Die Aldbourne Dabchicks – Spitzname für die Bewohner eines Dorfes in Wiltshire

Der Dorfteich von Aldbourne (leider ohne Zwergtaucher)
Photo © David Howard (cc-by-sa/2.0)

Nordöstlich von Marlborough in der Grafschaft Wiltshire liegt das Dorf Aldbourne, dessen Bewohner mit dem merkwürdigen Spitznamen Dabchicks belegt worden sind. Wie kam es dazu?

Man erzählt sich die Geschichte in Aldbourne folgendermaßen: Eines Tages soll auf dem Dorfteich ein Vogel gesichtet worden sein, den man bisher in dem Dorf noch nie gesehen hatte. Keiner der gerade anwesenden Männer konnte das Federtier identifizieren, bis man auf die Idee kam, Thomas Moore zu befragen, den ältesten Mann im Dorf, nur leider konnte der nicht mehr richtig laufen, weil er so dick geworden war; also schickte man jemanden mit einer Schubkarre los, der Thomas da hinein verfrachtete und zum Teich brachte. Nach längerem Überlegen konnte der alte Herr das Rätsel lösen. „Das ist ein Dabchick“ rief er, und alle freuten sich, so einen klugen Mann in ihren Reihen zu haben. Die Geschichte von dem seltenen Teichbesucher machte die Runde, und der Name Dabchick blieb von nun an an den Dorfbewohnern von Aldbourne hängen, wohl auch weil die Leute aus dem benachbarten Ort Ramsbourne sich gern über die Aldbourner lustig machten und ihnen „Dabchick“ hinterher riefen.

Lösen wir das Rätsel um den mysteriösen Vogel auf: Ein Dabchick, auch Little Grebe genannt, ist ein Zwergtaucher, der zur Familie der Lappentaucher gehört und vorwiegend in Asien und Afrika heimisch, aber auch in Europa anzutreffen ist.

In Aldbourne findet der Name Dabchick noch heute vielfache Verwendung: Der örtliche Cricket Club nennt sich Albourne Dabchicks, ebenso die Golfer, die sich in der Dabchick Golf Society zusammengefunden haben. In der Methodistenkirche treffen sich regelmäßig die Little Dabchchicks, die dort ihre Freizeit verbringen. Die 1860 gegründete Aldbourne Band nennt sich ebenfalls The Dabchicks. Am Square lädt ein indisches Restaurant namens Dabchchicks Delight die Gäste zu asiatischen Genüssen ein, und das Parish Magazine nennt sich The Dabchick.

Der Dorfteich, auf dem der Zwergtaucher seinerzeit in Erscheinung trat, existiert noch immer am Ende der South Street, der B4192.
Gwen Ellis, eine Dichterin aus Wiltshire, die die Mundart der Grafschaft pflegt, hat ein Gedicht mit dem Titel „Aldbourne Dabchicks“ geschrieben, das in der Sammlung „All my Moonshine“ (2003) enthalten ist.

Dieser Film zeigt Aldbourne vom Turm der St Michael’s Church.

Ein Dabchick.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Blick auf das Dorf mit der Kirche St Mary’s im Hintergrund und einige Nicht-Dabchicks im Vordergrund.
Photo © Vieve Forward (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: