever Next?, Solemnly Hopped, Pistols in the Snow (ein Winterbier) und Saint of Ales.

Jedes Jahr im Oktober veranstaltet The Talbot das Green Hop Beer Festival, bei dem über 20 verschiedene Biersorten zum Probieren angeboten werden.

The Talbot
Bromyard Road
Knightwick
Worcester WR6 5PH

Aus diesen Hopfenpflanzen der Ankerdine Farm werden die Biere der Teme Valley Brewery hergestellt.
Photo © Peter Young (cc-by-sa/2.0)

Der River Teme bei Knightwick.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 14. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Blockley (Gloucestershire) – Hier werden Beiwagen für Motorräder hergestellt

Blockley in den Cotswolds.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Blockley ist ein Dorf in den Cotswolds, das zur Grafschaft Gloucestershire gehört. Hier gibt es zwei Pubs, einen Dorfladen und die Kirche St Peter and St Paul, die für die BBC-Serie „Father Brown“ verwendet wurde und noch wird; darin heißt sie St Mary’s Roman Catholic Church.

Im außerhalb des Ortes gelegenen Northwick Business Centre finden wir die Firma Watson Squire Ltd die sich auf die Herstellung von Motorradbeiwagen spezialisiert hat. Die Kombination Motorrad plus Beiwagen ist sowohl auf deutschen als auch auf englischen Straßen eher selten zu sehen (laut Wikipedia beträgt in Deutschland der Zulassungsanteil im Segment Krafträder 0,6 Prozent).

1912 gründete T.F. Watson in Birmingham die Watsonian Folding Sidecar Co., deren Produkte im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurden. Auch nach dem Krieg war immer eine gewisse Nachfrage nach Mororradbeiwagen da, und die Produktion florierte besonders in den 1950er Jahren, bevor sie in den 1960er Jahren, als sich immer mehr Menschen Autos leisten konnten, drastisch abnahm. 1984 zog die Firma nach Blockley in Gloucestershire um und fusionierte vier Jahre später mit Squire Sidecars, die 1973 in Bidford-on-Avon (Warwickshire) gegründet worden war und die sich, neben der Produktion von Beiwagen, auf die Herstellung von Motorradanhängern spezialisiert hatte. Heute ist  Watson Squire Ltd der größte Produzent für „sidecars“ in Großbritannien.

Ein Beiwagen der Firma Watson Squire Ltd.
Author: Steve Parker
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Meine Lieblings-Pubs – The Garrick Inn in Stratford-upon-Avon (Warwickshire)

Dieser Pub mitten im Herzen der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon kann schon manchmal rappelvoll werden, zumindest in der Mittagszeit, trotzdem hat er einen gewissen „old-world-charm“, und das Gebäude selbst sieht von außen einfach phantastisch aus.
Der Garrick Inn ist Stratfords ältester Pub und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Genannt wurde er nach dem berühmten Schauspieler David Garrick (1717 – 1779). Der Pub gehört zu zur Greene King Brewery in Bury St Edmunds.

Das Essen hatte uns bei unseren jeweiligen Besuchen gut geschmeckt; es gibt auch hier den traditionellen, beliebten Sunday Roast, natürlich mit Yorkshire Pudding.
Der Pub hat täglich durchgehend geöffnet. Recommended by me!

The Garrick Inn
25 High St
Stratford-upon-Avon
Warwickshire CV37 6AU

Published in: on 12. August 2018 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Famous Graves – Frederick Stanley Mockford und die Parish Church of St Mary in Selmeston (East Sussex)

Über das Dorf Selmeston in East Sussex gibt es nur wenig zu berichten. Es gibt einen Pub, The Barley Mow, eine Dorfgemeinschaftshalle und die Parish Church of St Mary. Auf dem Kirchhof finden wir eine interessante Grabstätte, die von Frederick Stanley Mockford (1897-1962), dessen Name wohl nur noch wenigen geläufig ist, der aber für eine „Idee“ verantwortlich ist, die noch heute in der Luft- und Schifffahrt sehr wichtig ist.

