Downham in Lancashire, das schilder- und antennenlose Dorf am Rande des Pendle Hill

Wenn man nach Downham, einem kleinen Dorf in Lancashire nördlich des Pendle Hills kommt, fragt man sich : Hier fehlt doch irgendetwas?
Ja, es fehlt vieles, was zum normalen Erscheinungsbild eines Dorfes gehört. Es gibt auf den Dächern weder Antennen noch Satellitenschüsseln, auch Stromleitungen sucht man hier vergebens (die sind unterirdisch verlegt). Straßenschilder? Verkehrsschilder? Gelbe Streifen am Fahrbahnrand? Alles Fehlanzeige.

Downham Village gehört zum Besitz der Assheton Familie und Ralph John Assheton, 2nd Baron Clitheroe, untersagt jegliche Verschandlung der Häuser und der Straßen, so dass das Dorf, wenn man die Autos verschwinden ließe, noch genauso aussieht wie vor 100 oder 200 Jahren.

So ein Dorf ist natürlich der Traum eines jeden Film- oder Fernsehproduzenten. Wenn man hier einen historischen Film dreht, braucht man keine Antennen von den Dächern abmontieren oder die gelben Fahrbahnrandstreifen abkleben: das spart Arbeit und Kosten und so wurden in Downham auch schon Filme und Fernsehserien gedreht.
Schon 1961 produzierte hier Richard Attenborough „Whistle Down the Wind“ mit Hayley Mills in der Hauptrolle. Die BBC-TV-Serie „Born and Bred„, die von 2002 bis 2005 ausgestrahlt wurde, drehte man überwiegend in Downham, in der Serie Ormston genannt.

Der Mittelpunkt des „gesellschaftlichen Lebens“ von Downham ist, wie es auch sein sollte, der Pub, der The Assheton Arms heißt.

Downham Hall ist der Wohnsitz der Assheton Familie, die Kirche des Ortes ist dem Heiligen Leonard geweiht, es gibt ein Postamt und das war’s denn auch schon. Ein unverfälschtes Dorf am Hang des berüchtigten Pendle Hills (siehe dazu auch meinen Blogeintrag).

Hier ist ein Film, der das idyllische Downham zeigt.

The Assheton Arms in Downham.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Der Pendle Hill von der St Leonard’s Church aus gesehen.
Photo © Carroll Pierce (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 4. Juni 2019 at 02:00  Comments (5)  
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5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Schön! Nach dem motto, weniger ist mehr. Habe im film dann doch aus spaß einige nicht-passende elemente entdeckt: die plastikmülleimer, eine alarmanlage, eine telefonkabine, ein zu fein gemähter rasen, zu sauber gesägte bretter in einem eingangstor, eine schafsmarkierung mit spray, ein japanischer kirschbaum (?) 🙂

    • Ein aufmerksamer Beobachter!! Die Bretter werden vor Filmaufnahmen natürlich weggeräumt…und der Rasen vorher nicht gemäht.

  2. Es wundert mich, dass Privatleute in die Verkehrsordnung eingreifen dürfen. Stichwort Verkehrsschilder.
    Die einzige Erklärung wäre, dass auch die Straßen zum Grundbesitz gehören.

    • So ist es, auch die Straßen gehören zum Assheton Estate.
      „It’s not so much a philosophy, more a wish to conserve nice things and avoid the ugly bits. As soon as you put up a sign for something, you need another sign to explain it. We agreed to a bus timetable next to the telephone box, but there’s no sign for the bus stop. We don’t need it“. So die Aussage von Ralph Assheton.

      • Danke für die Erklärung.


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