Die Poppy Factory in Richmond (Surrey) – Seit 1922 im Zeichen der Klatschmohnblüte

Author: Nickeaglesfield.
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Seit 1921 wird in England jedes Jahr am 11. November der Remembrance Day gefeiert. Zur Erinnerung an den 1. Weltkrieg steckt man sich dort an diesem Tag eine Klatschmohnblüte, eine Poppy, aus Papier ans Revers. Die Poppies sind in der englischsprachigen Welt zum Symbol für den „Großen Krieg“ geworden.
John McCrae schrieb in seinem Gedicht „In Flanders Fields„:

In Flanders fields the poppies blow
Between the crosses, row on row,
That mark our place; and in the sky
The larks, still bravely singing, fly
Scarce heard amid the guns below

Die künstlichen Klatschmohnblüten werden seit 1922 in der Poppy Factory hergestellt, die zuerst in London an der Old Kent Road lag, 1933 aber nach Richmond (Surrey) umzog.
Die nach dem 1. Weltkrieg gegründete Disabled Society hatte das Ziel, den im Krieg verwundeten und dadurch behinderten Soldaten zu helfen und so kam man auf die Idee, die Poppies durch diese Menschen herstellen zu lassen. Nach Absprache mit der Royal British Legion entwickelte man Poppies, die auch ein Behinderter mit nur einer Hand herstellen konnte. Schon nach wenigen Monaten stieg die Zahl der Beschäftigten von 5 auf 50.

Auch heute werden die Poppies von Männern und Frauen hergestellt, die einmal in der Armee gedient haben und behindert sind. 50 davon arbeiten in der Fabrik und etwa 50 sind Heimarbeiter. Viele Millionen Poppies für den Remembrance Day werden hier jährlich hergestellt, sowie 86 000 Kränze und Sträuße und 900 000 Remembrance Kreuze.

Man kann die Poppy Factory auch besichtigen: Zweimal am Tag werden Führungen für Gruppen durchgeführt, die jeweils zwei Stunden dauern.

Hier ist ein Film über die Factory.

In Schottland gibt es etwas Vergleichbares: Lady Haig’s Poppy Factory in Edinburgh.

The Poppy Factory
20 Petersham Road
Richmond, Surrey, TW10 

Published in: on 13. Mai 2019 at 02:00  Comments (1)  
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  1. Mit (den) Poppies verbinde ich inzwischen zwei Erlebnisse:
    Im Juli 2017 konnte ich in/an der“Silk Mill“ in Derby die Installation „Poppies: Weeping Window“ bewundern. Meine ortsansässige Freundin wusste viel Interessantes über das Projekt zu berichten.
    Eine faszinierende wandernde Installation, die jeweils sehr sorgfältig auf die örtlichen Voraussetzungen eingeht und auch Menschen vor Ort bei der Einrichtung mit einbezieht.
    Sehr schöne Bilder und mehr Informationen findet man hier: https://www.wherearethepoppiesnow.org.uk/poppy-tour/
    Erstaunlich dabei, dass diese Art von Kunst auch einen ökonomischen Effekt auf die Stadt hatte. „… has had a »massive« cultural and economical impact on Derby.“

    Das zweite Erlebnis war dann im Juni 2018 als an einem Abend im Hotel in Caen eine größere Gruppe britischer Kriegsveteranen eintraf. Sie wollten die Orte der Invasion im Juni 1944 besuchen.
    Sie trugen alle die Mohnblüte am Revers und mit einigen konnten wir uns angeregt und nett unterhalten.
    (Weniger nett: diese Senioren und ihre Begleiterinnen zahlten fast doppelt so viel für die Übernachtung wie wir.)


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