Frederick Stanley Mockford wurde in Selmeston geboren, er war also ein „Sussex Man“. 1923 arbeitete er als leitender Funkoffizier am Flughafen in Croydon, südlich von London. Von dort aus bestand eine regelmäßige Flugverbindung zum Pariser Flughafen Le Bourget. Mockford wurde beauftragt, sich einen Notruf auszudenken, den Flugzeuge absetzen konnten, die sich in einer akuten Notlage befanden; einen Notruf, den sowohl die französischen als auch die englischen Piloten und auch das Bodenpersonal sofort verstehen konnten. Mockford dachte sich das Wort „Mayday“ aus, das mit dem Maifeiertag nichts zu tun hat. Dahinter stecken die französischen Wörter „venez m’aider“ oder kurz „m’aider„, was „Komm und hilf mir“ bzw. „Hilf mir“ bedeutet. Genial, denn „Mayday“ lässt sich leicht merken, ob nun Brite oder Franzose. 1927 legte die International Radiotelegraph Convention in Washington das Wort als offizielles Notrufsignal fest, das den Morsecode SOS ablöste. Wenn seitdem ein Flugzeug oder ein Schiff einen „Mayday“-Notruf absetzte, wusste jeder, dass sich da jemand in höchster Gefahr befand und dringend Hilfe benötigte. So hat Frederick Stanley Mockford mit dieser „Erfindung“ sicher vielen Menschen das Leben gerettet. Dieser Film erläutert noch einmal das Notrufsignal.

1962 fand er seine letzte Ruhestätte in dem Dorf Selmeston, in dem er auch geboren wurde. Ein kleiner Grabstein auf dem Kirchhof der Dorfkirche erinnert an ihn. Eingemeißelt sind die Worte:

1st March 1962
In Memory Of Our Beloved
Frederick Stanley Mockford
Aged 64
Air Radio Pioneer
And Originator Of
The Distress Call
Mayday

Auf dem selben Grabstein ist auch der Name seiner Frau Winifred eingemeißelt, die ihren Mann 23 Jahre überlebte.

Der Eingang zur Parish Church von Selmeston in East Sussex.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 11. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags: ,

Die Jane Austen Society

Das Museum in Chawton (Hampshire).
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Über die Schriftstellerin Jane Austen (1775-1817) habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben, zum Beispiel über das Jane Austen Centre in Bath. Im Gegensatz zu den meisten anderen Autoren ihrer Zeit, ist Jane Austen auch heute noch unvergessen. Ihre Romane werden nach wie vor gelesen, nicht zuletzt auch durch die Verfilmungen, die die Erinnerung an sie immer wieder wachgehalten haben.

Die britische Jane Austen Society trägt ebenfalls ihr Scherflein dazu bei, dass man die nur 41 Jahre alt gewordene Schriftstellerin nicht vergisst. Dorothy Darnell und ihre Schwester Beatrix gründeten die Gesellschaft im Jahr 1940, mit dem Ziel Chawton Cottage in Chawton (Hampshire) zu erwerben, in dem Jane Austen von 1809-1817 gewohnt hatte. Neun Jahre später wurde das Haus als Jane Austen’s House Museum eröffnet.

Die Gesellschaft hat sich vier Aufgaben gesetzt:

– Das Andenken an die Schriftstellerin hochzuhalten
– Dafür zu sorgen, dass ihr Nachlass in Form von Manuskripten, Briefen und Erinnerungsstücken erhalten bleibt
– Publikationen über Jane Austen und ihre Familie zu fördern
– Den Jane Austen Memorial Trust in der Erhaltung des Museums in Chawton zu unterstützen

Jedes Jahr finden Treffen der Gesellschaft statt, einmal das Annual General Meeting in Chawton (zuletzt am 14. Juli) und die dreitägige Annual Conference in unterschiedlichen Orten (fällt in diesem Jahr aus, soll aber 2019 wieder stattfinden).

In einzelnen Regionen Großbritanniens haben sich „Zweigstellen“ der Jane Austen Society gebildet, die eigene Veranstaltungen durchführen. In Kent gibt es zum Beispiel Berührungspunkte mit der Familie Jane Austens, die gern von der Kent Branch der Gesellschaft aufgesucht werden, wie Godmersham Park, wo Janes Bruder Edward aufwuchs und später mit seiner Familie lebte. Jane war dort häufig zu Besuch.

Die Mitgliedschaft in der Jane Austen Society kostet £28 (außerhalb Großbritanniens £38), dafür bekommt man regelmäßig die Newsletter und den Report, der u.a. über Neuerscheinungen zum Thema informiert.

