Porlock Bay Oysters – Austern aus Somerset

Die pazifische Auster.
Attribution: David.Monniaux
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Austern verbindet man in England in der Regel mit Orten wie Colchester und Whitstable; seit kurzem werden auch wieder Austern vor der Küste von Somerset, in der Porlock Bay geerntet. Schon im 18. und im 19. Jahrhundert wurden in der Bucht Austern gezüchtet, dann war für lange Zeit Schluss, bis man im Jahr 2013 erneut hier Austern „anbaute“, und zwar die pazifische Variante. Diese gedeihen in dem sauberen Wasser der Bucht besonders gut und sind das ganze Jahr über erhältlich und können nicht nur in den Monaten in denen ein „R“ vorkommt gegessen werden.
Die Pazifik-Austern der Porlock Bay werden erst im Süden Devons, in der Mündung des River Avon herangezogen und dann nach Somerset verfrachtet, wo man sie bis zur Ernte hegt und pflegt. Die Food Standards Agency hat die pazifischen Austern der Porlock Bay mit dem höchsten Gütesiegel versehen: Ich weiß, dass sich viele Menschen (vor allem in Deutschland) vor Austern ekeln, dabei sind die Meerestiere sehr gesund, weil sie über einen hohen Anteil an Protein, Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren, Kalzium, Zink und Eisen verfügen und nur geringe Fettwerte haben.

Wer Austern mag, kann sie gleich in Porlock Weir, zum Beispiel im Restaurant des Porlock Weir Hotels essen, über das ich morgen in meinem Blog schreiben werde.
Hier ist ein Film über die Porlock Bay Oysters.

Die Porlock Bay bei Porlock Weir.
Photo © Catherine Edwards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 31. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Stand-up Comedians: Jimmy Carr

Der 47-jährige gebürtige Londoner Jimmy Carr arbeitete im Marketingsektor der Ölfirma Shell bevor er seine Zukunft in der Unterhaltungsbranche sah und zum populären Fernsehmoderator und Stand-up Comedian mutierte.

Carr war Gastgeber der beliebten Gameshows „Distraction“ und „Your Face or Mine?„, die beide auf dem Sender Channel 4 liefen. Zur Zeit ist er mit der Quiz-Show „8 out of 10 Cats“ im englischen Fernsehen zu sehen, ebenfalls auf Channel 4. Der Titel basiert auf dem Werbespruch „8 von 10 Katzen würden Whiskas kaufen“ des gleichnamigen Katzenfutterherstellers. Die Kandidaten müssen in der Sendung raten, welche Umfrageergebnisse korrekt oder falsch sind.

Jimmy Carrs Auftritte als Stand-up Comedian sind umstritten. „His idea of wit is a barrage of filth and the sort of humour most men grow out of in their teens„, meinte einmal ein Kritiker. Er tritt meist gut gekleidet auf; im Gegensatz dazu sind seine Witze und Acts häufig provokant. Seine Fans lieben ihn und seine DVDs verkaufen sich hunderttausendfach.

Jimmy Carr ist zurzeit wieder mit seiner „Terribly Funny“ Tour quer durch ganz Großbritannien unterwegs, die bis zum Ende des nächsten Jahres geplant ist.
Hier ist ein Auszug aus einer seiner Shows.

Published in: on 30. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Die Theakston Brewery in Masham (North Yorkshire)

Eigenes Foto.

Masham ist eine Kleinstadt im Wensleydale in North Yorkshire und Heimat der Theakston Brewery, die eines meiner Lieblings-Ales, nämlich Old Peculier herstellt („A rich, dark, smooth-tasting beer with an unequalled flavour“). Das Bier bekommt man in vielen englischen Pubs, nicht nur in Yorkshire.

Aufmerksam auf das Bier wurde ich vor einigen Jahren, als ich Martha Grimes‘ Inspektor Jury-Romane las. Melrose Plant, der Earl of Caverness, der Jury bei der Aufklärung seiner Fälle unterstützt, ist ein Liebhaber des Old Peculier. Ohne die Lektüre dieser Krimis wäre ich vielleicht nie nach Masham gekommen…

In Masham gibt es ein Visitor Center, das ich empfehlen kann, bekommt man dort doch einen sehr guten Überblick über die Braukunst der Firma (und natürlich auch ein Glas Bier). Geführte Touren werden für £8.50 angeboten.

Theakston produziert aber nicht nur das Old Peculier, sondern auch andere Sorten wie Black Bull Bitter, XB oder saisonale Biere mit interessanten Namen wie Crime of Passion, Shot in the Dark und Grouse Beater.

Auf der Webseite der Firma kann man sich über die Geschichte der Brauerei informieren. Hier ist ein Film.

Published in: on 29. Oktober 2019 at 02:00  Comments (4)  
Tags:

Fell Top Assessor – Einer der seltensten Berufe in England

Der Helvellyn, im Vordergrund Swirral Edge.
Photo © John Light (cc-by-sa/2.0)

Die Lake District National Park Authority im Nordwesten Englands ist Arbeitgeber für einen der wohl seltensten Berufe in ganz England: Fell Top Assessor. In diesem Jahr sind es ganze drei Männer, die diesem Beruf nachgehen und das auch nur in den Wintermonaten. Ihre Aufgabe ist es, in der Bergwelt des Lake Districts, in der es im Winter schon einmal ganz schön rau zugehen kann, ein Auge auf die Bergwanderer zu haben, ihnen Verhaltensmaßnahmen zu geben und Kurse im „Fell walking“ durchzuführen. Immer wieder kommt, es vor allem in der kalten Jahreszeit, zu Unfällen in dieser Region, die durchaus tödlich enden können, denn viele unterschätzen die Berge und haben nicht die benötigte Ausrüstung dabei. Die Fell Top Assessors müssen also über die entsprechende Erfahrung verfügen und sich sehr gut im Lakeland auskennen.

Zu ihren Aufgaben gehört auch der tägliche Aufstieg zum Helvellyn, dem mit 950 Metern dritthöchsten Berg Englands. Dort oben messen sie Wetterdaten wie die Windgeschwindigkeit und die „windchill temperature“, also die gefühlte Temperatur, sie prüfen die Schneehöhe und die mögliche Lawinengefahr. Diese Daten werden weitergeleitet an das Met Office, den nationalen Wetterdienst für Großbritannien, der sie dann jedermann zur Verfügung stellt; die Bergwanderer können sich dadurch informieren, was sie dort oben erwartet (und gegebenenfalls zu Hause bleiben). Wie schlecht das Wetter auch ist, die Fell Top Assessors müssen jeden Tag den Helvellyn besteigen, was auch für sie nicht ganz ungefährlich ist. Wenn man sich die Bilder von der Striding Edge (siehe dazu meinen Blogeintrag) und der Swirral Edge, die beide zum Helvellyn hinführen, einmal ansieht, kann man erahnen, dass eine „Wanderung“ hier oben nichts für Gelegenheitswanderer ist.

In diesem Film erläuterte ein Fell Top Assessor seinen Aufgabenbereich.

Striding Edge.
Photo © Adam Ward (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

The Great Christmas Pudding Race in London am 7. Dezember 2019

Die Covent Garden Piazza.
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)

Jedes Jahr findet in London auf der Covent Garden Piazza das große „Christmas Pudding Race“ statt; am 7. Dezember 2019 zum 39. Mal. Start ist um 11 Uhr. Was geht da vor sich?

Auf einem 150 Meter langen Parcours müssen bei einem Staffellauf Plumpuddings auf einem wackligen Pappteller über mehrere Hindernisse ans Ziel balanciert werden. Jedes Team besteht aus 6 Teilnehmern, die alle verkleidet sind zum Beispiel als Weihnachtsmänner oder mit Phantasiekostümen;  das schnellste und das am phantasievollsten gekleidete Team wird prämiert.

Aber das Ganze hat auch einen ernsthaften Hintergrund, denn der Erlös der Veranstaltung kommt der britischen Krebshilfestiftung Cancer Research UK zugute. Auch in diesem Jahr haben sich die Veranstalter vorgenommen, möglichst viel Geld für die Stiftung zusammenzutragen.

Das Rennen wird von Fernseh- und Rundfunksendern übertragen, hat also eine große Medienwirkung.

Hier ist ein Film über das vorweihnachtliche Pudding Race aus dem Jahr 2016.

Published in: on 27. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die witzigen Werbspots von Hamlet Cigars

Eigentlich hasse ich Werbespots im Fernsehen und schalte sofort den Ton auf stumm, wenn ich schon wieder mit unzähligen pharmazeutischen Produkten zugedröhnt werden soll. Manchmal gibt es aber auch kleine Highlights in der Werbung, die sich Agenturen mit humorvollen Menschen ausgedacht haben. Dazu zählen die Werbspots der Hamlet Cigars, die im britischen Fernsehen seit den 1990er Jahren nicht mehr gesendet werden dürfen, da Tabakwerbung untersagt worden ist.

