The Emperors Heads am Sheldonian Theatre in Oxford

The Sheldonian Theatre mit einer der Büsten.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

In Oxford herrscht wirklich kein Mangel an imposanten Gebäuden; eines davon ist das Sheldonian Theatre in der Broad Street, direkt gegenüber einer der berühmtesten Buchhandlungen des Landes, Blackwell’s. Das Sheldonian Theatre gehört der Universität von Oxford, die hier Veranstaltungen und universitäre Feiern durchführt. Erbaut wurde es von niemand Geringerem als Sir Christopher Wren in den Jahren 1664 bis1669, benannt nach dem damaligen Erzbischof von Canterbury Gilbert Sheldon.

Der Bildhauer William Byrd wurde beauftragt, um den Eingang des Theaters herum halbkreisförmig dreizehn Köpfe zu schaffen, die als Emperors Heads bezeichnet wurden. Ob die auf Säulen ruhenden Büsten tatsächlich Kaiser darstellen sollen, ist bis heute unklar geblieben. Manche sprechen auch von Philosophen, andere wiederum von den zwölf Aposteln, wobei sich die Frage stellt, wer denn dann die dreizehnte Person ist.

Bis zum Jahr 1868 standen die Köpfe da vor dem Theater und beobachteten, was um sie herum so alles geschah; doch der Zahn der Zeit nagte an ihnen (obwohl es noch keine Autoabgase in der Broad Street gab) und so wurden sie durch neue ersetzt. Diese hielten nur noch hundert Jahre, und so kam die dritte Kopf-Generation zum Zuge, die der Bildhauer Michael Black erschuf (sie wurden 1972 aufgestellt) und sich dabei eng an die ursprünglichen Vorlagen hielt. Wie lange mögen diese dreizehn Herren wohl der Luftverschmutzung in der Broad Street standhalten?

Vor einigen Jahren machte sich ein Team der School of Geography and the Environment auf die Suche nach den alten Köpfen und fand diese auch überall in Oxford verstreut (hier ist ein Film über das Projekt). Sie wurden im vorigen Jahr in einer speziellen Ausstellung in der Weston Library, gegenüber vom Sheldonian Theatre, der Öffentlichkeit gezeigt.

Hin und wieder findet man einige der „Emperors“ durch Studentenstreiche verunziert, so setzt man ihnen gern rot-weiß gestreifte Absperrhütchen auf den Kopf, die überall an Baustellen zu finden sind. Die Figuren tragen das alles mit sehr viel Geduld, vielleicht freuen sie sich auch über die Abwechslung in ihrem ziemlich gleichförmigen Leben.

Published in: on 6. Februar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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