Weitere Jane Austen Societies gibt es noch in Nordamerika, Australien, Brasilien, Tschechien und in den Niederlanden.

Godmersham Park in Kent.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 10. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Das Eisenbahnunglück in Charfield (Gloucestershire) vom 13. Oktober 1928 und das Geheimnis der beiden toten Kinder

Hier in Charfield ereignete sich das schwere Eisenbahnunglück.
Photo © Ray Bird (cc-by-sa/2.0)

Es geschah am 13. Oktober 1928 morgens um 4.28 Uhr, als der Postzug von Leeds nach Bristol, im Bahnhof von Charfield in South Gloucestershire mit voller Wucht auf einen dort stehenden Güterzug prallte. Der Zugführer des in Richtung Bristol fahrenden Zuges erkannte bei schlechter Sicht das auf Rot stehende Signal nicht, und erst als es schon zu spät war, löste er den Bremsvorgang aus. Bei dem Zusammenstoß entgleisten die Lokomotive und mehrere Waggons des Postzuges. Es brach ein Feuer aus, das viele der Waggons komplett zerstörte. Wie durch ein Wunder kamen der Zugführer und der Heizer so gut wie unverletzt davon, die beiden Männer in der Lokomotive des Güterzugs wurden verletzt. Das eigentliche Drama aber spielte sich in den Personenwagen des Postzuges ab, in denen 14 Menschen starben (manchmal ist auch die Rede von 15 bzw. 16), die meisten bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Viele der Angehörigen der Opfer stimmten dem Vorschlag zu, die Toten in einem Gemeinschaftsgrab zu beerdigen.

Zwei der Opfer des Zugunglücks von Charfield blieben unidentifiziert, zwei Kinder, wohl ein Mädchen und ein Junge. Das Merkwürdige war, dass niemand die beiden Kinder als vermisst meldete. Bis heute weiß keiner, um wen es sich dabei handelte. Beide wurden ebenfalls in dem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Bald tauchten alle möglichen Vermutungen auf, wer die Kinder sein könnten. Eine davon war, dass es gar keine Kinder, sondern Jockeys waren, die ja meistens eher kleinwüchsig sind. Andere wiederum meinten, dass es sich um keine Menschen, sondern um Bauchrednerpuppen handelte. Oder gab es die Kinder gar nicht und es waren „fake news“, die die Presse erfand, um die Story des Unfalls „aufzupeppen“?

Wie auch immer, das Geheimnis bleibt ungelöst. Auf dem Friedhof der St James‘ in Charfield wurde ein Denkmal errichtet, das an die Opfer des Unglücks erinnert. Und da entstand eine neue mysteriöse Geschichte. Einwohner des Ortes wollen viele Male eine komplett in Schwarz gekleidete alte Dame gesehen haben, die am Denkmal Blumen hinterlegte und dann schnell wieder in einem von einem Chauffeur gelenkten Auto wegfuhr. Kannte diese Dame in Schwarz die Identität der beiden Kinder?

Nick Blackstock hat über das Eisenbahnunglück und die beiden mysteriösen Kinder einen Roman geschrieben, „Something Hidden„, der 2009 erschien. Dieser Film zeigt Originalaufnahmen vom Unglücksort.

In memoriam:

Mrs Clara Annie Johnson Aged 46. Sheffield.
Miss Millicent Sarah Radford Aged 47. Derby.
John Henry Pinkney Aged 27. Gloucester.
Walter Tovey. Aged 38. Derby.
Richard Whitehead. Aged 57. Leicester.
Mrs Esther Matilda Whitehead. Aged 60. Leicester.
Miss Florence Hilda Cross. Aged 38. Belper .
William Lawton. Aged 53. Torpoint, Plymouth.
Mrs Eliza Jane Lawton. Aged 49. Torpoint, Plymouth
Goodwin Philip Jenkins. Aged 22. Milverton, Somerset.
Two Unknown.

