Genie und Wahnsinn – Der viktorianische Maler Richard Dadd (1817-1886)

Richard Dadd.
This work is in the public domain.

1974 erschien das Album „Queen II“ der englischen Rockgruppe Queen. Track 7 darauf trägt den Titel „The Fairy Fellers Master-Stroke„, den Freddie Mercury geschrieben hatte und der Bezug nimmt auf das gleichnamige Gemälde des viktorianischen Malers Richard Dadd, der von 1817 bis 1886 lebte. Das 54 × 39,5 cm große Bild hängt heute in der Londoner Tate Gallery, hier zu sehen.

Dadd war ein Mann, der schon in jungen Jahren Reisen nach Europa und Vorderasien unternahm und genauso früh zeigten sich bei ihm die ersten Symptome einer Geisteskrankheit. So meinte Dadd unter dem Einfluss des ägyptischen Gottes Osiris zu stehen. Seine Familie brachte ihn in das Dorf Cobham in der Grafschaft Kent, in der Hoffnung, dass er dort im ruhigen, ländlichen Raum wieder zu sich kommen würde. Doch es wurde noch schlimmer; 1843 tötete er seinen Vater, weil er ihn für den Teufel hielt. Auf der Flucht nach Paris versucht er einen weiteren Menschen zu ermorden, was ihm nicht gelang; er wurde von  Polizisten überwältigt, nach England zurückgeschickt, wo er in die Londoner Nervenheilanstalt Bethlem Royal Hospital eingewiesen wurde. Hier und im Broadmoor Hospital in Berkshire, der nächsten Station seines Aufenthaltes in geschlossenen Anstalten, malte Richard Dadd weiter und in Bedlam, wie das Bethlem Royal Hospital auch genannt wurde, entstand sein „The Fairy Fellers Master-Stroke“, an dem der wahnsinnige Künstler neun Jahre lang, von 1855 bis 1864, arbeitete; es war eine Auftragsarbeit für George Henry Hayden, Bedlams Anstaltsleiter. Man muss sich das Gemälde genau anschauen, es wimmelt von Figuren aus der Feenwelt, wobei der titelgebende Holzfäller im Vordergrund steht und mit einer Axt seinen „master-stroke“ vollzieht und eine Haselnuss spaltet, aus dieser Nuss soll für eine der Feen eine Kutsche gebaut werden. In diesem Film werden die einzelnen Figuren vorgestellt. Freddie Mercury hat das Gemälde genau studiert und beschreibt es in seinem Song exakt, so dass man ihn beim Betrachten des Bildes dazuschalten sollte (hier ist der Text).

Richard Dadd starb am 7. Januar 1886 im Broadmoor Hospital, wo noch heute einige Bilder von ihm hängen.

Bethlem Royal Hospital.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Broadmoor Hospital in Crowthorne (Berkshire).
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Januar 2020 at 02:00  Comments (1)  
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