Die Cottingley Fairies oder Die Geschichte mysteriöser Feen-Fotos in Yorkshire

Der Cottingley Beck, wo die Fotos entstanden.
Photo © Paul Glazzard (cc-by-sa/2.0)

Es war im Jahr 1917 in Cottingley, einem Dorf in der Nähe von Bradford in West Yorkshire. Zwei junge Mädchen, die beiden Cousinen Frances Griffiths und Elsie Wright, machten sich eines Tages, mit einer Fotokamera bewaffnet, auf den Weg zu einem kleinen Bach, dem Cottingley Beck. Eine halbe Stunde später kamen sie begeistert wieder zurück und erzählten den Erwachsenen, sie hätten Fotos von ihren Spielkameraden am Bach gemacht, kleinen Feen. Und tatsächlich sah man auf den Fotos jeweils eines der Mädchen, zusammen mit winzigen geflügelten Wesen. Es dauerte etwas bis diese Bilder veröffentlicht wurden und großes Aufsehen erregten. Viele waren skeptisch, viele aber fühlten sich in ihrer Meinung bestätigt, dass es so etwas wie Feen und Zwerge gab. Einer der letzteren war der große, berühmte Sir Arthur Conan Doyle, geistiger Vater des vielleicht noch berühmteren Detektivs Sherlock Holmes, ein überzeugter Spiritualist, für den die Fotos der Cottingley Fairies Wasser auf seine Mühlen war. 1922 veröffentlichte er das Buch „The Coming of the Fairies„, in das er die Geschichte der Cottingley-Fotos mit einbezog. Bis zu seinem Tod glaubte er an Geister, Feen und andere übernatürliche Wesen.

In den folgenden Jahrzehnten wurde immer mal wieder über die mysteriösen Fotos aus Yorkshire geschrieben, bis im Jahr 1983 die inzwischen 83 Jahre alte Elsie Wright eingestand, dass die Bilder nicht echt waren. Sie und ihre Cousine hätten die Fotos gefälscht, indem sie aus einem Kinderbuch namens „Princess Mary’s Gift Book“ Bilder von tanzenden Mädchen entnommen, diese dann auf Karton abgezeichnet, zusätzlich mit Flügeln versehen, und schließlich ausgeschnitten hätten. Mit Hutnadeln steckten sie die Feenbilder fest und fotografierten sie dann zusammen mit jeweils einer der Cousinen. Alle Achtung! Eine tolle Leistung, mit der sie sogar Sir Arthur Conan Doyle täuschen konnten. Ich bin aber sicher, dass Sherlock Holmes den Fall der Cottingley Fairies in kurzer Zeit gelöst haben würde.

Im April 2019 wurden einige der Originalfotos bei einer Auktion in Cirencester (Gloucestershire) für mehr als £50 000 versteigert.

1997 hat man die Geschichte unter dem Titel „FairyTale: A True Story (dt. „Fremde Wesen“) verfilmt, in dem Peter O’Toole die Rolle des Sir Arthur Conan Doyle spielte.

In dem Dorf Cottingley hat man die Erinnerung an die Feen-Geschichte aufrecht erhalten, indem man auf einer Grünfläche mitten im Ort Skulpturen aufgestellt hat, die auf den berühmten Fotos basieren.

Die Feen-Skulpturen mitten in Cottingley.
Photo © John Illingworth (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 30. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Premier Inns – Die größte Hotelkette Großbritanniens

Hotels der Premier Inn-Gruppe sieht man in Großbritannien überall, gibt es davon doch schon um die 800 mit etwa 72 000 Zimmern. Die meisten dieser Budget-Hotels sind im 3*-Bereich angesiedelt und für britische Verhältnisse recht günstig. Um die £100 sollte man etwa für eine Übernachtung rechnen, allerdings mit deutlichen Abweichungen nach unten und nach oben, abhängig wo das Hotel steht.

Die Firma Whitbread mit Sitz in Dunstable (Bedfordshire) ist seit 1987 Eigentümerin der Hotels, die ursprünglich Travel Inns, dann Premier Travel Inns und schließlich Premier Inns hießen. Wie in der internationalen Hotelbranche üblich wurden Häuser anderer Hotelgruppen dazugekauft, andere abgestoßen. Am 600. Hotel der Gruppe in Stratford-upon-Avon kam ich kürzlich vorbei, günstig am Rand des Stadtzentrums gelegen. Überhaupt liegen viele Premier Inns, deren Zielgruppe sowohl Geschäftsreisende als auch Privatleute sind, in den Zentren der Städte, in der Nähe von Flughäfen oder anderen günstigen Lagen. Die Zimmer sind recht einheitlich ausgestattet, ein Restaurant ist in den meisten Fällen in das Hotel integriert.

In Deutschland gibt es seit kurzem auch drei Premier Inns, in Frankfurt am Main, Hamburg und München, viele weitere Standorte sind in Planung (man spricht von 20 bis Ende 2020). „Premium-Economy-Konzept mit exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis“, so der Slogan der Hotelgruppe in Deutschland. Das Markenzeichen ist der schlafende Halbmond mit den drei Sternen.

Am 17. Juli diesen Jahres ging ein Hotel der Gruppe in Bristol in Flammen auf und brach teilweise in sich zusammen (hier ist ein Film darüber). Gäste und Personal konnten sich rechtzeitig retten. Mittlerweile ist es abgerissen worden.

Ich selbst habe noch in keinem Premier Inn gewohnt, kann also nicht von eigenen Erfahrungen berichten.

In diesem Film wird ein Premier Inn (das Southampton Airport Hotel) vorgestellt und hier ist ein Werbespot aus dem Jahr 2014.

Premier Inn in Stratford-upon-Avon.
Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Premier Inn London Blackfriars.
Photo © Thomas Nugent (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 29. November 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Jamie Collinson: Cambridge Student Pranks – A History of Mischief & Mayhem

Foto meines Exemplares.

Schon seit Jahrhunderten hatten die Studenten der Universitätsstädte Oxford und Cambridge ihren Spaß daran, anderen Streiche zu spielen. Jamie Collinson hat in seinem Buch „ Cambridge Student Pranks – A History of Mischief & Mayhem“ einige davon zusammengestellt (über den Parallelband “ Oxford Student Pranks – A History of Mischief & Mayhem“ werde ich demnächst berichten).

Da ich selbst eine Vorliebe für „pranks“ und „hoaxes“ habe, findet man in meinem Blog einige meiner Favoriten wie die Geschichte vom Sultan von Sansibar, den Dreadnought Hoax und vor wenigen Tagen erst den Streich, in dem ein imaginärer Schulleiter einer imaginären Schule im Mittelpunkt steht.

Jamie Collinson, der Autor des Buches, absolvierte das Sidney Sussex College in Cambridge und ist heute Managing Director der Firma Cambridge Software Ltd. In seinem Buch erzählt er auch die Geschichte eines der wohl berühmtesten (und aufwändigsten) Streiche, die jemals in der Universitätsstadt stattgefunden haben: Der Austin Seven auf dem Dach des Senate House. Eine Gruppe von Studenten hatte sich im Juni 1958 zusammengefunden, um ein Auto des Typs Austin Seven auf das Dach dieses Hauses zu hieven, was mit wochenlangen Vorbereitungen verbunden war und was dann in einer Nacht-und-Nebel Aktion durchgeführt wurde. Sogar die überregionale Presse berichtete von diesem außergewöhnlichen Streich. Ein Problem stellte sich den Verantwortlichen, die das Auto wieder vom Dach herunterholen mussten, was nicht gelang und so wurde der Austin Seven oben mit Schweißbrennern in mehrere Teile zerlegt, die man dann leichter „entsorgen“ konnte.

Das Buch ist mit kleinen witzigen Zeichnungen von Catherine Cox und mit Schwarz-Weiß-Fotos illustriert. Ich kann es nur allen empfehlen, die einen Nerv für diese schrägen Späße haben!

Jamie Collinson: Cambridge Student Pranks – A History of Mischief & Mayhem. The History Press 2012. 124 Seiten. ISBN 978-0-7524-5395-8.

Das illuminierte Senate House, auf dessen Dach der Austin Seven gehievt wurde.
Photo © David Purchase (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 28. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Crazy Brighton Winter mit dem Comedian Matt Whistler

Brightons Palace Pier im Winter.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)

Der Novelty Song „Surfin‘ Bird“ wurde 1963 veröffentlicht und war der einzige Hit, den die US-Band The Trashmen hatte. Er gilt als einer der verrücktesten Songs der Rock-Musikgeschichte und, wer von ihm nicht genug bekommen kann, ihn gibt es auch in einer 10-Stunden-Version.

Der Comedian Matt Whistler nutzte ihn einmal für einen Flashmob auf der Palace Pier in Brighton, als er, nur wenig bekleidet, mit den Anwesenden zum „Surfin‘ Bird“ tanzte. Man muss schon ganz schön „crazy“ sein, um mitten im Wetter bei niedrigen Temperaturen solch einen Auftritt hinzulegen. Die Flashmobber schienen das Spektakel aber genossen zu haben wie dieser Film zeigt.

Matt Whistler hat bzw. hatte offensichtlich eine Vorliebe, sich mehr oder weniger nackt im Winter zu verlustieren. Neben seiner Aktion auf der Palace Pier gibt es noch einen weiteren Auftritt von ihm wie er bei Schneetreiben in Brightons Southover Street, einer ziemlichen steilen Straße, sich den winterlichen Freuden hingibt, die in dieser Form in dem Seebad an der englischen Südküste nicht allzu oft zu erleben sind. Dieser Film zeigt Matt bei seiner Aktion, bei der allerdings die Anwesenden keine Lust hatten, sich auch ihrer Kleidung zu entledigen.

