Die kurze Karriere des Fußballstars Paul John „Gazza“ Gascoigne als Sänger

Hier im St James‘ Park Stadion in Newcastle upon Tyne begann die fußballerische Karriere von Paul John Gascoigne.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

1967 wurde Paul John Gascoigne geboren, und da seine Eltern damals für die Beatles schwärmten, nannten sie ihren Sohn nach Paul McCartney und John Lennon. Er wurde im Nordosten Englands geboren und ging in Gateshead zur Schule, war also ein echter Geordie. Nach einer nicht ganz leichten Kindheit wurde er als Teenager für den Fußball entdeckt; die Jugendmannschaft von Newcastle United war seine erste Station. Paul Gascoigne, der auch unter seinem Spitznamen Gazza bekannt wurde, vielleicht weil der französisch klingende Nachname für englische Zungen etwas schwer auszusprechen war, entwickelte sich zu einem der besten Fußballspieler des Landes, der für viele Vereine spielte, u.a für Tottenham Hotspur, Middlesborough F.C. und Everton F.C., aber auch im Ausland für Lazio Rom und den chinesischen Club Gansu Tianma F.C. im Einsatz war. Seine Karriere beendete Gascoigne beim Verein Boston United F.C. in Lincolnshire.

Leider machte er nicht nur durch sportliche Erfolge von sich reden, häufig stand er wegen Skandalen in den Schlagzeilen der Presse, er hatte Alkohol- und Drogenprobleme, wurde mehrfach wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet und litt unter psychischen Erkrankungen.

1990, als Gazza auf dem Höhepunkt seiner fußballerischen Karriere stand und in England außerordentlich beliebt war, versuchte er sich auch als Sänger und hatte sogar mit dem Titel „Fog on the Tyne (Revisited)“ großen Erfolg; die Single schaffte es bis auf Platz 2 der britischen Charts. Die Folkrockband Lindisfarne aus Newcastle upon Tyne hatte den Song schon 1971 geschrieben, ein echter Geordie-Song. Im gleichen Jahr veröffentlichte er auch die LP „Gazza and Friends – Let’s Have a Party“, auf der der singende Fußballer neben „Fog on the Tyne“ noch mit „Geordie Boys“ und „All You Need Is Love“ zu hören ist. Das war es dann aber auch mit Gazzas Ausflug in die Welt der Popmusik.

Paul Gascoigne war aber nicht der einzige Fußballer, der es auch mit Gesang versuchte; da waren zum Beispiel noch Kevin Keegan, der 1979 „Head Over Heels in Love“ aufnahm, die beiden Stars Glenn Hoddle und Chris Waddle, die 1987 mit „Diamond Lights“ auf Platz 12 der britischen Charts gelangten oder Andy Cole, dessen „Outstanding“ 1999 nur unter „ferner liefen“ einzuordnen ist.

Auch im deutschen Fußball gab es (schaurige) Gesangsversuche einiger Spieler, die zum Fremdschämen animierten; ich denke nur an Franz Beckenbauers „Gute Freunde kann niemand trennen„, Gerd Müllers „Das gibt ein Schützenfest“ oder Charly Dörfels „Das kann ich dir nicht verzeih’n„.

…und hier im York Street Stadium (das mittlerweile in The Jakemans Stadium umbenannt ist) in Boston in Lincolnshire beendete Gazza seine Karriere.
Photo © Stuart Shepherd (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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