Denkmal auf dem Kichhof von St James‘ in Charfield.
Photo © Paul Best (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Stand-up Comedians: Adam Bloom

Schon im zarten Alter von 18 Monaten wurde Adam Bloom von seinen Eltern „The Voice“ genannt, mit 10 Jahren wollte er ein Comedian werden und mit 23 Jahren war er einer. Der 1971 in Richmond-upon-Thames geborene Adam Bloom ist auf Comedy Festivals in der ganzen Welt aufgetreten, von Australien über Neuseeland bis nach Südafrika. Im Laufe seiner Karriere hat er eine ganze Reihe von Auszeichnungen gewinnen können wie den Polygram Video Award oder den Stella Artois Award.

Ricky Gervais sagte einmal über ihn: „He has been one of my favourite comedians for about 10 years. He not only has brilliant lines but an intense and fragile honesty“.

Selbstverständlich war und ist Adam Bloom Gast in zahlreichen Radio- und Fernsehsendungen. Hier ein Ausschnitt aus einer seiner Shows.

Im August diesen Jahres ist Adam Bloom wieder auf Tour, in London, Manchester, Brighton und Cardiff.

Published in: on 8. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Englische Exzentriker(innen) – Christina Foyle (1911-1999) – Inhaberin einer der größten Buchhandlungen der Welt

Das „alte“ Foyles.
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)

Ich war nur ein einziges Mal in der riesigen Londoner Buchhandlung Foyles, als diese noch unter der alten Adresse 111–119 Charing Cross Road zu finden war. Man konnte sich in den Stockwerken, in denen hunderttausende Bücher aufbewahrt wurden, verlaufen und dort etwas Spezielles zu finden, war eine echte Herausforderung. Ich war froh, als ich den Laden verließ und in eine der vielen anderen Buchhandlungen in der Charing Cross  Road ging, die wundervoll aufgeräumt und übersichtlich waren. Trotzdem war Foyles berühmt und galt als eine der weltweit größten Buchhandlungen; sehr viele Bibliophile schienen sich in dem Irrgarten wohl zu fühlen.

1903 wurde die Buchhandlung von den Brüdern William und Gilbert Foyle gegründet und 1945 übernahm William Foyles Tochter Christina die Leitung, was eigentlich keine gute Idee war, denn die Dame war sehr exzentrisch veranlagt und führte den Laden auf eine eher ungewöhnliche Weise. So war sie jeglichen technischen Neuerungen gegenüber negativ eingestellt; das Kassenwesen in der Buchhandlung spottete jeder Beschreibung und verlangte von den Kunden, sich dreimal an unterschiedlichen Schaltern anzustellen, was sehr viel Geduld erforderte (ich habe das noch sehr gut in Erinnerung). Elektronische Kassen waren verpönt und telefonische Bestellungen wurden nicht akzeptiert.

Die Anordnung der Bücher erfolgte nach einem höchst merkwürdigen System. Die Romane waren nicht alphabetisch nach den Autoren sortiert, sondern nach den Verlagen.

Das Personal hatte es nicht leicht in der Buchhandlung Foyles, denn Gewerkschaften waren dort nicht zugelassen, und so herrschte dort ständig ein „Hire and fire“-Zustand. Frauen traute man buchhändlerische Fähigkeiten offenbar nicht zu, denn unter Christina Foyles Ägide durften sie nur an der Kasse arbeiten. Es herrschte also ein „kafkaeskes Chaos“ in der Charing Cross Road Nummer 111-119.

Christina Foyle starb am 8. Juni 1999 und selbst ihr Testament zeigte exzentrische Züge. Sie vermachte ihrem Gärtner, der sich um die Gärten ihres Wohnsitzes, Beeleigh Abbey bei Maldon in Essex, kümmerte £100 000 und die Dame, die ihre fünfzehn Katzen pflegte, erhielt ein Cottage im Wert von £60 000. Der größte Teil von Christina Foyles Vermögen floss in die Foyle Foundation, die speziell Projekte in den Bereichen Kunst und Bildung fördert.

Nach Christina Foyles Tod übernahm ihr Neffe Christopher Foyle die Buchhandlung, die er wesentlich modernisierte. Im Jahr 2014 zog Foyles ein paar Schritte weiter in die Charing Cross Road Nummer 107. In diesem Film wird der Umzug im Zeitraffer gezeigt und hier ist ein Blick in die neue und übersichtlichere Buchhandlung.

Das „neue“ Foyles.
Author: Tom Morris
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Christina Foyles Wohnsitz: Beeleigh Abbey bei Maldon in Essex.
Author: John Armagh
This work is released into the public domain.