Die (schneefreie) Southover Street in Brighton.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. November 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Famous Graves – Jeremy Beadle auf dem Londoner Highgate Cemetery

London, Highgate Cemetery East, so lautet die letzte Adresse von Jeremy Beadle (1948-2008), einem beliebten Fernsehmoderator und Buchautor. Seine Grabstätte ist ungewöhnlich: Sie besteht aus vier steinernen, großformatigen Büchern, die darauf hinweisen, dass Beadle ein Buchliebhaber war. Auf dem Grabstein steht geschrieben:
Jeremy Beadle April 12th 1948 – January 30th 2008 – Writer. Presenter. Curator of Oddities – Ask My Friends

Geschaffen wurde die Grabstätte von Neil Luxton, einem Steinmetz, der sein Atelier im Stour Valley Business Centre in Sudbury (Suffolk) hat, und dessen Spezialität das Kreieren von kunstvollen Memorials ist. Jeremy Beadles unmittelbare Nachbarn auf dem Highgate Cemetery sind der Punkrocker Malcolm McLaren und die Schriftstellerin George Elliot.

Jeremy Beadle dürfte in Deutschland kaum bekannt sein, in Großbritannien war er vor allem in den 1990er Jahren ein sehr populärer Fernsehmoderator, der vor allem für ITV leichte TV-Unterhaltung präsentierte wie die Serien „Game for a Laugh„, „Beadle’s About“ und „You’ve Been Framed!

Als Autor trat Beadle in Erscheinung durch seine Bücher „Today’s the Day: A Chronicle of the Curious„, „Firsts, Lasts and Onlys: Crime„, in denen er „Oddities„, Kuriositäten, zusammengestellt hatte, so wie es auch auf seinem Grabstein zu lesen ist. 1998 erschien seine Autobiografie „Watch Out!

Published in: on 26. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Thornbury & District Museum in Thornbury (Gloucestershire)

Eigenes Foto.

Ich war nun schon so viele Male in Thornbury in Gloucestershire, hatte aber dem dortigen Museum noch nie einen Besuch abgestattet. Das hat sich nun geändert und Ende Oktober suchte ich das Thornbury & District Museum auf. Es liegt in der Chapel Street, einer kleinen Nebenstraße, die von der High Street abzweigt. Das Museum, das sich mit der Geschichte der Stadt und seiner Umgebung beschäftigt, ist von Dienstag bis Freitag von 13 Uhr bis 16 Uhr und am Samstag von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Es wird ausschließlich von Freiwilligen betrieben, die das mit großem Engagement und mit viel Liebe tun. Bereits beim Betreten des Museums wurden wir sehr freundlich von einer Gruppe teetrinkender Damen und Herren begrüßt, mit denen wir schnell ins Gespräch kamen. Wir trafen auf Meg Wise, die die Recherchearbeiten für Tom Cherrys Buch „Thornbury Castle Revisited“ übernommen hatte. Aus der Feder der beiden stammt auch das Buch „Thornbury Through Time„.

Das Museum ist sehr liebevoll eingerichtet und enthält zahlreiche Dokumente und Fotos über die Marktstadt. Zwei Ausstellungen informierten über den ortsansässigen Camera Club, der gerade sein 50-jähriges Bestehen feiert, und über die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Thornbury.

Am meisten interessierte mich natürlich alles, was in dem Museum über das Thornbury Castle zusammengetragen worden ist, in dem ich während meines Aufenthaltes wieder wohnte. Und das waren sehr interessante Dokumente, die im ersten Stock des Museum zu sehen sind.

Sehr gut sind die Webseiten des Museums, auf denen man viele Informationen findet. Weitere Infos über die Geschichte Thornburys auf Thornbury Roots. Im Museumsshop kann man auch die oben genannten Bücher beziehen.

Ich finde es großartig, dass es immer noch Menschen gibt, die sich für ihre Stadt auf diese Weise engagieren und ihre Zeit opfern.
Der Eintritt in das Museum ist übrigens kostenlos!

Thornbury & District Museum
4 Chapel Street
Thornbury
Bristol BS35 2BJ

Blick aus dem ersten Stock des Museums.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

 

Published in: on 25. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Gareth E. Rees: Car Park Life – A Portrait of Britain’s Unexplored Urban Wilderness

Foto meines Exemplares.

Heute möchte ich eines der interessantesten Bücher vorstellen, die ich seit langem gelesen habe, das im Oktober diesen Jahres erschienene „Car Park Life – A Portrait of Britain’s Unexplored Urban Wilderness“ von Gareth E. Rees.

Zugegeben, es ist schon etwas exzentrisch, sich mit intensiv dem Thema „Parkplätze“ zu beschäftigen, in diesem Falle mit Parkplätzen von Supermärkten und Einkaufszentren. Was kann man da schon groß darüber berichten? Außer Autos und deren Insassen gibt es da doch nichts, oder? Stimmt nicht! Überall, wo Gareth Rees hinkommt, muss er einfach die Parkplätze von Morrison’s, Sainsbury’s, ASDA, Tesco und wie sie alle heißen, aufsuchen, sie haben alle ihre Besonderheiten und es passiert dort eine Menge, nur sehen es die meisten „Shopper“ nicht. Da wird mit Drogen gehandelt, es passieren Verbrechen, sogar Morde, Jugendliche benutzen sie, um dort Skateboard zu fahren oder mit ihren Autos zu nächtlicher Stunde gefährliche Kunststücke zu vollbringen, sexuelle Handlungen werden in den Autos vollzogen und und und.

Von Schottland bis nach Cornwall hat Gareth Rees Parkplätze aufgesucht, und er hat auch hinter die Supermärkte geschaut, hinter Restaurants wie KFC, Pizza Express und McDonald’s, um zu sehen wie es dort aussieht, wo manchmal Rattenfallen aufgestellt sind und wo Unrat jeglicher Art abgeladen wird.

Der Autor besucht zum Beispiel Bristols Cribbs Causeway Retail Park, ein riesiges Einkaufszentrum mit 7000 Parkplätzen, in dem alle die üblichen Verdächtigen zu finden sind wie Argos, B&Q, Costa Coffee, Currys, KFC, John Lewis, um nur einige zu nennen. Beim vierten World Congress of Psychogeography in Huddersfield (West Yorkshire) führt er eine Gruppe von Teilnehmern über die Parkplätze von Sainsbury’s und Tesco.

Das Buch ist nie langweilig, fesselnd zu lesen und auch traurig, als Rees über seine zerbrochene Ehe berichtet.

Es gibt noch ein weiteres Buch, das sich mit dem Thema beschäftigt: „Parking Mad: Car Parks From Heaven (or Hell)“ von Kevin Beresford, das 2006 erschien.

Auch in den USA wurden Bücher über Parkplätze geschrieben, und das Thema findet seinen Niederschlag in zahlreichen Songs, von denen ich hier stellvertretend nur zwei Countrysongs nennen möchte: Chris Cagles „Wal-Mart Parking Lot“ und Jordan Davis‘ „Slow Dance in a Parking Lot„.

Nach der Lektüre des Buches fährt man mit ganz anderen Augen auf den Parkplatz eines Supermarkts.

Gareth E. Rees: Car Park Life – A Portrait of Britain’s Unexplored Urban Wilderness. Influx Press 2019. 240 Seiten. ISBN 978-1-910312-35-3.

Cribbs Causeway Retail Park in Bristol.
Photo © don cload (cc-by-sa/2.0)

Sainsbury’a in Huddersfield.
Photo © Alex McGregor (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Victorian Christmas Market 2019 in Hamburg

Das Hotel Baseler Hof in Hamburg.
Urheber: Pauli-Pirat.
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Wer im Norden Deutschlands wohnt und gern einmal in der Vorweihnachtszeit britische Weihnachtsatmosphäre schnuppern möchte, der kann das am 30. November und am 1. Dezember in diesem Jahr in der Hamburger Innenstadt tun. Der Victorian Christmas Market findet zum wiederholten Mal im Hotel Baseler Hof in der Esplanade 15 statt. Die Straße führt vom Stephansplatz zur Lombardsbrücke, liegt also sehr zentral.

Jeweils von 12 Uhr bis 18 Uhr werden in den Räumen des Hotels Geschenke und britische Lebensmittel zum Kauf angeboten, also nicht nur Weihnachtliches, deren Erlös dem Hamburger Kinderhospiz Familienhafen zugute kommt. Zu den Ausstellern gehören beispielsweise die Firma British Shopping in Geesthacht (über meinen Besuch dort berichtete ich in meinem Blog), British Stuff aus Bodenwerder, Whisky Experience aus Hamburg und Cavendish & Harvey aus Kaltenkirchen, die Süßigkeiten aller Art anbieten.

Für die der Stimmung des Victorian Christmas Markets angemessene Musik sorgen an beiden Tagen die Hamburg Players und die Victorian Minstrels. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat der britische Honorarkonsul Nick Teller.

Wie es bei dem viktorianischen Weihnachtsmarkt 2018 zuging, zeigt dieser Film.

Meine Lieblings-Pubs – The Old Badger Inn in Eastington (Gloucestershire)

Eigenes Foto.