Hamlet Cigars kamen 1964 auf den britischen Markt und um die neuen Zigarren bekannt zu machen, wurde die Werbeagentur Collett Dickenson Pearce eingeschaltet, die sich den Werbespruch „Happiness is a cigar called Hamlet“ einfallen ließ. Ian Warriner und Rob Currothers dachten sich auch die kurzen witzigen Werbespots aus, mehr als hundert sollten es werden, von denen einige mit Preisen ausgezeichnet wurden. So bezeichnete eine internationale Jury den Spot „Photobooth„, in dem Schauspieler und Comedian Gregor Fisher zu sehen ist, als den besten der Welt.

Hier sind einige weitere Werbespots zu sehen wie „Airport„, „Balloonist„, „Beach Telescope“ und „Sidecar„.

Published in: on 26. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Extrembügeln – Eine bizarre „Sportart“, die 1997 in Leicester entstand

Ein Extrembügler auf einem der Rivelin Rocks in South Yorkshire.
Author: Phil Shaw
Attribution: Theredrocket at English Wikipedia.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Entstanden ist die „Sportart“ Extrembügeln, die sich wirklich nur ein Engländer ausdenken konnte, 1997 in Leicester.  Der Fabrikarbeiter und Bergsteiger Phillip Shaw kam eines Tages auf die Idee, seine zu bügelnde Wäsche nicht mehr am heimischen Herd zu tätigen, sondern an ganz anderer Stelle, nämlich auf einem Berg. Seinen Freund Paul Nicks nahm er dazu mit, der die exzentrische Idee auch gut fand. So nach und nach bügelten die beiden an immer kurioseren Stellen und siehe da, auch andere Menschen konnten sich an der schrägen Idee der beiden Pioniere des Extrembügelns erwärmen, und zogen ebenfalls mit Bügelbrett und Bügeleisen bewaffnet los, um ihre Kleidung an immer merkwürdigeren Plätzen von lästigen Falten zu befreien.

Da gibt es z.B. das Bügeln auf Berggipfeln –> genannt Rockystyle
Das Bügeln in Wäldern –> genannt Foreststyle
Das Bügeln in Flüssen oder auf Seen –> genannt Waterstyle

Es gibt mittlerweile immer verrücktere Abarten des Extrembügelns: Bügeln unter Wasser, Bügeln beim Bungeejumping oder Synchronbügeln. Mein Favorit ist der Extrembügler auf der Autobahn M1, hier zu sehen.

Bei den Olympischen Spielen hat diese Sportart (bisher) noch keinen Einzug gefunden. Es gibt mittlerweile auch Extrembügler in anderen Ländern, so auch eine deutsche Sektion.

Hier sind die Yorkshire Divers bei einem Weltrekordversuch für Unterwasserbügeln zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Phil Shaw: Extreme Ironing. New Holland Publishers 2003. 96 Seiten. 978-1843305552.

Published in: on 25. Oktober 2019 at 02:00  Comments (3)  
Tags: ,

Village Signs – Bluntisham in Cambridgeshire

Auf dem Village Green von Bluntisham in Cambridgeshire an der A1123 begrüßt den Besucher des Ortes das hübsch gestaltete Dorfschild, das Auskunft darüber gibt, was das Dorf besonders auszeichnet.
In der Mitte des Schildes sehen wir drei Männer, die so etwas Ähnliches wie Eishockey spielen; fast richtig, die Drei spielen Bandy, ein Vorgänger des heutigen Eishockeysports, der in Bluntisham erstmals gespielt wurde. Wir befinden uns hier im Gebiet der Fens, jener riesigen, von Wasserläufen durchzogenen Flächen, die im Winter manchmal zufrieren, und auf denen im 19. Jahrhundert das Spiel Bandy erfunden wurde. Charles Goodman Tebbutt aus Bluntisham, der auch den Bury Fen Bandy Club gründete, stellte die Regeln für das Spiel auf. Im Laufe der Zeit entstanden im Land weitere Bandy-Vereine und auch in anderen Ländern wie den Niederlanden und in Schweden wurde das Spiel populär. Aber der Club aus Bluntisham dominierte alle anderen Vereine und gewann die meisten Spiele in der Geschichte dieses Sports.

Die linke Seite des Village Signs von Bluntisham zeigt die Dorfkirche St Mary, die schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite steht. Von 1897 bis 1917 hieß der Pfarrer hier Henry Sayers; er war der Vater der berühmten Krimiautorin Dorothy Sayers, die in Bluntisham ihre Kindheit verbrachte. Die Familie Sayers wohnte in der Old Rectory, die heute Bluntisham House heißt, ein sehr schönes Anwesen an der Rectory Road, kurz vor der Einmündung der High Street. Reverend Sayers kümmerte sich damals um die Restaurierung der Glocken von St Mary’s, und man vermutet, dass Dorothys Roman „The Nine Tailors“ (dt. „Der Glockenschlag“) durch die Glocken von St Mary’s inspiriert worden ist. Die Namen einiger der Figuren im Roman wie Batty Thomas, Thoday, Saboath oder Dimity soll sie von Inschriften der Gräber auf dem Kirchhof entnommen haben.

Direkt neben der Kirche ist auf dem Village Sign von Bluntisham das Kriegerdenkmal zu sehen, das neben dem Dorfschild zu finden ist. Das War Memorial wurde 1921 errichtet und verzeichnet die Namen von 34 Gefallenen des Ersten Weltkrieges, später kamen noch 8 Namen von Soldaten dazu, die ihr Leben im Zweiten Weltkrieg verloren haben.

Auf der rechten Seite des Schildes schließlich sehen wir einen Barographen, eine Wetterstation aus dem Jahr 1911, die mitten im Ort steht, dort, wo die East Street auf die High Street stößt, die zusätzlich als Wegweiser zu den nächstgelegenen Orten dient.

St Mary’s Church.
Photo © Gordon Brown (cc-by-sa/2.0)

Das War Memorial auf dem Village Green.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Der Barograph in der Ortsmitte.
Photo © Michael Trolove (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Englische Exzentriker – Mark McGowan alias Chunky Mark alias The Artist Taxi Driver

Embed from Getty Images

Mark McGowan, 1964 in London geboren, ist ein Performance Künstler, und um diese sehr spezielle Kunstform zu betreiben, muss man schon über eine gehörige Portion Exzentrik verfügen. Seine „Kunst-Stücke“ sind witziger und abstruser Natur, machen aber immer wieder nachdenklich. Er ist auch unter den Namen Chunky Mark und The Artist Taxi Driver bekannt (er verdiente sich einige Jahre lang ein Zubrot als Taxifahrer). Durch seine bizarren Acts will der Künstler auf unkonventionelle Weise auf Dinge hinweisen, die ihm wichtig sind. Hier sind einige dieser exzentrischen Kunstwerke:

Chips and Beans. Bei dieser Aktion verbrachte Mark McGowan zwölf Tage in einer Badewanne, die mit gebackenen Bohnen und Tomatensoße gefüllt war, dazu hatte er sich ein sieben Pfund schweres Wurstpaket auf den Kopf geschnallt und sich zwei Pommes Frites in die Nasenlöcher gesteckt. Zweck der ganzen Aktion: Nachdem ein italienischer Freund einmal das britische Frühstück kritisiert hatte, wollte sich McGowan in ein solches verwandeln, um für dieses „kulinarische Kulturgut“ zu demonstrieren. Die Badewanne war im Schaufenster einer Londoner Galerie aufgestellt.

Where’s Daddy’s Pig“ hieß einer der McGowanschen Acts, der darin bestand, dass er ein Spielzeugschweinchen auf Rädern auf allen Vieren durch die Straßen Londons bis zum Parlamentsgebäude schob, um auf die katastrophale Lage des englischen Gesundheitswesens aufmerksam zu machen.

In „Monkey Nuts“ demonstrierte Mark McGowan gegen die hohen Studiengebühren im Land; dazu schob er eine Erdnuss mit der Nase viele Kilometer quer durch London bis vor die Tür von No. 10 Downing Street, wo er die Nuss übergab und dafür eine Tasse Tee angeboten bekam.

Der Künstler steht der königlichen Familie sehr kritisch gegenüber, und dafür ließ er sich zwei Performance Acts einfallen; der eine hieß „Artist Eats Swan, wobei er gegen ein Privileg verstoß, das nur der Königin vorbehalten ist (die meines Wissen aber noch nie einen Schwan gegessen hat), und der andere hieß „Eating The Queen’s Dogs„, da verspeiste er einen der von der Queen so heiß geliebten Corgis (das Tier soll eines natürlichen Todes gestorben sein und natürlich nicht der Königin gehört haben). McGowan protestierte damit  gegen Prince Philip, der bei einer Jagd einen Fuchs erschlagen haben soll.

Published in: on 23. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Mein Buchtipp – John Ambrose Hide: Black Plaques – Memorials to Misadventure – London

Foto meines Exemplares.

