Fell Top Assessor – Einer der seltensten Berufe in England

Der Helvellyn, im Vordergrund Swirral Edge.
Photo © John Light (cc-by-sa/2.0)

Die Lake District National Park Authority im Nordwesten Englands ist Arbeitgeber für einen der wohl seltensten Berufe in ganz England: Fell Top Assessor. In diesem Jahr sind es ganze drei Männer, die diesem Beruf nachgehen und das auch nur in den Wintermonaten. Ihre Aufgabe ist es, in der Bergwelt des Lake Districts, in der es im Winter schon einmal ganz schön rau zugehen kann, ein Auge auf die Bergwanderer zu haben, ihnen Verhaltensmaßnahmen zu geben und Kurse im „Fell walking“ durchzuführen. Immer wieder kommt, es vor allem in der kalten Jahreszeit, zu Unfällen in dieser Region, die durchaus tödlich enden können, denn viele unterschätzen die Berge und haben nicht die benötigte Ausrüstung dabei. Die Fell Top Assessors müssen also über die entsprechende Erfahrung verfügen und sich sehr gut im Lakeland auskennen.

Zu ihren Aufgaben gehört auch der tägliche Aufstieg zum Helvellyn, dem mit 950 Metern dritthöchsten Berg Englands. Dort oben messen sie Wetterdaten wie die Windgeschwindigkeit und die „windchill temperature“, also die gefühlte Temperatur, sie prüfen die Schneehöhe und die mögliche Lawinengefahr. Diese Daten werden weitergeleitet an das Met Office, den nationalen Wetterdienst für Großbritannien, der sie dann jedermann zur Verfügung stellt; die Bergwanderer können sich dadurch informieren, was sie dort oben erwartet (und gegebenenfalls zu Hause bleiben). Wie schlecht das Wetter auch ist, die Fell Top Assessors müssen jeden Tag den Helvellyn besteigen, was auch für sie nicht ganz ungefährlich ist. Wenn man sich die Bilder von der Striding Edge (siehe dazu meinen Blogeintrag) und der Swirral Edge, die beide zum Helvellyn hinführen, einmal ansieht, kann man erahnen, dass eine „Wanderung“ hier oben nichts für Gelegenheitswanderer ist.

In diesem Film erläuterte ein Fell Top Assessor seinen Aufgabenbereich.

Striding Edge.
Photo © Adam Ward (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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