Petworth in West Sussex – Eine hübsche Kleinstadt an der A272, die am 29. September 1942 einen schweren Schicksalsschlag erlitt

Eine der hübschen, kleinen Straßen in Petworth.
Eigenes Foto.

Ich fahre sehr gern auf der A272, die den Süden Englands in Ost-West-Richtung durchquert. Vor einigen Tagen machte ich an einem sonnigen Sonntagvormittag in der Kleinstadt Petworth in West Sussex Station, die direkt an der Straße liegt, und ging in dem Ort spazieren. In den kleinen Gassen reihte sich ein Antiquitätenladen an den anderen, es herrschte eine angenehme Atmosphäre, obwohl der Autoverkehr schon sehr stark war. Die meisten, die hierher kommen, besuchen das Petworth House, ein Herrenhaus, das dem National Trust gehört, doch ich kann einen Besuch in Petworth selbst durchaus empfehlen.

Zufällig stieß ich auf eine Information, die mich nachhaltig beschäftigte, obwohl sie schon über 77 Jahre alt ist.
Am 29. September 1942 ließ ein deutsches Flugzeug auf dem Rückflug von einem Einsatz drei Bomben auf Petworth  fallen. Warum? In der Stadt gab es keine militärischen Anlagen. Man vermutete, dass die Bomben dem Petworth House galten. Aber warum so ein schönes Haus zerstören?
Eine der Bomben traf die Boys School. Von den anwesenden 80 Schülern und Lehrern, die durch keinen Fliegeralarm gewarnt worden waren, starben 28, darunter auch der Headmaster und eine Lehrerin. Die Kinder hatten keine Chance, viele wurden schwer verwundet. Ein Trauma, unter dem die kleine hübsche Stadt lange zu leiden hatte.
Die verantwortlichen deutschen Flieger an Bord der Ju88 oder Heinkel 111, es ist nicht ganz klar, welcher Flugzeugtyp es war, wurden nie ermittelt, obwohl im Internet zwei Namen kursieren. Ob sich diese beiden Männer jemals Gedanken darüber gemacht haben, was sie da angerichtet hatten? Sie wurden nicht angegriffen, und sie konnten sicher sein, dass sie mit ihren Bomben ausschließlich Zivilisten töten würden.

Die 28 Opfer wurden in einem gemeinsamen Grab auf dem örtlichen Horsham Road Cemetery beigesetzt. Die Feier leitete der Bischof von Chichester. Eine Gedenkfeier fand 60 Jahre später statt, die auch wieder von einem Bischof von Chichester zelebriert wurde.
Das Grab wird regelmäßig gepflegt, während der restliche Teil des Friedhofs, der nicht mehr benutzt wird, langsam verfällt.

Der Gottesdienst in St Mary the Virgin war bei meinem Besuch in Petworth gerade beendet.
Eigenes Foto.

Published in: on 17. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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