In meinen Blogeinträgen ist häufig von Blue Plaques, von blauen Plaketten an Hauswänden, die Rede, die daran erinnern, wer dort einmal gewohnt hat. Es gibt Bücher darüber und Webseiten, aber es sind fast immer die blauen Plaketten, die in England eine Rolle spielen, schwarze gibt es nicht. Und trotzdem ist in diesem Jahr im Verlag History Press ein Buch erschienen mit dem Titel „Black Plaques: Memorials to Misadventure – London“ von John Ambrose Hide. Darin geht es um virtuelle Plaketten, die es also in Wirklichkeit nicht gibt, die es aber geben könnte. Schwarz, weil sie auf Geschehnisse der Vergangenheit hinweisen, auf „awkward stories„, und solche Plaketten möchte niemand gern an seiner Hauswand haben. In diesem Band geht es also um London (vielleicht folgen noch weitere Bände für andere Landesteile). Der Autor warnt seine Leser schon in der Einführung des Buches über den Charakter seiner Geschichten, die gespickt sind mit „lewd and lurid details that are perhaps not everyone’s cup of tea„; „Black Plaques mark sites where, to put it bluntly, shit happened„.

Da berichtet John Ambrose Hide beispielsweise unter der Überschrift „Anatomy Theatre“ über das in den 1970er Jahren Royalty Theatre genannte Gebäude (das spätere Peacock Theatre), in dem Paul Raymond seine für damalige Begriffe sehr extravaganten Revuen aufführte wie die Great International Nude Show und die Royalty Follies (letztere erwiesen sich für Raymond als finanziell desaströs).

In „Breeding Ground“ hören wir die Geschichte vom Schomberg House in der Straße Pall Mall 80-82, in der ein Dr James Graham einen luxuriösen Treffpunkt für Pärchen einrichtete, der die optimale Umgebung bieten sollte, um dort perfekte Kinder zu zeugen, denn der gute Doktor war der Meinung, dass der Zustand des britischen Nachwuchses, sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht, sehr zu wünschen übrig ließ (s. dazu auch meinen früheren Blogeintrag).

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel vorwegnehmen; wer das Buch liest, wird sich streckenweise amüsieren, manchmal aber auch erschauern ob der schrecklichen Dinge, die sich einst in der britischen Metropole abgespielt haben. Ein sehr empfehlenswertes Buch dieses Erstlingswerk von John Ambrose Hide!!

John Ambrose Hide: Black Plaques – Memorials to Misadventure – London. The History Press 2019. 360 Seiten. ISBN 978-0-7509-8995-4.

Das Peacock Theatre in der Portugal Street (Holborn).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Das Schomberg House in der Straße Pall Mall.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 22. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Dr George Merryweather (1794-1870) aus Whitby in North Yorkshire und sein „Tempest Prognosticator“

Der Tempest Prognosticator im Whitby Museum.
Author: Badobadop
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Nomen est Omen könnte man sagen bei dem Namen George Merryweather (1794-1870), ein Arzt aus Whitby an der Küste von North Yorkshire, denn er beschäftigte sich gern mit dem Thema Wetter, nicht so sehr mit „schönem Wetter“, sondern speziell mit der Vorhersage von Stürmen. Der gebürtige Yorkshireman George Merryweather hatte in Edinburgh Medizin studiert und sich in Whitby eine Praxis als Hausarzt eingerichtet. Nebenbei frönte er seinem Hobby, dem Erfinden von mehr oder weniger nützlichen Dingen. Schon bevor er nach Whitby zog, hatte er eine spezielle Lampe erfunden, die sogenannte „Platina Lamp„, die auf der Basis von Alkohol funktionierte, lange brannte und sehr kostengünstig war.
Als Bewohner eines Küstenortes, in dem es häufig sehr windig zuging, hatte George Merryweather eines Tages eine ziemlich verrückte Idee wie man Stürme vorhersagen konnte, und er konstruierte ein Gerät, das den ziemlich sperrigen Namen „Tempest Prognosticator“ trug. Da er dafür Blutegel benötigte, war der Sturmvorhersager auch als  „Leech Barometer“ bekannt oder, um ihm einen wissenschaftlicheren Anstrich zu geben, als „Atmospheric Electromagnetic Telegraph conducted by Animal Instinct„. Das Gerät sah so aus, dass zwölf Glasbehälter in einem Kreis aufgestellt waren, in dem sich jeweils ein Blutegel befand. Die Kreisform wählte Dr Merryweather unter anderem dafür aus, dass sich auf diese Weise die Egel sehen konnten und sich nicht so einsam in ihren Gläsern fühlten. An dem schmalen oberen Ende des jeweiligen Glases hatte der Arzt einen Mechanismus angebracht, der aus einem Stückchen Walknochen und einem Draht bestand, der zu einem kleinen Hammer führte, der wiederum mit einer Glocke verbunden war. Wenn nun ein Sturm aufzog, führte das zu elektromagnetischen Veränderungen in der Atmosphäre, worauf die Tierchen ansprachen, das Glas hinaufkrochen, oben gegen den ausgefeilten Mechanismus stießen und letztendlich die Glocke zum Klingen brachten. War die Glocke mehrfach zu hören, erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Sturm unmittelbar bevorstand. Der Tempest Prognosticator stieß zwar auf ein gewisses Interesse, aber Merryweather musste seine Idee, an der gesamten britischen Küste diese Geräte aufzustellen, bald begraben, denn die zuständigen Regierungsbehörden konnten sich für die Erfindung nicht erwärmen.

Dr George Merryweather war von 1840 bis 1861 Kurator des Whitby Museums und dort ist eine Kopie ausgestellt, die 1951 anlässlich des Festivals of Britain angefertigt wurde (die Originale existieren nicht mehr). Ein weiteres Exemplar hat man in der Barometer World in Merton (Devon) gebaut, dem einzigen Museum weltweit, das sich diesem Thema widmet; ich schrieb in meinem Blog darüber.

Published in: on 21. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Der Singer-Songwriter Donovan, die Isle of Skye und der Erfolgshit „Catch the Wind“

Author: Jac. de Nijs / Anefo
Source: Nationaal Archief
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Als ich vor Jahren einmal die schottische Insel Skye besuchte, kam ich in einer Bar mit einem Einheimischen ins Gespräch, der mir beiläufig erzählte (sein schottischer Dialekt war nicht leicht zu verstehen), dass er der Onkel des berühmten Sängers und Komponisten Donovans wäre. Das schien auch zu stimmen, denn der 1946 in Glasgow geborene Donovan (sein voller Name: Donovan Philips Leitch) hatte immer eine enge Beziehung zu der Insel; so gab er seiner Tochter die Vornamen Ione Skye. Er besaß auch einmal eine Skye vorgelagerte kleine Insel und das direkt am Meer gelegene Lochbay Boathouse, nördlich von Dunvegan, das man heute als Ferienhaus mieten kann.

Donovan zog im Alter von zehn Jahren mit seinen Eltern nach Hatfield in die Grafschaft Hertfordshire, wo die Familie in einem Haus in der Straße Bishops Rise Nummer 230 wohnte. An diesem Haus ist in diesem Jahr am 26. April in Donovans Anwesenheit eine blaue Plakette des Hatfield Town Councils angebracht worden, die darauf hinweist, dass der Sänger hier einmal gewohnt hat. Ein Stückchen weiter die Straße hinunter befindet sich die University of Hertfordshire, die Donovan im Jahr 2003 den Ehrendoktortitel Doctor of Letters verlieh.

Einer seiner größten Hits war „Catch the Wind„, seine erste Single, die 1965 erschien und von ihm selbst komponiert worden war. Der Song kletterte gleich auf Platz 4 in den UK Single Charts und auf Platz 23 in den Bilboard Hot 100 in den USA und wurde sehr häufig von anderen Interpreten gecovert, von denen ich hier nur eine kleine Auswahl vorstellen möchte:

Noch im gleichen Jahr, in dem Donovan „Catch the Wind“ veröffentlichte, nahm ihn auch die damals 19-jährige Melinda Marx auf, Tochter des Schauspielers Groucho Marx.

Susanna Hoffs, ehemalige Leadsängerin der Girl Group The Bangles (und eine meiner absoluten Lieblingssängerinnen) nahm „Catch the Wind“ 1994 auf. Sie war eine Zeit lang mit Donovans Sohn Donovan Jerome Leitch liiert.

Der Countrysänger Buck Owens (1929-2006) und seine Begleitband The Buckaroos spielten den Song 1971 ein wie auch ein anderer Countrysänger, Glen Campbell, bereits 1967.

Reinhard Mey sang die deutsche Version unter dem Titel „Geh und fang den Wind“ (1965).

Im Hintergrund ist das Lochbay Boathouse auf der Isle of Skye zu sehen.
Photo © Richard Dorrell (cc-by-sa/2.0)

Die University of Hertfordshire.
Photo © Given Up (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 20. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

„Grantchester“ – Eine englische TV-Krimiserie ab 25. Oktober 2019 auf Sat1.Gold

Gesehen in der Church of St Mary and St Andrew in Grantchester.
Eigenes Foto.

In meinem Blogeintrag vom 1. August 2014 machte ich auf die Krimiserie „Grantchester“ aufmerksam, die der Sender ITV im Herbst diesen Jahres startete. Hier ist der Link. Die Serie erwies sich als so erfolgreich, dass bisher vier Staffeln mit insgesamt 25 Episoden gedreht worden sind. Anfangs tat ich mich etwas schwer mit der Krimiserie, aber inzwischen sind mir die Figuren Reverend Sidney Chambers (James Norton), DI Geordie Keating (Robson Green), Hilfspfarrer Leonard Finch (Al Weaver) und Haushälterin Sylvia Maguire (Tessa Peak-Jones) so sehr ans Herz gewachsen, dass ich mir alle Folgen auf DVD zugelegt habe.

