Seven Dials, „Covent Garden’s Hidden Shopping Village“ – Vom Slum zum Einkaufsviertel

The Sundial Pillar.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Wer Agatha Christies Roman „Der letzte Joker“ gelesen hat, ist schon einmal mit dem Begriff „Seven Dials“ konfrontiert worden; der Originaltitel lautet „The Seven Dials Mystery“ und ist 1929 erschienen. In dem Krimi spielen, wie der englische Titel schon zum Ausdruck bringt, Uhren eine Rolle und da ist der Bezug zu dem Londoner Viertel, das noch heute Seven Dials genannt wird. Verfilmt wurde der Roman 1981 unter dem Titel „The Seven Dials Mystery“ (dt. „Das Geheimnis der sieben Zifferblätter“); hier sind einige Ausschnitte.

Die Geschichte beginnt um 1690 herum, als Thomas Neale, ein Unternehmer und Parlamentsabgeordneter, diesen Teil von London durch entsprechende Baumaßnahmen attraktiv gestalten und finanzkräftige Bewohner anlocken wollte. Sieben Straßen kamen hier zusammen und in der Mitte stand eine Säule, die oben an der Spitze von sechs Sonnenuhren verziert war; die Säule selbst diente ebenfalls als Sonnenuhr.
Konzipiert wurde der „Sundial Pillar“ von Edward Pierce, einem der damals bekanntesten Steinmetze.
Leider verlief alles nicht so wie sich Thomas Neale das vorgestellt hatte, denn die reichen Leute siedelten sich hier nicht an blieben aus. Im Laufe der Jahre verkam diese Gegend total. Die Säule wurde zum Treffpunkt zwielichtiger Gestalten, Taschendiebe übten ihre Geschäfte aus und Prostituierte lasen hier ihre Freier auf. 1773 riss man die Säule ab, um vielleicht auf diesem Wege die unerwünschten Personen los zu werden. Die Gegend versank in Armut und das blieb auch viele Jahre so, auch noch als Agatha Christie ihren Roman konzipierte. Erst in den 1970er Jahren ging es mit Seven Dials aufwärts. Viele Gebäude wurden wieder hergerichtet und es siedelten sich Geschäfte an. Man besann sich wieder auf die damals abgerissene Säule und konstruierte nach den alten Plänen eine neue, die dem Seven Dials Trust gehört, der sich auch um das Wohlergehen des Distrikts kümmert. Die Straßenschilder der auf den Platz führenden Straßen führen alle, neben dem Schriftzug „London Borough of Camden“, den Zusatz „Seven Dials“.

Zwei blaue Plaketten sind in dem Viertel zu finden. In der Monmouth Street Nummer 13 erinnert eine von ihnen daran, dass hier das Büro des Beatles-Managers Brian Epstein war, die andere, im Neal’s Yard, trägt die Inschrift „Monty Python, Filmmaker, lived here, 1976-1987”.

Seven Dials ist heute eine lebhafte Zone mit vielen Geschäften und Restaurants und nennt sich „Covent Garden’s Hidden Shopping Village„, in dessen Mittelpunkt der Sundial Pillar steht.

Foto meines Exemplares.