Die Gefahr der fortschreitenden Küstenerosion im Zuge der Klimaerwärmung

An der Küste von East Yorkshire.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Die Erosion der Küsten, speziell im Osten Englands, gab es schon immer, doch durch den Klimawandel und dem damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels und der zunehmend stärker werdenden Stürme dürfte sich dieses Problem in den kommenden Jahrzehnten noch deutlich verschlimmern. „Treat coastal erosion as a natural catastrophe, UK ministers urged„, titelte The Guardian am 19. Januar diesen Jahres und nannte als Beispiel die Küste im Osten der Grafschaft Yorkshire, zwischen Bridlington und Withernsea, „the fastest-eroding coastline in northern Europe.“ In dieser Region nehmen die Küstenabbrüche wesentlich stärker zu als ursprünglich prognostiziert.

Das Committee of Climate Change (CCC) wagte eine Prognose bis in die 2080er Jahre und kam zu dem Schluss, dass in den nächsten 60 Jahren mehr als 100 000 Immobilien Gefahr laufen, ins Meer zu stürzen, dazu kommen 1600 Straßenkilometer, 650 Kilometer Eisenbahnstrecken, zahlreiche Deponien auf denen gefährliche Stoffe gelagert und viele Kraftwerke, die dicht an die Meeresküste gebaut worden sind. 12 von 19 Atomkraftwerken in Großbritannien sind bis in die 2080er Jahre durch Küstenerosion oder durch Überflutungen stark gefährdet, wenn nicht Schutzmaßnahmen, die sehr viel Geld kosten, eingeleitet werden.

Das Government Office for Science hat in seiner Studie „Future of the sea: Current and future impacts of sea-level rise on the UK“ untersucht, welche Auswirkungen ein Anstieg des Meeresspiegels um 30 cm, 60 cm und 250 cm auf die britische Küstenlandschaft haben würde. Darin werden die finanziellen Schäden prognostiziert, aber auch beispielsweise wie viele Krankenhäuser, Altersheime, Arztpraxen und Schulen zum Opfer fallen würden…und da sind schon beängstigende Zahlen herausgekommen wie man hier nachlesen kann.

Wird man das Problem in den nächsten Jahrzehnten in den Griff bekommen? Es wird natürlich auch jetzt schon einiges getan, zum Beispiel an der Küste von Norfolk, um dort das Bacton Gas Terminal zu schützen. Eine niederländische Spezialfirma hat an einem Küstenabschnitt von 5,5 Kilometern 1.8 Millionen Kubikmeter Sand angeschüttet, was dem Gasterminal und dem Hinterland schätzungsweise 15 bis 20 Jahre Schutz gewährt. Dieser Film zeigt dieses „Sandscaping“-Projekt.

Hier ist ein Film über die Situation in einer besonders gefährdeten Region in Norfolk.

Bei Overstrand in Norfolk.
Photo © Hugh Venables (cc-by-sa/2.0)

Bei Happisburgh in Norfolk.
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 14. Februar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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