In Deutschland wurden bisher einige Teile von „Grantchester“ auf dem Streaming Portal TVNOW Premium kostenpflichtig gezeigt, ab dem 25. Oktober um 20.15 Uhr beginnt die Krimiserie in deutscher Synchronisation im Free TV im Sender Sat1.Gold (der zum Beispiel auch die englische Kultserie „Doc Martin“ ausstrahlt). Hier ist schon einmal der Trailer zu sehen.

Gedreht wurde unter anderem auch in Grantchester selbst, einem sehr hübschen Dorf im Dunstkreis von Cambridge. Über meinen Besuch dort im März diesen Jahres berichtete ich in meinem Blog.

Eigenes Foto.

Published in: on 19. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Dies und das über McDonald’s UK

McDonald’s UK Headquarter in East Finchley, London.
Photo © David Howard (cc-by-sa/2.0)

In den USA gibt es einen Punkt im Bundesstaat South Dakota, wo die dort ansässigen Menschen etwa 200 Kilometer fahren müssen, um zum nächsten McDonald’s zu kommen. Rekord für die USA (ausgenommen sind die Staaten Alaska und Hawaii). Da haben es die Burger-Fans in England besser, wo niemand so viele Kilometer zurücklegen muss, um seinen geliebten Big Mac verzehren zu können. Das Filialnetz der US-Firma ist dicht gewebt in England, knapp 1300 McD-Stationen gibt es im Land, von denen mehrere hundert sogar rund um die Uhr geöffnet haben und in denen über 115 000 Menschen arbeiten.

Das erste McDonald’s im Königreich wurde im Oktober 1974 im Süd-Londoner Stadtteil Woolwich in der Powis Street eröffnet, und seitdem gibt es überall im Land die Schnellrestaurants mit den goldenen Bögen, das heißt bis auf die kleine Grafschaft Rutland, die sich bisher erfolgreich gegen die Firma gewehrt hat. Das könnte sich aber ändern, denn McDonald’s hat jetzt seine Scheinwerfer auf Oakham gerichtet, die County-Hauptstadt, doch das wollen die Bürger unbedingt verhindern; was die Bewohner von Tavistock in Devon schon einmal geschafft haben, nachdem die Burger-Kette 1997 ein Restaurant dort eröffnet hatte. Viele Bürger (nicht Burger!) gingen dort einfach nicht hin, sie boykottierten es, und nach neun Jahren entschied sich McDonald’s, den Laden zu schließen und Tavistock den Rücken zu kehren.

In London gibt es selbstverständlich die meisten McDs, am dichtesten ist das Netz in Westminster. Mirror Online hat vor drei Jahren die Dichte der McDonald’s-Filialen in Großbritannien untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass in Westminster ein McD auf 13,461 Menschen kommt; im Landesdurchschnitt sind es 1: 52 763. Erstaunlich ist, dass der zweite Platz von einer Provinzstadt eingenommen wird, von Bolsover in Derbyshire, wo das Verhältnis McD:Einwohner bei 19,445 liegt.

BirminghamLive hat 2018 festgestellt, dass nach London die zahlenmäßig meisten Filialen in Birmingham zu finden sind, nämlich 22. Es folgen Glasgow mit 18 und Leeds mit 15.

Das Hauptquartier von McDonalds UK befindet sich in Nord-London, im Stadtteil East Finchley in der High Road.

Ein rund um die Uhr geöffnetes McDonald’s im Londoner Stadtteil Wandsworth.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Eines der 22 McDonald’s-Restaurants in Birmingham.
Photo © Michael Westley (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 18. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

The Alnwick Shrovetide Football Match – Ein jährlich stattfindendes, ziemlich verrücktes Fußballspiel in Northumberland

Das Alnwick Castle, der River Aln und die Wiesen auf denen das Match ausgetragen wird.
Photo © G Laird (cc-by-sa/2.0)

Ein Fußballspiel fast ohne Regeln findet einmal im Jahr am Faschingsdienstag in der Stadt Alnwick in der Grafschaft Northumberland statt, das The Alnwick Shrovetide Football Match, dessen Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden können. Ausgetragen wird das Spiel auf einer Wiese unterhalb des Alnwick Castles, dem Wohnsitz des Dukes of Northumberland und Filmkulisse für die „Harry Potter“-Filme.

Das kuriose Match wird ausgetragen zwischen den Spielern der Kirchengemeinden St Paul und St Michael, und es treten nicht elf Spieler pro Mannschaft an, sondern bis zu 150, die Geschlechtszugehörigkeit spielt keine Rolle. Eröffnet wird das Spiel dadurch, dass jemand von der Burg aus einen Ball hinunter wirft; das kann der Duke selber sein oder auch jemand anderes. Dann ziehen Spieler und Zuschauer zum Spielfeld, das zu dieser Jahreszeit oft sehr nass und voller Pfützen ist. Die beiden Tore, „hales“ genannt, sind 400 Meter voneinander entfernt, und es gilt, den Fußball dort hineinzukicken. Wer als erstes zwei Tore erzielt, ist der Sieger. So ein Match kann also sehr schnell vorbei sein oder es kann sich endlos hinziehen. Wenn dann die beiden Siegestore gefallen sind, ist das Spiel aber noch nicht zu Ende, dann kommt der Teil, der für die besonders harten Boys und Girls den Höhepunkt bildet. Der River Aln fließt an der Spielwiese vorbei und in diesen kleinen Fluss wird der Ball geworfen. Spieler beider Mannschaften stürzen sich in die eiskalten Fluten und versuchen, den Ball auf das gegenüberliegende Ufer zu bringen. Wem das gelingt, der darf ihn behalten.

Hier ist ein Film über ein Alnwick Shrovetide Football Match.

Dieses ist bereits mein fünfter Blogpost über die interessante kleine Stadt Alnwick im hohen Norden Englands, die natürlich auch über einen richtigen Fußballverein verfügt, den Alnwick Town Association Football Club, der zur Zeit in der Northern Alliance Premier Division spielt.

Die katholische St Paul’s Church.
Photo © Dave Kelly (cc-by-sa/2.0)

Die anglikanische St Michael’s Church.
Photo © Russel Wills (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 17. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Die Greene King Brewery in Bury St Edmunds (Suffolk) und ihre Übernahme durch einen Konzern aus Hongkong

Die Greene King Brewery in Bury St Edmunds.
Photo © Andrew Abbott (cc-by-sa/2.0)

Im März diesen Jahres berichtete ich in meinem Blog über meinen Besuch in der Greene King Brewery in Bury St Edmunds in der Grafschaft Suffolk. Greene King ist die größte Brauerei in Großbritannien, die nicht nur Bier produziert, sondern auch noch rund 2700 Pubs, Hotels und Restaurants im ganzen Land betreibt und 38 000 Mitarbeiter beschäftigt. Damals im März schien in der 1799 gegründeten Brauerei noch alles in Ordnung zu sein, doch im August verdichteten sich die Informationen, dass Greene King kurz vor einem Verkauf steht und jetzt im Oktober ist es amtlich: Die gesamte Firma gehört ab sofort der CK Asset Holdings, einem Immobilienunternehmen, das auf den Cayman Islands registriert ist und seinen Hauptsitz in Hongkong hat. CK Asset ist Teil des Firmenimperiums des 91 Jahre alten Multimilliardärs Li Ka-shing, der, laut Forbes-Liste, zu den reichsten Männern der Welt gehört.

Die Aktionäre jubelten, als sie von der Übernahme hörten (die Aktien kletterten um 50%), die Mitarbeiter eher nicht. Erst Anfang des Jahres wurde die Londoner Brauerei Fuller’s an den japanischen Brauereikonzern Asahi verkauft („a sad day“ sagte die Campaign for Real Ale), jetzt ist Greene King dran, was kommt als nächstes? Schon jetzt fürchtet man in Bury St Edmunds um die Zukunft der geschichtsträchtigen Brauerei und der ihr angeschlossenen Pubs. Gibt der Verkauf Anlass zur Befürchtung, dass das dramatische Pubsterben einen weiteren Schub erhält (im Jahr 2018 wurden fast 1000 geschlossen)? Natürlich wird von seiten der Firmenleitung erst einmal beruhigt und versichert, dass alles beim Alten bleibt, aber hat ein Riesenkonzern, der viele tausend Kilometer von Bury St Edmunds entfernt liegt, wirklich ein Interesse am Erhalt dieser alten Brauerei und der von ihr abhängigen Pubs? Die Vermutung liegt nahe, dass vor allem die Grundstückswerte der Pubs das Interesse der Immobilienfirma in Hongkong geweckt haben und das würde nichts Gutes für die Zukunft verheißen.