Als wir kürzlich im südlichen Gloucestershire zur Mittagszeit ein Pub suchten, zog ich wieder meinen „Good Pub Guide“ zu Rate, der mir The Old Badger Inn in Eastington vorschlug, ein kleines Dorf, in das man so ohne weiteres nicht gekommen wäre, obwohl die Autobahn M5 und die A38 nicht weit entfernt sind. Wir fuhren also in die Alkerton Road, wo wir den letzten freien Parkplatz neben dem „Badger“ fanden und uns in den Pub begaben. The Old Badger hieß früher The Victoria und gehörte zu den Punch Taverns. Nachdem er 2010 geschlossen, renoviert und modernisiert worden war, öffnete er wieder unter dem neuen Namen und ist jetzt Teil der Pubgruppe der Wickwar Bewery, die in Wickwar (Gloucestershire) angesiedelt ist.

Wenn ein Pub schon The Old Badger heißt, gibt es natürlich auch einen (ausgestopften) Dachs im Hause…und ein Bier namens Old Badger, das wir aber nicht tranken, sondern ein Otter Bright, also nach einem Kollegen des Daches benannt. Die Speisekarte hatte einen leicht mexikanischen Touch, und obwohl ich mir eigentlich geschworen hatte, mittags in Pubs wegen der Portionsgrößen nichts mehr zu essen, bestellte ich mir Nachos für nur ein paar Pfund (das kann dann doch nicht so viel sein) und bekam einen riesigen Teller vorgesetzt mit diesen mit geschmolzenem Käse überbackenen Tortilla-Chips.

The Old Badger ist ein freundlicher Country-Pub, den ich allen empfehlen kann, die hier im Süden Gloucestershires  Appetit auf ein frisch gezapftes Bier bekommen oder etwas essen möchten.

The Old Badger Inn
Alkerton Road
Eastington
Gloucestershire
GL10 3AT

Eigenes Foto.

 

Published in: on 22. November 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Der berüchtigte Schulleiter H. Rochester Sneath von der Selhurst School in West Sussex

Das Pembroke College in Cambridge.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Die Selhurst School bei Petworth in West Sussex war in den 1940er Jahren eine Public School mit etwa 175 Schülern, deren Headmaster der im Jahr 1900 geborene H. Rochester Sneath war… wenn es denn wahr gewesen wäre. Es gab weder eine Selhurst School, noch einen Schulleiter diesen Namens, beides waren Erfindungen des Studenten Humphry John Berkeley (1926-1994), der 1948 in Cambridge das Pembroke College besuchte und, weil er wohl nichts Besseres zu tun hatte, sich einen „prank“, also einen Streich, ausdachte, um andere, richtige Headmaster im ganzen Land zu nerven.

Humphry schrieb Briefe mit einem echt aussehenden Briefkopf der Selhurst School, zum Beispiel an den Leiter des Marlborough College und fragte ihn, mit welchem Trick er es denn angestellt hatte, damit ihn der König und die Königin in seinem College besucht hätten. Die Wortwahl gefiel dem Headmaster überhaupt nicht, und er antwortete kurz angebunden, dass der Besuch der Royals von Seiten des Königshauses arrangiert worden war. Doch H. Rochester Sneath ließ nicht locker und schrieb einen weiteren Brief, in dem er den Schulleiter vom Marlborough College vor einem Französischlehrer der Selhurst School namens Robert Agincourt warnte, der sich demnächst um eine Anstellung in Marlborough bemühen wolle. Dieser Mann sei in Selhurst dadurch unangenehm aufgefallen, dass er einmal auf dem Schulgelände nackt auf einen Baum geklettert sei und der Frau eines hochrangigen Mitglieds der Schulbehörde einen Blumentopf an den Kopf geworfen habe. Der Mann in Marlborough war extrem genervt von den Briefen seines „Kollegen“ und brach die Korrespondenz bald ab.

Dem Headmaster der renommierten Rugby School gab er in einem Schreiben ungefragt Ratschläge wie man mit vermutlich homosexuellen Schülern umgehen sollte (er meinte, das sei nur eine vorübergehende Erscheinung), und der Schulleiter des Eton College wunderte sich über einen Brief von H. Rochester Sneath, in dem der seine bevorstehende Bewerbung um die (nicht frei werdende) Headmaster-Stelle ankündigte.

Der Schwindel flog auf, als ein Journalist die Selhurst School aufsuchen wollte und keine fand. In einem Zeitungsartikel wurde darüber berichtet und H. Rochester Sneath alias Humphry John Berkeley zur Strafe für zwei Jahre vom Pembroke College verwiesen.

Berkeley, der später eine Karriere in der Politik suchte und Parlamentsmitglied für Lancaster war, veröffentlichte seine Briefe später als Buch unter dem Titel „The Life and Death of Rochester Sneath„.

Published in: on 21. November 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – David Skelton: Little Platoons

Foto meines Exemplares.

Das im September 2019 erschienene Erstlingswerk von David Skelton trägt den Titel „Little Platoons: How a Revived One Nation Can Empower England’s Forgotten Towns and Redraw the Political Map„. Das zentrale Thema des Buches klingt im Untertitel an, die „Forgotten Towns„, das sind die Städte im Norden Englands, die früher durch Kohlebergbau und Stahlindustrie prosperierten und die nach dem Niedergang der Schwerindustrie am Boden lagen bzw. noch liegen.
Am Beispiel von Consett im County Durham (siehe dazu meinen Blogeintrag), wo der Autor des Buches aufgewachsen ist, zeigt er, dass die Regierungen in London an diesen abgehängten Regionen nur wenig Interesse bekundeten. Die Kohlekumpels und die Stahlarbeiter hatten plötzlich keine Jobs mehr, die Folge: Eine hohe Arbeitslosenquote, wachsender Drogen- und Alkoholkonsum, Hoffnungslosigkeit und teilweise auch Abwanderung in den Süden des Landes. Beim Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU 2016 stimmten aus Frustation besonders viele Menschen aus dem Norden Englands für den Brexit.

David Skelton wirbt in seinem Buch für eine neue Vision des sogenannten One Nation-Konservatismus, und ich zitiere hier die Wikipedia:

Der Begriff One-Nation-Konservatismus geht auf eine Äußerung des damaligen Premierministers Benjamin Disraeli zurück. Er meinte, es gäbe eigentlich zwei Nationen im Land: eine der Reichen und eine der Armen, die kaum miteinander in Kontakt stünden. Er betrachtete es als seine Aufgabe, soziale Harmonie zwischen den verschiedenen Klassen und gesellschaftlichen Gruppen herzustellen„.

Skelton meint, dass eine starke Regierung für eine ausgeglichenere Gesellschaft sorgen und verkrustete Strukturen aufbrechen kann. Indem man die abgehängten und vernachlässigten Kommunen wiederbelebt und den Menschen dort neue Perspektiven aufzeigt, können diese auch wieder die Kontrolle über ihr Leben und ihre Zukunft bekommen.

Ein sehr lesenswertes Buch, das hin und wieder auch an die deutsche Ost-West-Problematik erinnert; das Thema „abgehängte Dörfer und Städte im Osten“ ist auch in unserem Land aktuell.

David Skelton: Little Platoons: How a Revived One Nation Can Empower England’s Forgotten Towns and Redraw the Political Map. Biteback Publishing 2019. 284 Seiten. ISBN 978-1-78590-512-4.

The Old Transformers, östlich von Consett, erinnern an die ehemalige Kohle- und Stahlindustrie.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 20. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Hayling Island – Eine Insel vor der Küste von Hampshire und das Funland

Die Langstone Bridge, die auf die Insel führt.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Über Hayling Island in Hampshire, eine Insel, die durch die Langstone Bridge mit dem Festland verbunden ist, schrieb ich in meinem Blog bisher erst einmal und zwar in Zusammenhang mit der russischen Prinzessin Catherine Alexandrovna Yurievskaya, deren Grab auf dem Kirchhof von St Peter’s in North Hayling zu finden ist.

Am 31. Oktober bog ich von der A27 bei Havant nach Süden auf die A3023 ab, die auf die Insel bis hinunter nach South Hayling führt. Wenn man sich die Insel auf der Karte ansieht, denkt man, dass es dort wahrscheinlich sehr ruhig zugehen wird, mit wenig Autoverkehr. Von wegen, das Gegenteil war der Fall: Eine Autokolonne zog sich von der Brücke bis nach South Hayling. Ich fragte mich, wo diese vielen Menschen in ihren Autos wohl hinfahren mögen. Die Insel ist allerdings auch dicht bebaut, ein Lidl gibt es schon, nur eine Frage der Zeit, wann auch Aldi sich dort niederlässt (in Havant gibt es schon eines).

Am Ende von Hayling Island liegt eine der „Attraktionen“ der Insel: Funland, „The South Coast’s Family Amusement Park“. An diesem Donnerstagvormittag war hier nicht viel los. Das eine oder andere Karussell drehte sich müde und lustlos, weil kaum ein Kind an Bord war. So richtig Aufregendes gibt es hier eigentlich nicht; eine kleine Achterbahn namens Runaway Mine Train wird eingefleischte Roller Coaster-Fans nicht vom Hocker reißen. Im „Extreme“ wird eine Gruppe von 18 Besuchern vor einer grellbunten Wand gleichzeitig durchgeschüttelt („white knuckle, head spinning, stomach churning“) und der „Cyclone Ride“ klingt aufregender als er (wahrscheinlich) ist. Aber ich bin sicher, dass Kinder am „Frog Hopper“, auf der „Snake Slide“ und am „Samba Balloon“ ihre Freude haben werden. In der Hauptsaison im Sommer dürfte es im Funland brechend voll sein.

