Der Dachs – Von den einen geliebt und von anderen gehasst

Meles meles heißt der Europäische Dachs in der zoologischen Fachsprache, und dieses hübsche Tier sorgt in England immer wieder für Schlagzeilen. „Badger culling„, also das Töten von Dachsen, bringt die Freunde der Tiere auf die Barrikaden; das war vor allem im Jahr 2014 in Gloucestershire und in Somerset der Fall, wo es dem Grimbart, wie der Dachs in der Fabel heißt, an den Kragen gehen sollte. Der Badger Trust schickte seine Anwälte los, die das Töten unterbinden sollten, was ihnen leider nicht gelang, in anderen Fälle wiederum waren sie erfolgreich.

Der Trust wurde 2015 gegründet und entstand aus der National Federation of Badger Groups mit dem Ziel „to enhance the welfare, conservation and protection of badgers, their setts, and their habitats„. Der Dachs hat heute besonders unter dem Straßenverkehr, dem legalen und illegalen „culling“ und dem Verlust seines Lebensraums zu leiden.

Leider hat das Tier aus der Familie der Marder eine unangenehme Eigenschaft: Es buddelt leidenschaftlich gern Löcher in die Erde, um dort seine Baue anzulegen. Das wäre in unbewohnten Gegenden kein so großes Problem, aber es kommt gar nicht selten vor, dass er seine Bautätigkeit unter Straßen ausübt, die dann irgendwann einmal nicht mehr passierbar sind wie ein Teilstück der Birkby Road bei Muncaster in Cumbria, die im vorigen Jahr im Dezember für ein Jahr  gesperrt werden musste, weil sich immer wieder Löcher auftaten. £50,000 kosteten bisher die Reparaturarbeiten. Vertreiben darf man die Dachse nicht, weil sie durch den Protection of Badgers Act aus dem Jahr 1992 geschützt sind. Also müssen sich die Straßenbauer etwas ausdenken wie sie die Oberfläche so stabil hinbekommen, dass sie immun gegen den unterirdischen Baumeister ist. Nur die Organisation Natural England darf Ausnahmeregelungen im Umgang mit Dachsen erlassen wie auch das lizensierte Keulen.

Mit dem Badger Vaccination Project versucht der Badger Trust übertragbare Krankheiten einzudämmen, indem Dachse geimpft werden.

 

Mitten auf dem South West Coast Path in Devon hat ein Dachs den Eingang zu seinem Bau platziert.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Diese Straße in Cheshire musste gesperrt werden, da Herr Grimbart hier seiner unterirdischen Bauleidenschaft frönte.
Photo © Richard Webb (cc-by-sa/2.0)

Protestplakate gegen das Keulen von Dachsen an einem Haus in Derbyshire.
Photo © Peter Barr (cc-by-sa/2.0)

Hier hatte jemand ein Herz für Dachse. Grab eines überfahrenen Tieres in Torbay (Devon).
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Dezember 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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