Published in: on 16. Oktober 2019 at 02:00  Comments (4)  
Tags:

Der TV-Wettermann Michael Fish und seine krasse Fehlprognose im Oktober 1987

Sturmschäden im Süden Londons.
Photo © rafflesbear (cc-by-sa/2.0)

Was beispielsweise die Meteorologen Sven Plöger und Gunther Thiersch für die ARD und das ZDF sind, das waren die Wettermänner John Kettley und Michael Fish für die BBC. Es waren vertraute Gesichter auf dem Bildschirm, und man glaubte ihren Wetterprognosen (so weit das überhaupt möglich ist). Michael Fish hatte allerdings einmal einen rabenschwarzen Tag, als er am 15. Oktober 1987, also exakt heute vor 32 Jahren, nach den One O’clock News der BBC vor die Kamera trat und seinen Zuschauern verkündete, dass eine Frau beim Sender angerufen und gefragt hätte,  ob es stimmt, dass ein Hurrikan im Anmarsch auf das Land sei. Michael Fish beruhigte die Zuschauer und sagte, da kommt keiner. Es würde zwar ziemlich windig sein, aber „don’t worry“. Nun, die TV-Wetterikone lag da nicht nur ein bisschen falsch, Michael Fish lag total daneben. In der Nacht zum 16. Oktober rollte einer der größten und verheerendsten Stürme heran, die vor allem der Süden Englands seit mehr als 200 Jahren nicht mehr erlebt hatte. Der Sturm erreichte auf der Beaufort-Skala die Stärke 12, an der Südküste in Shoreham-by-Sea in West Sussex wurden 190 km/h gemessen. Hier sind einige Bilder von den Sturmfolgen zu sehen.

Das Fazit des Jahrhundertsturms:  18 Todesopfer in England (4 in Frankreich), £2 Milliarden Schäden, etwa 15 Millionen Bäume wurden entwurzelt und der Strom fiel für mehrere Tage aus. Selbst in der Metropole London gab es schwere Beschädigungen durch umgestürzte Bäume und heruntergefallene Gerüste. Das britische Met Office wurde stark dafür kritisiert, dass es diesen Sturm nicht „auf dem Radar“ hatte.

Was war nun mit Michael Fishs Fehldiagnose? Der Wettermann meinte später, dass der mysteriöse Anruf bei der BBC gar nicht stattgefunden bzw. dass es sich um eine Frau gehandelt hätte, die nach einem Hurrikan vor der Küste Floridas fragte. Ja, das wirkte alles etwas diffus und hilflos, aber Michael Fish konnte seine Aussage nun nicht mehr ungeschehen machen. Der Makel blieb an ihm haften, aber er nahm es mit Humor wie seine Webseiten zeigen. Der Begriff „Michael Fish moment“ hat sich in der englischen Sprache etabliert für jemanden, der etwas in der Öffentlichkeit verkündet, was sich im nachhinein als falsch erweist. Hier ist die berühmt-berüchtigte Wettervorhersage vom 15. Oktober 1987 zu sehen.

Michael Fish war aber trotz allem nach wie vor sehr populär und fand seinen Namen in einigen Songs wieder wie „I wish I wish he was like Michael Fish“ des Duos Rachel & Nicki, „Weather experience“ der Band Prodigy und „(John Kettley) is a weatherman“ mit dem Refrain “ and so is Michael Fish“ von A Tribe of Toffs.

Und so sah es nach dem Sturm in Chartwell (Kent) aus.
Photo © Peter Shimmon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Oktober 2019 at 02:00  Comments (3)  
Tags: ,

Im Namen der Rose – Die wunderschönen Rosengärten in der Mottisfont Abbey in Hampshire

Für viele Englandreisende gehören Besuche in den vielen schönen Gärten, die das Land zu bieten hat, zu den Höhepunkten des Aufenthaltes. Die Rosengärten der Mottisfont Abbey, die dem National Trust (N.T.) gehören, sind einer dieser Garten-Highlights. Der Landsitz wurde 1957 dem National Trust übergeben, nachdem die Vorbesitzer, Maud und Gilbert Russell, das Haus zu einem Treffpunkt von Künstlern entwickelt hatten.

Der namhafte Gartengestalter Graham Stuart Thomas (1909-2003), der viele Jahre für den N.T. gearbeitet hatte und u.a. für die Gärten des Hidcote Manor verantwortlich war, bekam in der Mottisfont Abbey die Gelegenheit, sein Meisterstück zu präsentieren, indem er hier seine Sammlung alter Rosen unterbringen konnte, die National Collection of pre-1900 old-fashioned roses. Rund 500 verschiedene Sorten sind angepflanzt worden, darunter die Strauchrose Zigeunerknabe, die weißblühende Ramblerrose Sanders‘ White und die eigens für Graham Stuart Thomas von seinem Freund David Austin gezüchtete gelbe, zur Weltrose gekürte „Graham Thomas“. Der Gartengestalter hat seine Rosen mit mehrfach blühenden anderen Pflanzen gemischt, so dass es das ganze Jahr über hier etwas zu sehen und zu riechen gibt.

Seit 1974 können sich die Besucher dieser Farben-und Blütenpracht erfreuen. Die Mottisfont-Gärten sind ganzjährig ab 10 Uhr geöffnet. Hier ist ein sehr schöner Film über die Rosengärten.

Mottisfont Abbey
Mottisfont, nr Romsey
Hampshire SO51 0LP 01794

Fingerhüte inmitten der Rosenbeete.
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 14. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

High Wycombe in Buckinghamshire – Die Stadt der Möbel und ihr Stuhlmuseum

Anlässlich der Jahrtausendwende wurde in High Wycombe dieser Millennium Chair Arch aufgestellt.
Photo © David Hillas (cc-by-sa/2.0)

Es gab einmal eine Zeit, da war die Stadt High Wycombe in Buckinghamshire die „chairmaking capital of the world„. Nirgendwo auf der Welt wurden so viele Stühle produziert wie in der heute ca 95 000 Einwohner zählenden Stadt. Besonders bekannt war der hier hergestellte Windsor Chair, schon im 18. Jahrhundert entwickelt und bis heute als Massenware produziert. Doch nicht nur Stühle, auch andere Möbel kamen nach und nach zu der Produktpalette hinzu. Die Bedeutung der Möbelindustrie für High Wycombe heute ist nicht mehr die gleiche wie früher; einige Fabriken wurden geschlossen, andere zogen um, weil der Grund und Boden immer teurer geworden ist (London ist nur 50 Kilometer weit entfernt). Der örtliche Fußballverein Wycombe Wanderers, der in der Football League One spielt, trägt den Spitznamen The Chairboys.

Es liegt auf der Hand, dass es in der Stadt ein Museum gibt, das sich ganz der Stuhlherstellung gewidmet hat: Das High Wycombe Chair Making Museum, zu finden in der Grafton Street in einem Gebäude namens Kraftinwood, in dem auch eine Kunstgalerie und eine Drechselwerkstatt untergebracht sind. Das Museum zeigt u.a. wie die Windsorstühle hergestellt werden, wie aus den Baumstämmen aus dem Umland durch die Arbeit der bodger, benchmen und framer, wie diese Handwerksberufe hießen, Stühle entstanden. Hier ist ein Besuch in einer Werkstatt, die Windsorstühle herstellt.

Das Museum ist, außer donnerstags, täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr geöffnet (sonntags von 12 Uhr bis 17 Uhr). Der Eintritt kostet £4.

Bitte nicht verwechseln mit dem Wycombe Museum in der Priory Avenue!

High Wycombe Chair Making Museum
Kraftinwood
Grafton Street
High Wycombe
Buckinghamshire
HP12 3AJ

Die Evans Furniture Factory in der Lincoln Road.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 13. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Mein Buchtipp – Victoria Mather and Sue Macartney-Snape : There’ll Always be an England

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Social stereotypes from the Daily Telegraph„, so steht es auf dem Umschlag des Buches „There’ll Always be an England„, geschrieben von Victoria Mather und gezeichnet von Sue Macartney-Snape.
Über 15 Jahre erschien die wöchentliche Kolumne „Social stereotypes“ in der Tageszeitung Daily Telegraph, und daraus entstanden schon mehrere Bücher, von denen „There’ll Always be an England“ das zuletzt erschienene ist.

Victoria Mather ist Reisejournalistin, Sue Macartney-Snipe ist eine sehr erfolgreiche Karikaturistin, auch als „Wodehouse of Art“ bezeichnet, über deren Bilder der britische Schriftsteller John Julius Norwich einmal gesagt hat „They illustrate the English social scene more brilliantly and with greater accuracy than those of any other painter working today“.

In dem hier von mir empfohlenen Band geht es unter anderem um den Nichtraucher, den Milchmann, den Opernhasser  oder das heimwehkranke Kind, aber es geht nicht nur um Personen, sondern auch um andere Themen wie „Decorating the church“ oder „The afternoon snooze“.
Text und Bild sind jeweils wie aus einem Guss, englischer Humor „at its best“.

Hier einige weitere Titel aus der Reihe:
The wicked teenager
The appalling guests
The smelly dog
The mid-life crisis usw.

Alles sehr nett zu lesende Bücher und ideale Geschenke für Englandfans.

Victoria Mather and Sue Macartney-Snipe: There’ll always be an England.
London: Constable & Robinson 2010. 126 Seiten. ISBN 978-1849015578.