Mich konnte in dem Vergnügungspark überhaupt nichts reizen, und so genoss ich lieber vom Parkplatz aus den Blick auf das Meer.

Mein Fazit von Hayling Island: Für eingefleischte Vergnügungspark-Fans und Lidl-Einkäufer okay, alle anderen können auf der A27 vorbeifahren, ohne dass sie etwas verpasst haben (vielleicht tue ich der Insel ja auch Unrecht, es herrschte an diesem Halloween-Tag sehr trübes Wetter…).

So spannend geht es hier am Strand von South Hayling zu.
Photo © scillystuff (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. November 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Die St Lawrence Church in West Wycombe (Buckinghamshire) – Die Kirche mit der goldenen Kugel

Eigenes Foto.

Was wäre der kleine Ort West Wycombe in Buckinghamshire heute ohne Sir Francis Dashwood, der von 1708 bis 1781 lebte? Ein eher unbedeutendes Dorf an der A40.
Sir Francis Dashwood, Politiker und Parlamentsmitglied, ließ die sogenannten Hell Fire Caves ausheben, erbaute das Dashwood Mausoleum oberhalb von West Wycombe, in dem die Urnen mit der Asche der Dashwood-Familienmitglieder untergebracht sind und zeichnet verantwortlich für die goldene Kugel, die auf dem Turm der St Lawrence Church angebracht ist.

Dashwoods berühmt-berüchtigter Hellfire Club traf sich in den Höhlen und dort sollen satanische Rituale und Orgien stattgefunden haben. Die Hell Fire Caves unterhalb der Kirche sind zu besichtigen.

Sir Francis ließ 1763 die St Lawrence Church umbauen; er gab ihr im Inneren ein gewisses italienisches Flair, ließ den Turm erhöhen und setzte eine goldene Kugel darauf. The Golden Ball, dessen Hülle wirklich aus Gold besteht, ist hohl und bietet darin Platz für etwa 6 bis 8 Personen, die über eine Treppe im Turm durch eine Klappe in die Kugel einsteigen konnten.  Sir Francis soll sich darin mit anderen Hellfire Club-Mitgliedern getroffen haben. Auch hat man von dort oben aus mit Hilfe von Spiegeln und dem Sonnenlicht mit anderen Stellen kommuniziert.
Der Namensgeber der Kirche, der Heilige Lawrence, war übrigens der Schutzheilige der Prostituierten, was nicht ganz ohne Witz war, denn es hieß, dass damals Prostituierte, als Nonnen verkleidet, bei den Treffen des Hellfire Clubs eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben. Die Kirche gehört heute dem National Trust, man kann sie besichtigen und gegen eine Gebühr den Turm hinaufsteigen, um The Golden Ball von der Nähe aus zu betrachten, das geht allerdings nur am Sonntagnachmittag in der Zeit von Ostern bis Ende September.

Man kann mit dem Auto über ganz schmale Straßen bis oben auf den Hügel fahren, um sich die Kirche von der Nähe aus anzusehen. Oben ist ein großer, aber unbefestigter Parkplatz, der bei feuchtem Wetter schnell mit großen Pfützen übersät ist, sodass mein Auto bei einem Besuch vor einigen Tagen mich anschließend dringend um eine Wäsche bat.

Dieser Film zeigt die Kirche von außen und von innen, mit einem wunderschönen Schwenk über die Landschaft oben vom Turm.

Church of St Lawrence
Church Lane
West Wycombe Hill
Bucks
HP14 3AP

Das Buch zum Artikel:
Eric Towers: Dashwood – The Man and the Myth. Life and Times of the Hell Fire Club’s Founder. Aquarian Press 1986. 256 Seiten. ISBN 978-0850304275.

The Golden Ball.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Jemmett

Published in: on 18. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Petworth in West Sussex – Eine hübsche Kleinstadt an der A272, die am 29. September 1942 einen schweren Schicksalsschlag erlitt

Eine der hübschen, kleinen Straßen in Petworth.
Eigenes Foto.

Ich fahre sehr gern auf der A272, die den Süden Englands in Ost-West-Richtung durchquert. Vor einigen Tagen machte ich an einem sonnigen Sonntagvormittag in der Kleinstadt Petworth in West Sussex Station, die direkt an der Straße liegt, und ging in dem Ort spazieren. In den kleinen Gassen reihte sich ein Antiquitätenladen an den anderen, es herrschte eine angenehme Atmosphäre, obwohl der Autoverkehr schon sehr stark war. Die meisten, die hierher kommen, besuchen das Petworth House, ein Herrenhaus, das dem National Trust gehört, doch ich kann einen Besuch in Petworth selbst durchaus empfehlen.

Zufällig stieß ich auf eine Information, die mich nachhaltig beschäftigte, obwohl sie schon über 77 Jahre alt ist.
Am 29. September 1942 ließ ein deutsches Flugzeug auf dem Rückflug von einem Einsatz drei Bomben auf Petworth  fallen. Warum? In der Stadt gab es keine militärischen Anlagen. Man vermutete, dass die Bomben dem Petworth House galten. Aber warum so ein schönes Haus zerstören?
Eine der Bomben traf die Boys School. Von den anwesenden 80 Schülern und Lehrern, die durch keinen Fliegeralarm gewarnt worden waren, starben 28, darunter auch der Headmaster und eine Lehrerin. Die Kinder hatten keine Chance, viele wurden schwer verwundet. Ein Trauma, unter dem die kleine hübsche Stadt lange zu leiden hatte.
Die verantwortlichen deutschen Flieger an Bord der Ju88 oder Heinkel 111, es ist nicht ganz klar, welcher Flugzeugtyp es war, wurden nie ermittelt, obwohl im Internet zwei Namen kursieren. Ob sich diese beiden Männer jemals Gedanken darüber gemacht haben, was sie da angerichtet hatten? Sie wurden nicht angegriffen, und sie konnten sicher sein, dass sie mit ihren Bomben ausschließlich Zivilisten töten würden.

Die 28 Opfer wurden in einem gemeinsamen Grab auf dem örtlichen Horsham Road Cemetery beigesetzt. Die Feier leitete der Bischof von Chichester. Eine Gedenkfeier fand 60 Jahre später statt, die auch wieder von einem Bischof von Chichester zelebriert wurde.
Das Grab wird regelmäßig gepflegt, während der restliche Teil des Friedhofs, der nicht mehr benutzt wird, langsam verfällt.

Der Gottesdienst in St Mary the Virgin war bei meinem Besuch in Petworth gerade beendet.
Eigenes Foto.

Published in: on 17. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Bampton Shirt Race in Oxfordshire – Ein kurioses Wettrennen. bei dem es nicht nur auf Schnelligkeit ankommt

The Romany Inn in der Bridge Street, einer der noch verbliebenen Pubs in der Stadt.
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Die Kleinstadt Bampton in Oxfordshire kennt jeder, der schon einmal die TV-Serie „Downton Abbey“ gesehen hat, denn hier fanden zahlreiche Dreharbeiten statt. Näheres dazu in meinem Blogeintrag.

Organisiert von der Society for the Preservation of Ancient Junketing wird jedes Jahr in Bampton das kuriose Great Shirt Race ausgetragen, in diesem Jahr zum 67. Mal. Anlässlich der Krönung von Königin Elizabeth II. im Jahr 1953 wurde das Rennen aus der Taufe gehoben, das eigentlich nur ein einziges Mal stattfinden sollte, aber der Erfolg war so durchschlagend, dass es seitdem jedes Jahr erneut veranstaltet wird.
Die Regeln des jeweils am Samstag des Bank Holidays im Mai ausgetragenen Bampton Shirt Race sind simpel: Teams, die aus mindestens zwei Personen bestehen, müssen mit Hilfe eines nicht motorisierten Gefährts (Selbstgebautes, Kinderwagen, Rollstühle, Schubkarren, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt) eine Strecke zurücklegen, an der es an mehreren Stationen gilt, Bier zu trinken. Ursprünglich gab es in den 1950er Jahren in Bampton elf Pubs, an denen die Teilnehmer ein Bier zu sich nehmen mussten/durften; das Pubsterben hat auch in Oxfordshire nicht halt gemacht, so dass es heute nur noch vier Pubs gibt. Doch vor den Häusern, die einmal Pubs waren, werden häufig Tische aufgestellt, auf denen die Bewohner den Shirt Racers Drinks anbieten.

Ursprünglich galt die Regel, dass die Teilnehmer des Rennens Pyjamas oder andere Nachtkleidung tragen mussten; das hat sich im Laufe der Zeit geändert, so dass heute alle möglichen Arten von Fancy Dress in den Straßen von Bampton zu sehen sind, deren beste denn auch mit Preisen ausgezeichnet werden. Die Einnahmen des Tages werden für wohltätige Zwecke verwendet.
Dieser Film zeigt wie es bei dem Rennen zugeht.

Das ganze Spektakel erinnert mich an das Knaresborough Bed Race in Yorkshire, das aber deutlich anstrengender ist, da es auch noch durch einen Fluss führt.

Das war einmal ein Pub, der frühere Elephant & Castle in der Bridge Street.
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Compleat Angler – Ein Hotel direkt an der Themse in Marlow (Buckinghamshire)

Eigenes Foto.

„Der vollkommene Angler oder eines nachdenklichen Mannes Erholung“ ist der Titel eines Buches, das 1653 in England erschien und aus der Feder des Schriftstellers Izaak Walton stammt. Der Originaltitel lautet: „The Compleat Angler„, und dieses Werk gilt noch heute als ein Klassiker der Angler-Literatur.

Das Hotel, das den Namen dieses Buches trägt, liegt passenderweise direkt an der Themse. „The Compleat Angler“ in Marlow-on-Thames, das zu den MacDonald Hotels & Resorts gehört, ist ein romantisches und idyllisch gelegenes Haus, dessen 64 Zimmer neben den Nummern auch noch individuelle Namen nach Begriffen aus der Fliegenfischerei tragen. Das Zimmer, in dem wir übernachteten, die Nummer 21, hieß „Watson’s Fancy“ („Watson’s Fancy is a pattern favoured in Scotland and Ireland for still water fishing. Like many traditional loch patterns the Watson’s Fancy is also useful for sea-trout for night work and as a popular general purpose fly for spate rivers in West Scotland“). Wir hatten einen wunderbaren Blick auf die Themse, die Themsebrücke und die gegenüberliegende, nachts angestrahlte Kirche All Saints.

Das Hotel verfügt über zwei Restaurants: The Riverside und das indische Sindhu. Wir aßen an beiden Abenden im Riverside Restaurant, in dem wir von Ovo bedient wurden, einem sehr netten Kellner aus Armenien, der eigentlich Opernsänger und Pianist ist (wir bekamen eine Kostprobe von seinen Fähigkeiten am Klavier zu hören).

Das gesamte Personal im Hotel war sehr aufmerksam und freundlich. Bereits an der Rezeption wurden wir auf Deutsch begrüßt.
Ein großer Parkplatz steht den Gästen zur Verfügung

Wir hatten Dinner, Bed and Breakfast gebucht und bezahlten für unseren „Room with a view“ etwa €280 pro Nacht. Ein Hotel, das mir sehr gut gefallen hat und das ideal für einen Besuch in der hübschen Kleinstadt Marlow ist.

Hier einige Eindrücke über das Hotel im Film.

The Compleat Angler
Bisham Road

Marlow
Buckinghamshire, SL7 1RG

Nächtliche Impression des Compleat Anglers.
Eigenes Foto.

Blick aus unserem Zimmer auf die Themsebrücke und die All Saints Church.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Auch Halloween ging nicht spurlos am Compleat Angler vorbei.
Eigenes Foto.

 
Published in: on 15. November 2019 at 02:00  Comments (10)  
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Oxford City Tours – Spezielle Rundgänge durch die Universitätsstadt

Das New College in Oxford.
This work is released into the public domain.

Man kann mit einer der Standard-Bustouren Oxford erkunden, was sich bei einem Erstbesuch empfiehlt, die Stadt individuell zu Fuß durchqueren, wobei man wahrscheinlich an vielen interessanten Dingen vorbei läuft, oder eine spezielle Tour buchen, die den eigenen Interessen entgegenkommt. Es werden viele Guided Tours in Oxford angeboten, von denen ich einige vorstellen möchte:

Bereits vor mehr als sieben Jahren stellte ich in meinem Blog die Inspector Morse-Tour vor, die zu den Dreharbeiten der Krimi-TV-Serie führt. „Walking Tours of Oxford“ bietet jetzt eine erweiterte zweistündige Tour an, die auch die TV-Serien „Lewis“ und „Endavour“ mit einbezieht (£17), die zu einem großen Teil in der Universitätsstadt gedreht wurden.

Town & Gown Walking Tours“ veranstaltet einmal im Monat einen Rundgang unter dem Titel „Eccentric Oxford„, wobei auf die zahlreichen exzentrischen Charaktere eingegangen wird, die die Stadt hervorgebracht hat (£5). Dauer: Eta 100 Minuten.

Bill Spectre’s Ghost Trails“ hat sich auf abendliche Ghost Tours spezialisiert, die eine Stunde und 45 Minuten durch die Gassen Oxfords führen (£10); Bill Spectre kostümiert sich dafür als viktorianischer Bestatter.

Wem Geister und TV-Inspektoren eher fremd sind, der kann sich vielleicht stattdessen auf eine geführte Pub-Tour machen. Der „Ale Trail“ der Footprints Tours führt zu den ältesten historischen Pubs der Stadt, wobei die Teilnehmer auch so einiges über die Herstellung von Bier erfahren (£15).

Footprints Tours hat auch eine „Harry Potter-Tour“ im Angebot, die zwei Stunden lang den Spuren H.P.s folgt und unter anderem in das New College führt, in dem Filmaufnahmen stattfanden (£19.99).

Für Oxford-Besucher, die sich besonders für Literatur interessieren, empfiehlt sich die „Literary Tour“ der Oxford Walking Tours, auf der man zum Beispiel auf J.R.R. Tolkiens und C.S. Lewis‘ Spuren wandeln kann (£15).

Diese hier vorgestellten Rundgänge sind nur ein Teil des großen Spektrums an geführten Touren durch die Universitätsstadt, die man sich auf Wunsch auch nach eigenen Interessen von den darauf spezialisierten Firmen zusammenstellen lassen kann.

The Eagle and Child, einer der berühmten Oxford Pubs mit Verbindungen zu J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis.
This work is released into the public domain.

Published in: on 14. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mister Fishfinger, die Forward to Mars Party und Lord Buckethead – Ein Blick auf die britische Parteienlandschaft

Es tummeln sich so einige schräge Figuren auf der Bühne der britischen Politik (wobei ich in diesem Falle nicht Boris Johnson und Jeremy Corbyn meine). Über die Monster Raving Loony Party und deren Howling “Laud” Hope habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben, es gibt aber noch einige weitere exzentrische „Politiker“, die versuchen, den führenden Persönlichkeiten der Tories und der Labour Party Stimmen wegzunehmen.
Da gibt es beispielsweise Mister Fishfinger, der sich wie ein Fischstäbchen kleidet und über den jemand tweetete „Mr Fishfinger is the hero this country needs, true hero“, die Forward to Mars Party, die sich für die Besiedlung des Planeten Mars einsetzt, Lord Toby Jug von der Eccentric Party und einen weiteren Lord, Lord Buckethead, der in den Wahlbezirken früherer Premierminister antrat, zuletzt in Maidenhead, dem Wahlbezirk Theresa Mays, wo der ominöse Lord 249 Stimmen erhielt, was einem Prozentanteil von 0,4 entsprach. Lord B. ist der „Parteichef“ der Gremloids, einer Partei, die sich nach einem kaum noch bekannten Science Fiction-Film gleichen Namens aus dem Jahr 1984 benannt hat, und er selbst bezeichnet sich als „intergalactic space lord„. Ja, das klingt alles sehr verschroben, genauso wie das Aussehen des Lords, der immer in einem schwarzen Gewand und mit einem riesigen Zylinder auftritt, der sein Gesicht verbirgt. Hinter der Maske haben sich bereits verschiedene Personen verborgen, der aktuelle Lord soll ein gewisser Jonathan David Harvey sein. In diesem Film ist er auf der Bühne zusammen mit Theresa May zu sehen. Sehr schön ist sein alternatives Weihnachtslied „A Bucketful of Happiness„.

Werfen wir noch einen Blick auf das Wahlprogramm der Gremloid Party:

  • Legalisierung der Jagd auf „fox hunters“.
  • Herabsetzung des Wahlalters auf 16 und Verbot des Wählens für Menschen jenseits der 80.
  • Ein Referendum darüber, ob noch ein Brexit-Referendum stattfinden soll
  • Abschaffung des Oberhauses, des House of Lords, mit einer Ausnahme: Lord Buckethead
  • Kostenlose Abgabe von Fahrrädern an jedermann, damit dadurch die Diebstahlsrate von Fahrrädern auf Null gesenkt und gleichzeitig der Fettleibigkeit der Bevölkerung entgegengewirkt wird.

 

Published in: on 13. November 2019 at 02:00  Comments (3)  
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The George & Pilgrims Hotel in Glastonbury (Somerset)

Ein leicht verfremdetes Foto, das ich nachts vom The George aufgenommen habe.

Ein leicht verfremdetes Foto, das ich vor vielen Jahren nachts vom The George and Pilgrims aufgenommen habe.

1 High Street lautet die Adresse des George & Pilgrims Hotels in Glastonbury (Somerset), nur wenige Schritte von den berühmten Abteiruinen entfernt. Wir waren mehrere Male in diesem uralten Hotel, das 1475 erbaut wurde und den Besuchern der Glastonbury Abbey als Quartier diente.
Heinrich VIII soll  hier einmal während der Zeit der Dissolution of the Monasteries, also der Auflösung der englischen Klöster, gewohnt haben, und so ist auch ein Zimmer nach ihm benannt, in dem wir einmal wohnten.

Es war in diesem Zimmer mit Himmelbett sehr romantisch; draußen stürmte und regnete es, das Wirtshausschild vor unserem Fenster knarrte im Wind. Toll!
Unsere Besuche im George & Pilgrims  liegen schon etwas zurück, so kann ich den momentanen Zustand des Hotels nicht beurteilen, zumal es neue Besitzer gibt. Die Beurteilungen bei Tripadvisor gehen weit auseinander. Von „Excellent value for money“  bis zu „Avoid like the plague“ ist dort alles zu finden. Ich selbst kann nur Positives berichten.
Die gemütliche Bar, die nicht nur für Hausgäste gedacht ist, liegt gleich im Eingangsbereich. Die Doppelzimmer kosten etwa £ 75.

