Die „Serpentine Drownings“ im Londoner Hyde Park

The Serpentine ist ein See im Londoner Hyde Park und dient den Städtern und Touristen als Naherholungsgebiet im Sommer wie im Winter. Der ruhig daliegende See, auf dem Schwäne ihre Kreise ziehen, ist allerdings schon für viele Menschen zur Todesfalle geworden, wobei Leichtsinn oft der Hauptgrund war.

Am 10. Dezember des Jahres 1816 nahm sich die schwangere Harriet Westbrook im See das Leben. Sie war die Frau des Dichters Percy Bysshe Shelley, der gleichzeitig eine Beziehung mit Mary Godwin hatte. Gerüchte machten die Runde, dass hier Mord und kein Selbstmord vorlag.

Am 25.12.1835, als der See zugefroren war, ereignete sich ein Unglück, bei dem purer Leichtsinn ausschlaggebend war. Tausende Schlittschuhfahrer waren an dem Weihnachtstag unterwegs und nachdem schon einige ins Eis eingebrochen waren, wurden Warnschilder an besonders gefährlichen Stellen aufgestellt. Trotzdem kümmerten sich einige nicht darum, mit der Folge das weitere zwei Männer einbrachen. Doch als Hilfe nahte, brachen auch die Helfer ein. Schließlich wurden 15 Menschen aus dem eiskalten Wasser gezogen, von denen sieben starben.

Noch viel tragischer ging es am 15. Januar 1867 auf dem See zu, der wieder zugefroren war und auf dem sich viele Schlittschuhläufer verlustierten. Wie bei dem Unglück zu Weihnachten 1835 wurde auch hier wieder vor zu dünnem Eis gewarnt. Wieder kümmerten sich die wenigsten darum. Die Folge: Mehr als 200 Menschen brachen in das Eis ein und trotz der Hilfe, die vom Ufer aus geleistet wurde, starben 40 Personen. Die Bergung der Leichen zog sich mehrere Tage hin, da bei den tiefen Temperaturen der See immer gleich wieder zufror und Schneisen in das Eis geschlagen werden mussten, um an die Ertrunkenen heranzukommen.

Doch auch im Sommer fordert The Serpentine immer wieder seine Opfer. Bei hohen Temperaturen springen Erfrischung suchende in das Wasser und erleiden einen Schock, manche sind betrunken, was die Gefahr noch erhöht. Ein 18-jähriger Student des Imperial College sprang im März 2011 nach einer ausgelassenen Party zum Examensende in den See und ertrank. Zwei Wochen später wurde seine Leiche entdeckt.

Drei Jahre später ertrank ein 26-jähriger Mann, ebenfalls betrunken, im See. Im gleichen Jahr, 2014, wiederholte sich das Unglück als ein gleichaltriger junger betrunkener Mann in der Mitte des Sees unterging und starb. Im März diesen Jahres entdeckte man die Leiche eines 24-jährigen Studenten aus Malaysia am Seeufer.

So schön der Serpentine Lake auch aussieht, er kann zur tödlichen Falle werden.

Published in: on 26. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen