The Manor Country House Hotel in Weston-on-the Green (Oxfordshire) – Ein Hotel mit viel Potential, das leider nicht genutzt wird

Eigenes Foto.

Mich interessierte schon seit langem das Manor Country House Hotel in Weston-on-the Green in der Nähe von Bicester in Oxfordshire, das früher einmal im Johansen Hotelführer gelistet war. Jetzt habe ich es in der letzten Woche ausprobiert…und war maßlos enttäuscht. Das sehr schön anzusehende historische Haus liegt in einer ebenso schönen Park- und Gartenanlage und hat sehr viel Potential, das leider nicht ausgeschöpft wird.
Als wir das Hotel gegen 16.30 Uhr erreichten, wurde mir mitgeteilt, dass unsere reservierte Manor Suite noch nicht bezugsbereit ist und wir noch einige Minuten warten müssten. Ich holte mittlerweile das Gepäck aus dem Auto und brachte es durch den ziemlich schmutzigen Eingang ins Foyer. Nach einiger Zeit schnappte sich der Rezeptionist unser Gepäck, stellte es vor die Tür unseres Zimmers und verschwand sofort wieder. Er schloss die Tür nicht auf, stellte unseren Koffer nicht auf die dafür vorgesehene Ablage und zeigte uns nicht die aus mehreren Zimmern bestehende Suite; das habe ich bisher noch nie in einem Hotel erlebt.
Die Manor Suite war riesig groß und machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Leider erwiesen sich die Räume als sehr kalt, im Badezimmer gab es überhaupt keine Heizung und trotz aller Bemühungen gab es weder im Waschbecken noch in der Badewanne heißes Wasser. An Haarewaschen war also nicht zu denken.
Wir gingen nach dem Check-In in die Bar, um einen Drink zu uns zu nehmen. Die Bar war verwaist, weit und breit war kein Mensch zu sehen. Nach mehrfacher Betätigung der Klingel auf dem Bartresen, kam jemand, der meine Frage nach einer Getränkekarte verneinte, die gäbe es nicht. Wir tranken einen Sherry in der ungemütlichen Bar, die aus zusammengewürfelten Möbeln bestand.

Zum Abendessen gingen wir in das schön anzusehende Restaurant Baron’s Hall mit ebenso schön gedeckten Tischen, das aber leider eiskalt war. Der Ober, es war wieder der Rezeptionist vom Check-In, brachte uns die „Karte“, die aus einem laminierten Blatt bestand, meines mit einem Fleck versehen. Es gab einige Vorgerichte, Hauptgerichte und Desserts, auf der Rückseite fand ich Pizza und Burger. Wie bitte? Pizza in einem Country House Hotel? Die überschaubare Weinkarte, ebenfalls nur ein laminiertes Blatt, wurde uns mit der Bemerkung überreicht, dass nicht mehr alle verzeichneten Weine verfügbar wären. Meine Wahl fiel auf einen Sauvignon Blanc aus Neuseeland, den der Ober mit den Worten „You are lucky“ an den Tisch brachte. Und dann begann die Katastrophe: Mein „Starter“, eine Pastete, war eigentlich kaum genießbar und wurde auf steinhartem Brot serviert. Meiner Frau erging es mit ihrem Vorgericht nicht besser. Mein Hauptgang, Hähnchenbrust, war mit hartem Gemüse umlegt, ebenso ungenießbar. Als ich den Ober auf die „Qualität“ des Abendessens aufmerksam machte, sagte er nur, er würde meine Beschwerde an die Küche weiterleiten. Von dort hörte ich nichts, keine Entschuldigung. Dafür waren die lautstarken Unterhaltungen aus der Küche in unserem Zimmer zu hören, die direkt darunter lag. Wir verzichteten auf Dessert und Digestif und gingen in unsere kalte Suite zurück.

Das Frühstück am nächsten Morgen war bis auf den metallisch schmeckenden Orangensaft okay. Als ich beim Check-Out gefragt wurde, ob ich mit dem Aufenthalt im Hotel zufrieden war, musste ich das natürlich verneinen und wies noch einmal auf das katastrophale Abendessen hin, das mir die freundliche Dame an der Rezeption dann von der Rechnung nahm. Sie wollte, dass wir nicht mit einem „bad feeling“ das Haus verließen. Das war die einzige freundliche Geste, die wir im Manor Country House Hotel erlebten, das wir in Zukunft nicht mehr aufsuchen werden.

Das Schlafzimmer unserer Manor Suite.
Eigenes Foto.

Das Wohnzimmer.
Eigenes Foto.

Die Baron’s Hall (leider ist das Foto unscharf geworden).
Eigenes Foto.

Die Gartenanlage.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 19. März 2019 at 02:00  Comments (6)  
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6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. OMG! Das war dann nun aber wirklich ein entsetzlicher Aufenthalt. Erinnert mich an den mit meiner Frau im „The Shaven Crown“ in Shipton-under-Wychwood. Aber Deiner uebertrifft unsere schlechten Erfahrungen da bei weitem.

    • Dieses Hotel war aber das einzige in unserer 2-Wochen-Tour, das negativ war, alle anderen waren großartig. Ich hätte die Trip-Advisor-Bewertungen vorher lesen sollen, dann wäre mir das nicht passiert. In der Shaven Crown habe ich nur einmal einen Lunch eingenommen.
      Viele Grüße!
      Ingo

      • Hallo Ingo,
        dass das die Ausnahme war, das war mir klar, wenn ich an alle andere Deiner Hotel Rezensionen denke.
        Bei meinem ersten Aufenthalt in Shaven Crown Mitte der 90er war ich sehr zufrieden, und dann wollte ich anlaesslich unserer Narrowboat Tour meiner Faru ein (weiteres) schoenes altes englisches Hotel zeigen [neben Salford Abbey Hotel], aber das war leider ein Reinfall. 😦 Es war heruntergewirtschaftet, und eines morgens mussten wir bis 10 auf’s Fruehstueck warten, weil der Wirt in der Nacht vorher zu lange gefeiert hatte. Und kein Wirt der Entschuldigung, nur ein Achselzucken und eine duemmliche Bemerkung. Echt schde, bei dem alten Gemaeuer. Genauso wie Du es bei diesem Hotel hier beurteilst.
        Liebe Gruesse,
        Pit

  2. na ja, auf den Fotos siehst das gar nicht so übel aus…Was die Beschwerde an die Küche angeht, erinnere ich mich an einen Didi Hallervoorden-sketch aus den 70ern. Didi wollte da den Koch sprechen, da das Essen nicht wirklich eßbar war. Der Kellner meinte jedoch, dieser könnte nicht kommen, er äße lieber gegenüber, denn hier schmeckte es ihm nicht so recht….

  3. and never go to “ First in last out“ in Winchster. Liegt nett am Naturschutzgebiet. Der letzte Gast lacht jedoch bis in den frühen Morgen hinein…ich habe versucht in der Dusche zu übernachten, die war leise aber unbequem.

    • Vielen Dank für den Hinweis!! Werde ich mir merken.


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