In der vorigen Woche war ich noch einmal in Glastonbury und es hat sich dort seit meinen letzten Besuchen einiges verändert: Es gibt noch mehr New Age-Läden (siehe meinen Blogeintrag über die High Street) und es laufen noch mehr eigenartige Menschen durch die Stadt. Die High Street und einige Nebenstraßen sind durch ihre hohe Kriminalitätsrate im letzten Jahr auch in der überregionalen Presse erwähnt worden. Glastonbury ist schon eine eigenartige Stadt, die man bei einem Besuch in der Region aber einmal gesehen haben sollte.

The George & Pilgrims Hotel Ende Oktober 2019.
Eigenes Foto.

Die High Street von Glastonbury.
Eigenes Foto.

Published in: on 12. November 2019 at 02:00  Comments (5)  
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Stockbridge in Hampshire – Ein Paradies für Fliegenfischer

Ein Nebenarm des River Test an der High Street von Stockbridge.
Eigenes Foto.

In diesen Tagen ist in den deutschen Medien immer wieder vom Glücksatlas der Deutschen Post die Rede, der aussagt, wo in unserem Lande die glücklichsten Menschen wohnen. Die britische Tageszeitung The Daily Telegraph hat vor einigen Jahren eine ähnliche Untersuchung vorgenommen und kam zu dem Ergebnis, dass im Königreich die glücklichsten Menschen entlang des River Test in der Grafschaft Hampshire wohnen, wobei auch der Name Stockbridge fiel (ich berichtete in meinem Blog darüber). Genau diesen Ort habe ich mir jetzt einmal genauer angesehen, und ich muss sagen, er hat mir sehr gut gefallen. Stockbridge liegt an der A30, nordwestlich von Winchester. Die High Street sieht genauso aus wie man sie sich wünscht, gesäumt von kleinen Geschäften,Tea Rooms, Ateliers und Pubs; keine dominierenden Kettenläden und Charity Shops.

Wir nahmen an einem sonnigen Sonntagmittag in der Bar des Grosvenor Hotels einen Drink zu uns und bekamen da schon den ersten Kontakt zum Thema Fliegenfischen, das Stockbridge beherrscht. An den Wänden der Bar hingen gerahmte bunte Fliegen aus Kunststoff, Vogelfedern und anderen Materialien. Der exklusive Houghton Fishing Club, der älteste seiner Art in England, trifft sich regelmäßig im Grosvenor Hotel, das man sofort an seinem runden Vorbau erkennen kann, unter dem früher die Kutschen hielten, damit die Insassen trockenen Fußes den Eingang erreichen konnten.

Entlang der High Street finden wir einige Geschäfte mit Anglerbedarf, denn es kommen viele Fliegenfischer hierher, um im River Test, der den Ort durchquert, Forellen und andere Fischarten zu fangen. Ein beliebter Übernachtungsort, neben dem Grosvenor Hotel, ist The Greyhound on the Test an der High Street.

Eine Besonderheit von Stockbridge ist der Poetry Trail: Zehn kurze Gedichte auf Tafeln oder in Glas geritzt, sind entlang der High Street angebracht, die im Jahr 2010 von Google als „best foodie street in Britain“ bezeichnet worden ist. Im August findet hier das jährliche Trout ’n About Food Festival statt,bei dem natürlich der lokal und regional gefangene Fisch, aber auch andere Spezialitäten aus dem Test Valley im Mittelpunkt stehen.

Ich kann Stockbridge für einen Besuch sehr empfehlen, auch für diejenigen, die mit Fliegenfischen nichts am Hute haben; hier ist ein Film über die Kleinstadt.

Das Grosvenor Hotel.
Eigenes Foto.

The Greyhound on the Test.
Eigenes Foto.

Die St Peter’s Church an der High Street.
Eigenes Foto.

Published in: on 11. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Meine Lieblings-Pubs – The Holcombe Inn in Holcombe (Somerset)

Eigenes Foto.

„Charming inn with far-reaching views, cosy bars, a wide choice of drinks and good food“, so steht es in meinem „Good Pub Guide“ und diesen Pub, The Holcombe Inn, musste ich einmal ausprobieren. Fazit: Es hat sich gelohnt, in das kleine Dorf Holcombe in der Grafschaft Somerset zu fahren. Zur Orientierung: Holcombe liegt östlich der A37 und südlich von Midsomer Norton.

Wir erlebten eine freundliche Begrüßung in dem sehr schön eingerichteten, aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gasthof, tranken ein Bier der Otter Brewery (eine Brauerei in Somerset) und fanden auf dem Bartresen einige „Bar Nibbles„, genau das richtige für einen kleinen Snack zwischendurch. Dabei handelte es sich um einige Glaskrüge mit appetitlichem Inhalt. Wir entschieden uns für gefüllte Oliven, die hervorragend schmeckten. Weiterhin standen auf dem Tresen mehrere Ginflaschen mit Probiergläschen davor (da unser Auto vor der Tür stand, kam das leider nicht in Frage). Eine Besonderheit des Pubs ist die Abteilung „Silent Still“, in der die letzten Flaschen von Distillerien stehen, die es mittlerweile nicht mehr gibt. Sehr gut sah das Restaurant aus, das über zwei rote Rosetten verfügt und im Michelin-Führer genannt ist.

Man kann im Holcombe Inn auch übernachten; elf Zimmer, wie der Hunter’s Room und der Africa Room, warten auf Gäste; in dem sehr schön angelegten Garten stehen Lodges mit eigener Terrasse zur Verfügung. Ein Taubenhaus beherbergt eine Familie von weißen Tauben, im Tranquility Garden können die Gäste chillen, Kaffee trinken oder ein Glas Champagner zu sich nehmen.

Man sieht, der Holcombe Inn ist weit mehr als ein Standard-Pub, und ich freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch dort.

Übrigens wurden in der St Andrew’s Church in Holcombe mehrere Episoden der beliebten TV-Serie Poldark gedreht.

The Holcombe Inn
Stratton Road
Somerset BA3 5EB

Der Bartresen im Holcombe Inn.
Eigenes Foto.

Das Taubenhaus im Garten.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 10. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Ein Besuch bei den Dreharbeiten zu einer neuen Folge der TV-Krimiserie „Endeavour“ in Hambleden (Buckinghamshire)

 

In diesem Pub wurde für die TV-Serie „Endeavour“ gedreht.
Eigenes Foto.

Es ist keine Seltenheit, dass man im Gebiet der Chilterns in Buckinghamshire und Oxfordshire plötzlich auf ein Filmteam stößt, das gerade Szenen für einen Spielfilm oder eine TV-Serie dreht. Mir erging es in der vorigen Woche so in Hambleden (Buckinghamshire).
Nach dem Frühstück in meinem Hotel in Marlow an der Themse machte ich mich auf den Weg, um wieder einmal kreuz und quer durch Inspector Barnabys fiktives Midsomer County zu fahren. Nur wenige Kilometer von Marlow entfernt, sind die Drehorte dieser beliebten Krimiserie wie auf einer Perlenschnur aufgereiht. Der erste Ort meiner Tour sollte Hambleden sein, ein an und für sich ruhiges Dörfchen, über das ich schon zweimal in meinem Blog geschrieben habe (hier und hier).
Erstaunlicherweise erwies sich die Zufahrt in den Ort als schwierig, denn kurz vor der kleinen Brücke staute sich der Verkehr und nichts ging mehr. Alle Autofahrer blieben ruhig (wir sind ja in England!), kein Hupen, keine Hektik. Nach ca 10 Minuten Stillstand ging es langsam weiter. Bald erkannte ich die Ursache für das kleine Verkehrschaos: Überall standen Männer mit Hi-Vis-Jackets, die den Autoverkehr regelten, denn in Hambleden wurden wieder einmal Filmaufnahmen durchgeführt. Mühsam schlängelte ich mich mit meinem Auto durch die Absperrungen zum Parkplatz des Ortes, auf dem jede Menge LKWs von Produktionsfirmen standen und fand einen Platz auf der dahinter liegenden Wiese. Sehr freundlich und höflich wurde mir von den Männern in den gelben Jacken gesagt, dass der Pub von Hambleden, The Stag & Huntsman, leider heute Vormittag für Besucher wegen der Dreharbeiten geschlossen wäre.
Ich besuchte noch einmal die Kirche St Mary’s, auf deren Kirchhof ich leider das Grab von Deep Purples Jon Lord und das von W.H. Smith nicht fand. Beim Rückweg zum Parkplatz fragte ich einen der freundlichen Verkehrsregeler, welcher Film denn hier gedreht würde und erhielt die Antwort, eine neue Folge der ITV-Krimiserie „Endeavour„. Die 7. Staffel wird im Jahr 2020 gezeigt werden. In Deutschland läuft die Serie bei ZDFneo unter dem Titel „Der junge Inspektor Morse„. Leider bekam ich die beiden Hauptdarsteller Shaun Evans (DC Endeavour Morse) und Roger Allam (DI Fred Thursday) nicht zu Gesicht, dafür sah ich aber Endeavour Morses Jaguar Mark 1 auf dem Ortsparkplatz. Das Pubschild des Stag & Huntsman war auf der einen Seite durch ein anderes ersetzt worden, auf dem ein Wolf zu sehen war; an den Namen, der darauf stand, kann ich mich leider nicht mehr erinnern.
Nun werde ich mir im nächsten Jahr die geplanten vier Folgen der 7. Staffel ansehen, um dann „meine“ Hambleden-Folge zu finden.

Cambridge University Breaking and Entering Society

Die Great Hall des Trinity Colleges in Cambridge.
Author: Ian Howard
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Ich hatte mir immer vorgestellt, dass die Studenten der beiden großen Universitätsstädte Oxford und Cambridge alle Hände voll mit ihrem Studium zu tun hätten und froh wären, nachts ein paar Stunden schlafen und sich entspannen zu können. Doch das scheint nicht ganz zu stimmen, zumindest, was die Mitglieder der Cambridge University Breaking and Entering Society, kurz CUBES genannt, angeht. Das Ziel dieser „Gesellschaft“, überall dort in der Universität einzudringen, wo es ausdrücklich untersagt ist, das heißt, eine verschlossene Tür ruft automatisch den Jagdinstinkt der CUBES hervor. Sie tüfteln aus, wie man am besten diese Tür aufbekommt, um dann voller Stolz sagen zu können „We have done it again!“ Sie hinterlassen eine Nachricht, dass der verbotene Raum „gecubt“ worden, richten bei ihren Aktionen aber keinerlei Schaden an.

Die bekannteste „Tat“ der CUBES war sicher 1986 der nächtliche Einbruch in die großartige Great Hall des Trinity Colleges, wo das Abendessen eingenommen wird. Anstelle ihrer sonst üblichen Nachricht, dass die CUBES hier waren, platzierten die Studenten dieses Mal  eine Spielzeugente ganz oben im Gebälk der Hall, dort, wo man nur ganz schlecht hinkommt. Die Studenten schlossen die Ente schnell in ihr Herz, und als das Tier mit viel Aufwand entfernt worden war, wollten sie sie wieder haben, was dann schließlich auch geschah.

Solche Aktionen, „pranks“, sind sicher das Salz in der Suppe des studentischen Alltags.

Ferret Legging – Ein bizarrer, fast ausgestorbener Wettbewerb in Nord-England

Die Tierschutzvereine haben etwas gegen Ferret Legging, diesen bizarren Wettkampf, der einmal eine Zeit lang in Yorkshire populär war, der heute aber so gut wie nicht mehr existent ist. Vielleicht gibt es auch keine mutigen Männer mehr, die dabei das Risiko eingehen, ihre Männlichkeit einzubüßen. Worum geht es? Man nehme ein bis zwei Frettchen, eine Iltisart mit einem ausgeprägten Jagdinstinkt und sehr scharfen Zähnen, und stecke sie in die Hose, die vorher unten zugebunden werden muss. Der männliche Wettkampfteilnehmer trägt dabei keine Unterhosen. Sieger ist, wer es am längsten aushält. Klingt einfach, aber es kann beim Ferret Legging ganz schön schmerzhaft zugehen, denn die Frettchen stürzen sich auf alles, was sich bewegt und in der unteren Hälfte des männlichen Körpers bewegt sich vorwiegend ein Teil. Die meisten, die diesem „Sport“ huldigten (viele waren es nicht), gaben schon nach weniger als einer Minute auf und mussten sich erst einmal davon überzeugen, ob noch alles unversehrt an seinem Platz war.

Der absolute King of the Ferret Leggers war Reg Mellor aus Barnsley in South Yorkshire, der den Weltrekord im Ferret Legging immer höher schraubte, bis er es 1981 5 Stunden und 26 Minuten lang schaffte, Frettchen in seiner Hose zu behalten. Dieser Rekord hatte bis zum Jahr 2010 Bestand, als er in dem Dörfchen Whittington in Staffordshire im The Bell Inn von dem ehemaligen Lehrer Frank Bartlett um vier Minuten überboten wurde. Jüngere Männer, deren Familienplanung noch nicht abgeschlossen war, nahmen am Ferret Legging selten teil.

Für Frauen war dieser Wettbewerb nichts; es gab vereinzelte Versuche, Frettchen in die Bluse zu stecken und sie dort so lange wie möglich zu halten (in weiblichen Hosen langweilten sich die Tiere wahrscheinlich), aber diese Abart des Ferret Leggings erwies sich als nicht so populär.

Zufällig fand ich bei youtube einen Film aus dem Jahr 1983, als der damalige London-Korrespondent der ARD, Wolf von Lojewski, in der Sendereihe „Rund um Big Ben“ den Weltmeister Reg Mellor in Barnsley besuchte, hier zu sehen.

Webster’s Yorkshire Bitter verwendete das Ferret Legging in den 1980er Jahren einmal in einem Werbespot.

The Bell Inn in Whittington (Staffordshire)
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. November 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Thornbury Castle Hotel in Gloucestershire re-revisited

Eigenes Foto

Nachdem ich im März diesen Jahres über meinen achten Besuch im Thornbury Castle bei Bristol berichtete, war ich in der letzten Woche noch einmal dort. Dieses wunderschöne Burghotel hat einen festen Platz in meinem Herzen eingenommen. Bei meinem letzten dreitägigen Aufenthalt wohnten wir in der Edward Suite, die ich bisher noch nicht kannte. Nach dem Betreten der Suite gelangt man zuerst in den Wohnraum, dann geht es durch eine weitere Tür in ein Treppenhaus, das auf der einen Seite nach oben führt (aber gesperrt ist) und auf der anderen Seite über einige Stufen in das Schlafzimmer, das mit dicken Eichenbalken ausgestattet ist. Von dort aus blickt der Gast in den Innenhof der Burg.

Erstaunlicherweise war das Thornbury Castle Hotel vom Sonntag bis zum Mittwoch fast komplett ausgebucht, was für diese Jahreszeit recht ungewöhnlich ist. Das Personal des Hotels ist sehr kompetent und freundlich, angefangen von den jungen Damen in der Rezeption bis zum Service im Restaurant, wo wir wieder von Pedro aus Portugal bedient wurden.

Auf dem Weg von der Lounge ins Restaurant wird jeder Gast von der Hotelkatze begutachtet, die es sich jeden Abend an der Rezeption gemütlich macht. Sie wird vom Personal gehegt und gepflegt und fühlt sich in der Burg sichtlich wohl.

In einem Gespräch mit dem Hotelmanager Tim Pettifer erfuhren wir, dass Thornbury Castle von einer Investment-Firma aus Dubai übernommen worden ist und dass ab Februar 2020 umfangreiche Renovierungsarbeiten stattfinden werden. Ich bin da etwas skeptisch, was die Zukunft des in den letzten Jahren mehrfach verkauften Hotels angeht. Ob eine Investment-Firma im fernen Dubai wirklich Interesse an diesem wunderschönen Gebäude hat? Oder ob das Hotel nach der Renovierung erneut zum Verkauf gestellt wird? Der Manager ist sehr zuversichtlich und meint, dass strenge Bauvorschriften bei diesem historischen Gebäude verhindern, dass es zu stark verändert wird.

Im Juli diesen Jahres erschien ein Buch über die Burg mit dem Titel „Thornbury Castle Revisited“ (Redcliffe Press 2019. 138 Seiten), geschrieben von Tony Cherry und Meg Wise (die wir im Thornbury Museum kennen lernten). Das Buch wurde anlässlich der Veröffentlichung in der Tudor Hall des Hotels aus der Taufe gehoben und auch an der Rezeption verkauft.

Hier geht es zu unserer Edward Suite.
Eigenes Foto.

In der Edward Suite.
Eigenes Foto.

Eine der beiden Lounges.
Eigenes Foto.

„Please let me in in, I’m freezing“. Die Hotelkatze, die ich natürlich gleich mit ins Warme nahm.
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Foto meines Exemplares.

Published in: on 6. November 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Halloween im Berkeley Castle (Gloucestershire)

Das wuchtige Berkeley Castle in der Grafschaft Gloucestershire ist mir vor allem durch die gruselige Geschichte in Erinnerung geblieben, dass hier König Edward II am 21. September 1327 auf bestialische Weise ermordet worden sein soll, indem man ihm eine rotglühende Stange in den Anus schob. Noch heute kann der Burgbesucher die Zelle sehen, in der der König gefangen gehalten und ermordet wurde, ebenso wie der elf Meter tiefe Kerker, der mit einem Metallgitter abgedeckt ist. So bietet Berkeley Castle die optimale Atmosphäre für gruselige Halloween-Events.

Halloween hat in England eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland. Kaum ein Schaufenster in den High Streets, in dem nicht mindestens einige Kürbisse präsent sind. Eigentlich wollte ich am 27. Oktober Dyrham Park in South Gloucestershire besuchen, doch der Parkplatz dort war schon vormittags um 10.30 Uhr so voll (Eltern strömten mit verkleideten Kindern zu dem Landhaus, in dem bereits vor dem 31. Oktober Halloween-Parties gefeiert wurden), dass ich umdrehte und stattdessen das Berkeley Castle besuchte, in dem es aber ähnlich zuging. Die gesamte Burg war fest in der Hand von Kindern, die von Raum zu Raum rannten, um die Halloween-Dekorationen zu bestaunen, die in liebevoller Weise von den „Burggeistern“ angefertigt worden waren. Viele Quadratmeter Spinnengewebe breiteten sich überall aus, furchterregende Gestalten standen in den Ecken, hier lag ein toter Rabe, dort stand ein Totenschädel auf einem Tisch und immer wieder geschnitzte Kürbisse, kleine und große. Man hatte sich im Berkeley Castle noch einmal richtig Mühe gegeben, drei Tage später war dann der Spuk vorbei, denn die Burg schließt den Winter über, um erst am 29. März 2020 die Pforten wieder zu öffnen.

Zugegeben, ich hätte die Burg lieber ohne schreiende Kinder erlebt, aber auch die Halloween-Stimmung in dem alten Gemäuer war eine besondere Erfahrung.

Es ist angerichtet für Halloween 2019.
Eigenes Foto.

Es spukt im Berkeley Castle.
Eigenes Foto.

