Der Stokenchurch Gap – Ein Durchbruch durch die Chiltern Hills auf der Autobahn M40

Auf einer Fahrt von Dorchester-on-Thames in Oxfordshire nach London fuhr ich über die B4009 in Richtung Autobahn M40, die ich bei Lewknor, ebenfalls in Oxfordshire gelegen, bei Junction 6 erreichte. Nach kurzer Fahrt führte die Autobahn durch einen canyonartigen Einschnitt durch die Chiltern Hills, der Stokenchurch Gap genannt wird oder auch Aston Rowant Cutting, da die M40 hier durch die Aston Rowant National Nature Reserve geleitet wird. Die Einheimischen nennen den Streckenabschnitt auch nur The Canyon. Das 1200 Meter lange Teilstück wurde damals beim Bau der Autobahn bis zu einer Tiefe von 47 Metern durch Kalkstein gebrochen und ist sicher für Geologen sehr interessant anzusehen, für den Autobahnbenutzer aber auch.

Der Stokenchurch Gap heißt so, weil der kleine Ort Stokenchurch in Buckinghamshire direkt neben der Autobahn liegt. In der ersten Hälfte der 1970er Jahre wurde die M40 zwischen den Ab-/Auffahrten 5 und 6 gebaut und da gab es jede Menge Zündstoff, denn Naturfreunde und Umweltschützer wendeten sich vehement gegen den Durchbruch durch die Chiltern Hills, zerstörte er doch einen Teil des Naturschutzgebietes Aston Rowant National Nature Reserve, das eigentlich unantastbar war. Gegenvorschläge der Naturschützer wischte man vom Tisch; diese sahen einen Tunnel unter den Chiltern Hills vor bzw. einen Ausbau der bereits bestehenden A40 (die hier parallel zur Autobahn verläuft).
Gleich am Anfang des Vorspanns zur TV-Serie „The Vicar of Dibley“ ist der Stokenchurch Gap aus der Vogelperspektive zu sehen.

Das Thema Untertunnelung der Chilterns stellt sich jetzt erneut beim Bau der Hochgeschwindigkeitsbahnlinie HS2. Voraussichtlich Ende 2019 soll damit begonnen werden, und der Chiltern Tunnel wird nach Fertigstellung eine Länge von 15,8 Kilometern haben.

Published in: on 22. Dezember 2018 at 02:00  Comments (7)  
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