Published in: on 12. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Burnley F.C. und sein Extrem-Fan Dave Burnley

Turf Moor, das Stadion des Burnley F.C.
Photo © Chris Heaton (cc-by-sa/2.0)

Der Fußballverein der rund 73 000 Einwohner großen Stadt Burnley in der Grafschaft Lancashire, der Burnley F.C., dessen Spieler auf Grund der Farbe ihres Trikots auch The Clarets, die Weinroten, genannt werden, spielt in der Premier League und steht zurzeit auf der Tabelle auf Platz 7, also noch vor Tottenham und Manchester United. Alle Achtung! Hier ist der offizielle Vereinssong zu hören.

Der größte Fan dieses Vereins ist der 65-jährige Dave Burnley (!), der seinen eigentlichen Namen wechselte und sich nach seinem Lieblingsverein benannte. Seine Tochter trägt den Vornamen Clarette, Dave blieb also seiner Linie treu. Seit 1974 hat er kein Spiel des Burnley F.C. verpasst, er ist immer dabei, ob im Heimstadion Turf Moor oder ob irgendwo anders im Land oder im Ausland, Dave ist immer zur Stelle. Das besagte verpasste Spiel war damals gegen Newcastle, das kurzfristig angesetzt worden war und wovon Dave nichts mitbekommen hatte. Ärgerlich!! Im vorigen Jahr hat er sogar den Wunsch geäußert, dass er nach seinem Ableben, noch einmal zum Stadion gebracht werden möchte, um zum letzten Mal ein Spiel seines Vereins zu sehen.

Wie es sich für einen echten Fan gehört, ist der Mann tätowiert. Auf der Brust trägt er auf der einen Seite das Vereinswappen des Burnley F.C., auf der anderen Seite ein weiteres Wappen über dem Turf Moor steht, dazwischen die Adresse des Stadions, „Harry Potts Way, Burnley BB10 4BX, Lancashire, England“. Harry Potts (1920-1996) war ein Spieler und Trainer vom FC Burnley.

Dave Burnley lebt in Madeley in Staffordshire, dort wo auch ein berühmter Fußballtorwart lebte, Gordon Banks, der in diesem Jahr im Januar verstarb. Von dort nach Burnley ist es ziemlich weit, so dass er, da er kein Auto hat, mit Bus oder Bahn zu den jeweiligen Austragungsorten der Spiele fahren muss, was aber einen echten Fan nicht stört.

Dave Burnley hat über sein Leben als Fan bereits zwei Bücher geschrieben „Got to be there!“ und „Still there!“.

Hier ist ein Film über den Extrem-Fan.

Published in: on 11. Oktober 2019 at 02:00  Comments (2)  
Tags: ,

Die Chilterns als Schauplatz zahlloser TV-Serien und Filme

Foto meines Exemplares.

Die Chilterns sind eine wunderschöne Hügellandschaft, die sich über die Grafschaften Buckinghamshire, Oxfordshire, Hertfordshire und Bedfordshire erstreckt. Viele Male habe ich diese Region bereist, sie gehört zu meinen Lieblings-Landschaften in England. Da die Chiltern Hills so nahe an London und an den Filmstudios der Stadt liegen, wurde und wird dieses Gebiet sehr gern für Film- und Fernsehaufnahmen genutzt. Es deckt sich genau mit dem Midsomer County, das wir aus der „Inspector Barnaby„-Krimiserie kennen.

Es gibt Bücher, die möchte ich auf jeden Fall in einer Druckausgabe besitzen und sie nicht am Bildschirm lesen. So suchte ich lange nach dem Buch „Film & TV Locations in Thames & Chilterns Country„, das Evan Mark G. Jones in zweiter Auflage im Jahr 2000 veröffentlicht hat. Man kann es zwar per Download auf seinen PC ziehen oder zumindest Teile davon sich als Leseprobe anschauen, aber ich wollte es unbedingt als Druckausgabe haben, was sich als sehr schwierig erwies. Das Buch ist in kleiner Auflage erschienen und weltweit vom Markt verschwunden. Glücklicherweise konnte ich ein Exemplar in einer Buchhandlung in Frederick im US-Bundesstaat Maryland auftreiben, das sogar eine handschriftliche Widmung des Autors enthält. 2014 erschien eine Neuauflage, derer ich bisher leider noch nicht habhaft werden konnte.

Evan Mark Jones unterhielt eine Firma namens „Film & Television Tours“ in Chesham (Buckinghamshire), die geführte Touren in die Chilterns anbot; außerdem stellte er seine Dienste als Location Scout Filmproduktionsfirmen zur Verfügung.

Sein mir vorliegendes Buch beinhaltet Drehorte für Filme und TV-Serien von 1950 bis zum Jahr 2000, aufgeteilt in einzelne Touren mit exakten Wegbeschreibungen (in der Art von „am Kreisverkehr die zweite Ausfahrt nehmen, dann am Red Lion vorbei und in die zweite Straße links abbiegen“); ideal für alle, die sich für dieses Thema interessieren. Wir unternehmen mit Evan Mark Jones ausgedehnte Spaziergänge durch den Black Park Country Park in Buckinghamshire, wo zum Beispiel Szenen für den James Bond-Film „Octopussy“ gedreht wurden oder, schon viele Jahre vorher, „Dracula“ mit Christopher Lee.

Auf einer der Touren sind wir in Old Amersham (Buckinghamshire), das ich mehrfach als Ausgangspunkt für meine eigenen Fahrten durch die Chilterns verwendete. Diese hübsche Kleinstadt diente als Kulisse für viele Filme wie „Circus of Horrors„, den Miss Marple-Film „Murder at the Gallop“ mit Margaret Rutherford  und „Four Weddings and a Funeral„.

In meinem Lieblingsdorf The Lee in Buckinghamshire wurden mindestens ein halbes Dutzend „Inspector Barnaby“-Episoden gedreht, sowie Szenen für die TV-Serien „The Mrs Bradley Mysteries“ und „Pie in the Sky„.

Bei der Lektüre des Buches kommen bei mir immer wieder Erinnerungen hoch an die Fahrten durch diese höchst sehenswerte Region Englands.

Der Black Park Country Park in Buckinghamsire diente als Transsylvanien in dem Horrorfilm „Dracula“ mit Christoper Lee.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

The Kings Arms in Old Amersham, Drehort für den Miss Marple-Film „Murder at the Gallop“.
Eigenes Foto.

Das Village Green von The Lee, das mehrfach für „Inspector Barnaby“-Episoden herhalten musste.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 10. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Oxbridge – Auf der Suche nach den besten Colleges

Die Nummer 1 in Cambridge im Jahr 2019 nach The Tompkins Table: Christ’s College.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Nachdem ich im März eine ausgiebige Tour durch acht Colleges in Cambridge gemacht habe, dank meines Freundes, eines ehemaligen Juraprofessors, konnte ich mir ein besseres Bild davon machen, wie es hinter den Kulissen in den Universitätsgebäuden zugeht. Leider konnte ich etwas Vergleichbares in Oxford noch nicht tun.

Es wird immer wieder die Frage gestellt, ob nun Oxford oder Cambridge die bessere Adresse für eine Hochschulausbildung ist, eine Frage, die man pauschal sicher nicht beantworten kann. Es gibt aber Rankings, innerhalb der beiden Universitätsstädte, aber auch für beide zusammen, die einen Überblick geben, welche Colleges die besten der besten sind.

Für Cambridge gibt es The Tompkins Table, 1981 von Peter Tompkins, einem Studenten vom Trinity College, aufgestellt, ein Ranking, das bis heute jährlich veröffentlicht wird. Im Jahr 2019 liegt das Christ’s College zum zweiten Mal hintereinander auf Platz 1, das den Endlos-Spitzenreiter Trinity College vom seinem Podest gestoßen hat. Im Christ’s College haben 44% aller Studenten einen „first-class degree“ erhalten. Auf Platz 2 und 3 des Tompkins Tables liegen das Trinity College und das Pembroke College.

Was für Cambridge der Tompkins Table ist für Oxford der Norrington Table, benannt nach dem ehemaligen Präsidenten des Trinity College  Sir Arthur Lionel Pugh Norrington. Die besten Abschlüsse für dieses Jahr machten nach diesem Ranking die Studenten des Merton College (Platz 1), des New College (Platz 2) und des Magdalen College (Platz 3).

Es gibt aber auch noch weitere Rankings, die zu anderen Ergebnissen kommen, so zum Beispiel das des Daily Telegraphs, der beide Universitätsstädte zum Vergleich heranzog. Vor wenigen Tagen veröffentlicht, stellte der Telegraph St John’s (Oxford) auf Platz 1, Trinity (Cambridge) auf Platz 2 und Magdalen (Oxford) auf Platz 3.

Man sieht, dass es unterschiedliche Ergebnisse dieser Rankings gibt; das definitiv beste Oxbridge-College ist also nicht auszumachen.

Oxfords Nummer 1 nach der Norrington Table: Merton College.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Für den Daily Telegraph Oxbridges Nummer 1: St John’s in Oxford.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags: ,

Mein Buchtipp – Dee Gordon: Essex’s Own

Foto meines Exemplares.

