Namensänderungen mit veganem Hintergrund Teil 2: Wie aus dem Dorf Wool in Dorset Vegan Wool werden sollte

Die Wool Bridge, die über den River Frome führt.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Wool ist ein Dorf in der Grafschaft Dorset mit über 5000 Einwohnern und liegt am River Frome. Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes zählt das nahegelegene Woolbridge Manor, Vorbild für Thomas Hardys Wellbridge House in seinem Roman „Tess of the d’Urbervilles“, der 1891 erschien.

Der Parish Council von Wool war mehr als überrascht, als im vorigen Jahr ein Brief einging, in dem ernsthaft darum gebeten wurde, den Namen des Dorfes zu ändern und zwar in Vegan Wool. Absender des Briefes war die internationale Tierschutzorganisation PETA, die den Bewohnern von Wool nahelegte, mit der Namensänderung ein Zeichen zu setzen gegen die Grausamkeit gegenüber Schafen, den Wolllieferanten, die nach der Meinung von PETA beim Scheren Schmerzen erleiden und dabei manchmal grausam und brutal behandelt würden. Schreckliche Bilder aus Argentinien und Australien zeigen die Leiden der Tiere. PETA sagt, dass es Alternativen zu tierischer Wolle gibt wie Woocoa, das aus Fasern der Kokosnuss und aus Hanf hergestellt wird.

Als Dankeschön für die Änderung des Dorfnamens in Vegan Wool sollte jeder Haushalt eine Decke aus Nicht-Schafwolle erhalten.
Viele Bürger von Wool hielten den PETA-Brief für einen verspäteten Aprilscherz, einige fühlten sich beleidigt, die meisten amüsierten sich darüber. In einer Sitzung des Parish Councils wurde über den Vorschlag diskutiert und natürlich wurde er abgelehnt. Der Ortsname Wool hat mit Wolle übrigens gar nichts zu tun, sondern er leitet sich von dem angelsächsischen Namen für Brunnen ab.

Die National Sheep Association und andere landwirtschaftliche Verbände beteuern, dass in Großbritannien das Wohl der Schafe sehr ernst genommen und Grausamkeit beim Scheren nicht toleriert wird.

 

Woolbridge Manor.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 20. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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