 

Published in: on 7. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Bramber – Ein hübsches Dorf in West Sussex

Die Hauptstraße von Bramber.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Nordwestlich von Brighton, an der A283, liegt das hübsche und sehenswerte Dorf Bramber in West Sussex. Am Rande des Ortes stehen die wenigen Überbleibsel des Bramber Castles, darunter die rund zehn Meter hohe Ruine des ehemaligen Torhauses. Die normannische Burg wurde im 11. Jahrhundert erbaut; gleich daneben die normannische Kirche St Nicholas, die etwa aus der selben Zeit wie die Burg stammt und die älteste normannische Kirche von Sussex ist (täglich geöffnet!).

Das Sahnestück des Dorfes Bramber ist aber die Hauptstraße, einfach nur The Street genannt. Im Sommer sind viele Häuser und die Straßenlaternen mit Blumen dekoriert, selbst die sonst eher schmucklosen indischen und chinesischen Restaurants, in diesem Fall das Maharajah und The New Bramber Dragon, sind mit Blumenampeln und Blumenkästen bunt herausgeputzt.

Großartig sieht auch die Front des Castle Inn Hotels aus, regelrecht in ein Blumenmeer gehüllt. Das 3*-Hotel rühmt sich seines „Old Worlde“-Charmes, „with nooks, crannies and probably not a right angle in the entire place“.

Der Star von Bramber ist zweifellos ein uraltes, grandios aussehende Fachwerkhaus an der Hauptstraße namens St Mary’s, das im 15. Jahrhundert erbaut wurde und dessen Fundamente sogar noch älter sind. Hier war schon Königin Elizabeth I. zu Gast und König Charles II. soll auf seiner Flucht nach Frankreich in dem Haus übernachtet haben.

Die Kellerräume von St Mary’s sollen Sir Arthur Conan Doyle zu seiner Sherlock Holmes Geschichte „The Musgrave Ritual“ (dt. „Das Musgrave Ritual“) inspiriert haben (Alfred Musgarve war der Besitzer des Hauses Anfang des 20.Jahrhunderts).

St Mary’s stand sogar einmal kurz davor, abgerissen zu werden, doch es fanden sich glücklicherweise immer wieder Menschen, die sich in St Mary’s verliebten und das Gebäude hegten und pflegten. Auch die verschiedenen Gärten sind sehenswert wie der Secret Garden, der Topiary Garden und der Terrace Garden.

Das ganze Jahr über finden Veranstaltungen und Konzerte im St Mary’s House statt, so wird es am 6. Oktober einen Abend mit dem Pianisten Phillip Dyson und am 3. November einen Operngala-Abend geben.

St Mary’s ist von April bis Ende September geöffnet, für Einzelpersonen nur zu bestimmten Zeiten, sonst nur für Gruppen. Hier sind die exakten Öffnungszeiten.

Hier ist ein stimmungsvoller Film über das Haus in West Sussex.

Die Ruinen des Bramber Castles.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

St Nicholas.
Photo © Ian Cunliffe (cc-by-sa/2.0)

The Castle Inn Hotel.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

St Mary’s.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Die Gärten von St Mary’s.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Spalding in Lincolnshire – Die Kürbis-Hauptstadt Großbritanniens

Spalding ist eine Kleinstadt in der Grafschaft Lincolnshire, liegt am River Welland in dem fruchtbaren Gemüseanbaugebiet der Fens, war lange Zeit für den Anbau von Tulpen bekannt, der nachgelassen hat, und ist Großbritanniens Kürbis-Hauptstadt. Nirgendwo in Europa werden so viele Kürbisse angebaut wie hier, und der ungekönte König der Kürbisse ist David Bowman, dessen Firma pro Jahr rund zwei Millionen dieser merkwürdig geformten „pumpkins“ erntet. Seit über 30 Jahren gibt es die David Bowman Pumpkins Ltd, die die Supermärkte des Landes beliefert und auch in andere Länder exportiert. Der Höhepunkt der Saison ist natürlich die Zeit vor Halloween, wenn die Nachfrage nach Kürbissen stark ansteigt, nicht unbedingt um sie zu essen, sondern um an ihnen Schnitzereien durchzuführen.
Ein Spezialist für künstlerisches Kürbisschnitzen ist Gareth Glover von Pukka Pumpkins, der Porträts anfertigt wie hier zum Beispiel von Jeremy Corbin, dem derzeitigen Chef der Labour Party.

