Sir Arthur Conan Doyle und eine Gedenkfeier nach seinem Tod in der Londoner Royal Albert Hall

Die Royal Albert Hall.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930) ist in Deutschland fast ausschließlich durch seine Romane und Kurzgeschichten um Sherlock Holmes populär geworden; eine andere Seite des Schriftstellers ist bei uns weniger bekannt, er war ein Mann, der sich sehr für Spiritismus interessierte und zu dem Thema auch das Buch „The History of Spiritualism“ (1926) schrieb. Doyle war Mitglied zum Beispiel im Ghost Club und in der Society for Psychical Research. Er war der Meinung, dass es ein Leben nach dem Tod gibt.

Am 7. Juli 1930 starb Sir Arthur in seinem letzten Wohnort Crowborough in der Grafschaft East Sussex. Sechs Tage später fand in der Londoner Royal Albert Hall eine Großveranstaltung statt, zu der die Spiritualist Association geladen hatte. Es war ein Memorial Service der besonderen Art, zu dem Tausende gekommen waren. Auf der Bühne der Hall nahmen Familienmitglieder der Doyles Platz, darunter auch Lady Doyle, Jean Elizabeth Leckie. Auf ihrer rechten Seite blieb ein Stuhl frei, auf dem ein Schild mit dem Namen des Verstorbenen lag. Mit auf der Bühne befand sich Mrs. Estelle Roberts, ein Medium, das mit dem Jenseits und mit Sir Arthur Kontakt aufnehmen sollte (sie schrieb 1959 ein Buch über ihr Leben mit dem Titel „Forty Years a Medium„).
Unter den erwartungsvollen Zuschauern machte sich Unruhe breit, als es Mrs Roberts allem Anschein nach gelang, den Kontakt herzustellen. Sie blickte auf den leeren Stuhl und rief laut „Er ist hier!“ und murmelte „Er trägt Abendkleidung“. Dann ging sie zu Lady Doyle und flüsterte ihr etwas ins Ohr, eine Mitteilung des Verstorbenen, die sie ihr ausrichten sollte. Die Anwesenden in der Royal Albert Hall erhoben sich und spendeten laut Beifall, während die Orgel, gespielt von Alford Armstrong, laut ertönte. Sie waren (überwiegend) der Meinung, dass der große Sir Arthur Conan Doyle ein Zeichen aus dem Jenseits gesendet hatte. Einige Skeptiker äußersten sich hingegen, dass sie gern Sherlock Holmes bei der Veranstaltung gehabt und seine Meinung über die Glaubwürdigkeit des Mediums gehabt hätten.

Der Schriftsteller wurde nicht in London beigesetzt, sondern erst in Crowborough; später wurden seine sterblichen Überreste in das kleine Dorf Minstead in Hampshire, auf den All Saints Churchyard, überführt (s. dazu meinen Blogeintrag).

Die Orgel in der Royal Albert Hall.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Sir Arthur Conan Doyles Statue in Crowborough (East Sussex).
Photo © E Gammie (cc-by-sa/2.0)

Doyles letzte Ruhestätte in Minstead (Hampshire).
Photo © Peter Whitcomb (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 18. Juni 2019 at 02:00  Comments (4)  
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