The Association of Dunkirk Little Ships

Die Chico im Hafen von Oban in Schottland.
Photo © The Carlisle Kid (cc-by-sa/2.0)

Prince Michael of Kent ist der Honorary Admiral der Association of Dunkirk Little Ships, einer Gesellschaft, die die Erinnerung hoch hält an eine historische Begebenheit im Zweiten Weltkrieg. Etwa 340 000 Soldaten, meist britischer und französischer Herkunft, waren Ende Mai, Anfang Juni 1940 am Strand von Dünkirchen in Frankreich von Truppen der deutschen Wehrmacht eingeschlossen. Ihnen allen drohte der Tod, doch dann trat die Operation Dynamo in Kraft, die sich die britische Admiralität ausgedacht hatte. Rund 850 Schiffe und Boote aller Art, private Yachten, Vergnügungsboote, die sonst auf der Themse unterwegs waren, Barkassen usw., machten sich auf den Weg von der englischen zur französischen Küste, um die Soldaten auf britischen Boden in Sicherheit zu bringen. Das war eine äußerst waghalsige und gefährliche Operation, denn die deutsche Luftwaffe warf alles in die Waagschale, um die Operation Dynamo zu verhindern. Doch trotz Dauerbeschusses aus der Luft und vom Boden gelang es, vom 26. Mai bis zum 4. Juni, mit Hilfe dieser Kavalkade von kleinen Schiffen, die meisten Soldaten zu retten. Hier sind einige historische Aufnahmen.

Seit 1965 findet alle fünf Jahre eine Gedenkfahrt von Ramsgate nach Dünkirchen statt, an der nur die Boote teilnehmen dürfen, die damals Teil der Operation Dynamo gewesen waren. Ins Leben gerufen wurde diese Fahrt von der 1965 gegründeten Association of Dunkirk Little Ships. Im Mai 2020 soll die nächste Gedenkfahrt stattfinden, an der voraussichtlich 50 Schiffe unterwegs sein werden.

Jedes Jahr organisiert die Gesellschaft mehrere Treffen dieser kleinen Schiffe, die von ihren Eignern liebevoll gepflegt werden; etwas über 100 davon soll es noch geben.
Da ist zum Beispiel die Chico, die 1932 gebaut wurde, eine 23 Meter lange Yacht, die früher einmal dem mehrfachen Geschwindigkeitsrekordhalter zu Lande und auf dem Wasser Sir Malcolm Campbell gehört hatte, und die heute in Schottland ihren Heimathafen hat. Am 30.Mai 1940 nahm die Chico 217 Soldaten auf und brachte sie nach Dover; danach war sie noch mehrere Male im Einsatz.

Die Sylvia, Baujahr 1930, schaffte es gerade noch, schwer beschädigt, in den Hafen von Ramsgate zu gelangen, wo sie die Soldaten, viele von ihnen waren verletzt, absetzen konnte. Heute liegt das Schiff unter dem Namen Lady Sylvia am River Trent in Barton-in-Fabis (Nottinghamshire).

Im Jahr 2017 kam der Film „Dunkirk“ (dt. „Dunkirk“) in die Kinos, die die Operation Dynamo zum Thema hat. Hier ist der Trailer zum Film.

Die Lady Sylvia bei Restaurierungsarbeiten im River Trent bei Barton-in-Fabis (Nottinghamshire).
Photo © Ian Calderwood (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 12. August 2019 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. In der TV-Serie „Nummer 6“ [The Prisoner] spielt auch ein Motorboot eine Rolle. Im Film heißt es „Polotska“, der ursprüngliche Name ist „Dab II“, später wurde es zur Erinnerung an Operation Dynamo in „Breda“ umgetauft.
    Der damalige Eigner Lt. Col. Claud Hardie DSO war nicht begeistert, dass man ihn einfach telefonisch davon in Kenntnis setzte, dass man sein Schiff in Beschlag genommen hatte – zu gerne wäre er bei der Operation selbst an Bord gewesen.
    1980 konnte man das Boot wieder im TV sehen – in der Serie „Jukes of Piccadilly“.
    Eine weitere Rolle hatte das Boot dann 1990 im Film „Close my Eyes“ (Regie Stephen Poliakoff).
    Seit 2017 hat das Boot einen neuen Eigner. £12,000 hat er bezahlt, wird aber anschließend viel Geld in die Restauration gesteckt haben, denn der Makler schreibt in der Anzeige: „requiring a new dedicated and enthusiastic owner to restore BREDA back to her former glory.“
    Der Plan ist, das Boot ab 2020 zu verchartern – „for luxury cruises on the River Thames or the South East of England“.

    • Vielen Dank für diese interessante Ergänzung!!

  2. Die „Chico“ ist eine wirkliche alte Schoenheit!


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