Im Oktober findet seit dem Jahr 2002 in Spalding das jährliche Pumpkin Festival statt, für das David Bowman selbstverständlich auch die Kürbisse liefert. In diesem Jahr findet das Festival am 12. Oktober statt, und dann wird die vorherrschende Farbe in den Straßen Spaldings wieder Kürbisorange sein. Den Höhepunkt des Festivals bildet immer die Pumpkin Parade und das abschließende Feuerwerk. Hier ist ein Film über die Festivitäten des Jahres 2017.

David Bowman hat vor einigen Jahren für Disneyland Paris spezielle Mickey Mouse-Kürbisse gezüchtet, die so in etwa auch die Konturen der Disney-Maus wiedergeben wie diese Bilder in Mail Online zeigen.

Im Zentrum von Spalding.
Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Die Top Ten der beliebtesten Hausnamen in Großbritannien

Alle Häuser in Großbritannien haben in der Regel eine Nummer, die zu der entsprechenden Straße gehört wie zum Beispiel „35, Church Street“. Die ungeraden Nummern befinden sich in den meisten Fällen auf der linken, die geraden Nummern auf der rechten Seite der Straße, ortsauswärts gesehen. Es hat sich, vor allem im dörflichen Bereich, eingebürgert, dass man seinem Haus zusätzlich noch einen Namen gibt, wodurch das Anwesen aus der Anonymität einer simplen Hausnummer herausgehoben wird.

Agatha Christies Miss Marple wohnt zum Beispiel in einem Haus in der High Street von St Mary Mead namens „Danesmead„. Die Schriftstellerin selbst wohnte von 1934 bis 1976 in Wallingford (Oxfordshire) in der Reading Road im Winterbrook House.

Die Halifax Building Society hat einmal die beliebtesten Hausnamen in Großbritannien aufgelistet, ebenfalls die Royal Mail, die mit 29,3 Millionen Adressen die größte Datenbank in Großbritannien hat. Hier ist die Hitliste der britischen Post:

Platz 1: The Orchard. Hier: South Luffenham in Rutland.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Platz 2: Meadow House. Hier: Hoo St Werburgh in Kent.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Platz 3: Rose Cottage. Hier: Barnsole in Kent.
Photo © David Anstiss (cc-by-sa/2.0)

Platz 4: Holly Cottage. Hier: Edmondthorpe in Leicestershire.
Photo © Jonathan Thacker (cc-by-sa/2.0)

Platz 5: Oak Cottage. Hier: Stalisfield in Kent.
Photo © Penny Mayes (cc-by-sa/2.0)

Platz 6: Willow Cottage. Hier: Farncombe in Surrey.
Photo © David960 (cc-by-sa/2.0)

Platz 7: School House. Hier: Morchard Bishop in Devon.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Platz 8: The Willows. Hier: Upper Tysoe in Warwickshire.
Photo © Michael Dibb (cc-by-sa/2.0)

Platz 9: Sunnyside. Hier: Edgmond in Shropshire.
Photo © Richard Law (cc-by-sa/2.0)

Platz 10: Springfield Cottage. Hier: Farley in Wiltshire.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Latimer Music Festival 2018 in der Kirche St Mary Magdalene in Buckinghamshire

Über meinen Besuch in dem kleinen Dörfchen Latimer im Dunstkreis von Amersham in der Grafschaft Buckinghamshire gelegen, berichtete ich in meinem Blog schon ausführlich. Die Hauptpunkte hier sind das dreieckige Village Green mit dem Boer War- und dem Pferdeherz-Memorial, das DeVere Latimer Hotel und die Kirche St Mary Magdalene. Die Dorfkirche wurde um 1841 von dem Architekten Edward Blore (1787-1879) erbaut, der in London u.a. am Buckingham Palace, am St James’s Palace und am Lambeth Palace Arbeiten durchgeführt hat. 1867 wurde ein anderer berühmter Architekt beauftragt, St Mary Magdalene zu erweitern: Sir George Gilbert Scott (1811-1878), der unzählige Gebäude errichtet bzw. restauriert hat, darunter auch sehr viele Kirchen. Auftraggeber war William George Cavendish, 2nd Baron Chesham (1815-1882), der im Latimer House, gleich gegenüber der Kirche, residierte.

In dieser Kirche findet in diesem Jahr vom Freitag, dem 31. August bis Sonntag, dem 2. September das Latimer Music Festival statt, das aus fünf Veranstaltungen besteht, bei denen sowohl international bekannte Musiker als auch Chöre aus der näheren Umgebung auftreten werden. Im Mittelpunkt der Konzerte stehen Kammermusik und Werke von Debussy, Mozart, Brahms und Beethoven. Es treten auf die Sopranistin Erica EloffFenella Humphreys (Violine), Shelley Levy (Klarinette), Rudi de Groote (Cello) und Håkon Austbø (Klavier), um nur einige zu nennen. Am Samstagabend wird mit einem Konzert an das Ende des Ersten Weltkrieges von hundert Jahren gedacht. Beendet wird das Latimer Music Festival am Sonntagnachmittag mit dem Auftritt dreier Chöre aus der Region, den Chiltern Singers, den Bucks Voices und dem Chess Valley Singing for Pleasure Choir.

Organisiert wird das Festival von den Friends of Latimer, die sich für das kulturelle und soziale Wohlergehen ihres kleinen Dorfes einsetzen.

Published in: on 3. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Hand Picked Hotels – Eine empfehlenswerte britische Hotelgruppe

Bei meinen Englandreisen spielen die Hotels, in denen ich übernachte eine wesentliche Rolle. Besonders gern bin ich in historischen Häusern mit offenen Kaminen im Winter, Kerzenbeleuchtung, Four Poster-Betten und gepflegten Restaurants mit leiser Musik im Hintergrund.

Ein Zusammenschluss von individuell geführten Hotels ist die Hand Picked Hotels-Gruppe, die ich sehr empfehlen kann und in denen ich noch nie enttäuscht worden bin. Bereits zweimal wurden die Hand Picked-Hotels zur AA Hotel Group of The Year ernannt, 2004-2005 und 2012-13. Bisher gehören 20 Häuser dazu, die in ganz Großbritannien verteilt liegen; es handelt sich dabei um 4*-Etablissements. In diesem Film kommt die CEO der Hotelgruppe, Julia Hands, zu Wort.

Hier möchte ich einige der „handverlesenen“ Häuser kurz vorstellen:

Woodlands Park Hotel bei Stoke d’Abernon in Surrey. Dieses viktorianische Haus, 1885 erbaut, gehörte dem Industriellen William Bryant und war eines der ersten in Großbritannien, das über elektrisches Licht verfügte. 57 Zimmer und zwei Restaurants stehen den Gästen zur Verfügung.

 

Rookery Hall Hotel bei Nantwich in Cheshire. Das 1816 ebaute imposante Haus gehörte dem wohlhabenden Zuckerplantagenbesitzer William Hilton Cooke, wechselte mehrfach die Besitzer bis es schließlich 1975 zum Hotel umfunktioniert wurde. 70 Zimmer stehen zur Verfügung, die Junior Suite Nummer 25 ist nach dem Erstbesitzer benannt. David Beckham feierte hier seine Verlobung mit Victoria Adams.

Rhinefield House Hotel bei Brockenhurst (Hampshire) im New Forest. Eines meiner Lieblingshotels in England. Ganz abgeschieden gelegen, in einer wunderschönen Parkanlage. Ich berichtete ausführlicher in meinem Blog über das Hotel und seinen Alhambra Room.

Eigenes Foto.

Ettington Park Hotel in der Nähe von Stratford-upon-Avon in Warwickshire. Auch dieses wunderschöne Haus habe ich in meinem Blog schon vorgestellt. Es ist in neogotischem Stil erbaut und liegt in einer sehr schönen Parklandschaft. Es ist „very haunted“!! 48 Zimmer stehen zur Verfügung.

Eigenes Foto.

Nutfield Priory Hotel bei Redhill in Surrey. Dieses Haus liegt direkt an der A25, wird aber durch einen Hügel vom Verkehrslärm abgeschirmt. Die Suiten des 1872 erbauten Hauses sind nach Schriftstellern benannt. Ich berichtete in meinem Blog schon früher einmal über die Nutfield Priory.

© Copyright Ian Capper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 2. August 2018 at 02:00  Comments (1)  
Tags: