Mein Buchtipp – Paul Sullivan: Frogley, Cockhead & Crutch

Foto meines Exemplares.

Als ich Paul Sullivans Buch, das ich heute vorstellen möchte, in die Hände bekam, musste ich unwillkürlich an Evelyn Hamanns wunderschöne TV-Ansage zu einer englischen Familienserie denken, die einmal Bestandteil einer Loriot-Comedysendung war. Ja, es gibt schon merkwürdige Namen in England. Auch in den Romanen von P.G. Wodehouse stolpert man immer wieder über kuriose Charaktere, die zum Beispiel George Cyril Wellbeloved, Horace Pendlebury-Davenport oder Cyril „Barmy“ Fotheringay-Phipps heißen.

Paul Sullivan hatte sicher viel Freude daran gehabt, für sein Buch „Frogley, Cockhead & Crutch: A Celebration of Humorous Names From Oxfordshire’s History“ die Archive der Grafschaft Oxfordshire zu durchforsten, um diese kuriose Namenssammlung zusammenzustellen. Vor allem in Jackson’s Oxford Journal, das von 1753 bis 1928 erschien, wurde er fündig. Hunderte von skurrilen Namen finden wir in dem kleinformatigen Buch und man fragt sich, wie konnte das sein, dass Eltern ihren Nachkommen diese schwere Last mit auf den Weg gaben. Gut, an Familiennamen kann man nun nichts ändern, aber diese schrägen „surnames“ auch noch mit „passenden“ Vornamen zu verzieren, ist denn schon erstaunlich. Vieles was der Autor hier zusammengestellt hat, ist eindeutig zweideutig wie Willy Cockhead, der von 1790 bis 1871 lebte, Fannie Hiscock oder Dick Hard.

Meine persönliche Favoriten sind: Cadwallader Cotar Coker Beck, der 1820 in dem Dörfchen Crowell in der Nähe von Thame das Licht der Welt erblickte, und sich sein Leben lang mit diesem Namensmonstrum herumschlagen musste. Ich glaube auch nicht, dass der 1812 in Oxford geborene McMorrell Peceased Hate Bleeck besonders stolz auf seinen Namen gewesen ist. Unklar ist mir auch, warum eine Familie aus Banbury namens England ihrem Sohn die Vornamen John England gegeben hat, so dass er John England England hieß. Der Vorname New ist ebenfalls ungewöhnlich, und so hieß das arme 1818 in Henley geborene Wesen New Dalrymple Fanshawe.

Es gibt noch weitere vergleichbare Titel auf dem englischen Buchmarkt wie Russell Ashs „Potty, Fartwell and Knob“ und „Busty, Slag and Nob End„. In letzterem hat er „remarkably rude but real names“ aus der ganzen Welt zusammengetragen, mit dem Vermerk „Adults Only!“.

„Dirty Names“ stehen auch im Mittelpunkt dieses Live-Auftritts von Rowan Atkinson.

Paul Sullivan: Frogley, Cockhead & Crutch: A Celebration of Humorous Names From Oxfordshire’s History. The History Press 2015. 170 Seiten. ISBN 978-0-7509-6300-8.

 

Published in: on 18. August 2019 at 02:00  Kommentar verfassen