Es ist zwar schon zehn Jahre her als Dee Gordons Buch „Essex’s Own“ erschien, und so einiges bedürfte einer Aktualisierung, trotzdem ist es interessant zu lesen. Vielen im Lande fällt, wenn sie den Namen der Grafschaft Essex vor den Toren Londons hören, erst einmal „Essex Girls“ ein, ein Begriff, der die jungen Frauen von dort in einem eher ungünstigen Licht erscheinen lässt, ein bisschen vulgär, kurze Röcke, tiefe Dekolletés, immer auf der Suche nach einem amourösen Abenteuer.

Dee Gordons Buch beinhaltet Kurzbiografien von Prominenten, die in irgendeiner näheren Beziehung zu der Grafschaft stehen, und da sind auch Essex Girls dabei, allerdings keine, die in das oben erwähnte Klischee passen.

Da ist beispielsweise die Krimiautorin Ruth Rendell (1930-2015), die vor allem durch ihre Inspector Wexford-Romane weltweit bekannt wurde (ich persönlich ziehe ihre anderen Krimis vor). Ruth Rendell arbeitete zu Beginn ihrer Karriere bei der Lokalzeitung Chigwell Times, die in Essex erschien und die es heute nicht mehr  gibt. Geboren wurde sie 1930 in South Woodford, das bis zum Jahr 1965 zu Essex gehörte, dann Greater London zugeschlagen wurde.
Weitere Essex Girls sind die Sängerinnen Sandie Shaw und Sade. Sandie wurde 1947 in Dagenham geboren (auch dieser früher in Essex gelegene Ort wurde 1965 in London eingemeindet), Sade (eigentlich Helen Folesade Adu, 1959 in Nigeria geboren) lebte als Teenager in Clacton-on-Sea und besuchte die dortige High School.

Dee Gordons Buch porträtiert natürlich auch „Essex Boys“, darunter ist der Kultautor Douglas Adams (1952-2001), der einen Teil seiner Kindheit in Brentwood und in Stondon Massey verbrachte, der Jazzmusiker Kenny Ball (1930-2013), der in Essex geboren wurde und dort auch starb, und die Fußball-Ikone Bobby Moore (1941-1993), der in Barking (damals Essex, heute Greater London) geboren wurde, eine Zeit lang die Mannschaft von Southend United trainierte und einige Jahre in Leigh-on-Sea wohnte.

Die Autorin ist selbst ein Essex Girl und hat viele weiterer Bücher geschrieben, die meisten über Essex und speziell Southend-on-Sea, wo sie auch wohnt.

Dee Gordon: Essex’s Own. The History Press 2009. 127 Seiten. ISBN 978-0-7509-5121-0.

Southend-on-Sea in Essex.
Photo © Oliver Mills (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

8 Wildwood Road, Hampstead Garden Suburb in London – Hier wurde eine berühmte Schauspielerin geboren

Elizabeth Taylors Geburtshaus.
Photo: Alan Patient of http://www.plaquesoflondon.co.uk and London remembers.

Am 27. Februar 1932 wurde im Londoner Stadtteil Hampstead Garden Suburb in der Wildwood Road Nummer 8 ein Mädchen geboren, dessen amerikanische Eltern der Kunsthändler Francis Taylor und die ehemalige Schauspielerin Sara Taylor waren. Sie nannten ihre Tochter Elizabeth, und das kleine Mädchen wuchs in dem großen Haus auf, das man Heathwood genannt hatte, und genoss seine Kindheit hier, wo es in der Umgebung in Wald und Feld spielen konnte.

Das kleine Mädchen wurde zu einer berühmten Schauspielerin, meist nur kurz Liz Taylor genannt. Auch noch viele Jahrzehnte später erinnerte sie sich sehr gern an das Haus in der Wildwood Road und wünschte sich kurz vor ihrem Tod nichts mehr, als dass man in Heathwood eine blaue Plakette anbringen würde, die darauf hinweist, dass sie hier geboren wurde. Diesen Wunsch vertraute sie dem Journalisten Matthew Wright an, der sich nach Elizabeth Taylors Tod am 23. März 2011 daran machte, den Wunsch der Schauspielerin zu erfüllen. Doch da gab es Probleme, denn English Heritage, die über die Vergabe der Plaketten entscheidet, hat gewisse Richtlinien, die unter anderem besagen, dass Plaketten erst zwanzig Jahre nach dem Tod der betreffenden Person installiert werden. Matthew Wright versuchte eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, doch English Heritage blieb hart. Wenn man einmal Ausnahmen macht, wo führt das hin?

Bis zum Jahr 2031 wollte man nicht warten, und so prangt nun am Haus Nummer 8 in der ruhigen, baumbestandenen Wildwood Road im ersten Stock eine blaue Plakette, aber keine vom English Heritage, sondern eine von der Hampstead Garden Suburb Residents Association, im Jahr 2015 angebracht. Die Aufschrift lautet: „Dame Elizabeth Taylor Actress was born here in 1932 and lived here until 1939„. Also: Wunsch erfüllt (es muss ja nicht immer eine Plakette von English Heritage sein).

Das imposante 1926 gebaute Haus wurde im Jahr 2009 für über £5 Millionen verkauft, der heutige Wert dürfte weit höher liegen. Bevor die Taylors einzogen, wohnte hier der Maler Augustus John (1878-1961), der seinen späteren Erfolg in den USA dem Kunsthändler Francis Taylor zu verdanken hatte. Entworfen wurde das Haus von dem Architekten Matthew Dawson, der sich einen Namen machte, als er das später in ein Hotel umfunktionierte Haus auf Burgh Island baute (s, dazu meinen Blogeintrag).

 

Published in: on 7. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Dennis Severs‘ House in der Londoner Folgate Street

Das Haus mit den roten Fensterläden ist das Museum.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Heute begeben wir uns in den Londoner Stadtteil Shoreditch und zwar in die Folgate Street, das ist eine schmale Gasse zwischen der Commercial Street und der von Glaspalästen gesäumten Straße Norton Folgate (A10). Hier, in der Nummer 18, befindet sich ein Museum der besonderen Art, das sich Dennis Severs‘ House nennt.

Dennis Severs (1948-1999) war ein Kalifornier, der 1979 in das damals ziemlich verwahrloste Hause in der Folgate Street zog. Er verwendete viel Zeit und Geld, um die zehn Räume wieder in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen, was ihm außerordentlich gut gelang. Der Amerikaner gestaltete jeden Raum anders, jeder präsentiert einen jeweils anderen Zeitabschnitt im Rahmen von 1724 bis 1914. Dennis Severs erfand die Jarvis-Familie, Seidenweber hugenottischer Abstammung, die er hier in der Folgate Street unterbrachte, eine Familie, die der Besucher überall wahrzunehmen meint, sie aber nie zu Gesicht bekommt. Jeder Raum sieht aus, als hätten ihn die Bewohner vor einer Minute kurz verlassen. Die Sinne der Besucher werden angesprochen, Gerüche und Geräusche sind da, hier ein ungemachtes Bett, da prasselnde Kaminfeuer in den Räumen, Kerzen überall, Essen steht auf dem Tisch (echtes, kein künstliches!), Uhren schlagen. Dennis Severs‘ Haus ist weniger ein Museum als eine Art Zeitkapsel, in der eine fiktive Familie über mehrere Generationen gefangen gehalten wird.

So verwundert es nicht, dass die Räumlichkeiten in der Folgate Street Nummer 18 schon mehrfach für historische Fernsehdokumentationen herhalten mussten wie zum Beispiel Lucy Worleys „If walls could talk: the history of the home“ (hier ist die erste Episode).

Um sich Dennis Severs‘ Haus anzusehen, sollte man vorher buchen, zum Beispiel eine Silent Night (£15), die dreimal pro Woche zwischen 17 Uhr und 21 Uhr stattfindet oder die Exclusive Silent Night an ausgewählten Abenden mit einem Glas Champagner (£60). Ganz besonders romantisch wirken die Räume in der Weihnachtszeit, wenn sie entsprechend hergerichtet werden.

In diesem Film führt der 1999 verstorbene Dennis Severs selbst durch sein Haus und hier ist ein Besuch im Jahr 2019 zu sehen.

Dennis Severs‘ House
18 Folgate Street
Spitalfields, London E1 6BX

Das Buch zum Artikel:
Dennis Severs: 18 Folgate Street – The Tale of a House in Spitalfields. Chatto & Windus 2001. 288 Seiten. ISBN 978-0701172794.

Published in: on 6. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

National Walk Your Dog Week UK 2019

Auch dieser Staffordshire Bullterrier, Großbritanniens beliebteste Hunderasse laut einer Umfage des Fernsehsenders ITV, würde sich über einen ausgiebigen Spaziergang freuen.
This work is released into the public domain.

In diesen Tagen stehen in ganz Großbritannien, von Penzance in Cornwall bis John O’Groats an der Nordspitze Schottlands, Hunde an den Haustüren und sehen ihre Herrchen bzw. Frauchen mit fordernden Augen an, in denen man lesen kann „Remember, it’s the National Walk Your Dog Week!!“ Also, rein in die Gummistiefel, einen „poop bag“ in die Tasche gesteckt, und wenn es auch noch so regnet, Alfie, Charlie, Poppy und Bella (die beliebtesten Hundenamen im Königreich) haben ein Recht darauf, zumindest in der National Walk Your Dog Week, die in diesem Jahr vom 1. bis zum 7. Oktober dauert, richtig schön lange ausgeführt zu werden.

