Hue and Cry auf Burgh Island in Devon

Die Reste der Kapelle bzw. die Huer’s Hut auf Burgh Island.
Photo © Rob Purvis (cc-by-sa/2.0)

Über das nostalgische Burgh Island Hotel vor der Südküste Devons bei Bigbury habe ich in meinem Blog schon berichtet. Burgh Island ist bei Ebbe zu Fuß zu erreichen, bei Flut holt bzw. bringt der Sea Tractor des Hotels seine Gäste hin und zurück. Dann gibt es noch den Pilchard Inn auf der kleinen Insel und das war es denn auch…bis auf die Mauerreste einer kleinen Kapelle auf der höchsten Stelle von Burgh Island.
Diese Ruinen dienten eine Zeit lang als „Huer’s Hut„, als Beobachtungsposten für jemanden mit scharfen Augen, der im Auftrag der lokalen Fischer eingerichtet worden war, um von dort oben nach Sardinenschwärmen (pilchards) Ausschau zu halten, die hin und wieder vor der Südküste Devons vorbeizogen. Sobald der Ausguck einen Schwarm im Meer gesichtet hatte, veranstaltete er einen Riesenlärm, woraufhin die Fischer zu ihren Booten liefen, in See stachen und ihre Netze mit den zappelnden Tieren füllten. Heute gibt es diese Fischschwärme nicht mehr.

Der von dem Ausguck verursachte Lärm ging in die englische Sprache ein und heißt „hue and cry„, wobei das „hue“ aus dem Altfranzösischen übernommen wurde (huer=rufen). Im Deutschen spricht man „Zeter und Mordio schreien“, ein nur noch selten verwendeter Ausdruck. Ich kann mir vorstellen, dass der Ausguck oben in der sturmumtosten Huer’s Hut, nachdem er Feierabend hatte, erst einmal im Pilchard Inn einkehrte, um sich dort aufzuwärmen und das eine oder andere Pint zu trinken.

Hue and Cry“ war auch der Titel eines Films, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gedreht wurde, mit Burgh Island und seinen Fischern aber nichts zu tun hat. Hier ist ein Ausschnitt.

Ein Gesangsduo aus Schottland, die Brüder Pat und Greg Kane, nennen sich auch Hue and Cry. Sie wurden 1987 mit „Labour of Love“ bekannt.

Die Ruine noch einmal aus einer anderen Perspektive.
Photo © Debbie J (cc-by-sa/2.0)

Burgh Island bei Ebbe.
Photo © Kate Jewell (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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