Pinfolds in englischen Dörfern

In Norwell (Nottinghamshire)
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Es gab vor langer Zeit einen Beruf, der sich „pinder“ nannte und von der Wikipedia so beschrieben wird: „One who impounds cattle, or takes care of the cattle impounded.“ Der pinder war eine Art Viehhüter, aber mit besonderen Aufgaben. Wenn sich Vieh von nicht umzäunten  Weiden entfernte und herrenlos durch die Gegend irrte, war es die Aufgabe des pinders, die Tiere einzufangen und im örtlichen „pinfold„, oder auch „animal pound„, genannt, einzusperren, bis der Eigentümer auftauchte und sie wieder abholte. Dafür musste der natürlich eine Art Strafgebühr oder Aufbewahrungsgebühr bezahlen, was er dann auch, mehr oder weniger widerwillig, tat. Wahrscheinlich bekamen die ausgebüchsten Tiere ihrerseits eine Strafe auferlegt, vielleicht zwei Tage lang kein Heu oder so etwas ähnliches.

Die pinfolds waren meistens von Steinmauern umgeben, abschließbar und „ausbruchssicher“, sehr zum Ärger der dort inhaftierten Tiere. Es gab runde, viereckige, große und kleine pinfolds, von denen noch so manche in den Dörfern Englands erhalten geblieben sind. Ich stelle hier einmal einige im Bild vor:

In diesem ehemaligen pinfold in Screveton (Nottinghamshire) hat man jetzt einen Kräutergarten angelegt.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Ein pinfold in Askham (Nottinghamshire).
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Der Swainby Pinfold in North Yorkshire.
Photo © Mick Garratt (cc-by-sa/2.0)

Huttons Ambo in North Yorkshire. Die Telefonzelle war nicht dafür gedacht, dass die eingesperrten Tiere ihre Besitzer zur Hilfe holten.
Photo © John Illingworth (cc-by-sa/2.0)

Dieser pinfold in Chellaston (Derbyshire) diente für Tiere im offenen Vollzug…
Photo © Ian Calderwood (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. Dezember 2018 at 02:00  Comments (5)  
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