Ann Quin (1936-1973) – Eine wenig bekannte Schriftstellerin, die in Brighton Selbstmord beging

Hier an der Palace Pier von Brighton beendete Ann Quin ihr noch junges Leben.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Wenn man im englischen Seebad Brighton unterwegs ist, trifft man immer wieder auf die Brighton&Hove-Linienbusse, die Namen tragen von Personen, die in irgendeiner Weise mit der Region in Verbindung stehen/standen (ich schrieb in meinem Blog darüber). Einer von ihnen heißt Ann Quin (hier zu sehen), und ich könnte mir vorstellen, dass nicht jeder, der mit dem Bus fährt oder ihn im Straßenbild sieht, mit dem Namen etwas anzufangen weiß.

Ann Quin lebte von 1936 bis 1973; sie wurde in Brighton geboren, und sie starb auch dort auf tragische Weise. Sie war Schriftstellerin und ihre vier Romane, die sie schrieb (2018 erschien noch ein Band mit Kurzgeschichten und Fragmenten mit dem Titel „The Unmapped Country„) waren keine Bestseller, denn sie gehörte zu den experimentellen Autorinnen ihrer Zeit, die nicht die großen Massen an LeserInnen ansprachen. „Berg“ (dt. „Berg“) gilt als ihr bekanntester Roman, vielleicht weil er unter dem Titel „Killing Dad or How to Love Your Mother“ 1989 verfilmt wurde. Die drei anderen Bücher von Ann Quin haben ebenfalls nur kurze Titel: „Three“ (dt. „Drei“), „Passages“ (dt. „Passagen“) und „Tiptricks„.

Die Lokalzeitung von Brighton The Argus nannte Ann Quin einmal „gifted but troubled author„, denn mit ihrer psychischen Verfassung stand es nicht zum besten. Bereits als Kind hatte sie psychische Probleme, die sich in ihrem späteren Leben verstärkten. Obwohl sie viel reiste, zog es sie immer wieder in ihre Geburtsstadt zurück, wo sie gern die Öffentliche Bibliothek und das Theatre Royal aufsuchte. Auch die fiktive Stadt in ihrem Roman „Berg“ erinnert sehr stark an Brighton.

An einem Tag im August 1973 setzte die 37jährige ihrem Leben ein Ende. Am Palace Pier in Brighton ging sie ins Meer und ertrank. Ihre Leiche wurde am nächsten Tag im benachbarten Shoreham-on-Sea an Land gespült.

Der Amerikaner Robert Buckeye schrieb eine Biografie über die Schriftstellerin mit dem Titel „Re: Quin„, die 2013 in den USA erschien.

Published in: on 31. März 2019 at 03:00  Kommentar verfassen  
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