Im Weinkeller der Burg.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 5. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Ben Fogle: English – A Story of Marmite, Queuing and Weather

Foto meines Exemplares.

Was der 1973 geborene Ben Fogle in seinem Leben alles schon gemacht hat, ist unwahrscheinlich: Er hat den Mount Everest bestiegen, hat in einem Ruderboot den Atlantik überquert, war am Südpol und hat den Dschungel von Papua-Neuguinea durchquert. Er hat Dutzende von TV-Dokumentationen erstellt, war Moderator der beliebten BBC-Sendung „Countryfile“ und moderiert bei ITV die ähnlich gelagerte Serie „Countrywise„. Außerdem hat er bisher neun Bücher geschrieben, darunter eines über den Land Rover und eines über die Hunderasse Labrador. So verwundert es nicht, dass der Mann bereits in jungen Jahren als Wachsfigur in Madame Tussaud’s Museum in Blackpool verewigt worden ist.

In „English – A Story of Marmite, Queuing and Weather“ macht sich Ben Fogle Gedanken über das „Englisch-Sein“, was ist das Besondere an den Engländern, wie ticken die Menschen auf der Insel? Das Buch erinnert mich an Kate Fox‘ „Watching the English“, das ich in meinem Blog bisher noch nicht vorgestellt habe.
In Fogles Buch werden wir mit allen Themen konfrontiert, die man allgemein für typisch englisch hält: Dazu gehören beispielsweise die Haßliebe für den Brotaufstrich Marmite, die Bedeutung des Tees in der Gesellschaft, das „Queuing„, also die Kunst des Schlangestehens, die Wellington Boots, die beinahe jeder Engländer besitzt, die Shipping Forecast, die sich Millionen Menschen täglich anhören, ohne dass sie davon in irgendeiner Weise betroffen sind, bizarre Sportarten, Exzentriker und natürlich das Thema Nummer 1, das Wetter.

Ben Fogle versteht es, sehr amüsant zu schreiben, so dass man beim Lesen immer ein Lächeln auf dem Gesicht hat, und nach der Lektüre kann man wirklich sagen: Jetzt verstehe ich die Engländer besser. Ein richtig tolles Buch!! Ich war traurig, als ich es zu Ende gelesen hatte, ich hätte mich über ein paar hundert Seiten mehr sehr gefreut.

Ben Fogle: English – A Story of Marmite, Queuing and Weather. William Collins 2018. 291 Seiten. ISBN 978-0-00-822228-4.

Published in: on 4. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Queen Elizabeth II Bridge – Eine Autobahnbrücke über die Themse, deren Befahren für Unkundige teuer werden kann

Wenn man aus dem Osten Englands zu einem der Fährhäfen wie Dover oder Folkestone fahren will, muss man notgedrungen die Themse überqueren und das geht in Südrichtung nur über die Queen Elizabeth II-Bridge.

Die Brücke ist Teil des sogenannten Dartford Crossing, ein mautpflichtiger Streckenabschnitt der Ringautobahn M 25 und der A282 und eine der meist befahrenen Straßen Europas. Sie wurde am 31. Oktober 1991 von der Queen feierlich eröffnet und war damals die längste Schrägseilbrücke Europas.

Hier einige Daten:
Länge – 812 Meter
Höhe – 137 Meter
Gesamtlänge der Konstruktion mit den Auffahrten – 2872 Meter
Kosten – 120 Millionen Britische Pfund
Stahlverbrauch – 19 000 Tonnen
Anstrichfarbe – 220 000 Liter

Konstruiert wurde die Brücke von dem deutschen Bauingenieur Hellmut Homberg; sein letztes Werk, er starb 1990.

Die Brücke muss hin und wieder bei extrem schlechten Wetterverhältnissen gesperrt werden; dann wird der Verkehr durch einen der beiden Tunnels umgeleitet, durch die normalerweise der Verkehr auf der M 25 in Richtung Norden gelenkt wird.

Eine Besonderheit der Brücke ist das Mautsystem (zwischen 6 Uhr und 22 Uhr), das für unkundige Reisende vom Kontinent schnell teuer werden kann, denn hier gibt es keine Mauthäuschen am Anfang oder am Ende der Brücke, man muss die Maut bereits vorab entrichten ( £2.50 für einen PKW) oder sie bis spätestens um 24 Uhr des Folgetages bezahlen, das geht online, telefonisch, auf dem Postweg oder bei einer Payzone-Verkaufsstelle. Ich mache das immer online, das finde ich am unproblematischsten. Fährt man über die Brücke, werden die Kennzeichen der Fahrzeuge von Kameras gescannt und mit der Datenbank abgeglichen, in der die Vorabbezahlungen gespeichert sind. Gibt es eine Übereinstimmung, ist alles in Ordnung, ist das nicht der Fall und geht die Bezahlung auch im nachhinein nicht ein, erhält man einen Verwarnungsgeldbescheid über £70. Bezahlt man den innerhalb von 14 Tagen sind nur £35 fällig (plus natürlich die eigentlichen Mautgebühren). Lässt man die Zahlungsfrist von 28 Tagen verstreichen, erhöhen sich die Strafgebühren auf £105.

Ich habe die Themse sowohl über die Brücke als auch durch die Tunnel über- bzw. unterquert, und ich muss sagen, der Verkehr auf diesem Straßenabschnitt kann manchmal mörderisch sein, vor allem der LKW-Verkehr.

Dieser Film zeigt eine Brückenüberquerung.

Published in: on 3. November 2019 at 02:00  Comments (4)  
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Das Muncaster Castle bei Ravenglass in Cumbria

Phyllada and Patrick McGordon-Duff-Pennington sind die heutigen Besitzer des imposanten Muncaster Castle, das am Esk River liegt, knapp 2 Kilometer südlich der Küstenstadt Ravenglass in Cumbria.

Die Penningtons wohnen hier seit etwa 800 Jahren, ein Zeichen, dass sich die Familie im Schloss immer wohl gefühlt hat. Da aber der Unterhalt eines so großen Gebäudes viel Geld kostet, haben sich die Penningtons einiges einfallen lassen, um Touristen anzulocken.

Hochzeiten im Schloss sind in England sehr beliebt, so bietet auch das Muncaster Castle seine Räumlichkeiten für eine stilvolle Hochzeit an. Die Great Hall bietet Platz für einen Empfang für 100 Personen. Auch für Firmen-Meetings und Konferenzen kann das Castle gebucht werden.

Ferner findet sich im Muncaster Castle das Hauptquartier des World Owl Trust, einer Organisation, die sich um die wissenschaftliche Erforschung von Eulen kümmert. Im Hawk & Owl Centre findet sich eine der größten Sammlungen von Eulen weltweit.

Was wäre ein englisches Schloss ohne seine Geister? Muncaster Castle zählt zu den „most haunted castles“ in England. „Tom the Fool„, ein Hofnarr, der Ende des 16. Jahrhunderts seine Späße im Schloss trieb, aber auch eine bösärtige Ader hatte, indem er Menschen in das Sumpfgebiet in der Umgebung schickte, die nie wieder auftauchten, soll hier sein Unwesen treiben. Auch Heinrich VI, dem man im Schloss Asyl gewährte, spukt des Nachts im Haus. Viele Jahre lang hat Jason Braithwaite von der Universität von Birmingham diese Phänomene untersucht, ohne allerdings bisher zu konkreten Ergebnissen gekommen zu sein.

Ich habe das Muncaster Castle zweimal besucht, es ist auf jeden Fall eine Stippvisite wert, wenn man einmal im Nordwesten Englands ist.

Hier ist ein Film über die Burg.

Published in: on 2. November 2019 at 02:00  Comments (1)  
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The Porlock Weir Hotel an der Küste von Somerset

Porlock Weir ist ein winziger, abgelegener Ort an der Küste von Somerset und direkt an dem Miniaturhafen liegt das Porlock Weir Hotel, ein Hotel, das ich in sehr guter Erinnerung habe, als es noch The Anchor hieß.
Einmal aßen wir dort nur zu Abend, und ein anderes Mal hatten wir in einem hübschen Zimmer übernachtet. Neben dem Schlafraum gab es noch ein weiteres Zimmer mit einem „bay window“, das direkt auf den Hafen blickte und von dem man abends die Lichter der gegenüberliegenden walisischen Küste sehen konnte. An einem Abend toste ein Sturm um das Haus, die schweren Vorhänge waren zugezogen und das Abendessen war vorzüglich.

Das Hotel ging später in den Besitz des Londoner Antiquitätenhändlers Martin Miller über, der es in Millers at the Anchor umbenannte und nach seinen persönlichen Vorlieben neu gestaltete. Der 2014 verstorbene Martin Miller war in der Kunstwelt unter anderem auch als Herausgeber der „Miller’s Antiques Guides“ bekannt.

In diesem Jahr gab es wieder einen Besitzer- und Namenswechsel. Jetzt heißt das Hotel The Porlock Weir Hotel und wird von Nigel und Anne Way betrieben, denen auch das nicht weit entfernte Luttrell Arms in Dunster gehört. Zwölf renovierte und neu gestaltete Zimmer stehen den Gästen jetzt zur Verfügung, von denen die Harbour View-Zimmer zu empfehlen sind, die etwa bei £140 pro Nacht liegen.

Ich mag Porlock Weir; es ist ein richtig idyllischer kleiner Küstenort und für eine Übernachtung direkt an der Porlock Bay sehr zu empfehlen!

 

 

 

Published in: on 1. November 2019 at 02:00  Comments (3)  
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