Milton Keynes (Buckinghamshire) und sein Midsummer Boulevard

Der Midsummer Boulevard. (hat nichts mit Inspector Barnabys Midsomer County zu tun).
Photo © Richard Rogerson (cc-by-sa/2.0)

Über die Stadt Milton Keynes in Buckinghamshire habe ich in meinem Blog zweimal geschrieben, einmal erst vor wenigen Tagen über das Thema E-Autos und einmal über die „concrete cows„.

Die erst etwas mehr als 50 Jahre junge Stadt ist so wie einige US-amerikanische Orte schachbrettmusterartig angelegt und sollte die Metropolen London, Birmingham, Oxford und Leicester entlasten, in denen der Wohnraum knapp geworden war. Ein Architektenteam unter der Leitung von Derek Walker (1929-2015) machte sich also ans Werk, um diese neue Stadt in Buckinghamshire zu planen. Eigentlich sollte man meinen, wenn so eine moderne, nüchterne Stadt entworfen wird, dann handelt es sich dabei auch um ein eben solches Architektenteam; dem war aber nicht ganz so. Die Stadtplaner standen damals unter dem Einfluss der Gegenkultur der 1960er Jahre; so trafen sich die Architekten zu ihren Meetings während  Musik von Pink Floyd im Hintergrund lief und Bücher des Esoterikers John Mitchell wie sein 1969 erschienenes „View over Atlantis“ hatten durchaus einen Einfluss auf die Planer. Derek Walker richtete das Straßengitternetz von Milton Keynes nicht exakt in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung aus, sondern schwenkte es leicht, so dass bei der Anlage der Haupttrasse, des Midsummer Boulevards, am Tag der Sommersonnenwende die Sonne haargenau am Beginn des Boulevards aufgeht (wenn sie denn nicht gerade von Wolken verdeckt wird). Parallelen zu Stonehenge drängen sich auf. Die beiden Straßen, die den Midsummer Boulevard rechts und links begleiten, heißen Silbury Boulevard und Avebury Boulevard, sind also nach prähistorischen Stätten benannt.

Eine alte Eiche, die mitten in der neu geplanten Stadt stand, wurde nicht etwa gefällt, sondern etwas später in ein Einkaufszentrum integriert, wo es dem Baum aber nicht gefiel und er allmählich einging. Heute steht nur noch ein Rest von ihm da, umgeben von den oben erwähnten „concrete cows“.

Die Reste der alten Eiche im Shopping Centre CMK, umgeben von den Kühen.
Photo © Jeremy Bolwell (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 27. August 2019 at 02:00  Comments (1)  
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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Ursprünglich geht der Ortsname auf ein gleichnamiges Dorf, das seit dem 17.Jahdt besteht zurück , das heute noch in der Großstadt integriert ist. Schaut man sich die momentanen Waldbrände und den Raubbau an Waldflächen an , so war MK seiner Zeit voraus: das höchste Haus durfte nicht höher als der höchste Baum sein und in den letzten Jahrzehnten wurden in der Stadt 20 Millionen Bäume gepflanzt! Zur Ökologie noch was: GB ist nicht für seine Fahrradkultur bekannt, auf den engen Strassen muss man manchmal schon lebensmüde sein, doch hat MK von Anfang an ein weites Netz von Radwegen…wer sagt, denn in den 60ern wurde nur autogerecht gebaut…


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