Zu verdanken haben die Hunde Großbritanniens diese spezielle Woche Colleen Page, einer Expertin für Haustiere, die auch den National Cat Day ausgerufen hat. Colleen hatte die National Walk Your Dog Week vor neun Jahren in den USA ins Leben gerufen und dabei in erster Linie im Auge gehabt, übergewichtigen Hunden (und deren ebenso fülligen Besitzern) mehr Bewegung zu verschaffen, und da das Thema Übergewichtigkeit auch in Großbritannien eine immer größere Rolle spielt, ist diese „Hunde-Ausführ-Woche“ durchaus auch auf der Insel für alle Beteiligten sinnvoll.
Nach Expertenmeinung sollte ein Hund mindestens zweimal am Tag für jeweils 30 Minuten ausgeführt werden. Vielleicht fällt es Herrchen leichter, einen Spaziergang mit Hund zu unternehmen, wenn dieser in einem „dog-friendly pub“ endet, in dem der Vierbeiner zwar kein Pint, aber dafür ein anderes Leckerli serviert bekommt. Hier ist eine Checkliste für den perfekten Spaziergang.

Published in: on 5. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

The British Commercial Vehicle Museum in Leyland (Cumbria)

Eine Bedford Green Goddess aus dem Jahr 1956.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Leyland? Richtig, es gab einmal eine britische Firma namens Leyland Motors, später British Leyland, die ihre Fahrzeuge in dem Ort Leyland in Cumbria baute. Gibt es heute nicht mehr, dafür gibt es auf dem ehemaligen Gelände der Firma heute das British Commercial Vehicle Museum, das sich mit der Geschichte und der Entwicklung kommerziell genutzter britischer Straßenfahrzeuge beschäftigt.

Die Bedeutung des Transportgewerbes wird dadurch deutlich, dass rund 98% des Güterverkehrs in Großbritannien durch Lkws vorgenommen wird und täglich ca 5 Millionen Menschen durch Busse befördert werden.

Im British Commercial Vehicle Museum werden zahlreiche Lastwagen und Busse ausgestellt, die sich alle in einem hervorragenden Zustand befinden.
Von einem früher von Pferden gezogenen Bus aus dem 19. Jahrhundert bis zu dem Konzept-Lkw Leyland TX450 ist hier so ziemlich alles zu finden, was in der britischen Transportwelt eine Rolle spielte. Von der Firma Foden, die unter anderem schwere Lastwagen herstellte, gibt es hier einen Steam Wagon zu sehen als auch einen Doppeldeckerbus aus dem Jahr 1956.
Auch eine Kuriosität steht in dem Museum: das 24 Tonnen schwere, sechsrädrige, gepanzerte Papamobil, das von der Firma British Leyland einst für den Besuch Papst Johannes Paul II 1982 in Großbritannien gebaut wurde und sicher nur wenige Kilometer auf dem Tacho haben dürfte.

Das Museum ist ideal (nicht nur) für einen verregneten Urlaubstag und wird sicher auch Kinder interessieren, die hier vieles an den Fahrzeugen ausprobieren dürfen.

Hier ist ein filmischer Rundgang durch das Museum, das, außer montags, täglich von 10 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet ist. Der Eintrittspreis beträgt £8.

The British Commercial Vehicle Museum
King Street
Leyland
Cumbria PR25 2LE

Ein Lastwagen der Marke Foden.
Author: bilbobagweed
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Das für den Papst gebaute Papamobil.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Published in: on 4. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Wer war eigentlich… Ann Summers?

Das Hauptquartier der Firma in Whiteyleafe (Surrey).
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

In meiner losen Serie über englische Firmennamen komme ich heute auf die Ladenkette Ann Summers zu sprechen, die in vielen High Streets des Landes zu finden ist. Ann Summers ist etwa vergleichbar mit den deutschen Beate Uhse-Geschäften, hier werden also in erster Linie sexy Lingerie und Sexspielzeug verkauft.

Das Unternehmen Ann Summers entstand 1970, und das erste Geschäft öffnete in diesem Jahr in der Londoner Wardour Street. Gründer war der Unternehmer Michael Caborn-Waterfield (1930-2016), der den Spitznamen Dandy Kim hatte, eine schillernde Figur der Londoner Society, der sich zahlloser Affären mit Frauen rühmte. Eine davon war die 1941 geborene Annice Summer, die auch für ihn arbeitete. Als er für seine geplanten Sex Shops einen Namen suchte, wollte er seinen eigenen nicht verwenden, sondern benutzte den seiner Freundin, den er leicht abwandelte. Von nun an konnten die Damen des Landes ihre erotischen/sexuellen Wünsche in Ann Summers-Läden wahr werden lassen.

Die Namensgeberin überwarf sich bald mit ihrem Arbeitgeber, verließ die Firma und siedelte sich in Italien an. Im Jahr 2012 starb sie an Krebs.

Die Geschäftsführerin des Unternehmens ist seit 1987 Jacqueline Gold, die zu den wohlhabendsten Frauen des Königreichs gehört, und die Ann Summers zu einer florierenden Firma ausgebaut hat, mit einem Jahresumsatz jenseits der £100 Millionen. Eine Besonderheit von Ann Summers sind die Verkaufsparties wie man sie von der Firma Tupperware her kennt. Bei privaten Verkaufsveranstaltungen, zum Beispiel bei einem Glas Sekt, werden die Produkte einem kleinen Kreis von interessierten Damen präsentiert, die sich dann vor Ort für die passende Unterwäsche oder für das interessanteste Sexspielzeug entscheiden können.

Das Hauptquartier von Ann Summers liegt an der A22, der Godstone Road, in Whiteyleafe in Surrey. Dort gibt es auch einen Factory Shop, in dem man Produkte des Hauses zu reduzierten Preisen erstehen kann.

Das Buch zum Artikel:
Jacqueline Gold: Good Vibrations – True Story of „Ann Summers“. Pavillion Books 1995. 192 Seiten.  978-1857937428.

Der Factory Shop.
Photo © tristan forward (cc-by-sa/2.0)

Eine Filiale in Huddersfield (West Yorkshire).
Photo © Betty Longbottom (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. Oktober 2019 at 07:15  Kommentar verfassen  
Tags:

Clyde Cosper, ein Texaner, der Princes Risborough in Buckinghamshire vor einer Katastrophe bewahrte

Das Denkmal vor der Bibliothek von Princes Risborough.
Copyright: Iain McLauchlan.
With friendly permission.

Es war der 13. November 1943 als der kleine Ort Princes Risborough in der Grafschaft Buckinghamshire um ein Haar ausgelöscht worden wäre, wenn es da nicht einen jungen Leutnant aus Texas gegeben hätte, der sein Leben für das vieler anderer gab. Lieutenant Clyde „Sparky“ Cosper aus Dodd City, einer Kleinstadt im texanischen Fannin County, hob an diesem trüben Novembertag mit seiner mit Bomben vollgepackten B-17 von einem Flugplatz ab, um U-Boote anzugreifen, die im Hafen von Bremen stationiert waren. Außer „Sparky“ waren noch weitere acht Besatzungsmitglieder an Bord. Das Wetter wurde so schlecht, dass eine starke Böe das schwere Flugzeug, gerade als es über Princes Risborough war, nach unten riss. Der Pilot befahl seinen Männern, sofort mit dem Fallschirm abzuspringen, was diese dann auch sofort taten (und mit mehr oder weniger großen Blessuren lebend auf dem Boden landeten). Cosper selbst blieb allein am Steuerknüppel der Maschine zurück und ihm gelang es gerade so, nur wenige Meter über den Dächern des Ortes, die B-17 abzufangen und sie erst eine Strecke entfernt auf einer Wiese aufzusetzen, wobei sie sofort Feuer fing und die Bomben alle explodierten; der Pilot selbst hatte keine Überlebenschance.

Die Bewohner waren verständlicherweise außerordentlich dankbar für diese Heldentat des jungen Texaners, und man hat ihn bis heute in Princes Risborough nicht vergessen. Im Jahr 1990 machte sich ein Reporter der Zeitung Bucks Herald auf Spurensuche und flog nach Texas, wo noch immer Familienmitglieder des Piloten in Dodd City lebten. Eine Kampagne wurde in Princes Risborough ins Leben gerufen, dem Leutnant und seiner Crew ein Denkmal zu setzen, das dann auch auf dem Gelände der örtlichen Bibliothek errichtet wurde. Der Hauptteil des Denkmals ist wie das Höhenleitwerk eines Flugzeugs gestaltet, die Sitze darum herum sind den Besatzungsmitgliedern gewidmet, acht auf der linken Seite und der für Lt. Cosper auf der rechten Seite. Die Tafeln in der Mitte erinnern an andere Flugzeugabstürze im Zweiten Weltkrieg, bei denen ebenfalls Menschen ums Leben kamen.

Die High Street von Princes Risborough.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)