The Second Great Fire of London im Dezember 1940

Die St Paul’s Kathedrale von der Paternoster Row aus gesehen.
Photo © Deirdre Shaw (cc-by-sa/2.0)

The Great Fire of London im Jahre 1666 legte einen großen Teil der Londoner Innenstadt in Schutt und Asche. Der Brand entstand in einer Bäckerei im Pudding Lane und breitete sich schnell aus. Über 13 000 Häuser und Dutzende von Kirchen, unter anderem die St Paul’s Kathedrale, fielen den Flammen zum Opfer. Wieviele Menschen ums Leben kamen ist nicht bekannt, die Zahl soll aber nicht groß gewesen sein. Ich schrieb in meinem Blog schon einmal über den Brand.

In der Nacht zum 29. Dezember 1940 wurde London von Bombern der deutschen Wehrmacht angegriffen, vielleicht der schwerste Angriff überhaupt im Zweiten Weltkrieg. Über 100 000 Brandbomben wurden von deutschen Piloten über der Stadt abgeworfen, mit so verheerenden Folgen, dass man vom Second Great Fire of London spricht. Schätzungsweise 160 Menschen starben bei dem Angriff, viele weitere erlagen in den folgenden Tagen ihren Brandverletzungen. Ganze Straßenzüge und viele alte Gebäude, darunter 19 Kirchen, wurden komplett zerstört, auch die St Paul’s Kathedrale wurde beschädigt, durch den beherzten Einsatz der St Paul’s Watch konnte das durch Brandbomben ausgelöste Feuer aber schnell gelöscht werden.

Besonders hart traf der Fliegerangriff die umliegenden Straßen der Kathedrale, wo sich das britische Verlagswesen angesiedelt hatte. In der Paternoster Row befanden sich Lagerhäuser für Bücher, die fast alle verbrannt wurden, an die fünf Millionen sollen es gewesen sein.
Die Löscharbeiten wurden dadurch erschwert, dass die Themse zur Zeit des Angriffs Niedrigwasser hatte und so die Feuerwehren über nicht genügend Löschwasser verfügten, zumal auch eine der Wasserhauptversorgungsleitungen gebrochen war. Durch den tatkräftigen Einsatz vieler Freiwilliger konnten noch größere Schäden vermieden werden.

Hier ist ein Film über das zweite große Feuer in London.

Ich frage mich immer, was wohl in den Köpfen der Piloten vorgegangen sein mag, als sie ihre Bombenlast über London abließen, in vollem Bewußtsein, dass durch sie Menschen ihre Leben verloren und Kulturgüter zerstört wurden. Hat sie das kalt gelassen oder haben sie vielleicht doch nachträglich darunter gelitten?

Das Buch zum Artikel:
David Johnson: City Ablaze – Second Great Fire of London, 29th December, 1940. William Kimber 1980. 217 Seiten. ISBN  978-0718302672.

Published in: on 28. Januar 2019 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Man weiß zum Teil ganz gut, was in den Köpfen vorgegangen ist. Einige der Piloten kamen irgendwann in Kriegsgefangenschaft und häufig wurden ihre Gespräche untereinander abgehört, belauscht und protokolliert. Allein die Briten haben mehr als 17000 Seiten Protokolle angefertigt.
    Da fielen über einen Angriff auf ein Schloss bei Eastbourne wo gerade ein Fest oder ein Ball stattfand („women in nice clothes and a band“) dann Worte wie:“…dann haben wir …. reingehalten, mein lieber Freund, das hat Spaß gemacht!“ oder über einen anderen Angriff: „Ich habe alles umgelegt – Autobus auf der Straße, Zivilzug in Folkestone.“
    Über einen Angriff auf Zivilisten auf dem Marktplatz von Ashford, wo gerade eine Versammlung stattfand:“…die sind vielleicht gespritzt! Das macht Spaß!“

    • Vielen Dank für diesen erschreckenden Kommentar! Ich mag es nicht glauben, dass Menschen so denken und handeln können.


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